Saalmeister

B.B.Stuttgart Nr.1881      Saalmeister (Hofbediensteter)

Gr.: ein Palastaufseher

 

Saatkramerin

Kopfsteuerb. Tl.12 S.147;          Hannover "die Hartmannsche, eine Saatkramerin"

Gr.: Saathändler, der mit Samen oder Saatkorn handelt.

 

Säbelmacher

Penners-Ellw. S.330 - 1663

Staß: Säbelmacher gab es in Thorn; sie stellten die gekrümmten polnischen Säber her.

 

Sabelsnider

Lübeck 1259

wohl Zobelpelzschneider. Möglich wäre auch die Bed. Zobelpelzhändler. Unrichtig ist dagegen die Deutung "Brettschneider" im Reg. des Lüb.U.B. (Holmberg)

 

Sackdreger, sagtreger, sacktrager

Sackträger.

Sie gehören zu den vereidigten Marktbeamten, indem sie nicht bloß die Frucht zu tragen, sondern auch zu messen u. bei der Beaufsichtigung des Getreidehandels mitzuwirken hatten. (Bücher)

 

Säckelmeister

Hohlfeld S.590       "Landsäckelmeister"

                Schatzmeister

vergl. Seckler!

Gr.: Schatzmeister, Verwalter einer Kasse.

 

Sacker

B.B.Cassel S.41,  1606:   "sacker",    S.136: "Beutler"

Gr.: "sacker, säcker = tagelöhner, welcher das Getreide bei der Ausladung desselben aus dem Scheffel in die Säcke schlägt."

Einsacker.

vielleicht auch = Aussacker (s.d.!)

 

Sackfuhrer

B.B.Cölln 1692    Sackführer.

vergl. Sackträger!

Grimm: Leute, die Säcke auf Wagen fortschaffen.

Kolb 1723  "abgedankter Soldat, ... Sohn des + Sackführers ... an dessen Stelle als Sackführer angenommen werden soll."

"Gehört zu den vereidigten Marktbeamten" (Bücher)

 

Sackkieker

Chronik Prenzlau 1695.

Staß: Sackspicker = Spottname für Steuerkontrolleure.

Lübecker Adreßbuch 1805: Kornsäcke-Visitator (gewöhnlich Sackkieker gen.)

 

Säckler

Verdenh.: Beutler, Taschenmacher.

Grimm:   1)die älteste Bedeutung von S.ist nummularius, Schatzmeister     2) im 15. Jh. findet sich zuerst die Bedeutung bursarius, Beutelmacher belegt. Heut heißt noch in Süddeutschland der Handwerker Säckler, der in steiferem Leder arbeitet als der Täschner, Ranzen, Felleisen usw. macht.

Nebinger:“29.1.1489 Joerge Bumann, Seckler aus Bobenhusen“

 

Sackmeckler

Sackmacher? Sacknäher? (Künzig)

Bahlow: Meckler, ndd. mekeler = Makler.

 

Sacknäherin

Teschen, Wismar S.75:  "die westlichste Reihe (der Buden) ... hatten im 15. Jh. die Leinwandhändlerinnen u. Sacknäherinnen inne"

 

Sackschneider

Stuttg. 70              Schneider, der Säcke herstellt.

 

Sadeler, Sadelmaker, Sadler

                Sattler. (Lüb. Hennings)

Die S. stellen Sättel u. Schilde her; letztere sind Geräte aus Holz oder Leder, die den Pferden um den Hals gelegt werden u. an welchen die Zugriemen befestigt werden. (Bartenstein)

Saadler = Sattler (Schu.)

Sadler  =    "    (Aßm. 1691)

 

Sadelhöfer, -mann

Verdenh.: Bauer, der bei den Go- und Landgerichten als Beisitzer eingesetzt wurde.

Grimm: Sadelhof = Sedelhof = Sattelhof = steuer- u.frohnfreier Hof; ein Gut, welches von Abgaben frei ist.

Krünitz: Sattelhof ist ein Hof oder Gut, welches von den Beschwerden der Bauerngüter ganz oder z.T. befreit ist.

Sch.-Lübben: Sadelhove = Amtgut, Amthufe; Oberhof, dem die Gerichtsbarkeit über die unmittelbaren Zubehörungen zusteht u. dem im Sallande Abgaben u. Dienste geleistet werden.

 

Saelmaker

Aders, Münster, 1559, 1531: saelmaker = Sattelmacher.

Verd.: saellator = Sattler

Sch.-L.: sadelmaker = Sattler.

 

Saffianfärber, Saffianfabrikant

Kaeber, B.B.Berlin  "war gelernter Riemer u.betrieb Saffianfabrik"

Brockh.: Saffianleder = mit Sumach gegerbtes Ziegenleder für feine Lederwaren. "Der Gerbersumach des Mittelmeergebietes gibt in seinen Fiederblättern Gerbstoff. Die Blattgallen einer asiat. Art, der gerbstoffreichste Rohstoff." (auch der Essigbaum ist eine Sumachart.)

Gr.: Saffian, feines, gelb, rot, auch blau gefärbtes aus Bock-, Ziegen- und Schaffellen bereitetes Leder, wie es besonders in Marokko, der Türkei und i. Orient bereitet wird.

Carl Schulz S.103.  1768: Saffianfabrikant. (Vater war Lohgerber)

 

Sagemöller       /    Sager, Seger

  Riga 1423                    Aken 1267

Sagensnider       /     Sagmester

Dortmund 1347                Goslar 1326

Zimmermann: Sägemüller,Säger,Sägenschneider,Sägemeister (Holmberg)

Sager = Holzsäger (Hennings)

sagher = Holzsäger (Höhler)

sager = Säger = Brettschneider, Sägemüller (Bahlow)

Verdenh.: Sagenschn(e)ider = Brettschneider.

 

Sagenfiler, Sägenfeiler

Sägenfeiler (Lüb. Hennings)

Stuttg. 70: Schreiner und Sägenfeiler

 

Sägenschmied

B.B.Hannov.

Grimm: faber serrarius (serra = Säge)

                Schmied, der Sägen herstellt.

Handbuch d.Ber.: Identische Bezeichnungen: Sägenmacher, Sägenschmied, Sägenschläger, Sägenarbeiter.

 

Sägenschneider

Kopfsteuerb. Tl.5 S.32       "Brinksitzer u. Sägenschneider"

Verd.: Sagenschn(e)ider = Brettschneider.

 

Sagofabrikant

Behrens, Topographie Lübeck S.278

Brockh.: Sago (malaiisch) = Stärkemehl, das als steifer Teig durch ein Sieb in heiße Metallpfannen getrieben wird, dabei zu Klümpchen verkleistert.... den besten Sago gibt ... Sagopalme.

 

Sahlwechter

B.B.Cassel S.43;   1610:   "  sahlwechter"

Gr.: Saalwächter = Aufseher in fürstl. Schlössern.

Aber vielleicht entstellt aus Salwurchter = Plattner (Haem.)     

 

Sahmsmacher

Kolb 1638   "Weißgerber und Sahmsmacher"

Sämischmacher =Weißgerber,der sehr weiches Leder herstellt (Verd.)

vergl. Semeschgerwer!

Sämisch = fettgegerbt (Dud.)

 

Saienmacher

Techen, Wismar S.79              Sayenmacher (s.d.!)

Saye = feiner Wollstoff

Verd.: Hersteller d.aus Brügge stammenden "Saye"(feiner Wollstoff)

 

Saitenmacher

Carl Schulz S.82,   1768          ...aus Markneukirchen...

Brockh.: Saite = fadenförmiger, elastischer Körper aus Stahl, zusammengedrehten Därmen, Pflanzenfasern oder Seide.

Die Saiten sind die Tonquelle der Saiteninstrumente.

 

Sajetmacher

Th.Schwartz, Das alte Lübeck S.226

Zedler: "Sayette, ein schlechter wollener Zeug, der bisweilen mit ein wenig Seide vermengt ist u. zu Amiens gewürckt wird... Es ist das Verkleinerungswort von Saye."

 

Salarienkassenrendant

Gleiwitz 1862 S.339: "zu Wahlmännern gewählt ... Salarienkassenrendant Spremberg"

Verd.: salarius = Salzhändler

Keyser: salär = urspr. das den Röm. Soldaten u. Beamten zustehende Salz, dann Gehalt, Lohn.

Kassenrendant für Gehaltszahlung.

 

Salmann

Verdenh.: Testamentsvollstrecker.

Grimm: S., in älterer Sprache Mittels- u. Gewährsmann einer rechtlichen Übergabe; dann auch Schutzherr, Vormund, Testaments-vollstrecker

 

Salmensnyder

Geneal. 1963 Heft 4, S.484 (1442)

                Lachsfischer,   Fischhändler.

Bahl.: Salm = Ü.N. für Lachsfischer

"   1307, Mainz: Salmensnidere

 

Salpetermecher, salpettermacher

Salpetersieder, -macher (Bücher)

Salpeterknecht (Gebh.) 1608.

siehe Salpetersieder!

 

Salpetersieder

Gebh.    "In der Schweiz u. in Frankreich betrieb man die Salpetergruben, in denen man Kalk, lockeres Erdreich, am besten aus Heideboden, mit Dammerde, dem bakterienreichen Auslaugungsrückstand der Salpetererde, mischte u. den Harn aus den Viehställen zulaufen ließ."   "In Deutschland bestanden vielfach die Salpeterregale, Verfügungen der Landesherren, um die Landwirte zu zwingen, Salpetererde zu liefern, die von den mit besonderen Rechten ausgestatteten Salpetersiedern abgenommen wurde."

K.A.Hofmann u. U.R.Hofmann, Anorgan. Chemie. Braunschweig 1949.

Staß-Stein: S., wurde 1596 vom Thorner Rat angestellt.

 

Salsemer, salsener

Nürnberg 1304 (67) salsemer, salsener

      "        hält beides für Eigennamen. Hersteller von Sirup?

Lex.: salse = gesalzene brühe

Schmeller: Die Salsen = eingekochter Saft.

     Die Salzen, Selzen = Saft von verschiedenen Früchten,       zur Dicke eines Syrups eingesotten.

 

Salunenmaker, Salunmaker

fertigten eine Art grober Wolldecken, deren Ursprungsort die frz. Stadt Chalons sur Marne war. Zuerst in Lübeck 1387 (Potth.)

