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Thüringen
AMF-Arbeitskreis Nordhausen
Der Landkreis Nordhausen

Die Grafschaft Hohenstein im 16. und 17. Jahrhundert

(Quelle: "Die Grafschaft Hohenstein im 16. und 17. Jahrhundert, Festschrift zur 200 jährigen Jubelfeier der Vereinigung der Grafschaft Hohenstein mit dem brandenburgisch - preussischen Staate am 12. December 1899", R. Reichardt)

S. 5: I. Die Grafschaft Hohenstein im Zeitalter der Reformation

S. 6: Die Schreibweise des Namens "Hohenstein" ist verschieden. Die Grafen von Hohenstein unterzeichneten in den noch zahlreich vorhandenen Lehnsbriefen "von Honstein". Später wird der Name "Hohnstein" geschrieben. Die amtliche Schreibweise "Hohenstein" findet sich zuerst im Wortlaute des 11. Artikels des westfälischen Friedens "Comitatus Hohensteinensis". Churfürst Friedrich III. von Brandenburg schrieb ebenfalls ständig "Hohenstein".

S. 7: Eckstorm, Geschichte der Grafschaft Hohenstein.

S. 16: Nach dem Tode 1552 von Graf Ernst V, von Hohenstein - Lohra - Clettenberg wurde die Reformation eingeführt. Am 27. März 1556 wurde in Walkenried die Augsburgische Confession als Glaubensnorm für die Unterthanen eingeführt. (Hoche, Geschichte der Grafschaft Hohenstein)

S. 18: Veränderung der Oberlehnsherrschaft durch den Halberstädtischen Permutationsreceß (abgedruckt: Zeitschrift des Harzvereins III, 1870, pg. 582 ff) vom 26. Oktober 1573. Kurfürst August von Sachsen tauschte Teile der Grafschaft Mansfeld, welche bischöflich Halberstädtische Lehen waren, gegen die Grafschaft Lohra und die Städte Bleicherode und Ellrich, deren Lehnsherrschaft ihm zustand, ein. Hierdurch wurde Halberstadt aus der Grafschaft Mansfeld gänzlich ausgeschieden, und andererseits die Grafschaft Hohenstein ganz - die Grafschaft Clettenberg war bereits halberstädtisches Lehen - der bischöflichen Lehnsherrschaft unterworfen.

S. 19 ff.: Unter Ernst's VII. Regierung weigerte sich der Bischof Heinrich Julius von Halberstadt, Herzog zu Braunschweig, die Erbverbrüderung vom Jahre 1433 anzuerkennen und die Grafschaft Clettenberg als altes Halberstädtisches Lehn in die Gesamtbelehnung mit aufzunehmen, ja als Ernst's einziger Sohn Volkmar Wolf 1586 in zartem Alter verstorben war, ließ er sich vom Domkapitel mit beiden Grafschaften belehnen. Einige Stellen des Lehnsbriefes (der Lehnsbrief ist abgedruckt in der zu Wolfenbüttel 1628 herausgegebenen Schrift: "Kurtze, gründliche Information und beständiger wahrer Bericht, was es um die Grafschaften Hohn- und Reinstein u.s.w. für eine eigentliche Bewandnis habe", pag. 57) seien hier mitgeteilt, soweit sie hinsichtlich des Bestandes und der Grenzen der Graftschaften Clettenberg und Lohra zu damaliger Zeit von allgemeinerem Interesse sind:

"Anwart und Belehnung über die Halberstädtische, Hohnsteinische Lehnstücke, Illustrissimo Julio Duci Brunswicensi et Lüneburgensi p. p. gegeben anno 1583 am 25. Maji. Von Gottes Gnaden, Wir Heinrich Julius, Postulirter Bischoff zu Halberstadt, Administrator des Stifts Winden, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg p. p. Thun Kund und bekennen hiermit für Uns und unsere Nachkommen an dem Stift Halberstadt, daß wir aus zeitigen gehabten Rath, gutem wissen und für betrachtung, mit consens und Bewilligung der Ehrwürdigen und Ehren Vesten Unserer lieben Andächtigen, Ehren Thumbdechanten, seniorn und Capittel Gemein Unserer Bischöflichen Kirchen zu Halberstadt, den Hochgebohrnen Fürsten, Herrn Julium, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg p. p. Unseren freundlichen lieben Herrn Vater und Gevattern, und S. Ld. Mannliche Leibs Lehns Erben, umb uns und unsern Stift, auch Thumb Capittel zu Halberstadt in Vielwege erzeigter Väterlicher und gnädiger Hülff, Gunst und ersprießlicher Beförderung willen, So S. Ld. Uns und unsern Stift auch fürter wohlthun, erzeigen und leisten, können, sollen und mögen, mit des Wohlgebornen unseres Lieben getreuen Ernsten, Grafen zu Hohnsteins, Herrn zu Lohra und Klettenberg, von uns und unseren Stift Halberstadt haben und tragenden Lehngütern, auch allen und jeden ihren in- und zu Behörungen nichts ausgeschlossen beanwartet, auch zu gesambter Hand realiter investiret und beliehen haben, beanwarten, inbestiren realiter und beleihen Sein Lieb. und Dero mit bemelte damit zu gesambter Hand wie anwartungs, realis investitura auch gesambten Mannliches Recht, weise herkommen und gewohnheit ist in Kraft und Macht dieses unseres Briefs für Uns und alle unsere Nachkommen am Stift Halberstadt, auch in bester und beständigster Form wie solches von rechts und gewohnheit wegen am bündigsten und kräftigsten immer geschehen soll, kan und mag mit allen und ieden nachgesetzten Stücken; Nämlich mit dem Schloß Klettenberg mit allen seinen in- und zu Behörungen, Nutzungen, allen Geistlichen und Weltlichen Lehnen, Wildbahnen, Jagden, Fischereyen, Teichen, Teichstücken, Dienstpflichten, Reinen, Triften, Oberen und Niederen Gerichten, darzu die Obrigkeit und Anlagen des Klosters zu Walkenreden mit allen seinen zubehörenden Gütern, Diensten, Bächen und Pflichten, Gerichten burglich und steinlich und diesen nachbeschriebenen Dörfern, Höfen und Dorfstätten mit Namen die Sachsa, der Neuehof, Branderode, der Widdingshof, Obern Sachswerfen, Immenrode (Ein Immenrode lag zwischen Obersachswerfen und Gudersleben), Gudersleben, Mauderode, Wiperode (in der Nähe von Mauderode), Clusingen (jetzt Cleysingen), Woeffleben, Scherzheim (bei Salza in der Richtung nach Hörningen), Hörningen, Hochstet, Stockhausen, Lauchstedt (wie Stockhausen bei Hochstedt), Herreden, Rotteroda (bei Herreden), Salza, Hesserode, Thumkelrode (bei Großwechsungen), Ritterode (bei Großwerther), Grossen Werthern, Weinigenwerthern, Vikkenrode (bei Kleinwerther), Klübingen (bei Großwechsungen - ein Flurstück führt noch heute diesen Namen), Weinigenwechsungen, Immenrode, Hafferungen, Flachdiendorff (bei der Flarichsmühle), Guntzerode, Krebserode (bei Pützlingen - "Krebsmühle"), Butzlingen, Schiedingen, Etzelrode, Gratzungen, Blidungen, Kembstette, Trebra, Schelmenrode (bei Trebra), Epschenrode, Werningerode, Stöckey, Vygerode (bei Stöckey), Tümlingerode, Mackenrode, Uchtenfelde (bei Mackenrode u. Tettenborn), Witticherode (bei Mackenrode u. Tettenborn), Bartorff (bei Mackenrode u. Tettenborn), Tettenborn, fürden Damm zu Clettenberg, Holbach, Wetzkerode (bei Holbach), Tübenrode, niedern Steinsehe, obern Steinsehe und andern Nutzungen, die dann in den hernach beschriebenen Gräntzen und Scheidungen klärlich begriffen seyn mit allen Bergwerken, Gold, Silber, Kupfer, Bley, Ertz und allem Metalle, wie das nahmen haben mag, nichts ausgeschlossen, gesucht, und ungesucht mit aller herrlichkeit, Straßen, freyheiten, Nutzungen und gebrauchungen, und allermaßen Graf Volkmar Wolf seinVater seeliger und seine vor Eltern dieselbigen ingehabt und von unsern Stift Halberstadt zu Lehn getragen, von stücken, wie hernach berühret, nemblichen die hohenstraßen, die aus dem walde gehet, boven dem Saltze hin von dem holtze zu der rechten Hand, daß feld hinnider biß an den Mahlstein, da der stehet boven dem Sypffen, die da gehet in die Teiche, der von der Werna den Seiffenferth, darüber die Straßen die von der Werna gehet gegen Ellrich, da der Mahlstein stehet, von dem Steine den Berg an, biß an den anderen Mahlstein, von dem Steine das Feld hin, biß an den Heinenstrauch, die Flurscheidung nider den Dörffern Clusingen und Wolferode (Wüstung Wülferode bei Werna, wo jetzt das "neue Haus", bekannt einst als Landhaus des Dichters Göcking, steht), biß an die Burgenge (Zorge), die Burgenge nieder biß hiter Woffeleben, die rechten Landstrassen hin biß an das Oldenthor zu Northausen, das Jungfrauen-Kloster im Oltendroff mit aller Obrigkeit, Pröbste zu setzen und zu entsetzen und Rechnung zu hören und forder vor dem alten Chore das Wasser wieder bis um den Sichhoff für Northausen, die rechte Straße auff die da gehet gegen Werterwarths biß an den Schleiffweg, der da versteiniget ist und den Schleiffweg hindan über die Anteuffe, von der Anteuffe den Weg hinüber das Wasser, von dem Wasser den Weg fort biß in die Strasse, die da gehet neben der Kirchen Barbrandero (Ehemaliges Dorf bei Nordhausen), die rechte Landstraße hin biß an das Dorff zu Ritterode, von dem Dorff Ritterode bis an den Scheideweg, hinauff die Diebbrücken zu Wolkernmerßhausen biß an den Thurm zu Ruxleben, an das Riegenholtz biß an den Teiffenbach, biß an die krummen Eichen, von den krummen Eichen an die drey Mahl-Eichen für dem Steine, da dann fort biß an den Harnaschbusch, von dem Harnaschbusch fort an den Mahlstein auff das Ammerland an den Lawenstein, von Lawenstein fort an das Lehe, vom Lehe biß an den Mahlstein zwischen den Teichen, über die Engelgruben und Hegerthal an das Windelsche Holtz über die Wüsteninge zum Hein bis zum Trebeßheim, vom Trebeßheim biß an das Gewenge, das Gewenge hinüber an das Weitzelrode, von Weitzelrode an den Weg bis an den Calenberg, vom Calenberg biß an denn Mahlstein zu Bernrode, von Bernrode über die Teuffelsgruben durch das Bodungische Holtz auf denn Stieg, von dem Stiege nach dem Mahlstein hinter dem buchholtze den Weg auf, der sich zeucht nach dem Eschenfort an das Gnicke, von dem Gnicke an die Mahlbuame zu Regersdorf, von Regersdorf an biß an die Warthe zu Wernigerode, das außerste gebaude hinab biß an die neuschläge, da der Weg durchgehet nach dem Stöckey und vor an von dem gebrücken biß an die warte Limlingeroda, von der warte das gebrück lang durch biß uf den Nichsehe, vom Nichsehe das gebrücke an biß an die warthe zu der Sachse und fort an von der Warte biß an den Hartz hinter dem Wittermoor biß an das Netzelthal, vom Netzelthal biß auf den Kuchenberg, da von biß hinter dem Rambischberg (jetzt Ravensberg) biß uff ein Klein Teichlichen vor dem Rambischberge und demselben Thale in die Steinau, die Steinau auf biß unter die Gruwforst, von der Steine biß auf den Heidenstieg hinüber biß auf die Mönchssteur, von Mönnichsteur wieder auf den Heidensteig, vom Heidensteige auf den Kradenberg, vom Kradenberge wieder auf den Grunbeck, von dem Grunbeck wider hin auf die Sägemühle, den Grunbeck nieder biß auf die Walßfeldische weer (jetzt Vogtsfelde) gegen den großen Schlackenhaufen, den Scholenweg biß auf Wiprechtszinken, von Wiprechtszinken biß auf deas Wolfsbleck, von Wolfsbleck biß über die Hohen Geist, von der Hohengeist biß über das Ornebleck, vom Ornebleck biß auf die großen Eiche, da die gute gehet in die alten Burgenge und daraus das Steinkuhlsthal an bis für das Haverland, vom Haverland den Weg hinumb den breiten Berg, von dem wege an vor den hohen Gängen hin biß auf den langen Berg, den langenberg nieder biß auf den Heidelberg und den Heidelberg nieder biß auf die Hohen Straßen mit allen seinen Zubehörungen und was wolemelter Graf Ernst und seiner VorEltern Grafen zu Hohnstein fürther von Reachts von uns und unserem Stift zu Halberstadt zu Lehn gehabt und noch haben oder es billig haben sollten; deßgleichen mit der Herrschaft Lohra, nemlich dem schloß und ambt Lohra sampt deßen zugehörigen Dörfern Rehungen, Wilfingerode, Sollstädt, obern und niedern Gebra, Klein und großenwenden, die beyden Jungfrauen Klöster Mönchslohr und Tittenborn, dem Rittersitz und Dorf Heigenrode, Kleinenfürre, Rücksleben, Wollersleben, Nohra, Marbich, Busteleben, ober und Mittelrollersleben (jetzt Oberdorf und Mitteldorf), Elend, Lippreachterode, Kleinen Bodungen, Buhla, die Hasenburg, Ascherode, großen und kleinen Berden, mit dem in solcher Herrschaft, Städten und Dörfern gelegenen Ritterlehen, Vorwerken, Schöfereyen, Trifften, Hürdweiden, gehöltzen, hinter dem Hause Lohra und was darzu gehörig und sonsten an anderen enden und Orten in der Herrschaft Lohra gelegen, auch Teichen, Teichstädten, Reinen, Steinen, Weiden, Wunnen, Eckern, wiesen und anderen Zubehörungen, an Geistlichen und Weltlichen Lehnen, auch den beyden Städten Ellrich und Bleicherode und dem Erb- und Oberschutz an den Kloster zu Walkenreden mit aller Hochheit, Oberkeit, Regalien, Bergwerken, Metallen, Zollen, Geleiten, Bothen, gewässern, Steuern, Völgen, Gerichten, Obristen und niedersten, rechten und gerechtigkeiten, ein- und zubehörungen in allermaßen gedachten Grafen von Hohnstein p.p. solche Güter biß dahero im gebrauch und gewähren gehabt haben, sollen und mügen, und dabevor die Lohrischen vom herrn Churfürsten zu Sachsen und S. L. hochlöblichen Vorfahren zu Lehen getragen und hergebracht, nichts davon ausbeschieden, gesucht und ungesucht, auch mit jedem anderen des Grafen zu Hohnstein Clettenbergischen und Lohrischen Gütern, so er von Rechts wegen von uns und unserem Stift zu Halberstadt zu Lehn hat oder es billig haben soll und allhier nichtg specificiret und mit nahmen angezeiget seyn, So wir auch hierin etwas zu viel, daß der Graf von Hohnstein von anderen und sonderlich Unserem Fürstlichen Hause Braunschweig zu Lehn traget, oder von rechtswegen tragen soll, gesetzet hätten, das sol ihren L. L. d. und uns unschädlich seyn."

