Er ist eine sehr unwirtliche Gegend Südamerikas, überwiegend in Paraguay und Argentinien, aber auch in Bolivien gelegen. Man spricht von ihm als der „Grünen Hölle“ auf Erden. In Paraguay und Nordost-Argentinien ist er flach und wird auf weiten Strecken vom Paraguay-Fluß durchzogen, der sich schließlich nach Norden nach Brasilien wendet.
Die Grenze der beiden Staaten folgt danach dem Rio Pilcomayo, durch den man gehen kann. Im Sommer können die Temperaturen im Chaco 50 Grad Celsius erreichen. Es gibt nur wenig Regen - selbst im Norden nicht. In Paraguay bilden die Zuflüsse zum Rio Paraguay im unteren Chaco eine Reihe von Überflutungsgebieten, mit einer Ausdehnung von mehreren hundert Kilometern aber einer Tiefe von nur 30-60 cm.
In dieser Gegend gibt es reichlich Wild. Weiter westlich und nördlich findet sich im Chaco ein Zwergwald, dessen Bäme rasiermesserscharfe Nadeln tragen. Das Gebiet ist praktisch unbewohnbar und hat lediglich 2 % der Bevölkerung. Man findet eine Menge Jaguare (es handelt sich nicht um die englische Automarke!). In Paraguay gibt es noch Eingeborene, die den Kontakt mit der modernen Gesellschaft scheuen und lieber abseits bleiben. Sie halten tatsächlich in aggressiver Weise daran fest.
Der argentinische Chaco ist nur unwirtlich, geht aber westwärts in Richtung Anden in eine Wüste über, wie z. B. in der Provinz Jujuy.
von Brigitte Gastel Lloyd
Viele arbeitssuchenden Deutschen kamen 1923 in die Provinzen Entre Rios und Santa Fe, wenige auch in die Provinz La Pampa. Weiterhin gab es große Kolonien in Paraguay und in der Provinz Misiones. Diese befinden sich nicht weit von Charata in der Provinz Chaco, das 1923 der Zielort vieler Hamburger war.