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Amtsbezirk im Kreis Herzogtum Lauenburg, umfassend Gutsbezirk und Gemeinde Gudow, die Gemeinden Zarnekow, Besenthal, Göttin, Langenlehsten, Grambek und Lehmrade; er grenzt im Norden an die Stadt Mölln, 1 Mecklenburger Enklave und Amtsbezirk Sterley, im Osten und Süden an Mecklenburg-Schwerin, im Westen an Amtsbezirk Pötrau und den Elb-Travekanal. Der Grundsteuerreinertrag ist nicht hoch, im Nord-osten etwas höher; es wird wenig Weizen und Gerste gebaut. Wiesenverhältnis gut.
Landgemeinde im Amtsbezirk Gudow, 12 km südlich von Mölln, 4 km südwestlich von Gudow, 1 km östlich der Chaussee Büchen - Zarrentin. Postamt und Kirchspiel Gudow, Eisenbahnstation Büchen.
Areal 664 ha, davon Acker 443 ha, Wiesen 81 ha, Weiden 47 ha, Hölzung 32 ha.
11 Wohngebäude, 53 Einwohner. 27 Pferde, 96 Rindvieh, 155 Schafe.
Besendale wurde im Jahre 1412 als ein wüster Ort an die Kirche zu Gudow geschenkt und darauf bebaut, weshalb die Ortschaft bedeutende Dienste an die Pfarre zu leisten hatte; hierfür ist jetzt eine Abgabe von 43 M pro Hufe festgesetzt. Vormals hatten die Einwohner jährlich einen Tag Hofdienst dem Amt Ratzeburg zu leisten, wovon sie 1803 befreit wurden. - Das kleine Dorf ist Südwest - Nordost gebaut, die Hofstellen von Bäumen umgeben. Die südöstlich liegende Hölzung, 140 Morgen groß, Tannenbestand, gehört den Hufnern. 4 Hufenstellen, 3 Anbauer und 1 Kätner. 1 Wirtshaus. Acker leichter Boden, die Wiesen liegen teils um das Dorf herum, z.T. an dem 2 km westlich entfernten Elb-Travekanal. Es liegt noch ziemlich viel Land in Heide und als Moor; kultiviert und aufgeforstet wird nicht. Torf wird gegraben. - Schule in Gudow.
Landgemeinde im Amtsbezirk Gudow, 12 km südlich von Mölln, 1 km norwestlich der Chaussee Büchen - Zarrentin, 1 km östlich vom Elb-Travekanal (Brücke bei Güster). Postamt und Eisenbahnstation Büchen 7 km südwestlich, Kirchspiel Gudow.
Areal 517 ha, davon Acker 210 ha, Wiesen 60 ha, Weiden 192 ha, Hölzung 10 ha.
8 Wohngebäude, 48 Einwohner. 20 Pferde, 60 Rindvieh, 3 Schafe.
Die Ortschaft Guthin gehörte ehemals zu Wotersen und wurde 1718 nach Gudow verkauft; die 5 Hufner zahlen seit 1805 ein jährliches Dienstgeld von 107 M und an Spanndienstgeld 14 M an den Gutsherren zu Gudow; 1 Hufner hat diese Abgabe vor 4 Jahren durch Kapitalzahlung abgelöst. - Das kleine Dorf liegt gestreckt Nord-Süd auf einer Anhöhe unmittelbar an der Niederung des Kanals. 5 Hufenstellen, 1 Schankwirtschaft. 3 Wohnkaten. Die Ländereien sind minderwertig. Die Hölzung von 10 ha liegt südöstlich, Kiefernbestand. Moor ist da, etwas Torf wird gegraben.
Landgemeinde im Amtsbezirk Gudow, 6 km südlich von Mölln, durch Chaussee verbunden, Landweg nach Gudow 7 km südöstlich. Postamt und Eisenbahnstation Mölln, Kirchspiel Gudow.
