Zu den heimatkundlichen Ereignissen
des Jahres 1985 gehörte der Besuch der Womelsdorf Family Association in Wittgenstein. Höhepunkt war wohl Sonntag, der 14. Juli 1985, als nach einem gemeinsamen Gottesdienst eine Gedenktafel an Daniel Womelsdorf, den Ahnherrn der meisten in Amerika lebenden Zweige der Womelsdorfs, an "Schmitte Haus" in Diedenshausen, dem Geburtshaus dieses frühen Wittgensteiner Auswanderers, enthüllt wurde.
Persönlich lernte ich die Womelsdorf Family Association an ihrem letzten Tag in Wittgenstein, dem 16.07.1985, in Girkhausen kennen. Ich muss gestehen, dass ich neugierig war zu sehen, wie sich eine Gruppe Amerikaner, dazu noch bunt gemischt, mit einem munteren französischen Seitentrieb dieses Wittgensteiner Clans, auf der Suche nach seinen "roots", den Wurzeln der Vorfahren in der alten Heimat, bewegen würde.
Was ich sah und hörte, auch das muss ich gestehen, hat mich beeindruckt. Da waren zunächst einmal Interesse, Konzentration und Geduld, ob es sich nun um den sachkundigen Vortrag über die Geschichte der Girkhäuser Kirche oder um das Holzhandwerk handelte, wie es in der Drehkoite fachmännisch gehandhabt wurde. Und dann fand ich ein bemerkenswertes Maß an kulturhistorischer Kompetenz, das mich zum ersten Mal erstaunte, als es um die sichere Verwendung des bestimmt nicht alltäglichen Vokabulars zur Bezeichnung typischer Elemente des mittelalterlichen Kirchenbaues ging. - Dem Übersetzer gelangen einige Aussagen zur vorreformatorischen Kirchengeschichte etwas laienhaft ungenau: Prompt wurde er von amerikanischer Seite mit höflichem Kompliment und präziser Sachkenntnis korrigiert!
Als es zur Erörterung der Abstammung des Ahnherrn Daniel Womelsdorf kam, musste mich schon der eindeutige Umstand, dass ausschließlich Englisch gesprochen wurde, daran erinnern, dass dies nicht eine interne Veranstaltung des Wittgensteiner Heimatvereins war:
Die Kompetenz und das Niveau, von dem aus
über die Quellenlage zur Familiengeschichte Wittgensteins im 17. und 18. Jahrhundert gehandelt wurde, nötigte mir Respekt ab.
Im Lauf der Gespräche bemerkte ich, dass die amerikanischen Gäste gelegentlich ein kleines Heftchen aufschlugen, um sich offenbar zur einen oder anderen Frage zusätzlich Informationen zu besorgen. Es war ein Heft der "Tuplehocken Settlement Historical Society" vom November 1983 - vergleichbar der Zeitschrift "Wittgenstein" unseres Vereins. In diesem Heft hatte Josef Womelsdorf seine amerikanischen Landsleute und Familiengenossen in ausgezeichneter Weise auf den allgemeinen wie den familiengschichtlichen Hintergrund dieser Reise in die Heimat der Vorfahren vorbereitet. Die Orte, die die Fahrt in Wittgenstein berühren würde, wurden ausführlich beschrieben, desgleichen die Situation der Auswanderer in Wittgenstein und Pennsylvanien im 18. Jahrhundert.
Neben dem Ahnherrn Daniel Womelsdorf wurde auch Christoph Sauer, sein Zeitgenosse und Landsmann diesseits und jenseits des Ozeans, vorgestellt. Gleichzeitig war es die persönliche Geschichte des Josef Womelsdorf, der in den 50er Jahren unseres Jahrhundert als junger Mann aus Hallenberg nach Kanada ausgewandert, eines Tages bei seiner ersten großen Entdeckungsreise durch die Vereinigten Staaten über einen Ort stolperte, der seinen Familiennamen trug und an einen Ansiedler des 18. Jahrhunderts erinnern sollte: Eben Daniel Womelsdorf. Die Suche nach der Identität Daniel Womelsdorfs hat Josef für viele Jahre in Bann gehalten. Der Kreis schloss sich mit der Enthüllung der Gedenktafel am 14.07.1985 in Diedenshausen.