Lübeck: Schlumacherstraße.

salunenmaker = Bettdeckenmacher (Höhler)

(Urkund.Buch der Stadt Lübeck, des Bistums Lübeck anno 1316-38)

 

Salwirt

Verdenh.: Waffenschmied, Panzermacher

Krünitz: Salwirthe hießen vormals die Panstermacher

Grimm: Salwirt = Salwirke = Panzermacher (aus sarwürke entstanden)

vergl. Sarwerke!

 

Saltz-

Adr.Cal.70: Königl. Saltz-Factorey u. Saltz-Casse

     Saltz - Factor             s.d.!

                - Inspector - beaufsichtigt die Salzmagazine

                - Observator - überwachte den Salzhandel a.d. Grenze

                - Ausreuter

                - Spediteur

                - Ausgeber

                = Beamte u. Angestellte eines Salzamtes.

Grimm: Salzamt, eine Behörde, welche den Salzhandel besorgt in Ländern, wo der Salzhandel staatliches Monopol ist.

Salzmeister = Beamter, der dem Salzherrn unterstand (Verdenh.)

Salzherr = ein Ratsherr in den Städten mit Salzmonopol, der die Oberaufsicht über das Städt. Salzamt führte.

 

Sälzer

Reccius S.88              "Sälzer u. Weinführerfamilien"

Bahl.: Salzhändler

Verd.:      "

Lex.: salzer, selzer = Salzverkäufer

Weiß-Breslau: Salzhändler, die Salz in Stücken (Steinsalz) u. im Großen verkauften.

 

Salzer

Helbig S.134:  "bestanden eigene Gewerbe, so die Hechtreißer u. Salzer in Freienwalde."                        siehe Hechtreißer!

 

Salzfaktor, -inspektor

Krünitz: in den preußischen Staaten ein Beamter, welcher auf den in den Provinzen etablierten Salzfaktoreien den Salzhandel führt.

Salzinspektor ein Beamter, welcher die Aufsicht über die Provinzial-Salzmagazine hat.

v.Gebhard, Neub. Frankf.a/O. 1591: "Röm.Kais.Majestät Salzfaktor".

Staß-Stein: Beamter,der eine Salzfaktorei oder Salzmagazin leitet, wo die Ausgabe an die Kleinverschleißer erfolgt.

Consentius S.124: "Dem König stand das Verkaufsmonopol, das Saltz-Regal zu."

 

Salzfertiger

Ahn.Liste Fischer-Colbrie S.17  "1635 Salzfertiger u. 1662 Marktrichter in Ischl."

Haem.: Salzsender ( Salzfertiger)

"              Salzfertiger (Salzspediteur)

Lex.: salzvertiger = Salzspeditor

 

Salzfischhändler

Hintze S.21   "S. in Stockholm, Bürger 1712"

                Händler mit gesalzenen Fischen.

 

Salzführer, Salzfahrer, -lader

Liersch, Die Kottbuser Liersch, Kottbus 1909:  "Salzführer u. Ein-wohner der Vorstadt Brunschwig" (Kottbus) (im 17. Jahrh.)

Haem.: Salzkärner = Salzhausierer.       "Salzfuhrmann, vector salis"

Grimm: "einer, der Salz transportiert"

Verdenh.: Salzlader = Salzfuhrmann.

 

Salzführer, Lüneburger

Hagedorn, Entwickl.u.Organisation des Salzverkehrs ..., in Zschr.f.Lüb.Gesch. Bd.17:   Soltforer.

"...ging die Ausbeute der Saline ... zum größeren Teil, ... über die Hälfte ... nach Lübeck. Dieser Verkehr ... lag in den Händen der Lüneb. Salzführer. Als Salzführer fungierten einige Sülfmeister,

1493 ... auf 9 festgesetzt, von denen jeder die Ausbeute von 6 Häusern übernahm... In Lübeck standen ihnen die dortigen Salzführer gegenüber, mit denen sie zusammenwirken mußten. Dies geschah in Form einer Maskopei- od. Gesellschaftshandlung zu gleichen Einlagen u. gleicher Teilung von Gewinn u. Verlust."

 

Salzgräfe

Fischer, Die Stisser..., in Nordd.Famil.kde 1964 S.396.

Salzgräfe=Salzgrebe (s.d.!)=Verwalter, Vorsteher eines Salzwerkes.

 

Salzgrebe

Reccius S.13 (u. öfters)     "der fürstliche Salzgrebe"

S.127   "Bürgermeister u. Salzgrebe 1489"

S.129 "1620 Pfännersalzgrebe zu Allendorf"

Lex.: Salzgrave = Verwalter, Vorsteher eines Salzwerkes.

 

Salzhaken

Techen, Wismar S.75:  "Als Mieter der Buden u. Bänke begegnen  ... Salzhaken."

      Salzkleinhändler, Höker.

 

Salzheber

Nordd.Fam.kde 1953 S.212.     1660     "Joh. Stern, Patricius, Salzheber Lüneburg."

Besitzer oder Teilhaber einer Saline.

 

Salzjunker

Krause (ZA 2431/1879) S.149

"ein Name, der wesentlich erst im 16. Jahrh. für die Sülfmeisterfamilien gebraucht ist."

 

Salzkärner, Salzführer

Kopfsteuerb. Tl.  S.39,40,41 ... 182, 183   bei den Orten Salzhemmendorf u. Saltz vor Münder.

Gr.: einer, der Salz auf Karren transportiert, Salzfuhrmann.

Verd.: hausierender Salzhändler.

Cuppius-Honemann, Unter der Geißel des Krieges, Cl.-Zellerfeld 1968 S.25: "er ließ Salzführern, die von Harzburg her Salz in die Bergstädte brachten, die Pferde wegnehmen."

 

Saltz-Koch

B.B.Stuttgart Nr.530   "frstl.-Württ. Saltz Koch"   (1677)

    Salzsieder.

 

Salzkontrolleur

Seeberg-Elverfeldt, Bürger ... Angerburg S.39, 1822 ... (MTT)

Staß: Salzausreuter, Kontrollbeamte, die die Salzseller (Kleinhändler) zu überwachen hatten.

 

Salzkothbesitzer

Fg.Such-u.Anzeigenblatt 1926 S.86  "Salzkothbesitzer in Salzdetfurth" (18.Jh.)

Gr.: Salzkothe = Kothe oder Hütte,in welcher das Salz gesotten wird.

 

Salzmann, salzmenger, -stößel

Salzverkäufer, Salzhändler (Bücher)

Salzmesser: neben dem Messen liegt ihnen die Erhebung und Überwachung der städt. Salzsteuer ob.- Im 16. Jh. scheint der Salzschreiber an ihre Stelle getreten zu sein. (Bücher)

Salzstößel = Salzhändler (Verdenh.)

 

Salzmesser

B.B.Hannov. 1689

Grimm: einer, der den Käufern das Salz zumißt u. die städt. Steuer erhebt. (Bücher)

vergl. Salzmann!

 

Salzpacker, Salzwälzer

Lüb. 1798

Hatten die Aufgabe, die mit Salz gefüllten Tonnen zu überprüfen, einen etwa zusammengesunkenen Inhalt nachzufüllen, damit nur prallgefüllte in den Handel kamen. Aufsicht führten Güteprüfer, "Wraker" genannt (n.Klöcking)

"Die Salzpacker wurden den Gemeinträgern an der Trave zugezählt." (Lütgendorff)

"Ihre Berufskollegen (Träger) in den Salzspeichern sind Salzpacker, die das Salz vorschriftsmäßig zwei Finger breit über dem Tonnenrand mit einem Brett abzustreichen haben, damit nach dem Zusammensinken des Inhalts keine Lücke bleibt. Aber die es dort auf den Handkarren befördern, sind bereits wieder eine andere Gruppe; sie heißen Salzwölter." (Klöcking, Wagen 1941)

Penners-Ellw. S.235: Salzpacker 1574

Staß: Salzpacker = Angestellte des Salzbelehnten (Salzmessers,s.d.!)

"              : Salzbelehnter (Salzmesser) mißt das ein- u.ausgehende Salz, der Salzpacker packt es in Tonnen, die der Tonnenmeister zählt, bucht u. verladen läßt.

 

Salzschließer

Stößinger, Die Radau ..., In Fam.u.Volk 1959 S.474      "Salzschließer zu Kassel,    1634"

Woss.: Soltsluker = Materialwarenhändler, Krämer, Kaufmann, dem durch das Salzmonopol gewisse "Beschließrechte" zustanden.

"-schließer" in der Bedeutung "Beschließer".

Bahlow: Schlüter = Schließer, meint weniger den Torschließer als den Verwalter häuslicher Vorräte u. Schätze, den Beschließer oder Kämmerer.

 

Salzseller

Krünitz: ein von der Regierung concessionierter Salzhändler auf dem Lande.

Staß-Stein: Kleinhändler, der das aus der Faktorei entnommene Salz vorrätig haben mußte u. es nicht unter oder über Taxpreis verkaufen durfte.

 

Salzsieder

Gebh. 1709          Salinenarbeiter.

Salzraffinadeur = Arbeiter beim Reinigen, Umkristallisieren des Salzes (Grönh. 1853)

Krünitz: "Salzsieder, Salzsöder, Salzwirker = derjenige Arbeiter auf Salzwerken, der mit dem Auswirken der Sole beschäftigt ist."

 

Salzstapler, -ausreuter, -füller

Adr.Cal. 84     bei Salz-Factorey

Gr.: in Königsberg geschworner Belehnter, der die Salzfässer auf- und herunterstapelt.

Verdenh.: Salzfüller, Salzmuter = Zollbeamter, der das Salz zu messen hat.

Salzaufleger = unterer Beamter der Steuerbehörde.

 

Salzträger

Kopfsteuerb. Tl.5 S.175   „... bei der Stadt Münder u. Salz vor Münder.“

Gr.: "der das Salz aus den Koten auf die Wagen und Karren der Salzfuhrleute trägt."

 

Salztreiber, Salzführer

Reccius S.88. "  1677 stirbt ein Salztreiber"      "   bereits 1538 als Salzführer in Frankenhausen"

Verd.: Salzführer = hausierender Salzhändler

Salzer = Salzhändler

 

Salzverwalter, Salzversilberer

Wodiczka, Herkunft Budweiser Familien, in Ostd.Fam.kde 1963 S.135

"  kk Salzverwalter in Budweis"      1794                 "   ab 1811 Salzversilberer in Schüttenhofen"

Gr.: Salzverwalter = Verwalter u. Aufseher eines Salzwerkes

   Salzversilberer = Beamter, der den Salzhandel verwaltet.

