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Birkenfeld, die Geschichte 14. Jh. 17. Jh. 18. Jh. 19. Jh.


Geschichte

Der Aufschwung, den der Ort als herzogliche Stadt genommen hatte, wurde durch den Dreißigjährigen Krieg im Keime erstickt. Zwar verhielt sich Georg Wilhelm streng neutral, aber da der badische Gemeinsherr Markgraf Georg Friedrich sich entschieden auf die protestantische Seite gestellt hatte (Schlacht bei Wimpfen), wurde er seines Landes verlustig erklärt. So kam die hintere Grafschaft Sponheim unter das Regiment der Spanier. Bald versuchte man auch, das Land wieder katholisch zu machen, wobei es besonders in Trarbach zu Übergriffen kam. 1635 ritt der Birkenfelder Fürst sogar selbst dorthin, um die Katholiken vom protestantische Gotteshause fernzuhalten. Ende 1620 erschienen die Spanier auch in Birkenfeld. In Dienstweiler stob eine fröhliche Hochzeitsgesellschaft entsetzt vor ihnen auseinander. Zwar wirkte im Amt Birkenfeld die Anwesenheit des wackeren Fürsten, der während der ganzen Zeit treu bei seinen Untertanen blieb, etwas mäßigend auf das Treiben der Spanier, doch dauernde Truppendurchzüge und Plünderungen konnte auch er nicht verhindern, obwohl er sich einen Schutzbrief Wallensteins erwirkt hatte.

Christian Eine Änderung trat vorübergehend ein, als Gustav Adolf siegreich bis zum Rheine vordrang. Bei ihm weilte als Anführer auch der Bruder des Birkenfelder Fürsten, Pfalzgraf Christian von Birkenfeld.

Die Spanier wurden verjagt, den Schweden stellte Georg Wilhelm "ein Fähnlein Birkenfelder" zur Verfügung. Aber nach der Nördlinger Schlacht wandte sich das Blatt wieder. 1635 wurde das Land zum unmittelbaren Kriegsschauplatz, bei dem denkwürdigen Rückzug der Schweden und Franzosen unter Bernhard von Weimar von Mainz nach Metz über Sien, Reichenbach, Nohen, Birkenfeld, Wallerfangen. Im Weiher von Birkenfeld ließ Bernhard 10 Geschütze versenken. Denn ihm auf den Fersen folgte das kaiserliche Heer unter Gallas, das damals Kusel niederbrannte. Dieser Durchzug zweier wilder Heere bildete für die Gegend den Höhepunkt des Grauens. Aber bis zum Ende des Krieges erschienen immer wieder sengende und brennende Horden, so die Kriegsvölker Turennes und die des Herzogs von Lothringen. Die Lothringer Soldaten wurden erst 1652 entgültig verjagt. Das Land hatte entsetzlich gelitten. Durch die Kontributionen war das Amt tief in Schulden geraten. Nachdem aus den auf dem Schloß verwahrten Kisten der Bauern alles Geld entnommen war, machte man Anleihen beim Besitzer der Abentheurer Hütte und bei dem reichen Müller Lorenz von Mörschied. Das Schloß war nicht nur Zuflucht für wertvolles Gut, sondern auch in ganz schlimmen Tagen für die Leute.

Von Freisen und Herrstein suchten sie hier Schutz. Die Bauern versteckten Hab und Gut und flohen vor den Soldaten mit ihrem Vieh in die Hecken. Ganze Dörfer ( Eisen, Feckweiler ) waren verlassen und verfallen. Manche wurden gar nicht mehr aufgebaut. Die Wälder wurden von Wölfen unsicher gemacht. Die Äcker wurden nicht mehr bestellt. Die Leute ernährten sich von Wurzeln und gefallenem Vieh.

"Viel sind in Born Melchers Scheuren verdarbt, so aus den Betten zu den Bronnen gekrochen, sich zu laben; haben elendig umkommen müssen. Oh des großen Jammers".

Die Pest ( sterbende Lust ) und die "Hauptkrankheit" rafften die Ausgehungerten dahin. 1635 werden zu Birkenfeld 416 Personen beerdigt. Viele werden "hin und wieder in die Felder, auch ohne Lad", eingescharrt. So liegen bei der Burg ungefähr 100 Menschen begraben ( 1637 ). Das Land war entvölkert. Im Kirchspiel Birkenfeld gab es 1607 : 250 Haushaltungen, 1655 dagegen nur mehr 91. Der Ort selbst hatte 1607 : 70 Haushaltungen, 1688 nur : 50. Die Überlebenden waren verroht und verwildert. 1643 wurden auf der alten Hochgerichtsstätte ( Krausberg ) an einem Tage fünf Personen hingerichtet.

Kaum hatte das Land begonnen sich zu erholen, als die Raubkriege Ludwigs XIV. und der spanische Erbfolgekrieg hereinbrachen. Zwar hatten die Birkenfelder Fürsten sich unter den Schutz des Sonnenkönigs gestellt, aber wieder gab es Truppendurchzüge und Plünderungen wie im dreißigjährigen Kriege. Erst von 1714 an wurde es ruhiger.
In diesen Kriegen ( 1688 ) wurde zu Birkenfeld durch die Franzosen wieder katholischer Gottesdienst eingeführt und laut der "Rynswicker Klausel" auch beibehalten, nachdem es 130 Jahre lang keinen katholischen Geistlichen gegeben hatte. Das Gehalt zahlte bis zur französischen Revolution der König von Frankreich ( 400 Fr ), wobei der damals katholische badische Gemeinsherr 100 Taler zuschoß. Bis zum Bau der katholischen Kirche 1889 diente die jetzige evangelische Kirche beiden Konfessionen, was manchmal Anlaß zum Hader gab. 1750 wurde die evangelische Kirche in ihrer jetzigen Gestalt errichtet, weil die alte zu klein und baufällig war. Dabei baute der Trierer Erzbischhof wieder das Schiff, die Gemeinde Chor und Turm.


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Letzte Änderung/Last update: 03-Jun-2000 (DK)

Vielen Dank an Wolfgang Krieger. Quellenangaben auf der Hauptseite.
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