S. 24: Graf Ernst VII, starb am 8. Juli 1593 in Walkenried.

S. 26: II. Die Grafschaft Hohenstein zur Zeit des dreißigjährigen Krieges.

S. 28: Sofort nach dem Tode Graf Ernst VII. hatten auf Grund der Erbverbrüderung (von 1433) die Grafen Christoph von Stolberg und Carl Günther von Schwarzburg sich in den Besitz der Grafschaft Hohenstein gesetzt und zu Ellrich die Unterthanen in Eid und Pflicht genommen. Nun trat Heinrich Julius, Bischof von Halberstadt, Herzog von Braunschweig, mit seiner Forderung auf, brachte die von dem Bistum erlangte Belehnung zum Vorschein und ließ am dritten Tage nach Graf Ernst's Tode die Grafschaft durch den Kanzler Johann Jagemann in Besitz nehmen (Die Stolberger und Schwarzburger Grafen erhoben Beschwerde beim Reichskammergerichte. Die Verhandlungen zogen sich bis 1632 hin.).

Der Sitz der braunschweigischen Regierung befand sich in Bleicherode.
... Nach dem 1613 erfolgten Tode des Herzog Heinrich Julius folgte ihm dessen Sohn, Friedrich Ulrich, in der Regierung. Von ihm hören wir, daß er sich am 24. Oktober in Walkenried und Ellrich, am 27. Oktober in Bleicherode in Person huldigen ließ.