Areal 1178 ha, davon Acker 700 ha, Wiesen 120 ha, Weiden 153 ha, Hölzung 205 ha.
31 Wohngebäude, 174 Einwohner. 39 Pferde, 140 Rindvieh, 300 Schafe.
Das Dorf gehörte bis 1808 zum Gutsbezirk Gudow. Alsdann fand die Verkoppelung statt, worüber ein Rezeß vorliegt. Die Hofdienste wurden in den 1860er Jahren abgelöst. Einige Besitzer zahlen noch Renten, andere haben abgelöst. Grambek liegt an der Ost-Seite des Elb-Travekanals in waldiger, z.T. hügeliger Gegend, Pohls-berg zwischen Grambek und Göttin 50 m hoch. Das Dorf ist nach Wendenart in Hufeisenform gebaut, in der Mitte ein freier Platz, an der Südseite der sogenannte Brink. 3 Teiche heißen Rie (Ried), Flasröp, Pool. Die Kapelle, in welcher der Prediger aus Gudow dreimal im Jahre Gottesdienst hält, ist sehr alt (aus dem 13. Jahr-hundert?), vielleicht der älteste Fachwerkbau in Schleswig-Holstein; sie steht etwas schief. Das altertümliche Altarblatt zeigt die heilige Anna mit der Mutter Maria auf dem Schoß, welche das Kind mit der Weltkugel in der Hand im Arm hält. Verschiedene geschitzte Figuren, u.a. Maria darstellend. Früher soll ein Kirchhof hier gewesen sein. Einklassige Schule, Meierei, 1 Wirtshaus, Schmiede, 3 Handwerker, 2 Krämer. Die 5 Hufen-stellen sind 100 ha groß; 7 kleinere und 12 Anbauer. Man rechnet hier auf eine Vollhufe 50 - 100 ha, Halbhufe 25 - 50 ha, Viertelhufe bis 25 ha, Anbauer ohne Land. Der frühere Jagdpächter Franz Bach, Architekt aus Hamburg, hat etwa 700 ha Land aufgekauft, welches z.T. aufgeforstet und z.T. verpachtet wird. Der Acker ist im ganzen sandig und grandig, doch am Kanal gut. Die Wiesen liegen am Abflußgraben (Flökgraben) und am Kanal. Es ist viel Wald da, teils Laub-, teils Nadelwald; die Tannenkoppeln in einem Komplex auf dem Ober-lande, untermischt mit Heidestücken, der Laubwald (Buschkoppeln) auf den unteren Koppeln, zwischen Äckern und Wiesen. Jeder Hufner hat etwa 15 ha Hölzung. Torf wird wenig gewonnen - Es sind Moorkulturen angelegt: Der Kreis Herzogtum Lauenburg hat am Elb-Travekanal trockengelegte Flächen unter Aufsicht des Professors Tacke, Bremen, zu Versuchsfeldern eingerichtet, welche angeblich guten Ertrag bringen. Imkerei wird wenig betrieben.
Landgemeinde und Kirchdorf im Amtsbezirk Gudow, 12 km südöstlich von Mölln, an der Chaussee Büchen - Zarrentin und Gudow - Hollenbek. Postamt Gudow, Eisenbahnstation Hollenbek und Büchen.
Areal 897 ha, davon Acker 674 ha, Wiesen 22 ha, Weiden 95 ha, Hölzung 41 ha.