 

Salzwerks-Beamte, -Bediente, -Offizianten

Adr.Cal. 1770/84   ... die Höheren Bedienten auf einem Salzwerk, wozu

der Gegenschreiber od. Controlleur,

                der Holzschreiber oder Holzmeister,

                der Salzschreiber, Salzsekretär,

                der Baumeister u. Bauverwalter,

                der Salzrendant u. der Oberaufseher oder Salzdirektor gehören.

 

Samenhändler

Beermann, Gelegenheitfde. K.B.Nienburg, in Nordd.Fam.kde 1965 S.17 "umherziehender Samenhändler"   + 1722

 

Sammetmacher

Carl Schulz S.119                1765

Brockh.: Samt, Sammet(t) = Gewebe mit aufrechtstehend., kurzem Faserflor auf der rechten Warenseite.

Staß: Sammetweber wurden im 17. Jh. vom Danziger Rat in die Stadt gezogen.

 

Sammler, Semmler

Geneal. 1963 Heft 5, S.533

       Steuereinnehmer.

Semmler kann aber auch Bäcker sein.

Lex.: samenalte = sammler, der geld sammelt als sparer oder einsammelt als einnehmer

 

Sandböter

Lüb 1798             siehe Böter!

Flußschiffer, die Sand heranfuhren.

 

Sandformer

Hohlfeld S.74          s. Former!

Molle: Spezialzweig des Formers,Herstellen von Formen aus....Formsand nach Zeichnungen u.Schablonen zum Vergießen von Gußeisen usw.                Gr.: in einer Eisengießerei.

 

Sandfuhrmann, Sandfahrer

Momsen S.150    "...von den 5 Osterhusumer Fuhrleuten des Jahres 1860 sind 3 >Sandfuhrmann< genannt worden."

siehe: Sandlöper, Santfharer!

Lüb. 1842: Sandfahrer, verkaufte weißen Stuben- bzw. Streusand.

Grönh.Litz.: "Einige Überfahrer waren regelm. als Sandfahrer tätig ... Die Sandfahrer oder Ballastfahrer holten den Sand von der Gaardener Seite. War das Boot voll, dann enthielt es 5200 Pfund. Dafür bekamen sie von den Schiffsführern zwei Mark."

"In Kiel wurde ... über den Mangel an Rückfracht geklagt. ... die Schiffe brauchten daher Ballast."

 

Sandleute

Scharff, Schlesw.Holst. S.13

Grimm: Sandmann, plur. Sandleute = Geschworener, freier, zum Richter ernannter Landeigentümer, in der ehemaligen holsteinschen Gerichtsverfassung (eigentlich ein dänisches Wort: sand = wahr!)

 

Sandlöper

Andresen (1712): "Wäscher u.Verkäufer weißen Dielensandes. Um 1890 bot noch der Söllstedter Sandmann allwöchentlich weißen Sand feil"

 

Sandmann

Erdbuch Kropp (Schlesw.) Nr.14,   1707   "Gerichtsbeisitzer und Sandmann"

siehe Sandleute!

 

Sandpächter

Raute (1795)

Rektor Prillwitz, Ratzeburg: Sandgrubenpächter, lieferte Sand (Streusand u. auch Bausand).

 

Sänftenträger

Kopfsteuerb. Tl.2 S.8

Gr.: der eine Sänfte trägt. (Sänfte =bequemer Tragstuhl, Tragbett)

 

Sankmeister

B.B.Cölln 1592   "sankmeister im tumbstift"

                    = Gesangmeister im Domstift.

Bahlow: Gesanglehrer, Vorsteher einer Sängerschule.

 

Sanspeine-Weber

Carl Schulz S.127.    1802      "Sanspeine (leichtes Gewebe)"

sanspeine = ohne Kummer, ohne Sorge    (heute unbekanntes Gewebe.)

 

Santfharer, santgreber

Sandfahrer = Sandverkäufer (Haem.)

santgreber = Sandgräber (Bücher)

Sandwagenführer u. Sandverkäufer rufen reimend (Hamburg): "kriedewitt Sand - gor keen Geel mank!"   (Idiotikon)

 

Sanduhrmacher

Molle, Handbuch der Berufskunde 1968 S.18 

"... von neuen Erfindungen verdrängte Berufe: ... Sanduhrmacher"

Brockh.: Sanduhr, einfaches Zeitmeßgerät aus 2 birnenförmigen Glasgefäßen, deren eines mit trockenem Sand gefüllt ist (z.B.Eieruhr). Früher häufig in Kirchen aufgestellt, damit der Prediger die Länge seiner Predigt bestimmen konnte.

 

Sargenweber

Verdenh.: Wolldeckenweber.

Krünitz: Sarsche, scharsche, scharse, Sarge, Serge = ein wollener geköperter Zeug. Die Kette von einfachem Garn, zum Einschlag Wolle usw. (Näheres Kr., Bd.136)

Brockh.: Serge = ein glattes Köpergewebe aus Wolle, Halbwolle, Seide, Halbseide; als Futter- u. Kleiderstoff verwendet.

Grimm: Serge = eine Art Wollenstoff, mit Leinen oder Seide gemischt.- Serge auch Decke aus solchem Stoff.

 

Sargträger

Lüb. 1842 (S.180)     "Sargträger an der St.Jacobi-Kirche"

Lütgendorff (Dom): "die unweit davon liegenden kleinen Häuschen des Kirchenvogts und des Sargträgers sind bereits 1857 abgebrochen worden."

"Der S., in der Regel ein Tischler oder Zimmermann, welcher die von der Kirche zu liefernden Särge anfertigt, die übrigen in sein Fach schlagenden Arbeiten besorgt...." (Behrens)

 

Sartuchweber

Lange, Das Verbot der Berufsausübung;

Mens.: Sardook, grobes, starkes Zeug, halb Leinen, halb Wolle; mnd. sardok.-    Bettzeug aus Garn- u. Baumwolle mit blauen Streifen (Fehm.)

Lexer: sar-touch = serge?

         serge = ein wollenstoff, teils mit Leinen, teils mit Seide gemischt; sarsche = daraus gefertigte Decke.

 

Sarwerke, sarworte, -burcher

war Panzer- oder Harnischmacher. Er verfertigte aber auch den sogen. "Sarbalg", einen Behälter für den Harnisch (aus Leder) (Potth.) 

sarworte, sarwurte, sarwerter, sarwirker, sarwoter = Rüstungsmacher (Bücher)

sarworte = Verfertiger von Rüstungen (Höhler)

Sarburcher = Panzermacher (Verdenh.)

Handbuch d.Ber.: Sarwürk = Ringpanzermacher.

 

Sattelknecht

B.B.Köthen S.13.    1638     "Sattelknecht auf dem Fürstl. Hause"

Kr.: ein Knecht, welcher nur mit Reitpferden zu tun hat, diese sattelt..., in den Marställen hat der S. die Sattelkammer unter seiner Aufsicht und ist der erste Reitknecht seines Herrn.

 

Sattler , (mhd.:) sateler, seteler

Seine Tätigkeit war nicht immer streng getrennt vom Riemer.

In Lübeck war es dem Sattler verboten, "gorden" u."stichledder" anzufertigen, die der Riemer zu liefern hatte. Er durfte also nur die Sättel machen.

mnd. sadeler. Später erschien die Bez. sadelmaker, sedelmecher (Holmberg)

sellator, sellifex = Sattler (Höhler)

Momsen S.122 Eskadronsattler. (Eskadron früher Einheit der Kavallerie, entsprechend Kompanie (Inf.) u. Batterie (Artill.), jetzt Schwadron.)

 

Satzbürger

Sevin, Überlinger Häuserbuch S.17  

"1546 wird Hans Schultheiß von Schw.Hall als Satzbürger aufgenommen."

      Bürger auf Widerruf

vergl. Setzschulze!

Staß: Setzschulze = Bauer, der vom Amtmann oder Grundherrn mit dem Schulzenamt betraut u. nach Belieben wieder abgesetzt wird. Er handelt nur im Auftrag der Herrschaft u. hat von Amts wegen keine richterlichen Befugnisse.

 

Sauberjunge

Grubenjunge, der mit kleinen Hilfsarbeiten seine Lehre als Bergmann beginnt.(Heuchler)

Gr.: bergmännischer Ausdruck: Junge,der das Säubern, Reinigen oder Fördern von zerstreutem Grubenklein in den Bauen zu besorgen hat.

 

Sauerbäcker

Fam.kdl.Nachr. 1969 S.316       "Sauerbäcker 1550-1625, Ulm"

Gr.: Sauerbeck = ein Bäcker, der saures, grobes Brot bäckt, im Gegensatz zu Süßbeck.

In meiner Jugend kauften wir das Brot bei "Brotmüller", der kein Weißbrot usw.herstellte, Semmeln dagegen bei einem anderen Bäcker (Gerholz).

 

Säumer

Penners-Ellw. S.319:               "Säumer" 1708

Verd.: Saumer = Saumtierhalter; Frachtfuhrmann mit Saumtieren.

Haem.: Saumer, Saumtiertreiber. (vielleicht besteht aber auch Zusammenhang mit "Saumeister")

Frischbier: Saumeister = Meister einer "Sau", eines Fischerbootes; Fischerknecht.

(Artikel i.d. LN vom 23.7.1994!)

 

Saurbronnen Träger

B.B.Stuttgart Nr.895  (1683)

    Sauerbrunnen - Händler.

 

Sawschneider, Sauschneider

Kolb 1616. Schweineschneider, Kastrator (Gr.)

 

Sayenmacher

Verdenh.: Herst.der aus Brügge stammend. Saye (= feiner Wollstoff)

Krünitz: Saye, Soye, sehr leicht gekieperte Zeuge oder Sarschen, welche ganz von Wolle sind u. zum Unterfutter der Kleider von einigen Ordensleuten, auch anstatt der Leinwand zu Hemden gebraucht werden. Ursprung Flandern.

 

Sayler, sailler, seyler

Nürnberg 1391 (1399) sayler

B.B.Kaiserslautern 1633: Sayler

B.B.Cassel 1639: seyler

Nürnberg 1396 (1457) sailler

     Seiler, Reepschläger.

Lex.: seiler = Seiler

Schmeller: Sailer = Seiler.

 

Scapere

B.B.Hannov.      Schäfer.

Sch.-L.: schaper = Schäfer        "Dem scapere to lone 1 m (1397)"

 

Scarpentarius u. Nauin

Penners-Ellw. Tafel V, 1.Forts. 1536-1540

Haem.: carpentarius navium = Schiffszimmermann.

Heinichen, lat.W.B.: scarpentarius - nicht vorh.

     carpentarius = Stellmacher,      navis = Schiff

 

Scarperichtere

Dankert, Unehrl. Leute:     Scharfrichter, Nachrichter.