Doch nicht ganz: Genauso sorgfältig wie bei der Vorbereitung der Reise in die alte Heimat ist Josef Womelsdorf bei der Nachbereitung verfahren. Einer reich bebilderten detailierten Reisebeschreibung ist eine Dokumentation von Briefen der amerikanischen Reiseteilnehmer beigegeben, von denen ich eine Auswahl in dieser Zeitschrift vorstellen möchte. Sie sind, wie ich meine, eine sehr interessante Lektüre und geben Antwort auf ein Bündel von Fragen:
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Frank S., Gates, North Carolina
Ich schreibe niemals Briefe, in unserem Haus erledigt meine Frau alle Post. Aber in diesem Falle mache ich eine Ausnahme, denn ich glaube nicht, dass Edith oder sonst jemand das tief empfundene Erlebnis dieser Tour für mich beschreiben kann; sie war für mich der Höhepunkt meines Lebens.
Ich wurde vor 70 Jahren in Reading, Pennsylvanien, geboren. Während des Zweiten Weltkrieges diente ich bei der Marine und wurde nach Norfolk, Virginia, versetzt, wo ich an der Marine-Schule lehrte. Dort traf ich Edith, und wir heirateten kurz nach Kriegsende, in 1945. Seitdem wohne ich in North Carolina, Ediths Heimatstaat. Ich denke noch oft an Reading und Berks County, aber ich kehre sehr selten dorthin zurück. Ich glaube, dass man nach langer Zeit niemals mehr richtig nach Hause zurückkehren kann, weil sich in den letzten 50 Jahren in Berks County und überall auf der Welt soviel verändert hat.
Vor 50 Jahren war Berks County noch sehr Deutsch. Doch während der 1920er Jahre wurde ein Gesetz verabschiedet, das das Lehren von "Pennsylvanien-Deitsch" in den Schulen verbot. Zuvor gab es in Berks County viele Leute, die nichts anderes als "Pennsylvanien-Deitsch" sprechen konnten, aber dieses Gesetz veränderte alles. Mit dem Verschwinden des Dialekts gerieten auch viele Sitten und Gebräuche in Vergessenheit. Das Berks County, an das ich mich noch so gerne erinnere, gibt es nun leider schon lange nicht mehr.
Helen K. in Womelsdorf, Pennsylvanien, ist meine Cousine 2. Grades. Ihre Großmutter und meine Großmutter waren Schwestern. Auf einer meiner Reisen nach Berks County besuchte ich sie, um mich nach meinen Vorfahren zu erkundigen. Sie erzählte mir von der "Womelsdorf Family Association" und meinte, ich sollte Mitglied werden. Ich wandte ein, dass ich ja kein Womelsdorfer sei, aber sie meinte:
"Du bist genau so ein Womelsdorfer wie ich." (Helen K. und ihr Bruder John sind die einzigen Nachkommen von John Womelsdorf, dem Gründer der Gemeinde Womelsdorf, Pennsylvanien, die noch in dieser Stadt leben).
Als wir zuerst von Heimattour der Womelsdorfer hörten, war ich nicht sonderlich interessiert, weil es mir mehr darum ging, meine Seiling-Vorfahren in Württemberg zu finden, doch zögernd entschloss ich mich mitzukommen.
Was für eine angenehme Überraschung wartete auf mich! Die Dörfer in Wittgenstein wirkten auf mich ein, als ob ich in das Berks County meiner Jugend heimgekehrt wäre. Die Leute waren so freundlich, und wir haben liebe Freunde gewonnen. Wir werden niemals all das wiedergutmachen können, was sie für uns getan und wie sie uns aufgenommen haben. Wir verpassten die Fahrt auf den Heuwagen rund um Diedenshausen, weil Annelie und Günther W. Edith, Peggy, Mike und mich in ihren Volkswagen steckten und uns zu ihrem Haus in Wunderthausen brachten. Sie zeigten uns ihr Haus, ihren Garten, ihren Traktor, Pferd und Schwein (Peggy und Mike sind Frank's Tochter und Schwiegersohn).
Sie konnten kein Englisch und wir kein Deutsch, aber wir kamen ganz gut zurecht. Wir schreiben uns nun - wir in Englisch und sie in Deutsch. Es ist schwierig, aber wir schaffen es, uns verständlich zu machen.
Wir werden auch niemals die Freundlichkeit der Feuerwehrmänner und ihrer Frauen in Womelsdorf vergessen, auch nicht die Party im "Hühnerhof-Restaurant", wor wir gut gegessen haben und alle, oder doch viele der Feuerwehrleute mit dabei waren. Wir tranken viel Bier, aßen ausgezeichnet, und als der Bus abfuhr, kamen die Feuerwehrmänner alle mit hinaus, um uns "Lebewohl" zu sagen - einfach unvergesslich!
