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Birkenfeld, die Geschichte 14. Jh. 17. Jh. 18. Jh. 19. Jh.

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Geschichte

Während all dieser Zeit war der Ort, im Gegensatz zur Burg Tal-Birkenfeld genannt, Mittelpunkt des Amtes, das von der Traun bis zum Siesbach reichte. Der Ort lag eng um die Kirche, bei der sich auch der Friedhof befand. (Der jetzige Friedhof wurde 1573 aus Anlaß einer Pest angelegt).

Im Jahre 1332 gewährte der deutsche Kaiser Ludwig der Bayer Birkenfeld das Stadtrecht.

Eine Stadtmauer wurde nie gebaut. 1367 entrichteten 21 Einwohner dem Grafen eine Abgabe. Davon wohnten zwei " uff dem Reche ". 1554 gab es 44 steuerpflichtige Herdstätten. In diesem Jahre entstand durch einen Büchsenschuß eine Feuersbrunst, welcher der ganze Ort und die Kirche zum Opfer fiel. Den Wiederaufbau der Kirche mußte zum größten Teil der Trierer Bischof ausführen, da er zwei Drittel des Fruchtzehnten bezog. Er bequemte sich nur ungern dazu, weil in der Hinteren Grafschaft 1557 das Luthertum eingeführt worden war.

Karl
Karl von Birkenfeld
1560-1600

Im Jahre 1584 wurde die Burg Residenz des Pfalzgrafen Karl von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld. Dieser hatte als Erbe den zweibrückischen Anteil an der hintersponheimischen Gemeinherrschaft erhalten.Durch Verträge mit dem Badener Gemeinsherrn sicherte er sich in den Ämtern Birkenfeld, Allenbach und Frauenburg eine gewisse Selbstständigkeit als Fürst. Er baute die alte Burg zu einem großen Schloß aus. Sein Sohn Georg Wilhelm vollendete den Bau und legte 1669 auch den Grundstein zu einer neuen Burgkapelle. Karl und besonders Georg Wilhelm waren treffliche Fürsten. Der letztere ließ 1623 eine Anzahl Münzen prägen.

Georg Wilhelm
Georg Wilhelm von Birkenfeld
1591-1669

Burg Burg Birkenfeld um 1645
nach einem Stich von Merian

Tal-Birkenfeld bestand um 1600 aus dem älteren, größeren Oberdorfe und dem jüngeren Unterdorfe (untere Hauptstraße, 1727 abgebrannt ).Um das Dorf herum lagen acht herrschaftliche Fischweiher. Die herrschaftlichen Beamten wohnten auf dem Schloß. Alle Arbeiten für die Herrschaft wurden im Frohndienst verrichtet. Die Pferdebesitzer mußten aus Trarbach, dem Sitz der Gemeinherrschaft, Wein und anderes herbeifahren. Die anderen Untertanen bestellten die fürstlichen Äcker, brachten die Briefe des Amtes nach manchmal recht fernen Orten, trugen je zwei Faß Korn von Herrstein nach Birkenfeld, standen rottenweise Wache im Schloß usw. Die Handwerker leisteten die Frohn in ihrem Beruf. Es gab im Amt eine Küfer-, Leder-, Hammer-, Weber- und Bäckerzunft. An der Steinau war eine Achatschleife. Handelsverkehr bestand fast nur an die Mosel (Trier, Trarbach). Dorthin verkaufte der Bauer Korn und Butter. Von dort bezog man Wein, Salz, Kalk usw.

In Birkenfeld wurden viele große Märkte gehalten. Die Bauern im Amt wurden bestraft, wenn sie nicht dazu erschienen.
Am Johannismarkt durfte auch getanzt werden, wozu der Schloßtürmer aufspielte. Im Ort gab es zwei Krämer und zwei Wirtshäuser, eines davon war Der Herren Herberg, wo die durchreisenden Herrschaften abstiegen. Auch Kurgäste, die am Hambacher Brunnen Genesung suchten, nahmen hier Quartier. Die beiden Wirte verkauften nur hochbesteuerten Wein.
Bier gab es in der Schenke auf dem Schloß. Von ihr führte eine Wendeltreppe ins Freie, auf der sich mehrere Leute in der Trunkenheit zu Tode stürzten. Damals lebte überhaupt eine trinkfeste Generation. Der Pfarrer Conon zu Birkenfeld predigte oft zwei Stunden aneinander, manchmal predigte er auch nicht und saß im Wirtshaus bei "Blicken" und sang. Vergebens kämpfte der Amtmann dagegen mit den barbarischen Strafen jener Zeit. Die gewöhnlichen Strafen waren Geldbußen und Einsperren im Turm. Auch die Rutenstäupung wurde angewandt. Zänkische Frauen wurden in die Geige gespannt. Ehebrecherische Leute mußten beim Gottesdienst die Lastersteine in der Kirche umhertragen und wurden sogar des Landes verwiesen. Der Verurteilte mußte dem Angeber ein Quart Wein bezahlen. Hexenprozesse waren in Birkenfeld selten. Häufig dagegen ging man gegen die alten Volksbräuche vor, die heute gehegt und gepflegt werden. (Fastnachtsmummenschanz, Lehenausrufen, Hexenverbrennungen in der Mainacht, Radschieben usw. ).


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Letzte Änderung/Last update: 03-Jun-2000 (DK)

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