S. 33: Am 28. Febr. 1628 hat der Kaiser die Grafschaft gegen Erstattung von 60.000 rheinsichen Gulden an seinen Kammerherrn Grafen Christoph Simon von Thun ausgeliehen.

S. 34: Huldigung durch Ritterschaft, Stände und Beamten der Grafschaft am 4. April 1628 in Bleicherode.

S. 36/37: ... machte das Eingreifen Gustav Adolfs der kaum dreijährigen Herrschaft ein Ende. Graf Thun verlor die Grafschaft, seine Commissarien mußten abziehen und die Beamten des braunschweigischen Herzogs nahmen 1631 wieder Besitz vom Lande. Er brachte mit den Grafen von Schwarzburg und Stolberg im Januar 1632 einen Vergleich (abgedruckt: Heidenreich's Schwarzb. Geschichte, pago 293) zu stande, nach welchen er denselben die Herrschaft Lohra und das Klosteramt Dietenborn nebst der Hälfte von Benneckenstein, die Stadt Bleicherode, die Aemter Großbodungen und Utterode, Craja, Wallrade und Haynrode ... abtrat. Er selbst begnügte sich mit Clettenberg und den Städten Ellrich und Sachsa, die überdies nach seinem Tode ebenfalls dem Grafen anheim fallen sollten. Dieser Fall trat am 11. April 1634 ein, doch keineswegs zu Gunsten der Grafen, indem sich Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg in Ellrich huldigen ließ. Doch nur kurz war die Dauer seiner Herrschaft; bereits am 18. August desselben Jahres nahm Fürst Ludwig von Anhalt, Statthalter des von Schweden unter Banner besetzten Fürstentums Halberstadt, die Grafschaft für die Krone Schwedens in Beschlag als erledigtes Halberstädter Lehen.

S. 38: Am 30. April 1636 zog das Hochstift Halberstadt unter dem Bischof, Erzherzog Leopold Wilhelm, die Grafschaft wieder ein.

S. 45: III. Die Folgen des westfälischen Friedens für die Grafschaft Hohenstein.

S. 45: 24.10.1648 Friede in Münster und Osnabrück: an Brandenburg Herrschaften Lohra und Klettenberg.
(Hoche, pag. 216 und Küber, Rechtszustand der gräfl. Stolbergischen Grafschaft Hohenstein, pag. 298 / ...
Letzterer versteht unter der eigentlichen Grafschaft Hohenstein das Besitztum des Hauses Stolberg, welches dieses 1593 nach Ernst VII. Tode zufiel [excl. Stiftsamt Ilfeld] und bis 1866 unter hannoversscher, jetzt preußischer Staatshoheit steht [die sogenannte hannoversche Grafschaft]. Die Grafschaft Hohenstein im weiteren Sinne bestehe aus dem genannten Gebiete, den Herrschaften Lohra und Clettenberg, den gemäß Art. XIII, 9 im westfälischen Frieden an Braunschweig abgetretenen Teile [Walkenried, Neuhof, Zorge, Hohegeiß, Wieda] und dem früher schwarzburgischen, seit 1816 preußischen Amte Bodungen.)

S. 51: 18. Juni 1650 Erbhuldigung in Buhla durch die Ritterschaft, die Städte, die Landschaft und die Schulzen der Amtsdörfer der Grafschaft Hohenstein. Buhla'scher Receß.

S. 55: 24. Oktober 1651 neue Erbhuldigung Graf Johann von Sayn und Wittgenstein.

S. 57/58: 12. Dezember 1649 Besitzergreifung durch die Wittgensteiner Abgesanndten.

S. 62: 24. Oktober.1651 Ellricher Receß und Erbhuldigung

S. 65: IV. Die Grafschaft Hohenstein unter der Herrschaft der Grafen Sayn-Wittgenstein.

S. 70: II./III. 1658 neue Huldigung nach dem Tode des Grafen Johann.

S. 73: 9. November 1671 Huldigung Graf Günther in Ellrich.

S. 75: Kanzlei 1683 wegen Pest in Bleicherode nach Tettenborn verlegt, woselbst sie sich bis zu ihrer Uebersiedlung nach Ellrich, 1691, befunden hat.

S. 76 ff: ... Im Mai 1686 entsandte er seine Räte Georges und Heldberg zur persönlichen Rücksprache mit den kurfürstlichen Ministern nach Berlin. Doch scheint es zu bestimmten, dem Grafen günstigen Abmachungen nicht gekommen zu sein, denn unter dem 2. Juni berichten die gräflichen Räte ihrem Herrn: "Die Sachen stehen allhier so, daß Sr. Durchlaucht die Grafschaft Hohenstein gleichsam per force zu behaupten meint und seinem ältesten Prinzen zu geben gedenkt." Eine Audienz der Gräfin Wittgenstein mit den gräflichen Fräulein Christiane und Charlotte im Juli des Jahres 1687 hatte ebenfalls keinen Erfolg.

Die offenbare Erbitterung des großen Kurfürsten gegen den Grafen hatte hauptsächlich darin ihren Grund, daß außer den früheren Vorkommnissen letzterer in der Verwaltung der Güter der Grafschaft höchst nachlässsig war, und seine Finanzen in einen bedenklich abschüsssigen Zustand gerieten. Das Amt Lohra war 1679 an Hildebrand Christoph von Hardenberg, fürstlich-braunschweig-lüneburgischen Statthalter auf Wedderstadt und Schmatzfelde, verpfändet. Das Amt Clettenberg gehörte als Pfand dem Landdrosten von Witzendorf. Münchenlohra war 1665 für 11.000 Thaler an Bodo von Gladebeck verschrieben, dessen Familie auch Nohra (In der Kirche befindet sich das Grabmal Bodo von Gladebecks, kurfürstl. brandenb. Etats-Rates und Hofkammerpräsidenten. Jinter dem Altare steht das Grabdenkmal Otto Heinrich's von Bodenhausen, welcher 1597 hier starb.) und Woffleben besaß. Dietenborn war 1681 an den Grafen Anton Günther von Schwarzburg als Pfand für 133.000 Thaler überlassen worden. Der Kurfürst befahl seinem Commissar Ziegenmeyer in Ellrich, eine Aufstellung des Besitzes und der Schulden der Grafen anzufertigen und ihm vorzulegen. Die Schuldenübersicht hat folgende Gestalt:

Schulden der alten Grafen von Hohenstein: Als
1) mit fürstl. Braunschweigischem Consens 54405 Thlr. 15 Fr.
2) mit Eurer Churfürstl. Durchlaucht nachgehends erfolgten gnädigsten Consens 71202 Thlr 12 Gr.
Summa 127233 Thlr 3 Gr.

Und die jetzigen Grafen von Wittgen- und Hohenstein:
1) Mit Eurer Churf. Durchlaucht gnädigstem Consens 71621 Thlr.
2) Ohne Consens 73078 Thlr
Summa aller Gräfl. Schulden 271932 Thlr. 20 Gr.

Die Lagio von Ducaten und species à 25 procent wenigstens 23390 Thlr. 16 Gr.
Summa Summarum mit Lagio 295323 Thlr. 12 Gr.

Die Aufzeichnung des Commissars Ziegenmeyer über den Bestand der Grafschaft befindet sich im Originale im Magdeburger Archiv (Rep. 13. Nro. 1429). Sie bietet einen interessanten Einblick in die damaligen Verhältnisse der Grafschaft und möge darum auszugsweise hier einen Platz finden.

Die Grafschaft Hohenstein besteht:

I.

In dem hochgräflichen Hause Clettenberg und der darin gelegenen Burg, bestehend in 5 adel. Rittersitzen oder Gütern, wovon 2 die von Mitschefahl und die übrigen 3 der Herr Oberst von Mandelsloh, Herr Amtmann Weylandt und Herr Wissel itzo possediren.

II.

In dem Ambte Clettenberg an sich selbst, worin an Dorfschaften gehören:

1. Clettenberg, unter vorgedachter Burg gelegen,
2. Holbach, woselbst ein adelich Guth dem Herrn Hauptmann Branden azuständig, so ein fürstl. Hannöverisches oder vielmehr Grubenhägisches Lehn seyn soll,
3. Branderode, woselbst 2 adeliche unbebaute Güter, so die von Mitschefahl zu Lehen haben und sein adelich unbebauet Guth, so vor diesem die von Wattenroth zu Lehen gehabt, itzo aber der Hl. Major Küchenmeister altz ein wiederkauff possedieret.
4. Ober Sachswerfen
5. Libbenrode und ist hieselbst auch ein adel. Guth, so die von Mitschefahl zu Lehen haben.
6. Mackenroda, woselbst 2 adl. Güter, so die von Bengen zu Lehen haben,
7. Trebra und ist hierselbst ein gräfl. Vorwerk,
8. Gratzungen,
9. Etzelsrode,
10. Großen Wechsungen, woselbst 7 adel. Sitze oder Güter altz

1) Der sogenannte Wahl,
2) Der sogenannte Teich,
3) Das Rottlebische Guth, welche alle 3 Hl. Jobst von Tastungen itzo in Besitz und zu Lehen hat,
4) Das Tettenbornische Guth,
5) Derer Herrn von Werther Guth,
6) Derer von Bodenhausen Guth,
7) Derer von Haken Guth und dann ein schriftsässiges contibuabeles Freyen-Guth, itzo den Husungen zuständig.

11. Kleien Wechsungen und sind hierselbst 4 schriftsässige contribuabele Güter atz

1) Hl. Grauerts Guth, an das Stift Ilfeld zinsend,
2) Hans Kasper Königs Guth an das Stift Walkenried zinsend,
3) Hans Hermann Nebelungs Guth,
4) Michael Königs Guth (In einer Randbemerkung heißt es "Adel. Mützschefahl'sches Gut ist ausgelassen")

12. Hesserode, woselbst 2 contribuable Höffe oder Güter dem Kloster Ihlefeld zuständig.

Mehr

liegen im Ambte Clettenberg und sind vor diesem bey dem Ambte gewesen,


13. Schiedungen, woselbst ein gräfl. Vorwerk und ein schriftsässisches contribuabeles Freyen-Guth, das Heukenroth'sche Guth genannt, welches von itzigen Herrn Grafen verkaufft und mit dem Vorwerk consolidieret, itzo wieder käuflich und respect. pachtweise Hl. Bernsbach, worin mit Gericht und Diensten auch gegeben.

14. Pützlingen, worin auch ein Ritter-Lehns Guth, so die von Mitschefahl zu Lehen, die Schneitler aber itzo in Besitz haben.