Die restliche Tour war auch sehr gut, aber der Aufenthalt in Wittgenstein war mein unvergesslichstes Erlebnis. Nochmals herzlichen Dank.
Martha W., Wilmington, Delaware
Die herrlichen Berge, die Häuser und die Landschaft waren wie ein Idyll. Ich schaute gerne zu, wenn das Vieh jeden Tag zur Weide gebracht wurde. Dass wir soviele Familien in Diedenshausen kennenlernten - sie waren alle so freundlich zu uns - gab uns das Gefühl, herzlich Willkommen zu sein. Unsere Gastgeber O. und M. Kuhn und ihre Familie, hätten nicht netter sein können.
Wir bekamen immer ein ausgiebieges Frühstück, ganz anders als bei uns, aber sehr gut. Donald aß immer den ausgezeichneten geräucherten Schinken. Nach ein paar Tagen tat meine Zunge nicht mehr weh von den knusprigen Brötchen. Die Betten mit den Daunendecken waren neu für mich, aber sicherlich ist das Bettenmachen so leichter.
Jeder, der Deutschland besucht, muss beeindruckt sein von der Sauberkeit der Landschaft, von den Häusern und den Leuten. Es wäre mir unangenehm, wenn sie das viele Papier und die Büchsen in unseren Städten und Straßen sehen würden. Ich bin ein großer Blumenfreund, und musste einfach die vielen Blumenkästen, die farbenprächtigen Gärten und die Gräber auf den Friedhöfen bewundern. Ich freute mich auch besonders über die vielen Kaktuspflanzen in den Häusern und Wirtschaften.
In Wilmington widme ich mich viel der Seniorenbetreuung. Es fiel mir bei meinen Beobachtungen besonders angenehm auf, dass die Toiletten für Behinderte immer im Erdgeschoss sind, und für alle anderen im Untergeschoss; eine gute Idee!
Unser Fahrer Hans und unser Reiseführer Albert waren großartig! Wir schulden den Tour-Kommitees und den Cousins in Deutschland ein großes Dankeschön! Sie gaben uns allen das Gefühl, daheim zu sein. Donald und ich hätten nach diesen fünf Tagen in Diedenshausen ruhig nach Hause fahren können, ohne etwas Wesentliches vermisst zu haben: Darum sage ich: "Lasst uns wieder hinfahren!"
Doch noch eine Frage: Warum gibt es keine Fliegendrähte an den Fenstern, in den Häusern und Hotels? Wo sind die Fliegen und Moskitos?"
Stanley & Fances J., Port Orchard/Washington
Die kleinen Städtchen: Zuerst sieht man den Kirchturm, dann die roten Ziegeldächer und gepflegten Häuser, aneinandergereiht an engen, kurvigen Straßen. Die Häuser sehen wie frisch gestrichen aus.
Blumen: Jeden Morgen überall frische Blumen, auf dem Frühstückstisch, in den Geschäften, an den Fenstern, vor den Haustüren, sogar im Bus; eine wunderschöne Idee, jeden neuen Morgen zu begrüßen. Wir sahen viele bekannte Blumen, aber auch eine Reihe, die uns unbekannt waren. Sie gaben den Häusern ein farbenprächtiges Aussehen.
Wanderwege: Überall sahen wir Wege für Wanderer und Radfahrer. Wir freuten uns, dass Wandern hier ein beliebtes Hobby ist.
Abfall: In Deutschland liegt kein Abfall herum; dass ließ uns beschämt an all den Schund denken, den man in Amerika entlang den Straßen findet.
Essen: Unsere Mahlzeiten waren immer sehr gut, aber wir vermissten die Rohkostsalate und grünes Gemüse. Wir hatten genug harte Brötchen zum Frühstück.
Kaffee: Stark und gut!
Wasser: Wir vermissten ein großes Glas eiskaltes Wasser (Gänsewein) zu unseren Mahlzeiten; wir bekamen es nur auf Nachfrage, und dann mussten wir noch immer dazu sagen: "nicht aus der Flasche". Eiswürfel gab es selten.
Bier: Starker Geschmack, niedriger Alkoholgehalt, immer nur gekühlt serviert. Richtig kaltes Bier gibt's in Deutschland gar nicht.
Europass: Die beste Erfindung seit Geld.
