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Heimatbuch Weidenhausen kurz vor der Vollendung |
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„Wenn das Heimatbuch fertig ist, |

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weiß ich wahrscheinlich erst einmal gar nicht, was ich machen soll”, meint Heinrich Imhof augenzwinkernd im Dorfgemeinschaftshaus, wo sich der Heimatforscher mit Mitgliedern der Projektgruppe zu einer Besprechung trifft. „Alle grünen Ordner beinhalten nur Material für das neue Heimatbuch”, erklärt Heinrich Imhof, der nach der Präsentation am 4. Aprilzur Abwechslung mal wieder einen Krimi oder Roman lesen möchte. WP-Fotos: Ute Schlapbach Die Heimatzeitung erfährt dabei einiges über die Entstehung des über 700 Seiten starken Werkes „Weidenhausen und Stünzel. Früher ein Ort - heute zwei Dörfer.”
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Die Idee eines Buches |
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sei bereits Mitte der 1990er Jahre aufgekommen, als die gesammelten Aufzeichnungen von Heinrich Imhofs Vater ans Tageslicht kamen. Erstes Problem: das Lesen der alten deutschen Handschriften. Bei Klaus Homrighausen hat Imhof das Entziffern in einigen VHS-Kursen gelernt. Archive in ganz Deutschland waren seine Anlaufstellen und wurden durchstöbert.
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Über 150 Mal ist er |
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ins Fürstlich-Wittgenstein'sche Archiv nach Bad Laasphe gefahren. 1998 ist er zum ersten Mal im Staatsarchiv in Münster gewesen, es folgten weitere 50 Male. „Meist bin ich mitgefahren”, erzählt Anneliese Imhof, denn man darf nichts kopieren, sondern muss alles abschreiben. „Gib' mir etwas, das ich lesen kann”, z.B. alte Gewerbescheine oder Listen. „Manchmal war es schwierig, nicht so ergiebig” und andere Male freute Imhof sich: „Was habe ich heute schöne Sachen gefunden!”
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Es dauert eine halbe Stunde, |
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bestimmte Akten zu ordern, inzwischen kann man über das Internet vorbestellen. Vieles hat er gelernt und sich einiges extra zugelegt: u.a. ein altes Wörterbuch von 1895 bei Ebay ersteigert. „Das hat mir sehr gut geholfen.” Auch nach dem Latein- und Französisch-Wörterbücher hat der Rentner oft gegriffen. Schwierig war: Die Menschen haben so geschrieben, wie sie es für richtig hielten. „Wo ich nicht weiterkam, kam fachkundige Hilfe,” so auch im Staatsarchiv von dem gebürtigen Berleburger Dr. Johannes Burkardt und von Eberhard Bauer in Laasphe.
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Vor zwei Jahren gründete sich die Arbeitsgruppe |
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Heimatbuch, der neben Ehepaar Imhof auch Jörg Michael Bald, Gottfried Kiontke, Burkhard Meyer und Andreas Benfer angehören. Kiontke, an der Uni Siegen beschäftigt, war für die Digitalisierung der rund 300 Fotos zuständig: „Manche Häuser haben sich total verändert oder stehen nicht mehr am gleichen Ort. Da muss man als Jahrgang 56 echt überlegen, wo was ist.” Das älteste Fotodokument ist ein Schulbild von 1894.
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Für die Haus- und Hofchronik |
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von 1875 bis 1975 in Stünzel ist Burkhard Meyer (49) verantwortlich. „Durch die Bank weg war Bereitschaft da. Es hat sehr viel Spaß gemacht, sich mit den Leuten zu unterhalten. Es kamen viele Schätzchen zutage”, freut er sich. Sehr interessant sei ein Heft mit Eintragungen eines Lehrers Ende des 18. Jahrhunderts. Meyer hat Daten seiner Ururgroßmutter Katharina darin entdeckt. „Wir haben viele verwandtschaftliche Verflechtungen gefunden. Früher wussten die Leute viel besser Bescheid darüber.”
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„Wir haben viele verwandtschaftliche |
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Verflechtungen gefunden.” Burkhard Meyer
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Der Sozialarbeiter |
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musste sich natürlich erst in die Thematik einarbeiten. Aber der in Wittgenstein geborene Hobby-Genealoge Jochen Karl Mehldau, der die Jahre bis 1875 bearbeitete, habe Vorgaben gemacht für das Jahrhundert danach, erklärt Imhof. Bilder, Urkunden, Unterlagen wurden in den Familien gezeigt, sogar ein altes Stehpult. „Das wurde von Haus zu Haus mitgenommen”, erzählt Anneliese Imhof, „jeden Tag musste eine andere Familie einen Raum für die Schulklasse bereitstellen und zwei Mahlzeiten für den Lehrer” - aber das steht alles im Kapitel „Mit dem Löffel im Knopfloch”. „Toll”, so Burkhard Meyer, „ist auch die Original-Gründungsurkunde des Kanongutes von 1709”, heute Wohnhaus von Familie Neumann auf dem Sohl. „Da habe ich lange dran gesessen”, erinnert sich der 68-jährige Imhof, der mit Lupe und Wörterbüchern ans Werk ging. „Wenn wir die Stunden rechnen müssten, kostete jedes Buch über 5 000 Euro,” sagt er lachend.
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Beim Blick auf das 47 Kapitel |
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umfassende Inhaltsverzeichnis zeigt Imhof auf „Verzaubertes Weidenhausen”. Es geht darin um Zauberei, und es stellte sich die Frage: Gab es hier in der Gegend eigentlich auch Hexen? In Berleburg ist Imhof zufällig auf eine 40-seitige Akte mit der Aufschrift „Criminalia” gestoßen mit Berichten und einer Zeichnung, die beschreiben, wie einer Frau aus Weidenhausen im 16. Jahrhundert der Prozess wegen Hexerei gemacht wurde. „Ein toller Fund!” Vielleicht der erste Fall dieser Art in Wittgenstein, habe Kirchenhistoriker Ulf Lückel gemeint, der als einer von 28 Autoren sein Wissen in das Buch einfließen ließ.
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Von allen Seiten ist fachkundige Hilfe |
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bei der Arbeit an dem Buch gekommen, unter anderem von dem gebürtigen Berleburger Waldemar Grytz, dessen Frau aus Weidenhausen stammt und der das Layout gefertigt hat. Anfangs hat sich die Arbeitsgruppe sporadisch getroffen, im zweiten Halbjahr 2008 wurde es dann ernst. „Wir haben alle gemeinsam überlegt, was rein soll, was nicht, welche Auflage”, erzählt Kiontke.
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Seit ein paar Tagen |
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läuft die Endkontrolle: Jeder Punkt, jeder Strich, alles muss verglichen werden. Fotos kontrollieren, Rechtschreibung korrigieren, Absätze einfügen und Seitenzahlen tauschen. „Nach zwei Stunden lautem Vorlesen hat man keine Stimme mehr”, weiß Anneliese Imhof inzwischen. Es stecke viel Herzblut zwischen den grünen Buchdeckeln, und die Projektgruppe Heimatbuch ist stolz auf ihr Werk.
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Ob das Weidenhäuser Heimatbuch |
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unterhaltsam und kurzweilig geworden ist, was es mit der gestohlenen keltischen Goldmünze und dem Neolithischen Setzkeil, der lange Zeit auf einem Dieselfass lag, auf sich hatte und wie der Prozess um die Hexe endete, erfährt der Leser am 4. April bei der Präsentation des Heimatbuches in Berghausen.
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Quelle |
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