15. Tettenborn und zwar nur das halbe Dorff, weilen die Helfte die von Tettenborn mit Gericht und Diensten zu Lehen haben,

16. Woffleben, welches nebst dem Gräfl. Vorwerke daselbst und dem Dorfe

17. Herreden,

18. Hörningen mit dem jure patronatus wie auch unter und ober Gerichten, Jagden, Diensten und aller Zubehörung die Frau Präsidentin von Gladebeck wieder häufflich possediret,

19. Gudersleben, nebst dem Gräfl. Vorwerk daselbst, so vor diesem die Heidemänner, itzo aber der Hl. Obristl. von Spiegell wieder häuflich inne hat,

20. Kehmstedt, welches nebst dem Gräfl. Vorwerk Franderohda mit dem dazu gehörigen Forst der Hl. Obrist von Mandesloh itzo wieder käuflich possediert und ist hierselbst auf ein Ritterlehngut, denen von Worbitz zuständig,

21. Saltze, so mit Untergerichten und Diensten wie auch einem 1/2 Theil des Forstes, der Kohnstein und dem Forellen-Wasser, die Saltze genanndt, wiederkäuflich bei dem Wettenseeischen itzo Hl. Lic. Eilharts guthe daselbst; das ius patronatus aber prätendiert gnädige Herrschaft und ist 2) hierselbst auch ein adel. Ritterguth, so der von Thomas zu Lehen hat und 3) ein schriftsässiges Erbgut, so vor diesem ein Nonnenguth und bey dem Stift oder Kloster beat. virginis zu Nordhausen gewesen, von denen conventuales aber, vor langen Jahren an die von Thomas erblich verkauft, von welchen vor ungefehr 20 Jahren des seel Hl. Bürgermeister Wettenseess wieder käuflich verhandelt und von dessen Erben hoc titulo noch diese Stunde possedirt wird.

22. Immenrode (Solches ist cum consensu Herzog Friedrich U. Ulrichs sub. sign. Wolffenbüttel, den 19. Febr. 1620, für 1125 Thlr. wiederkäuflich gewesen.), welches mit Gericht und Gerechtigkeiten lange Jahr bey denen von Mitschefahl wiederkäufl. gewesen, vor wenigen Jahren aber von dem itzigen possessore (Bernsbach) des Dorfes und gräfl. Vorwerkes Schiedungen im Namen gnädiger Herrschaft reluirt seyn soll,

23. Limmlingerode, ist mit Gericht und Diensten wiederkäufflich bei dem Bodenhausischen Guthe zum Stöckey,

24. Haberungen (Das Vorwerk und Dorf Haferungen wurde vom Grafen Volkmar von Hohenstein am 12. Mai 1577 an die Herren von Berlepsch zu Großenbodungen verkauft. Am Montage nach Jacobi 1613 verkauften es diese an die Herren Wiegand (sie selbst schreiben sich "Wyggand") zu Nordhausen und im Jahre 1680 an den Hauptmann Niebecker für 6000 Thlr. Letzterer verkaufte es 1708 Schulden halber an den Drosten von Burchtorff, dem Vater der bekannten Drostin Sophie Helene von Lüdecken für 13800 Thlr.) ist neben dem gräfl. Vorwerk daselbst, dem jure Patronatus, Ober- und Untergerichten, Jagden und aller Zubehörung lange Jahre schon wiederkäuflich versetzet gewesen und itzo bey Herrn Ambtmann Niebeckers Erben. So ist hierselbst ein schriftsässiger contribuabeler Hoff, dem Stift Crucis in Northausen zuständig (der sogen. Domhof)

25. Mauderode, woselbst ein Adel. Ritterlehen und auch ein schriftsässiges contribuabeles Freyguth, vor dieser denen von Uder, itzo aber denen von Mauderode zuständig, das Dorf aber wie auch

26. Hochstedt haben die von Uder, nachdem aber die von Mauderode, und sind hierselbst auch 2 kleine schriftsässige Güter, wovon eines dem von Mauderode, das andere aber denen Wildischen Erben in Northausen zuständig,

27. Epschenrode, dieses Dorff ist vor etlichen Jahren (1676) an die Herren Graffen von Schwartzburg gegen ihr Antheil zum Benkenstein vertauschet.
So ist im Ambte Clettenberg auch gelegen.

28. Bliedungen, ein Gräfl. Vorwerk, welches des itzigen Hl. Graffen Fräulein Schwester zu ihrem Unterhalt mit Nutzen und Gebrauche.
Außer vorher specifizirte Oerter im Ambte Clettenberg auch adel. Lehn- und Gerichtsdörfer.
Großen Werther, so die von Arnstadt nebst dem adel. Sitze daselbst von Sr. Churfürstl. Durchl. zu Lehn haben (1681) und sind hierselbst noch 2 Ritter-Lehn Güter, wovon das eine die Jödecken und das andaere die Iben itzo in Besitz haben, in gleichen ist daselbst auch ein schriftsässiges Freyenguth, Hl. Serretarii Tecelly Erben zu Werningerode erb- und eigenthämlich zuständig.

29. Kleinen Werther, so die Herren von Wertter zu Lehen haben und sind hierselbst 3 schriftsässige Höfe, wovon einer dem Stift Ihlefeld und die anderen beyden dem Stift St. Crucis in Nordhausen zuständig.

30. Steinsee womit und dem adel. Sitze daselbst die von Tettenborn belehnet.

31. Tettenborn und zwar nur das halbe Dorff, womit gleichfalls die von Tettenborn belehnet, die andre Hälfte ist das Ambtes Jurisdiktion unterworfen, itzo aber bey Schiedungen.

32. Wernigerode, womit nebst dem Vorwerke daselbst die von Wertter beliehen.

33. Stöckey, über dieses Dorff sind die von Mitschefahl beliehen, der adel. Hof aber daselbst ist ein Erbstücke, so dies sel. Hl. Obristen Wachtmeister von Bodenhausens Witwe nebst dem Dorfe und Gerichte itzo possidiert und ist der adel. Hoff ab onere contributionis bis dato exempt gewesen. So ist daselbst auch ein schriftsässiges Guth, das Wettelsroth genannt, welches Hl. Wisse als ein Lehn von dem Hl. Grafen possidiert. (Günzerode, welches nicht aufgeführt wird, gehörte mit dem Vorwerk Flarichsmühle zum Collektur-Hofe des damals gothaischen Klosterstiftes Walkenried)

III.

In dem Haus und Ambte Lohra, worin an Dorfschaften gehörig:

1. Oberngebra und ist 1) daselbst auch Herr Burchard Friedrichs von Bengen adel. Rittersitz und 2) ein adel. Ritter-Lehn-Guth, dem Hl. Obristen von Berlepsch zuständig.