 

Scowerte

Spanuth, Hameln S.131  "den scowerten to Hameln"

                                S.141: Schowerte

Lex.: Schuchwürthe        = Schuhmacher

Sch.-L.: Schowercht, -wert = Schuhmacher.

 

Scribent

Stuttg. 70              Schreiber.

 

Scriffer, Schriver

Hennings:             Schreiber.

 

Scriver

B.B.Hannov.   Schreiber

Sch.-L.: schriver,   scriver = Schreiber.

 

Scroder, Schroder, Schröter

Hennings i. Sippe d.Nordmark 1940

Schneider; auch Verlader u. Transporteur (Beerschröder)

Sch.-L.:schroder, schrader "der Gewand etc. zuschneidet: Schneider

                Schrötammet = 1) Schneiderhandwerk,

                                          2) das Gewerk der Bier- u. Weinschröter

Mens.: Schneider (eigentlich:" der Kleider zuschneidet")

Wehrm.: Scrodere = Schneider.

 

Scuttemester

Goslarer Bürgerlisten:   "1501 Clawes Stolte, Scuttemester"      

Sch.-L.: schuttemester = Aufseher über die Wasserschüttungen, Abwässerungen.

Schutte = Schott;                          schutte = Schütze;                          schutte = Geschütz.

Lübb.-W.: schuttemester = Aufseher über die Wasserstauungen; überh. Polizeidiener.   (Goslar.B.liste, MTT, KSA VIII 2)

Sch.-L.:         .....(6) schuttemester = der fremdes, verlaufenes Vieh zu schütten hat?

 

Secher

Schlächter der Juden, Schächter (s.d.!)  (Bücher)

 

Sechsmann

Nordd.Fam.kde 1953 S.177   / 1660  "Wollenweber unter den Trappenieren, Sechsmann u. Farbeherr"

Gr.: die sechs Baisitzer der beiden Gildemeister, die mit diesen den Gildevorstand bildeten.

 

Seckeler, seckler

Säckler, der Taschen, Ranzen u. dergl. aus Leder macht.

Wurden mit den Weißgerbern u. Sattlern einer Zunft zugerechnet. (Bücher)

Staß-Stein: Seckelmeister = Rentmeister, Kassenverwalter.

 

Seckhelmayster

Sevin, Überlinger Häuserbuch S.88: 1498 Seckhelmayster u. Schadenstraffer

                                                S.85: 1449 Pawherr u. Spittalpfleger, Anno 1450 Seckhelmayster

   Rentmeister, Schatzmeister, Kassenverwalter.

Haem.: Säckelmeister = Vermögensverwalter einer Stadt, Einnehmer.

 

Seddeler, sedeler

im 15. Jh. setler, satteler, sattler = Sattler.

1377 mit den Kummetern, Schildern, Malern, Glasern, Scherern eine Zunft. 1463 erhalten sie eine eigene Ordnung. (Bücher)

Kraack, Flensburg:  Sedeler = Sattler.

 

Sedelmeyer

Verdenh.(Bay.,Frank.): Bauer, der verpflichtet war, am Gericht als Schöffe tätig zu sein.

Grimm: Sedelmeier, meier, Pächter eines Sedelhofes; Sattelhof.

vergl. Sadelhöfer!

 

Seder

Krause, (ZA 2431/1879) S.147    "der salzkocher"

"der seder siedet tags, der höder nachts."

Sch.-L.: seden = sieden, kochen.

 

Seemeister

B.B.Stuttgart Nr.896 (1685)              Schaumeister.

vergl. Sehemeister!

Staß: Schaumeister = Vertreter der Zünfte bei der ... amtlichen Warenschau.

 

Seemgerber

Oldenb. Traub. 1683-1740:  "Dreyer, Seemgerber i.O."

    Sämischgerber.

s.Semischgerber!

 

Seeschreiber

Adr.B.Lübeck 1807 S.45  "Seeschreiber von einkommenden Schiffen an der Zulage."

Schreiber bei dem Zulage-Department im Kanzlei-Gebäude.

(Zulage = eine Steuer auf Aus- u. Einfuhr.)

 

See-Zollschreiber

Adr.B.Lüb. 1811 S.247   "See-Zollschreiber an der Zulage." (ebenso 1830, S.198)

Behrens I S.202: Seezoll a) Pfundzoll u. Zulage, b) Lastengeld d. Schiffe, c) Abgabe an die Sclavenkasse usw.

siehe Zulageschreiber!

Zollbeamter für über See gehende Waren.

 

Segeler-Bruder

Burg/Fehmarn: Jacob, Bürger, Kaufmann, Ratsherr u. Bürgermeister zu Burg, Segeler-Bruder. + 1653

Volkart, Nordd.Fam.kde 1972

Parten-Reeder (Höpp.)

    Teilhaber eines Handelsschiffes.

 

Segelneger   /   Segelwardener

Segelnäher       /     Segelmaker , Segelmacher (Hennings)

Staß-Stein: Segelnäher; eine in größeren Städten bestehende Zunft, die Schiffssegel herstellte.

 

Seger  ,  Segensnider

Säger, Holzschneider;  gleichbedeutend: bretsnyder (Bücher)

Verdenh.: Segensnider = Sägemüller.

 

Segeschmidt

B.B.Weißenfels 1696             Sägenschmied.

Verd.: Segesenschmidt = Sensenschmied.

Ad.: "Sägenschmied = Schmied, welcher vornehmlich Sägen u. andere schneidende Werkzeuge verfertigte."

 

Segisser,  Segesenschmidt

stellte Sensen her. Siehe Dengler!

Die Sense heißt im Alemannischen "Sägese". (Potth.)

Segisser, Sägesser (obd.) = Sensenschmied (Bahlow)

 

Sehemeister

Geneal. 1963 Heft 6, S.593

hielt den See sauber; andernorts Teichgräber, Teichmann genannt.

Lex.: sehe = Augapfel, sehkraft(?)

 

Sehler, Seheler

Seiler    (Gebh.)

 

Sehmgerber

B.B.Kiel 2908 (1711)

Staß: Sämischmacher (Sehmischmacher) = Gerber eines weichen, geschmeidigen Leders.

 

Seidenbereiter

Dietz S.40:   1601 Seidenbereiter; Vater Seidenhändler.

Gr.: der die Seide zur Verarbeitung zubereitet.

                Seidenzurichter.

 

Seidenfärber

Penners-Ellw. S.243;   Seidenfärber 1603

Haem.: Seidenfärber (ohne Erklärung)

Lex.: sidefar = seidenfarbig

                Färber von Seidenstoffen.

 

Seidenknopfmacher

Carl Schulz S.26,    1800.

Handwerker, der Holz-, Horn-, Metallknöpfe mit Seide überzieht.

 

Seidenkrämer

Penners-Ellw. S.373              -1569

Haem.: Seidenkramer = Seidenhändler.

 

Seidenmacher (-in)

Potthoff S.110

Seidenweber (Haem.)

 

Seidenstähmer

Schütz, B.B.Gumbinnen S.111

wahrscheinlich Schreib- oder Lesefehler: Seidenkrämer(?)

 

Seidensticker, -neger

Gebh. 1611.

Ein Handwerker, der in oder mit Seide stickt (Grimm) oder näht.

Verdenh.: Seidenneger = Seidensticker.

 

Seydenstricker   /   Sydenstricker

Seidenstricker, Goldstricker.

 

Seidenstrumpfwäscher

Sedina-Archiv 1978 S.61

Als die Strümpfe eleganter Damen u. Herren noch aus Naturseide hergestellt wurden (z.B. in der Rokokozeit), waren diese so wertvoll, daß man die Reinigung Fachleuten übertragen mußte und nicht der üblichen Waschfrau.

 

Seidenwirker

Sa. 112.              "Kolonist Seidenwirker",

ein Hugenotte, von Beruf: Verarbeiter von Seide.

Grimm: der seidene Zeuge verfertigt.- 

Gr. setzt S.-wirker u. S.-weber gleich.

Haem.: Seidenstricker.

 

Seiffenmecher, seiffenmacher

Seifensieder (Bücher)

Sepenseder = Seifensieder (Schu.)

B.B.Gumbinnen:  Seifsieder.

Handbuch d.B.: Seifensieder, in Österreich früher auch >Oelerer< genannt (weil die S. zur Seifenherstellung u.a. Oel verwendeten u. zu ihren Obliegenheiten in den Städten auch das Nachfüllen der Lampen der öffentl. Straßenbeleuchtung gehörte.)

 

Seigerschmied  /  Seiermaker

Uhrmacher              /      Uhrmacher (Hennings)

waren nicht Uhrmacher im heutigen Sinne, sondern Hersteller riesiger Kirchen-, Turm- u. Klosteruhren, mechanischer Räder-, Waage- u. Gewichtszeitmesser. (Potthoff)

Wasserzieher: Seiger, urspr. Sanduhr, durch die Sand rinnt.      

seigen = seihen = durch ein Sieb sickern lassen.

Brockhaus: Seiger = 1) Pendel,        2) mittelalterl. Münzwaage,         3) schles. Wanduhr.

Staß-Stein: Uhrmacher; der Großseigermacher fertigte Turmuhren.

Fuhse: Seiger, ursprüngl. Stundenanzeiger mit rinnendem Sand oder Wasser; dann auf Uhrwerke mit Rädern u. Gewicht übertragen.

 

Seigersteller

B.B.Weimar 1706    "Schlosser und Seigersteller."

Staß: Uhrsteller; einer, der die öffentl. Uhren stellt und in Gang hält.

 

Seiler, sailer, seeler, Seyler

Seiler.             zuerst 1338, früheste Zunft 1573 (Bücher)

siehe: Reper!

B.B.Cölln: seeler, sehler = Seiler.

B.B.Konitz: 1753 Seyler

Grönh.Litz: "Das Bestereben der Handwerksämter (Zünfte), jedes unberechtigte Eindringen in ihren Arbeitskreis zu verhindern, führte zu manchen Berufsbezeichnungen, die uns heute fremd geworden sind. So unterschieden sich streng die Reepschläger von den Seilern."         - Siehe Reepschläger!

 

Seilfarer

Huschke, B.B.Weimar 1575   "Schuster >Seilfarer<  "

Gr.: Seiltänzer.

Lex.: Selganger, -genger = Seiltänzer.

Schmeller: Sailgänger = Seiltänzer.

 

Seilträger

B.B.Cassel S.96;   1697

Wandernder Händler, der Seilerwaren verkaufte.