63 Wohngebäude, 312 Einwohner. 57 Pferde, 252 Rindvieh.
Das Dorf gehörte früher zum Gut Gudow, nach erfolgter Ablösung des Obereigentums ist es jetzt ein freies Dorf. Höfe und Häuser liegen langgestreckt zu beiden Seiten der von Büchen kommenden Chaussee, welche am Ostende des Dorfes sich nach Hollenbek und Zarrentin teilt, sowie am Landwege nach Langenlehsten. Stellen-weise liegen die Häuser mit Baulichkeiten des Gutes Gudow im Gemenge. Die älteren sind mit Stroh gedeckt. Das Dorf hat früher vorwiegend in der Nähe des jetzigen Schulhauses gelegen und wurde zu Anfang des 19. Jahrhunderts ganz durch Feuer zerstört. 1907 ist eine Genossenschaftsmeierei errichtet. Die Kirche ist der heiligen Maria geweiht und eine der ältesten des Landes, nach Haupt könnte sie gleich nach 1154 erbaut sein. Erwähnt wird sie 1194. Sie ist aus Felssteinen, die unbehauen in Lagen geordnet sind, erbaut; Schiff ungewölbt und hoch mit 4 schmalen tiefliegenden Fenstern; Ziegeldach; Chorfenster je 2 nord und süd, rundbogig; im Ostfenster der anschließenden Sakristei 3 gemalte Scheiben mit Wappen. Turm hat Bretterverschalung, das Dach Holzzungen. Gotischer Flügelaltar, darstellend die Verherrlichung Marias: die 12 Apostel und 2 andere Figuren - in 2 Reihen übereinander, Maria mit dem Heiland in der Mitte der unteren Reihe; Kanzel einfach, aber hübsch; Taufengel, fast lebensgroß, vergoldet; Kreuzgruppe; hinter dem Altar schön geschnitztes Bülow'sches Wappen. Angebaut an die Kirche das Erbbegräbnis der v. Bülow'schen Familie. - Den Prediger beruft der Gutsherr. Das Pfarrgehöft schließt sich direkt dem die Kirche umgebenden Kirchhof an, welcher zum Teil von starken Mauern umfriedigt ist. Als 1657 die Polen die Gegend heimsuchten, hatten sich viele Lauenburger und Mecklenburger hierher geflüchtet. Jakob v. Bülow verschanzte sich auf dem Kirchhof und durch einen Blockzaun im Garten, und es gelang ihm sich zu halten. 2 gute Grabsteine, einer stellt dar: Franz Bülow, 40 Jahre alt, in Ritterrüstung vor dem Heiland knieend. - Das Pfarrgehöft enthält Wohnhaus und 2 andere Gebäude; zur Pfarre gehören 320 Morgen Landes. - Zweiklassige Schule. 4 Hufenstellen [45 ha,Besitzer J. Sahlmann!]; 12 Halbhufner, 1 kleine Hufe und 25 Anbauer, von denen etwa die Hälfte dem Kaufmanns- und Handwerkerstande angehört. 3 Wirtshäuser. Der Acker ist teils guter Roggen-, teils leichter Sandboden. Die Wiesen liegen sehr zerstreut und fast alle außerhalb der Feldmark in den Gemarkungen Segrahn, Sophiental, Bergholz und Sarnekow. Das Terrain ist vorwiegend flach. Der Hatzberg 1 ½ km nördlich ist 38 m hoch. Die Bauertannen grenzen an die Besen-thaler Feldmark. Auf dem nördlich liegenden Bannauer Moor wird Torf gegraben. Betreffend das frühere Dorf Bannow siehe Lehmrade.
Landgemeinde im Amtsbezirk Gudow, 15 km südsüdöstlich von Mölln; an Landstraße von Mölln nach Boizenburg. Postamt und Eisenbahnstation Büchen 7 km westsüdwest, Kirchspiel Gudow.
Areal 1057 ha, davon Acker 614 ha, Wiesen 84 ha, Weiden 260 ha, Hölzung 52 ha.