2. Niedergebra, woselbst gleichfalls

1) ein Ritter-Lehn-Guth vom Hagen zuständig,
2) ein Ritter-Lehn-Guth Eitel Dietrich von Tastungen zuständig,
3) ein Ritter-Lehn-Guth von Götzen,
4) ein Erb-Ritter-Lehn-Guth, Hl. Tölckens sel. Erben zuständig,
5) ein schriftsässiges Freyen-Guth, so vor diesem dem Hl. Amts-Verwalter Barchendten, itzo aber dem Priester daselbst, Hl. David Bremen erb- und eigenthümlich zustehet.

3. Elendt, hierselbst ist ein schriftsäßiges Frey-Guth, vor diesem erst gedachten Hl. Ambts Verwalter Barchendten, itzo aber Hl. Lieut. Munßbrucke zuständig und ist an diesem Orte vor diesem ein Nonnenkloster gewesen, itzo aber wird daselbst ein armen Hauß gehalten.

4. Großen Wenden.

5. Kleinen Wenden.

6. Oberndorff, woselbst ein Adel. Ritter-Lehn-Guth denen von Worbitz gehörend.

7. Mitteldorff, woselbst ein schriftsässiges Frey-Guth, Hl. Lieutenant Siebolds Erben zuständig.

8. Pustleben, allhier ist 1. ein Adel. Ritter-Lehn-Sitz, denen von Bengen und 2. ein Frey-Guth dem Hl. Lieutenant Beckern zuständig.
Dieses Ambt Lohra nebst darzugehörigen Dörffern possidiert itzo wieder auf gewisse Jahre die Frau Statthalterin von Hardenberg.

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sind in dem Ambte Lohra gelegen und haben vor diesem an das Ambt gehöret:

9. Kleinen Bodungen, so nebst dem Gräfl. Vorwerke daselbst vor diesem an den von List wiederkäuflich versetzt und bei dessen Erben ex filia, denen von Worbitz noch diese Stunde.

10. Kleinen-Forra nebst dem Gräfl. Vorwerke vordem bey denen von Berlepsch, itzo aber bey denen von Wurmb (Die Tochter des Herrn Otto Heinrich von Wurmb, Anna Magdalena, geboren am 19. November 1670, wurde am 4. Juni 1604 die Gattin August Hermann Franckes in Halle) und hierbey gehöret auch

11. Mörbach mit Gericht Diensten und übrigen pertinentiis (Ein Gut gehörte früher Bernhard von Tettenborn)

12. Liprechterode, woselbst das Vorwerk, wie man nicht anders weiß, bei der Abtey zum Burgsfelde erblich, das Dorf aber nebst denen Untergerichten wiederkaufflich; die Obergerichte exerciert das Ambt Lohra und das jus patronatus der Abt zum Burgsfelde, oder nunmehr die Kammer zu Hannover.

13. Nohra (Das hier nicht aufgeführte Vorwerk Kinderode gehörte dem Klosterstift Walkenried) nebst dem Vorwerke daselbst, so die Frau Präsidentin von Gladebeck possidirt nebst dem dahin mit gegebenen Dorffe

14. Wollersleben (Graf Volkmar hatte das Dorf Andreas Micheln zu Nordhausen 1572 versetzt), woselbst auch 2 eximierte aber nicht adel. Ritter-Lehn-Güter, das Ziegenmayersche und Tautische genannt, der Frau Präsidentin von Gladebeck gleichfalls zuständig.

15. Das Kloster Dittenborn nebst den dazu gehörigen Dörffern als

16. Großen Bernde woselbst auch ein schriftl. Frey-Guth, dem Herrn Secretair Hoffmann zuständig, und 2) ein gräfl. Vorwerk, an das Kloster Dittenborn gehörend, ebenso ein Vorwerk an Dittenborn gehörend.

17. Kleinen Bernde.
Dieses Kloster Dittenborn nebst zugehörigen Dörffern possidirt itzo wiederkäufflich Hl. Graf Anthon Günther von Schwartzburg zu Arnstadt.

Ferner sind in dem Ambte Lohra gelegen: Adeliche Lehen und Gerichtsdörffer

18. Bula nebst dem adel. Sitze daselbst, womit der Herr Obrist von Berlepsch beliehen.

19. Wülfferoda (jetzt Wülfingerode) nebst dem adel. Sitze daselbst, womit die von Bodenhausen beliehen. Auch die sogenannte Wartte (D. i. Hofstätte) possidiren die von Bodenhausen.

20. Sollstedt. Dieses Dorff haben neben den Adel. Sitze daselbst vor diesem die von Windolt (Graf Ernst VII. verkaufte 1581 das Dorf an Ernsts Windolt) zu Lehn gehabt nach dem Absterben Hl. Graf Johann von Wittgenstein jetziger Hl. Graffen Hl. Vater hochsel. Andenkens, sich desselben als eines feudi aperti, angemasset, auch die possession genommen und sich darbey etzliche Jahre mainteniret, nachdem aber der Hl. General von Heister seine darauf gehabte jura prosequiret, ist endlich die Restitution erfolget, wenig Jahre aber hernach das Dorff und Guth mit allen Pertinentzien von demselben an den Wohlsel. Hl. Obrist von Bodenhausen als Gentz-Nachbarn verhandelt worden. Jetzo ist desselben Besitzer Hl. Graff von Bodenhausen, der Hohnsteinischen Ritter und Landschaft itziger Mitdeputierter nach Berlin.

21. Ascherode haben früher die von Beust (Vorher Tobias von Salza) possidiert, itzo die Erben des Hl. General von Kannenberg.