 

Seilwinder, Zelewinder

v.Gebhard, Neub. Frankf.a.O.   1609           Seiler.

Grimm:    Seildreher  =  Seiler

                Seilmacher =    "

                Seilspinner =    "

                selemeker (mnd.)= "

B.B.Hannov. zelewinder

 In Hannover gab es 1689 eine Seilwinderstraße.

 

Seimwraker

Lagemann S.220   "Seit 1516 mußten auch die Tonnen, in denen Honigseim u. Lachs verkauft wurde, gezirkelt werden. Zu diesem Zweck schuf der Rat eine neue städt. Beamtenschaft, die beeidigten Seimwraker."

 

Selcher

Nebengewerbe d. Schlächter (Wien): salzte das Fleisch ein u. räucherte es (Potth.)

Verdenh.: Rauchfleischmetzger.

 

Seldner

Franz. Gesch.d.d.Bauernstandes S.24

Grimm: Bewohner, Besitzer eines als Selde bezeichneten Gebäudes oder Gutes, meist eines kleinen, nicht selbständigen Hauses; Häusler.

Verd.: Beisasse; Einwohner einer Stadt ohne Bürgerrecht.

Wasm.: Häusler, Kossat; Besitzer eines kl.Hauses ohne Acker u.Wiese

 

Seller, Sellefrouwe

Magd. Adr.       Trödler, Altwarenhändler.

Warncke: Sellefrouwe = Austrägerin.

Staß-Stein: Seller = Kleinhändler, Trödler, der mit alten Kleidern u. altem Hausrat handelt.

 

Selhausmeister

Felix Plage, Frankfurt a.d.Oder, wie es war und wurde. Frankf./O. 1928 S. 30:   "Am Oderufer erhebt sich das stattliche Gebäude der >Niderlag<. Hier schaltete der S. u. erhob für die hier ausgeladenen Waren die Abgaben für die Stadt u. die Gebühren für sich u. seine Knechte."

Gr.: Selhaus =seldenhaus = kl.Bauernhaus, meist zu einem Gut gehörg.

Sch.-L.: sellen = verkaufen, veräußern

       Selschup = Gesellschaft = Handelshaus, Firma.

 

Sellhausmann

Stettiner Bürgerliste 1810 (Sedina-Archiv S.165)

Mens.: sellen = verkaufen, handeln

                Seller = Händler, Hausierer

         Sellbood = Hökerbude

Besitzer eines Hauses mit Laden.

 

Selzer

Salzverkäufer.   (Bücher)

 

Semer

Honigseimer.

Wehrm.: Die Honigseimer bereiteten Met, der einen Ausfuhrartikel bildete.-     siehe auch: Honnichsemer!

 

Sêmeschgerwer       (Reval 1543)

Semeschmaker                      "   1468)

sêmtoewer                   (Münster 1535)

Sämischgerber       (Holmberg)

Sämischgerbung: Bei der Herstellung von weichem Handschuhleder, Fensterleder u.dergl. werden Dorsch- u. Robbentran in die Blößen eingewalkt; bei nachträglicher Erwärmung bilden sich durch Selbst-oxydation des Tranes Aldehyde, die den Gerbprozess vollziehen (Brockh.)-   

Verd.: Sämischmacher = Weißgerber, der sehr weiches Leder fertigt.

Leps S.136: Semischbereiter (Pergamenter)

 

Semmler, semeler

buk Semmeln, Wecken, Brötchen

semeler, simmeler, symeler = Weißbrotbäcker; von Semmel, simmel, Weizenmehl oder Weißbrot (Bücher)

ahd. semila; Lehnwort aus lat. simila "Weizenmehl" (Bahlow)

 

Semner, Semmer

Grotefend-Diederichs S. 70, 74, 76  "Reichspostmeister in Mühlhausen, Senator ebd., Semmer,  1725"

                                       S.148: "Das ist in Mü. Gerichts- u.Polizeidirektor"

Gr.: Semner, semener, semenen = sammeln;         Sammener = Sammler.

Bei Grotefend zwei Schreibweisen: Semmer u. Semner

 

Semscherer

Oldenburg S.10/258

Sämischgerber?

siehe Semeschgerwer!

Verd.: Seimtauer = Gerber

Staß-Stein: Sämisch-, Semischmacher = Gerber eines weichen Leders.

 

Sendelbote

Kopfsteuerb. Tl.3 S.135

Sch.-L.: Sende-, sendelbode = Abgesandter.

 

Sendschöffe

Fg.Such-u.Anzeigenblatt 1926 S.112

   "Faßbinder, Bürger u. Sendschöffe in Neuwied,  * zwischen 1640 u.1650"

Gr.: Dem Laienstande angehöriges Mitglied des geistlichen Gerichts

 

Senfmann, -mecher, -menger, senyffman, senyffmenger, -mecher

Senfverkäufer, Senfbereiter,  Senfhändler. (Bücher)

 

Senfmüller

Grönh. 1833/6060

Die Samen des schwarzen Senf (Brassica nigra) werden gemahlen zur Herstellung von Speisesenf u. hautreizenden Umschlägen (Brockh.)

 

Senkelmaker, Senkeler, Senkler

Lübeck 1543   /   Halle 1417

stellten Schnürsenkel her, die an den Enden mit Stiften oder Metallbeschlägen versehen wurden.

Senkler war in Bremen, allerdings erst im 17. Jh. Synonym für Riemenschneider.   (Holmberg)

Verdenh.: Senkler = Blechschläger, Schnallenmacher.

Staß-Stein: fertigten Schnürbänder, Schnürriemen, Schnallen; sie gehören oft mit Beutlern u. Handschuhmachern zu einer Zunft.

 

Sensal

Magd.Adr.    Makler. (aus dem Italien., Brockhaus)

Fritz Molle: Sensal = Handelsmakler (aus d.Persischen-Arabischen) - vor allem in Österreich.

 

Sensensmyd, -mecher

Sensenschmied,  Hippenmacher.

Handb.d.Ber.: Senseler, Sensseler, Sonderberuf der Messerschmiede.

 

Separata

Stuttg. 70     keine Berufsbezeichnung!

Frischb.: separêren = sich trennen (v.Eheleuten)

Separata = von ihr.Mann getrennt lebende bzw.geschiedene Frau(Ger.)

separatus (lat.) = abgesondert.

 

Separatist

A.L.Peikert    "Kutscher u. Separatist."

Nach Frischbier ein Landwirt, der aus der Bodengemeinschaft ausgeschieden ist.

Lommatzsch, Es wird noch werden gut, in Niedersächs.Jahrbuch 1972 S.198   "Urheber u. Teilnehmer an kirchl. Unruhen sind Separatisten, die ein von der Landeskirche unabhängiges ... Glaubensleben führen wollten ... Teilnahme an Gottedienst ...Beichte ablehnten."

 

Serader

B.B.Hannov.    Schrader, Schneider.

 

Sergenmacher, Sergenweber

auch Werschweber stellten Serge, eine Art von Wollstoff mit Leinen u. Seide vermischt her. (Potth.)

Serge (frz.) = glattes Köpergewebe aus Wolle, Halbwolle, Seide usw. als Futterstoff verw. (Brockh.)

 

Serpentinwarenhändler

Kaeber, B.B.Berlin

Brockh.: Serpentin = Gestein aus der Gruppe der kristallinen Schiefer. S. läßt sich leicht schneiden u.drechseln, ist politurfähig.

 

Servis-Rendant, -diener

Adr.Cal. 84

Grimm: "Service heißt dasjenige, was bei Einquartierung den Soldaten außer dem Quartier an Salz, Essig, Feuer, Licht und Geräten zum Gebrauch gegeben wird. Nach Campe: eine Steuer, welche die Bürger dafür, daß sie mit dem Einlagen (Einquartierung) verschont bleiben, zur Verpflegung der Soldaten erlegen müssen."

Adr.Cal. Berlin 1841 (St.bibl. Hist. 8; 17034): "Die Servis- u. Einquartierungs-Deputation (der Servis ward 1676 eingeführt u. die Servis-Kommission 1721) Die erste beständige Einquartierung geschah 1657"

Staß-Stein: Servisrendant bearbeitet in den Garnisonsorten die Einquartierungssachen u. führt die Kasse für die Servisgelder.

Bürgerliste Stettin 1785: Controllleur bei der Servis-Kommission.

 

Servus

Fam.kdl.Nachr. 1967 S.190   "  1727 ... war Servus in Frischenau"/ Kr. Wehlau/Ostpr.

Verd.: S. = Knecht, Bedienter

Staß: Servus =    1) Höriger, Unfreier,     2) Bedienter, Knecht.

(lat. servus = Sklave.)

Brockh.: servus (lat.) = Diener, Knecht

Servus! - in Bayern u. Österreich Gruß, eigentl: "Euer Diener!"

 

Setzmann

Festeprotokoll Kropp 1769

Gr.: Setzbauer = Verwalter eines Bauernhofes, Bauer, der vom Eigentümer auf einen Hof gesetzt ist ... u. verwaltet.

 

Setzschiffer

Schiffer, der für einen Partikulierschiffer (s.d.!) das zweite bzw. dritte Schiff führt.

Momsen S.253: "Andere steuerten als Setzschiffer (später Kapitäne) ein Husumer Mitbürgern gehörendes Schiff."

Staß-Stein: Setz-Schipper = der von einem Reeder mit der Führung eines Schiffes Beauftragte.

 

Setzwirt

Gr.: Setzbauer, setbuer (nd.), Verwalter eines Bauernhofes. Bauer, der vom Eigentümer auf einen Hof gesetzt ist und diesen für seine Rechnung baut u. verwaltet.

Mens.: Wenn eine Bauernwitwe mit unmündigen Kindern sich wieder verheiratet, so wird der zweite Mann nicht Besitzer der Stelle, sondern nur Setzwirt. Er hat die Stelle für den unmündigen Erben zu verwalten. Bei dessen Großjährigkeit muß er mit seiner Frau auf Verlehnt ziehen. -  Auch Verwalter oder Vertreter.

 

Seuner, Säugner, Seigner

Staß-Stein: Im alten Danzig gab es eine Zunft der "Seuner u. Seefischer", so benannt nach ihren Kähnen mit den durchlöcherten Fischbehältern (sewe oder seigen).

Frischbier: Karpfenseugner, in Danzig die Fischer, welche in eigens dazu eingerichteten Behältern Fische, bes. Karpfen, zum Verkauf halten. 1640 heißen sie Seuner.