Züge: Ruhig, leise, pünktlich, schnell, abgeschlossene Abteile, sehr bequem, hilfsbereite Schaffner, alle nur möglichen Dienstleistungen stehen einem jederzeit auf den Bahnhöfen zur Verfügung.
Die Menschen: Freundlich, wohlwollend, fleißig, solz auf ihre Arbeit. Wir waren überrascht, dass soviele verstanden, was wir sagen wollten.
Wir sind allen von ganzen Herzen dankbar, die zu dieser erfolgreichen Heimattour beigetragen haben. Es hat uns so gut gefallen, dass wir wiederkommen, und dann auch noch länger bleiben werden.
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Peggy (Margaret) L., Gates, North Carolina
Ich glaube, man könnte hundert Mal eine Reise nach Deutschland und Europa unternehmen, ohne auch nur annähernd zu erleben, was wir erleben durften. Der persönliche Konakt mit den Tour-Kommitees und vielen anderen machte den großen Unterschied. Die Leute von Diedenshausen, Womelsdorf und den Nachbargemeinden übrtragen alle unsere Erwartungen, wie sie uns Willkommen hießen und uns aufnahmen, als seien wir besondere Ehrengänste. Wie können wir das jemals wieder gutmachen?
Die Menschen waren alle so herzlich und freundlich und kamen uns mit offenen Armen und Herzen entgegen, obwohl sie doch vorher keinen von uns persönlich kannten. Wir haben lebenslange Freundschaften geschlossen. Ihr beachtlicher Heimatstolz zeigt sich in der Sauberkeit, die man überall vorfindet, von Friedhöfen und Gärten, zu Scheunen und Ställen.
Die Feierlichkeiten am Sonntag waren wie ein Traum. Die kleine Kirche, der hervorragende Chor, die Blaskapelle und die lieben Menschen gaben uns ein Gefühl als wären wir im Himmel. Wenn ich mir unsere Fotos vom Waldfest anschaue, dann erinnern sie mich an den Film "The Sound of Music"; die schöne Landschaft, die Freude der Kinder und der Erwachsenen beim Spielen und das gegenseitige Verstehen und Vertraulichsein. Die Sprache war überhaupt kein Problem. Gestern und Herzlichkeiten schlugen Brücken, die lange Zeit bestehen werden.
Mike und mir gefiel es in Wittgenstein am besten, weil wir auch in einer ländlichen Gegend wohnen, eng verbunden mit Boden und Natur. Die größte Stadt in unserer Gegend hat nur 700 Einwohner. Die Feld- und Wiesenblumen waren wunderbar und im Überfluss. Die Einwohner hatten immer einen Strauß auf den gedeckten Tischen und auch anderswo in den Häusern, damit sich jeder daran erfreuen konnte.
Wir wurden auch mit zwei neuen Tänzen bekannt gemacht:
Ententanz- und Polonaise - und hatten unseren Spaß dabei. Die Deutschen scheinen sich gerne die Zeit zu nehmen, sich des Lebens zu freuen. Wir bemerkten, das besonders in Diedenshausen, wie M. und O. Kuhn jeden Abend draußen am Picknicktisch saßen, um sich bei Bier und Wein nett zu unterhalten (die Leute in den USA vergeuden zuviel Zeit ihres Lebens vor dem Fernseher!!!). Dass mehrere Generationen von Familien in einem Haus zusammenleben, erinnerte mich wie es bei uns vor vielen Jahren noch war.
Die restliche Reise war auch sehr schön. Wir kamen zu vielen Orten, über die man immer wieder etwas hört oder liest: den Rhein, Heidelberg, den Schwarzwald, die Insel Mainau, Liechtenstein, die Alpen, Oberammergau, München, Rothenburg ob der Tauber usw. Aber nachdem wir Wittgenstein verlassen hatten, wurden wir zu "Touristen"; das kann jeder sein, im Vergleich zu Freunden und Verwandten, die wir in Wittgenstein waren.
Richard E., Chattanooga, Tennessee
Es ist schwer, die Erinnerungen an diese Reise in einem Brief zusammen zu fassen, weil sich viele von unseren Erlebnissen gar nicht mit Worten beschreiben lassen.
Unsere Fahrt nach Diedenshausen war für mich so etwas wie eine Wiedergutmachung an meine Vorfahren, die ihr Leben in Amerika verbrachten, aber sich im Innersten oft nach der alten Heimat sehnten, und wissen wollten, wie es den Daheimgebliebenen erging. Ich kann mich noch erinnern, dass meine Großeltern sich oft über Diedenshausen unterhielten, von wo mein Urgroßvater ausgewandert war. Meine Mutter erzählte mir oft, dass er sein Heimatdorf gerne noch einmal gesehen hätte.