22. Rehungen, wormit und dem adel. Sitze daselbst und einer Wartte die von Worbitz beliehen.

23. Hayenroda, wormit und denen 2 adel. Sitzen daselbst die von Biela beliehen.

24. Wernroda, dieses Dorf und adel. Sitz hat Hl. Jobst Hartmann avom Hagen im Besitz gehabt (Vorher die Herren von Schiedungen), später Hl. Günther von Biela gegen eine Ergetzlichkeit von 400 Thlr. vom Hl. Graffen belehnt. Und ist hierselbst auch ein contribuabeles Frey-Guth, Bernhard Köhnen zu Kleinen Forra itzo zuständig.

25. Rüxleben. Dieses Dorff lieget ohnstreitig im hiesigen territorio, es sind aber daselbst 3 unterschiedliche Adel. Ritter-Lehen-Sitze, wovon der eine denen von Rüxleben, itzo Hl. Telemanns Erben, der 2. denen von Wurmb und der 3. denen von Haken zuständig. Die ersten beyden gehören zu Lohra dem gräfl. Hause Schwartzburg-Rudolstadt, der 3. aber dem Hl. Graffen zu Hohnstein.

26. Ist im Ambte Lohra gelegen das Kloster Münchenlohra, womit vor einigen Jahren von denen itzigen Hl. Graffen der Wohlsel. Hl. von Gladebeck Churfürstl. Brandenburg. Geheimbter Rath und Kammerpräsident belehnet worden (1665, doch war die Familie von Gladebeck schon früher einmal (seit 1590) in Münchenlohra ansässig gewesen)

IV.

Liegen in denen beyden Aembtern Lohra und Clettenberg die 3 Weichbilder oder kleine Städte:

1. Bleicherode, woselbst die Regierung und Kassa jedesmal gewesen, auch 2 Adel. Burg- (Der sogenannte Burgsitz gehörte vorher den Herren von Salza) und Ritter-Lehn-Sitze, wovon der eine dem Hl. Obristen von Berlepsch und der andere dem von Bodenhausen zuständig. Ingleichen 2 dergleichen wüste unbebaute Stätten, wovon die eine dene von Hagen und die andere denen von Götzen gehörend, nicht weniger auch ist daselbst ein schriftl. Frey-Guth den von Knorr itzo zuständig.

2. Ellrich und ist hierselbst in der Vorstadt ein adel. Ritter-Lehn-Guth, vor diesem die von Lavesier zu Lehn gehabt, anitzo aber der Hl. Obristenleutnant von Spiegell.

3. Sachsa, hierselbst ist gleichmäßig ein klein schriftsässiges Frey-Guth, dem Hl. Inspektor Röpenack possidirt wird, es sind aber auf der dazu gehörigen Stätte keine Gebäude.

In allen dreyen Städten und Weichbildern haben die Graffen von Hohenstein das Schultheißen Ambt nebst gewissen darbey gehörigen Revenuen; es ist aber in denen beyden Städten Bleicherode und Ellrich solche bey Zeiten der alten Grafen von Hohenstein an den Rath daselbst gegen eine gewisse Summe Geldes wiederhäufflich versetzt, welchen Wiederkauf nachgehend der Ertz Herzog Leopold Wilhelm zu Oesterreich und Bischoff zu Halberstadt höstsel. Andenkens gegen einen merklichen Nachschuß gnädigst confirmieret. In dem Wechbilde Sachsa aber ist das Schultheißen Ambt von dem jetzigen Hl. Graffen allererst vor wenigen Jahren gleichfalls an den Rath daselbst wiederkäufflich überlassen worden.

Und Letztens hat zu der Grafschaft Hohenstein jeder Zeit auch mit gehöret das halbe Flecken (Erst seit 1741 Stadt) Benneckenstein nebst dem darzu gehörigen Forst, die andre Hälffte, nebst dem Forste haben gehabt die Herren Graffen von Schwartzburg zu Rudolstadt und Sundershausen und hat gleich den Hl. Graffen von Hohnstein, ein jeder daselbst in seinem Vorwerke und seinen Voigt gehabt, vor ungefähr 10 Jahren (1676) aber hat mit gnädigstem Consens Sr. Churfüstl. Durchlaucht, der jetzige Hl. Graff von Hohnstein, mit dem Hl. Graffen von Schwatzburg einen Tausch getroffen und demselben gegen einen Zuschuß von 1000 Thlr. und excl. des Forstes, welchen der Hl. Graff von Schwartzburg für sich behalten, für sein Antheil gegeben, das zu dem Ambte Clettenberg sonst gehörige Dorff Epschenroda mit dem Gräfl. Vorwerk daselbst; also daß der Graff zu Hohnstein an Benneckenstein nun mehro hat drey Theile und der Graff von Schwatzburg den vierten Theil. Schlecht der Hl. Graff von Hohnstein bey diesem Tausch gefahren ist dieser Orten jedermann bekannt. ...

S. 90: V. Der endgültige Uebergang der Grafschafst Hohenstein an Brandenburg-Preußen.

S. 100: der Kurfürst ... bemächtigte sich am 12. December 1699 unter Anwendung von Gewalt endgültig der Grafschaft Hohenstein.

S. 108: Schluß

S. 110: ... im Jahre 1714 wurde die "preußische Landesregierung für die Grafschaft Hohenstein", wie sie sich nannte, in Ellrich aufgehoben und der königl. Kriegs- und Domainenkammer in Halberstadt einverleibt.

S. 113: Nordhausen am 2. August 1802 preußisch geworden.

Im Jahre 1816 fiel das Schwarzburg-rudolstädtische Dorf Wolkramshausen und das Vorwerk Utterode durch Staatsvertrag an den Kreis.

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Letzte Änderung: 8-Dec-98 (UG)
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