 

Sevemaker,  Seymacher

Lübeck 1284/1309

mnd. seve = Sieb,            also Siebmacher (Holmberg)

sevenmaker = Siebmacher (Höhler)

Verdenh.: Seymacher = Siebmacher.

 

Sewhührdt

B.B. K-lautern 1615:   "Sewhührdt"

                Säuhirt, Schweinehirt.

 

Seymmaker, Semer

Hennings i. Sippe der Nordmark 1940       Sie preßten den Honig aus den angewärmten Waben u. machten auch Met.-

Mens.:" Semer = Mann, der das Semen im Großen betreibt."

"semen, seimen = Honig aus den angewärmten Waben herauspressen."

Sch.-L.: sêmer = Honigseimer.           Die H. bereiteten Meth, der einen Ausfuhrartikel bildete.

 (Lüb. ZR 285. Wehrm.)

 

Shefarenman, sehefahrener

Hennings: Seemann, Matrose

Lüb. K.B. 1585: sevarerman

 

Siamosenmacher

Brinkmann, Bochum S.116, Erwerbsverhältnisse Ende des 18. Jh.:     " 2 Siamosenmacher"

Keys.: Siamosen (zum Ländernamen Siam) = gestreifte o. karierte leinwandartige Baumwollgewebe.

Mack.: Siamosen (lat.) (baumwollene) Schürzenstoffe.

H.Dittberner: das Wort kommt aus dem Franz”sischen: siamoise = bunte Baumwollgewebe.

 

Sichelschmied, sichelsmit

Fg.Such-u.Anzeigenblatt 1926 S.157          "Sichelschmied zu Ohrdruf,  1682"

Gr.: falcarius, faber falcarius      = Sichelmacher.

Nürnberg 1324 (634) sichelsmit.

 

Sichtemüller

Oldenb. Traub. 1683/1740:   "Grahlmann, Sichtemüller in O. "

Brockh.: Sichtmaschine, Sichter = eine Maschine zum Trennen der Mehle von gröberen Bestandteilen (Plansichter)

                Müller, der Feinmehl herstellt.

 

Sichter

B.B.Hannov.  Schnitter, Mäher.

Sch.-L.: der mit der Sichte Korn abmäht.

                sichte = Sichel (um Getreide, Heide etc. abzumähen)

 

Sidenknopmaker

Hennings i. Sippe der Nordmark 1940

Verfertiger von Stoffknöpfen aus Seide.

 

Sidenneher        /   sidensticker

sydennewer             /   sydensticker

sidenneber               /   Seidensticker

sydener    /   (öfter weibl.)

   Seidennäher      (Bücher)

 

Siebdrucker

Mulle, Handb.d.Berufskunde S.214

Meyer., Lex. 1974: Der Siebdrucker bedruckt verschied. Materialien (u.a.Pappe, Metalle, Holz, Glas, Textilien, Porzellan, Kunststoff) mit Hilfe der Siebdruckscheibe.

Molle: auch Serigraph genannt (aus Ostasien stammende Bez.)

 

Siebener

C.Velten, B.B.Krzn. S.2   "Siebener = Ratsherr" bis 1586

Nach Velten, Alt-Kreuznach, bestand die Stadtverwaltung aus 2 Bürgermeistern, 14 Schöffen u.

7 Ratsherren (Siebener), die aus der Bürgerschaft (Achtundzwanziger) für 2 Jahre, später auf Lebenszeit, gewählt wurden.

 

Sieber, sibber, siebemecher

                Siebmacher.

Verdenh.: Sibber, Sieberer, Siebler = Siebmacher.

 

Siechenknecht

Schimmelpf., Bamberg S.112

Knecht im Siechenhaus.

 

Siechenmeister

Lüb. 1842 (S.252)  "Siechenmeister zu Kl. Grönau."

Aufseher im Siechenhaus.

 

Siedenbesitzer

Schäfer, A.L. v.Schlözer, in Fam.u.Volk 1957 S.385

                " 1501 Bürger und Siedenbesitzer Hall"

Besitzer einer Salz-Siedepfanne. 

 

Sieder, Siedemeister

Familie u.Volk 1954 S.21   (1491/1515)

Gr.: nd. seder = Salzkocher

Hueg, Northeim S.72: 1910 Siedemeister u. bis 1919 Kantinenwirt  (Zuckerfabrik)

 

Siegeler, siegelmeister

hießen bei den Textilhandwerkern diejenigen Meister, denen die Besichtigung, Prüfung u. Stempelung (Siegelung) der Gewebe je für ein Jahr anvertraut war.   (Bücher)

Staß-Stein: Siegelmeister = Schaubeamter, der die geprüften u. klassifizierten Waren mit dem Siegel des Schauamtes kennzeichnete.

 

Siegelgräber

Granzin, Torgauer Neubürger, in Fam.u.Volk 1959 S.270

                   " 1617 G.K. Goldschmied u. Sigelgräber"

Staß: Stempelschneider, Steinschneider, Graveur.

 

Siegellackfabrikant

Carl Schulz S.126.      1802

Brockh.: Siegellack = Masse aus Kolophonium u. Schellack, versetzt mit Farbstoffen, zum Siegeln von Briefen usw.

Siegelschneider

Fuhse, Schmiede - Braunschweig S.54

Stahl-, Stempelschneider.  (s.d.!)

 

Sielrichter

Ahnenliste Harten, Hbg.; Verlag Ostfries. Landschaft 1980  "Ohling, Sielrichter, Ältester zu Larell,  * 1703 "

Verd.: Aufseher über einen Siel (= Schleuse, die das Binnenwasser in die See abläßt) u. dessen Unterhaltung.

Doornkaat-K.: der von der Sielacht gewählte Beamte, welcher die Angelegenheiten der Sielacht-Interessen zu wahren hat. u. den Siel u. alles, was zur Abwässerung gehört, beaufsichtigt.

Gr.: Sielr. = der von der Sielacht gewählte Oberaufseher über ein    Siel u. dessen Unterhaltung.

 

Sielzimmermann

Baumeier ... i.d.Vogtei Berne 1647 (Oldenbg.)

Brockh.: Siel = eine Öffnung in Deichen zur Entwässerung eingedeichter Niederungsgebiete.

Handwerker, der die Sieltore baut u. in Ordnung hält.

 

Sikenmester

Hennings            Klempnermeister ??

Gr.: Sieke = bei Klempnern aus Blech geschlagenes Gesims.

      sieken = mittels des Siekenhammers u. Siekenstocks Kannelierungen des Blechs hervorbringen.

Krünitz erwähnt Siekenhammer u. -stock.

(Vielleicht: Siechenmeister?)

Duden: Sieke = Seefahrzeug

Siekenstock : ambos mit runden rinnen (?)

 

Silberabtreiber

A.L.Meentzen S.52/78   "Silberabtreiber (1752-1762) zu Clausthal im Harz."

Hofmann, Anorg.Chemie, Braunschweig 1949 S.530: "Die älteste u. verbreitetste Methode besteht in dem Treibprozess, indem man das Silber zunächst als Legierung mit Blei ... ausbringt und dann auf offenen Herden durch Luft in der Glühhitze das Blei oxidiert u. das metallische Silber hinterbleibt. Das Ende der Treibarbeit erkennt man ... Silberblick."

 

Silberborner, silbersmelzer

der Silber durch Schmelzen läutert.

sulverberner (bei Höhler als Goldschmied gedeutet)

             = Silberbrenner, -schmelzer.(G.)

 

Silberbote

P.Ernst, Jugenderinnerungen S.33   "Mein Großvater war Silberbote gewesen,d.h.er hatte das ausgeschmolzene Silber ... nach Clausthal zur Münze zu bringen." ...

besonders erprobter Bergmann ... von Andreasberg bis Clausthal etwa 5 Std.

Verd.: Silberbote = Amtsbote, Postbote. (Wasm. dto.)

Gr.: Silberbote, bergm. = der Bote, der von auswärtigen Gewerken die Zubuße einfordert und ihnen die Ausbeute überbringt.

 

Silberbott, Silberbote

B.B.Cölln 1609   "churf. gn. silberbott"   d.i. Postbote.

Verdenh.: Silberbote = Amtsbote, Postbote.

 

Silber Cämmerling

B.B.Stuttgart S.15

siehe Kämmerling!       Hofbediensteter

Staß: Silbermeister = Aufsichtsperson über die herzogl. Silberkammer

Gr.: Silberkämmerer = Vorsteher einer Silberkammer. Aufseher über das Silbergerät eines fürstl. Hofes.

 

Silberdiener

Gebh. 1737

Grimm: Diener, der die Aufsicht über das Silbergeschirr hat.

B.B.Hannov. 1681 fürstlicher Silberdiener.

Staß-Stein: Silberknecht = Gehilfe des Silbermeisters.

S.-meister = Aufsichtsperson über die herzogl. Silberkammer.

 

Silberhüttenmann

v.Kempen S.134/2366:  "Silberhüttenmann in Lautenthal (Harz)"

Arbeiter auf der Silberhütte.

 

Silberkarrenführer

Kopfsteuerb. Tl.1 S.51

Gr.: Silberwagen = "Wagen, worauf Silber gefahren wird, so nach Adelung ein Wagen, der alle 14 Tage von Freyberg nach Dresden geht, das Brandsilber in die Münze liefert und das daraus gemünzte Geld mit zurückbringt."

 

Silberknecht

Gause, Kbg. S.27:   "Münzer, auch Münz- oder Silberknecht genannt"

Staß-St.: Gehilfe des Silbermeisters in der herzogl. Silberkammer.

Silbermeister = Aufsichtsperson über d.herzogl. Silberkammer. Er ist anfangs von Adel.

Gr.: Silberknecht = Silberdiener. (s.d.!)

 

Silbermeister

Werner, Iltener Amtsvögte ... Tietz-Schlüter, in Nordd.Fam.kde 1973 S.313

  "...heiratete 1681 den Silbermeister J.Damur"

                S.308   "kurf. u. kgl. Silbermeister"

Staß: Aufsichtsperson über die herzogl. Silberkammer; er ist anfangs von Adel.

 

Silberpfaffe

W.Fink S.135   "wegen treuer Dienste als Silberpfaffe im Fürstl. Hause mit Krug u. Schmiede belehnt."

Anscheinend eine Übersetzung aus dem Dänischen, da in deutschen Wörterbüchern "Silberpfaffe" nicht zu finden ist. Im "Ordbok over Det Danske Sprog", Kopenhagen 1946 (im Lsesaal d.Stadtbibl.) findet sich: sölvpop = ein Priester bei den kath. Bischöfen, ein Hofbedienter in fürstl. Häusern, der das Silberzeug in Verwahrung hat; Vorsteher der Silberkammer.