16 Wohngebäude, 150 Einwohner. 20 Pferde, 87 Rindvieh, 260 Schafe.
Leesten war im 13. Jahrhundert ein großes Dorf von 36 slawischen Hufen; es wurde 1503 von D. Wackerbart an C. v. Bülow auf Gudow verkauft. Es kam dann in das Verhältnis der Erbpacht, aus welcher die Ablösung erfolgte. - Vormals war hier der Sage nach an der Landstraße nach Valluhn eine Kapelle, welche 1684 nicht mehr existierte. Auf dem Felde lag vormals ein runder von Gruben umgebener Hügel, bei dessen Abtragung man eine eiserne Streitaxt fand. 5 Hufenstellen, 5 von 1 - 25 ha, 4 Häuser. Einklassige Schule, Schmiede, 2 Handwerker. Acker ist Sandboden. Jede Hufe hat mehrere Morgen Kiefernhölzung. Westlich vom Dorf fließt eine Au in südlicher Richtung bei Fortkrug vorbei nach Mecklenburg.
Ausgebaut Fortkrug, 2 km südlich, an der Landstraße nach Boizenburg. Doppelhufe und Krugstelle, 6 Pferde, 20 Kühe, 120 Schafe.
Landgemeinde im Amtsbezirk Gudow, 6 km südöstlich von Mölln, am Landweg von Mölln nach Gudow. Post-amt Mölln, Eisenbahnstation und Telegraph Lehmrade der Zweigbahn Mölln - Hollenbek, Kirchspiel Gudow.
Areal 1140 ha, davon Acker 579 ha, Wiesen 102 ha, Hölzung 226 ha.
32 Wohngebäude, 173 Einwohner. 44 Pferde, 189 Rindvieh, 200 Schafe.
Lehmrade grenzt im Norden unmittelbar an die Mecklenburgische Enklave Horst mit dem Oldenburger See, auch geht die Bahnlinie Mölln - Hollenbek an der Grenze und berührt beiderseitiges Gebiet. Mitten im Dorf freier Platz, auf den Hofstellen sind Bäume und Gärten. Einklassige Schule, 1 Wirtshaus. 3 Hufenstellen, 3 von 25 - 50 ha, 11 von 1 - 25 ha., 4 Häuser. Acker vielfach sandig. Die Wiesen liegen in der Nähe des Dorfes und am Hellbach. Die Gegend ist hügelig und waldig, die Hölzungen sind größtenteils Kreisforsten, im Südwesten die Lehmrader Tannen 209 ha. Etwas Hölzung gehört den Hufnern. Der Jagdpächter Zennig, Hamburg, hat 12 ha Land als Park hergerichtet und beabsichtigt eine Villa zu erbauen.
Drüsen 3 km westlich von Lehmrade, am Wege nach Mölln, Haltestelle der Linie Mölln - Hollenbek, an der Südost-Seite des Drüsener Sees von 79 ha, davon 1 km südlich der Krebssee 10 ha, nahebei Lottsee 2½ ha und Schwarzsee 3 ha; alle 4 Seen sind Eigentum des Fischers Georg Ries, Fischerei ergibt Hechte, Barsche, Aale, Rotaugen, Weißfische, Krebse. Die Seen haben Abfluß durch den Hellbach nach dem Lütauer- und Möllner-See. Vollhufe von 145 ha, 1003 M Georg Ries, ferner 2 kleine Stellen mit Gastwirtschaft. Vormals lag hier ein Dorf Drusen, dessen Ländereien größtenteils an Mölln gekommen sind; die wüste Feldmark Drusen wurde 1385 zum Teil von der adligen Familie v. Gudow an die Stadt und zum Teil 1444 von den Gebrüdern Schack an einen Bürger in Mölln verkauft. 1328 bestätigte Bischof Heinrich einer Vikarie an der Kirche in Mölln
10 Pfund jährliche Einkünfte aus dem Drüsener See und der Lütauer Mühle. - In der Lehmrader Feldmark sollen bei den Tannen alte Fundamente gefunden sein, dort ist wohl das angeblich im 30jährigen Kriege zerstörte Dorf Bannow zu suchen, nach welchem das Bannower Moor noch jetzt bezeichnet wird.Beschreibung leider nicht vorhanden.
von Peter Dörling