Der herzliche Empfang war das erste Anzeichen der großen Herzlichkeit, die wir während unseres ganzen Aufenthaltes erleben durften. Es hat uns in Diedenshausen außerordentlich gut gefallen. Die Dorfbewohner sahen uns an als besondere Freunde und Verwandte, die eben nur zu lange weggewesen waren; sie nahmen uns auf wie Heimkehrer. Mich mit so vielen unterhalten zu können, die die Beitzels in Diedenshausen seit vielen Jahren kannten, um das Dorf zu wandern, auf den gleichen Wegen wie meine Vorfahren seit Jahrhunderten, das weckte in mir Gefühle, die ich mein ganzes Leben nicht vergessen werde.
Wir erinnern uns auch noch gerne an die Offenheit und Freundschaft, die die Dorfkinder unserem Robby entgegenbrachten, als sie mit ihm und Johann Womelsdorf aus Frankreich spielten. Drei Sprachen klangen durcheinander wie beim Turmbau zu Babel, aber alle spielen miteinander, als wären sie schon lebenslange Freunde und gaben damit eine gute Lektion für Weltpolitik. Auch die Erwachsenen waren so freundlich und geduldig mit Robby, besonders die ganze Strackbein-Familie. Er sprich noch oft von Euch.
Diane und ich haben soviele Erinnerungen an diese Tage in Diedenshausen, dass sie leicht ein ganzes Buch füllen können; wie das Waldfest, die zufälligen Gespräche mit den Dorfbewohnern auf unseren Wanderungen, die unvergleichliche Herzlichkeit von Alma, F. und J. Strackbein, die Erinnerungen von Frau Dienst an die Beitzels, und die Freude und das Gelächter beim Zusammensein mit unseren französischen Cousins. Ich glaube, ich kenne jetzt die Bedeutung des Wortes "Gemütlichkeit", von dem meine Deutschlehrer immer sagten, dass es nicht übersetzbar sei. Diese Tage in Diedenshausen waren für uns ein einmaliges Erlebnis, dass man keinem so richtig beschreiben kann, der nicht dabei war.
Die Reise durch Europa war auch ganz fabelhaft. Ich wundere mich heute noch, dass wir noch eine so herrliche Reise an den Besuch in Diedenshausen anschließen konnten. Jedoch die Erinnerungen gehen durcheinander, wie die über 500 Bilder, die wir während der Fahrt aufgenommen haben. Die Menschen, denen wir begegneten, trugen ebensoviel zu dem unvergesslichen Erlebnissen bei, wie die vielen Sehenswürdigkeiten.
Wie kann man Höhepunkte dieser Fahrt aufführen, wobei es keine Niedrigpunkte gab? Sollen wir erst die Wanderung vom Pfänder in Bregenz nennen oder unsere Bewunderung Heidelbergs, die unvergleichliche Herrlichkeit des Julierpasses oder die Trinklieder in den Biergärten von Friedrichshafen und im Hofbräuhaus? Oder sollte ich erst den Applaus erwähnen, den Robby erhielt, als er am Titisee in voller Lederhosentracht erschien?
Eine Erinnerung ruft zwei oder mehr von gleicher Bedeutung in uns wach. Es war für uns DAS Erlebnis unseres Lebens. Ich bin in zwanzig Ländern gewesen und Diane ist durch West- und Osteuropa gereist, aber diese kleine Heimattour war unsere schönste und beste.
Wir danken allen, die es uns ermöglichten.
Pauline, Womeldorf Black Sun City, California
Diese Reise war für mich ein einzigartiges Erlebnis! Ich verließ unser Heimatland mit Tränen in den Augen und mit Stolz im Herzen!
Ich erinnere mich noch gerne an die Blumenkästen in den Fenstern, die halblangen Spitzenvorhänge, damit die Blumen auch von draußen zu sehen sind und die Sonnenstrahlen genießen können; Dächer aus Schiefer, massiv gebaute Häuser, angebaute Scheunen und Ställe und Misthaufen, die nicht riechen.
Aber vor allem war ich überwältigt von der Herzlichkeit, die mir meine Cousins entgegenbrachten. Alle Anstrengungen und Bemühungen von ihnen, bis ins Kleinste, schienen zu sagen "Herzlich Willkommen!".
Ich glaube nicht, dass es schon einmal eine solche Heimattour gegeben hat.
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