Grimm: Silberkämmerer = Vorsteher der Silberkammer. Aufseher über das Silbergerät; Silberdiener, Silbergehülfe.

 

Silberschleifer

Hohlfeld S.229

Handwerker, der Silbergeräten, wie Schmuck, Tafelsilber, medizin. Geräten usw. durch Schliff Glätte u. Glanz verlieh.

 

Silberstecher

A.Haemmerle, Ev. Totenreg. ... Augsburg 1706.

Silbergraveur (Handb.d.Berufe I,2) "Aufgabe des Flachgraveurs ist die Flächenverzierung...;

 die Verzierung (Ornamente, Blumen, Blätter usw.) wird... mit dem Stichel eingeschnitten,

 eingestochen oder eingegraben (graver = eingraben)."

 

Silberwärter

Ritter, Stadt Rügenwalde, in Ostd.Fam.kde 1958 S.2:       "1676 ... Silberwärters Sohn"

Hausangestellter, der das Silbergerät (Bestecke, Leuchter usw.) zu pflegen hatte.       

 vergl. Silbediener, Silberknecht, Silberpfaffe"

 

Silhuetteur

Momsen S.268   Schattenrißzeichner.

Silhuette,Schattenriß, genannt nach dem frz. Minister de Silhuette (1709-67).  Vor Erfindung der Photographie eine beliebte, gegenüber dem Portrait billige Kunst.

 

Sinteler

Hennings i. Sippe der Nordmark 1940

     Taffetmacher (s.d.!)

Sch.-L.: Sintel, spicus, instrumentum quid nautae utuntur. (Schindeler ?)   Gerät, welches die Schiffe gebrauchen.

 

Sitzfabrikant

Lüb.Beiträge z.Famil.kde H. 4 (1974) S.50: "Sitzfabrikant, + 1794"

Stuhl- u. Bänkemacher.

 

Slachter

Schlächter (Schu.)

siehe Fleischhauer, Freischlächter, Selcher, Schmerschneider, Secher, Smersnider..."

 

Slachther, Schlacht-herr

Spanuth, Hameln S.129:  "je einer beaufsichtigte... die Schlachten ... hatte auch die Aufsicht über den Warenumschlag bei den Schlachten (beim Stapel) u. den dabei zu erhebenden Zoll ..."

Wasserzieher: Schlacht = Flußwehr, Damm.

Gr.:"in nd. Gegenden mit Deichbau der Meister, der die Schlachten (aus Pfählen, Gatterwerk, Mauerung usw. hergestellte Befestigung des Flußufers) die Uferbefestigungen anlegt u. die Aufsicht über diese Werke hat."

 

Slaghuder

Schlaghüter.                     Die Schläge sperrten die Straßen, die über Land führten, hauptsächlich an den Stellen, wo sie die Landwehr durchschnitten. (Bücher)

 

Sleiermann, Sleiermenger

Geneal. 1963 Heft 4 S.483 (1395)

                Schleierhändler.

 

Sleper, Sliffer

Kraack, Flensbg.     Schleifer.

Handbuch d.Berufe: Sliffer = Schleifer, Messerschl.

 

Slepgenkäufer

Penners-Ellw. S.381   /1569

         "       "                  1559   Slepgenmacher.

Händler, der Schlepgen, Kopfbedeckungen verkauft.

vergl. Schlepgenmacher!

 

Sleutekesmann

Burchard, Stadthagn S.229;   1544    Sleutekesmann.

Bahl.: Schleuter -> Schlüter = Schleußer, Schließer, meint weniger den Torschließer als den Verwalter häusl. Vorräte u. Schätze, den Beschließer oder Kämmerer.

     Schlüsselmann, Beschließer.

 

Sloßmecher, Slosser

Schlosser (s.d.!)

Slosser, früher Slötter = Schlosser. (Schu.)

 

Slupwächter

Ferd.Röse, Lüb. Chronik, Lübeck 1842 S.148   "Die Slupwächter standen den Wetteherren in Aufrechterhaltung der Marktordnung, Beitreibung der Strafen usw. mit guten Stöcken zur Seite."

siehe Schluckwächter!

Verd.: Nachtwächter.

Mens.: heimlicher Wächter, Häscher.

 

Sluter

B.B.Hornburg S.17 (1593)   "sluter zu Dorstadt"

Sch.-L.: Schließer, Einschließer, Gefangenenwärter.

Mens.: Slüter = Schließer, nicht mehr gebräuchl., früher in Dithmarschen allgem. als Bezeichnung der Kirchspiels- u. Kirchenvorstände.

 

Smede, Smyt, smitt

Schmied (Grobschmied) (Hennings)

smyd, smit, smed, smeid = Schmied. Zuerst 1277.

Im 14. Jh. ist smyd der allgemeine Name für alle Metallhandwerker. Später zahlreiche Sonderbenennun-gen (hufsm., slosser, windenmecher usw.) (Bücher)    smed, faber = Schmied (Höhler)

              Smidd = Schmied

Büssen-      "           Büchsenschmied

Groff-          "       Grob-                "

Houw-         "          Huf-              "

Kopper-       "          Kupfer-       "

Messer-      "           Messer-      "

Nagel-        "            Nagel-          "

Gold-          "          Gold-             "

Klensmidd  = Schlosser        (Schu.)

Klockensmidd = Uhrmacher "

 

Smersnider

Schmerschneider, der Speck im kleinen verkauft. (Bücher)

Grimm: Schmerschneider, der Schmer schneidet, zum Verkauf für Heilzwecke, daher Bezeichnung des Apothekers, wohl scherzend.

 

Sniddeker, Snydtker, Snitg(k)er

Tischler. (Hennings)

Snidker = Tischler (Schu.)

siehe auch Schnittker!

 

Snitzer

Schnitzer, einer der Schnitzwerk macht (Bücher)

s. Bildemaker! 

 

Snormecher, snurmecher

Schnurmacher (meist weiblich)

Gegen Ende des 16. Jh. wandern franz. Passamentierer ein, die in der ihnen vom Rate 1592 verliehenen Ordnung als Schnürmacher bezeichnet werden. (Bücher)

 

Snyder, Snider, Sneider

Schneider;          bis 1320 gewöhnlich "sartor", 1346 daneben deutsche Bezeichnung, die allmähl. zur Herrschaft gelangt.

S. hatten oft ein Nebengewerbe: Pförtner, Türmer, Ladeninhaber (Bücher) 

  Sneider = Schneider (Gebh.)

 

Sockenstricker

B.B.Cassel S.85;   1681

Strumpfstricker, Strumpfknütter.

 

Sodawasserhersteller

Gerescher S.21

Der S. stellte früher mit handgetriebener Maschine das billige Getränk her. (Gerescher)

 

Sodesknecht

Krause (ZA 2431/1879) S.148  "sodescumpane oder aser"

sod = Soot, Sood = Ziehbrunnen

Arbeiter an dem Salzbrunnen.

                     S.150: "Sôt, zod, zood = salzborn, in Lüneburg nur vom alten u. neuen salzborn gebraucht"

Sch.-L.: sôt = 1) Brunnen, 2) Salzsiederei

Mens.: Sood = Brunnen

Kück: Soud, der Sod, Brunnen

(mons, pons, fons (der Berg, die Brücke, der Brunnen) = Grundlage des Lüneburger Reichtums!)

 

Soether

Hennings: Sootherr; führt Aufsicht über die Brunnen

Mens.: Soodherren = "die Interessenten eines Brunnens"

vergl. Sothmeister!

 

Soldat

In Wülker, Die Eheschließungen des Amtes Winsen/Aller, kommen (95) folgende Bezeichnungen vor: Muscetier     Dragoner

Bombardier,Kanonier         Gardekürassier,   Soldat

Wachtmeister       Sergeant = Unteroffizier (Dienstgrad)

Korporal (Corporal)            Reuter.

Transfeld: Das Wort S. taucht in Deutschland um 1550 auf, wird um 1600 allgemein; nach dem Sold = Lohn benannt.-

Wehrdienstausübender (Mack.)

a) Musketier : Musketenträger. Die Muskete trat Anf. 16. Jh. an d. Stelle der Hakenbüchse. Der Name Muskete diente bis zum 1. Weltkrieg zur Bezeichnung des Normalinfanteristen.

b) Füsilier, abgeleitet vom frz. füsil = Flinte, Gewehr; fusil bedeutete zunächst Feuerstein, dann  das mit Steinschloß versehene Gewehr (Flinte). Der Unterschied zum Mus(q)ketier bestand nicht in der Bewaffnung, nur in Abzeichen der Bekleidung.

c) Grenadier: anfangs Granadiere od. Granatiere hießen die Mannschaften, die die Aufgabe hatten, Handgranaten gegen den Feind zu werfen. (17. Jh.) Später keine Unterschiede in der Bewaffnung gegenüber anderer Infanterie. Trotzdem hielt sich der Name,        besonders bei der Garde-Infanterie.

d) Kürassier: Panzerreiter; abgeleitet von Küraß, das zuletzt nur noch Paradestück war.

Cuirasse kommt von cuir = Leder, -panzer.

e) Dragoner: Name von der Waffe, "dragon", Mittelding zwischen Karabiner u. Pistole. Reiter

f) Husar: von den Hußaren Ungarns übernommen. Das Wort stammt aber vom lat.cursarius = Unternehmer von Streifzügen. In Balkansprachen wurde daraus kursar, qusar, chusar, huszar.

Husar heißt also Räuber, Freibeuter, leichter Reiter.

g) Ulan: vom poln. ulan, das wiederum von Oghlani = junge Edle, Junker, die bei den Tataren die mit Lanzen bewaffnete Leibwache bildeten; Lanzenreiter.

h) Kanonier: aus dem Französischen, wo es schon 1411 gebräuchlich war.

Kanone = Flachbahngeschütz. Soldat der Artillerie.

 

Soldatenhebamme

Kopfsteuerb. Tl.2 S.75  "Inquiline Soldatenbademutter"

Hebamme, zuständig für die Frauen der verheirateten Soldaten.

 

Soldatenküster

Kopfsteuerb. Tl.2 S.75; Tl.6 S.210  "der Soldatenküster ist auch darin", nämlich im Hof des von Lenthen.

