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Birkenfeld, die Geschichte 

14. Jh. 17. Jh. 18. Jh. 19. Jh.

Wappen von Baden


Geschichte

Grafschaft Sponheim, Badischer Anteil Im Jahre 1731 war es mit der herzoglichen Herrlichkeit vorbei, da der letzte Fürst als Erbe seiner Pfälzer Verwandten nach Zweibrücken übersiedelte. 1799 erbte diese Linie Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld den bayerischen Königsthron, den sie bis 1918 inne hatte. 1776 wurde die lästige Gemeinherrschaft in der Hinteren Grafschaft Sponheim endlich aufgelöst und Birkenfeld kam zu Baden. Markgraf Karl Friedrich sorgte in vorbildlicher Weise für sein neues Land. In der Landwirtschaft wurden Stallfütterung, Kleeanbau usw. eingeführt. Das Schulwesen wurde sehr verbessert ( seit 1560 gab es schon einen Schulmeister in Birkenfeld, sogar eine höhere Schule wurde ins Leben gerufen ).

Leider dauerte diese segensreiche Zeit nicht lange. Denn die Kriege, die die französische Revolution nach sich zog, brachten wieder großes Unheil. Von 1792 bis 1795 war das Land Kriegsschauplatz. Soldaten der französischen Revolutionsheere und deutsche Truppen lagen abwechselnd in Quartier. Besonders die Franzosen waren sehr anspruchsvoll. Was von der armen Bevölkerung verlangt wurde, zeigt das Tagebuch eines Burbacher Bürgers. Außer der starken Einquartierung gab es noch Proviantlieferungen, Lastfuhren und Geldkontributionen. Noch 40 Jahre später hatten einzelne Gemeinden an den damals entstandenen Schulden zu bezahlen. Durch den Frieden von Luneville willigte das deutsche Reich in die Abtretung des linken Rheinufers ein. Die neue französische Zivilverwaltung wurde 1798 unter feierlichem Aufzug in Birkenfeld eingeführt, wobei vor dem Amtshause ein Freiheitsbaum gepflanzt wurde. Birkenfeld gehörte zum Saardepartement und war Mittelpunkt eines Arrondissements, das neun Kantone zählte und das Land zwischen Ruwer, Glan, Hahnenbach bis fast an die Mosel umfaßte.

Die neue Regierung brachte manches Gute. Dem in der Kriegszeit entstandenen Räuberunwesen wurde ein Ende gemacht und Schinderhannes, der in der Tuchfabrik in Birkenfeld einen seiner ersten großen Diebstähle verübt hatte, wurde 1803 in Mainz enthauptet. Die Frohnpflicht verschwand, nachdem schon in der badischen Zeit die Leibeigenschaft aufgehoben worden war (1783). Die herrschaftlichen Domänen wurden als Nationaleigentum des französischen Volkes verkauft, ebenso die Burg, die ein Pariser namens Leseuyer erwarb.

Dieser veräußerte sie 1807 mit den dazu gehörenden Ländereien (29 ha). Für 2.585 Franken kamen die Gebäude an Franz Nonnweiler in Birkenfeld, Jakob Kunz und Karl Helm in Rinzenberg. Diese ließen die Burg dann als Steinbruch benutzen.

Zu einer gedeihlichen Entwicklung des Landes kam es nicht durch die dauernden Kriege Napoleons. Zu seinen Heeren stellte das Saardepartement mit 277.594 Einwohnern von 1800 bis 1810: 5.948 Soldaten. Birkenfeld hatte im Jahr 1809 gerade mal 1351 Einwohner. Über den Ort sagt ein französisches Jahrbuch von 1810: Diese Gemeinde ist gut bevölkert und hat eine ausgedehnte Landwirtschaft. In allen Klassen herrscht Wohlstand. Dieser wird bedingt durch die Viehmärkte , die dort alle Monat gehalten und von sehr weit her besucht werden. Es wird von drei Straßen berührt, die von Trier nach Mainz führen. Deren recht fahrbaren Zustand verdankt man dem weisen Eifer der Verwaltung, der sich auf die Bewohner übertragen und diese veranlaßt hat, die Straßen kostenlos in Ordnung zu bringen.

Nach der Beendigung der französischen Herrschaft gelangte Birkenfeld zum Großherzogtum Oldenburg.

Am 16. April 1817 übernahm der Herzog das Land, das ihm für die durch Napoleon erlittene Unbill zugesprochen worden war. Seine Bemühungen, das Land in die Höhe zu bringen, hatten in den ersten Jahrzehnten keinen großen Erfolg, da ganz Deutschland damals unter wirtschaftlicher Not litt. So schlugen 1848 die Wellen der Aufregung recht hoch. Birkenfeld war der Sitz der Ordnungspartei, während Oberstein die Hochburg der Demokraten war. Es gab Aufzüge, "Katzenmusiken", und wegen Verfassungsfragen mehrere große Volksversammlungen unter freiem Himmel. Der Regierungspräsident Hannibal Fischer, der später die Flotte des deutschen Bundes versteigerte, verließ krank das Land. Er, der 17 Jahre lang durch seine aufopfernde Fürsorge dem Land und besonders der Landwirtschaft ( Fischerhof ) große Dienste erwies, hatte sich durch seine selbstherrliche Art besonders verhaßt gemacht. Das Ergebnis aber der ganzen Aufregung war die Kassentrennung von Oldenburg und ein machtloser Provinzialrat.

Im Andenken an die Zeit der Pfalz-Birkenfelder Herzöge blieb Birkenfeld unter oldenburgischer Herrschaft Regierungssitz. Wappen des Landes wurde das aus 14 roten und silbernen Quadraten bestehende Schild der Sponheimer Grafen. 1821 wurde das neue Schloß erbaut. ( heute Sitz der Kreisverwaltung ). Von 1830 bis zur Militärkonvention mit Preußen 1867 hatte Birkenfeld eine Garnison von 32 Soldaten, deren Kaserne das heutige Amt für Verteidigungslasten ist. Birkenfeld war mit 1801 Einwohnern im Jahre 1845 noch der zweitgrößte Ort des Landes und für Handel und Verkehr ein wichtiger Punkt. Jährlich wurden 22 große Viehmärkte abgehalten. Auch war es Poststation der Hauptlinie Rhein- Saarbrücken- Frankreich. In der Posthalterei Emmerich standen 44 Pferde. Von hier gingen in der Woche 41 vierspännige Posten und 7 kleinere Wagen nach Saarbrücken, Kreuznach, Trier, Morbach und Kusel. Die reitende Briefpost kam viermal in der Woche. Diese Stellung des Ortes als Verkehrsknotenpunkt ging verloren, als 1860 die Eisenbahn durch das Nahetal gebaut wurde. Das die Bahn nicht über Idar- Birkenfeld geführt wurde, war und ist ein großer Nachteil für das ganze Land und für Birkenfeld, das von nun an in der Entwicklung zurückblieb. Auch die 1880 erbaute Zweigbahn konnte das nicht aufhalten ( Betrieb 1991 eingestellt ).


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Letzte Änderung/Last update: 03-Jun-2000 (DK)

Vielen Dank an Wolfgang Krieger. Quellenangaben auf der Hauptseite.
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