Küster in einer Kirche, die vornehmlich für Soldaten Gottesdienste hielt, in einer Garnisonkirche. /Rüppel)

 

Soldatenmädchen

Kopfsteuerb. Tl.2 S.32

Mädchen, das im Troß einer Truppe mitzog, Dirne. (Rüppel)

 

Soldatenschneider

Lüb. Arch. "Adler, Soldatenschneider 1643"

                a) Uniformschneider(?)

                b) Soldat, der nebenbei schneidert.(?)

 

Soldner

Nürnberg 1409 (1587)   soldner

Lexer: soldenaere, soldener = soldkrieger, söldner.

Verd.: Söldner = Tagelöhner

Schmeller:  "    = besoldeter Kriegsknecht.

 

Sole(n)maker, solenmecher

Lübeck 1316 / 55            gehörte zu den Glossenmakern.

sole, zoleken = wohl einfache Sohlen, die mit Riemen am Fuß befestigt wurden.

sola = Nebenform zu lat. solea = "Sandale" (Holmberg)

solenmecher = Sohlenmacher, Pantoffelmacher (Bücher)

solemeker = Pantoffelmacher (Höhler)

 

Soller

1200 Jahre Rehme S.203

Soller = von der Gemeinde bestellter Mann, der das Salz zu verteilen hatte (in Zeiten als das Salz kontingentiert war).

 

Soltdreger   /   Soltwolter

Salzträger        /     Salzpacker             (Hennings)

vergl. Salzpacker, Salzwälzer! 

 

Soltforer

Krause (ZA 2431 / 1879) S.149       "salzhändler. Sie waren großkaufleute, die das salz von den sülfmeistern ladungsweise kauften u. ausführten."

"In Mecklenburg nannte man dagegen im 17. Jh. soltforer die Fuhrleute, welche das Salz von Lüneburg holten."

 

Soltkoper

Krause (ZA 2431/1879) S.149                   Salzhändler.

Sch.-L.: solt = Salz      kopere = Käufer.

 

Soltmenger

Krause (ZA 2431/1879) S.149          "salzverkäufer in Novgorod, wesentlich händler mit Lüneburger Salz."

Sch.-L.: soltmenger = Salzverkäufer.

 

Soltmester

Krause (ZA 2431/1879) S.149   "wurden nach Volger (Direktor der Realschule des Johanneums zu Lüneburg, Dr.Friedr.Wilh.Volger, gestorben 1879) auch die Sülfmeister genannt.

 

Soltmeter

Krause (ZA 2431/1879) S.149 "...nannte man später den soltmeter, dann hd. slzmesser."

 

Solttunnenmaker

Lüneburg 1430

Salztonnenmacher. Die Salztonnen waren anscheinend nicht so dicht wie Fässer für Flüssigkeiten; denn in Lüneburg unterschied man zwischen Dichtmachern u. Salztonnenmachern.

setunnenmaker (Bremen 1574/96) Holmberg.

 

Somerling

Wunder, Christburg S.90: Dienstleistungsberufe: ... Somerling, Wartmann ..."    "in einigen (Hakenzins-dörfern wohnten ständige Arbeitskräfte des Ordens ... und Somerlinge, die die Pferde von Ordenssitz zu Ordenssitz geleiteten."

Staß: Führer von Saumrossen (Packpferden) auf den Kriegsreisen des Deutschen Ordens.

Sch.-L.: somer(e) = 1) Saumtier, 2) der ein Saumtier führt.

 

Sommerknecht

Kopfsteuerb. Tl.10 S.41

Gr.: Knecht, der für den Sommer gedungen wird; gött. ein für die Zeit von Jacobi (25.7.) bis Martini (10.11.) angenommener Knecht, auch Ernteknecht.

 

Sonnenkrämer

Fuhse S.34.    Hausierer, Kleinkrämer.

Gr.: Krämer, der seine Waren an der Sonne im Freien oder leichten Buden feilbietet, der gewöhnlich geringe Waren im kleinen verkauft und geradezu mit Trödelkram handelt. Hausierer.

 

Sootherr

H.Albrecht in Zschr.f.Lüb.Gesch. Bd.17/1915, S.206: "Die Rotbrauerältesten teilten ihre Befugnisse seit 1554 mit einer neuen Behörde, den Sootherren. Die Brauer hatten ihre eigenen Wasserkünste, zu deren Beaufsichtigung sie aus ihrer Mitte acht Verwalter wählten, die Sootherren.“ 

 

Sothmeister, Sotmeker

Quell.z.Geneal. 1.Bd. S.89  "Sothmeister in Lüneburg" (Ehevertrag)

Kück, Lüneb. Wörterbuch: Sod bezeichnete den Salzbrunnen der Saline ... Aus dem Sod (sôt) wurde mit Hilfe einer Wippe die Sole geschöpft und von den Sodesknechten in Rinnen gegossen u. so den verschiedenen Siedehäusern zugeführt.

B.B.Hannov. Sotmeker = Brunnenmacher.

Aus Flensburgs Geschichte im 19. Jh., Flensburg 1969 S.57: "Petersen-Schmidt wurde 1769 zum Sootmeister ernannt, hatte also die Aufsicht über den Brunnen, den er mit einer Reihe von Anliegern benutzte u.der sich mitten auf der Norderstraße befand."

 

Sôtmester

Krause (ZA 2431/1879) S.150  "niemals ein Siedemeister", sondern der hoch angesehene erste beamte der sülze, urspr. ein herzoglicher, dann nach 1288 von rath usw. gewählte... Er ist stets ratsherr.

 

Spaliermacher

Berger, Zuwanderer ... Wiener Vorortpfarren, in Ostd.Fam.kde 1963 S.207   "1703 Spaliermacher"

                "1710 Seidenspaliermacher ... Bergamt."

Gr.: Spalier = Gerüst von Latten usw., in Österreich auch Tapete.

  „   Spalierfabrik = Tapetenfabrik.

Mitzka: Spalier = Rebgeländer, zweireihige Aufstellung. Spaliermacher gehört in Breslau zu den Handwerkern.

 

Spangenmacher

fibulas farientes = Spangenmacher (Höhler)

fibularii =                              "

fibulator =                             "

bressenmaker =    "

 

Spängler

Spengler, Blechschmied (Haem.)

 

Spanhouwer, spanmaker

Bocholt 1498/99    Kiel u. Wismar.

mnd. span = hölzernes Gefäß.

                Böttcher.

 

Spanhutmacher

Behrens, Top. II, 156

vergl. Sponhutmacher!

fertigte aus Holzspan Sommerhüte.

 

Spanischer Weber

Carl Schulz,    "...aus Stockholm, 1774"

Textil-Museum Neumünster: Im 18. Jh. wurde in Preußen Span. Wolle für feine Tuche verwebt. Man nannte deshalb den Webstuhl auch spanischen Webstuhl. Demnach dürfte also ein Hispanischer Stuhl-macher Webstühle dieses Typs gebaut haben (siehe Jacobson Bd.II "Schauplatz der Zeugmanufacturen in Deutschland)"

 

Spankorbhändler

Hohlfeld 84

Händler, Wanderhändler mit Spankörben, die vielfach in Heimarbeit hergestellt wurden.

Mens.: Spankorf = Korb aus breiten Holzspänen geflochten.        

Gr.: Spankorb = porta recaria

Molle:Spankorbmacher = der aus flachen Holzspanstreifen Korbwaren, insbesondere leichte Obstkörbe herstellt.

 

Spanmacher

Kl.Lorenzen-Schmidt, in Die Heimat Sept. 1980, Heft 9, S.279.

Arbeiter, der Holzspäne herstellt für: Spankörbe, Spanhüte, Spanschachteln usw.

auch Schindelreißer, Splißreißer wurden so genannt: Spoonhauer. (Mensing)

 

Spanner

Stuttg. 70

Packer, Auflader (Verdenh.)

Haem.: Spanner, Spetter, Spediteur.

 

Sparleder, sparledder

der Sporenleder verfertigt (Bücher)

vergl. Sporer!

 

Sparrer

A.L.Dr. Neugebauer: Falkenhagen (Pomm.)

Verd.: Sparer = Sporenmacher.                        Was.: dto.

          Sporer = Sporenmacher.

 

Specialis, Spezial

Strack, Kreisfremde ... Lahr, in Fam.u.Volk 1957 S.304

"   1709 ... T.d. Fürstl. Kirchenrats u. Specialis und Pfarrers J.M. in Lahr."

    Höherer Geistlicher , Dekan.

Gr.: Spezial = Vertrauter, besonderer Freund.           2) gewürzkrämer, apotheker.

                                                               S.478:   1803 ... S.d.Spezials .. in Tannenkirch

Verd.: spezial = Dekan.

 

Speckverkäufer

Effinger in Zschr.f.Lüb.Gesch...Bd.24; 1928:  Dem Fleischergewerbe nahestehend, im Kämmereibuch 1316-1338 erwähnt.

"stabunt in locis inferioribus"

s. Specsnider!

Ihre Zahl in Lübeck 1340 H 8.

                Fettwarenhändler.

 

Specsnider

Fettwarenhändler (Höhler)

vergl. Schmerschneider!

Leps, Rostock: Speckschneider bereits 1325 organisiert.

 

Spegheler, Speghelmaker

Höhler:  Spiegelmacher.

 

Speisemeister

Adr.B.Lüb. 1811 S.244   "Speisemeister in St.Clements-Kalandt"

                S.326: St. Clements-Kaland, in der Hundestr. eine mit 4 Dörfern dotierte Stiftung ..., durch welche tägl. 20 arme Leute Speisung u. Präbenden erhalten."

Behrens I S.237: "Durch einen Speisemeister werden tägl. 25 bestimmten Armen, wöchentlich also an 175 Personen nahrhafte Speisen gereicht."

v.Melle S.313:  "Seiner Lage wegen wird dieß Gebäude der Kaland in der Hundestraße genannt; und ein von den Vorstehern dahin gesetzter verheyratheter Bürger muß als Speisemeister täglich 20 armen Leuten Speise u. Präbenden reichen."

 

Speiser

Huschke, B.B.Weimar 1552

Bahl.: Speiser = der Speisemeister, Speisenausteiler, e.Hof- u. Klosterbeamter, auch in Spitälern.

Lex.: spisaere, -er = der speisen verabreicht,speise-proviantmstr.

Schmeller: Speiser = Speisemeister

 

Hof- und Speisevater

M.Braess, Promemoria ..., in Ostd.Fam.kde 1964 S.315.  "1774 wurde er zum Hof- und Speisevater im Hospital St.Spiriti angestellt."

Staß: Speisemutter: handhabt die Verpflegung der Insassen eines Armenhauses.

Haem.: Speisemeister = eine Art Küchenmeister, Schaffner.

 

Speisewirt

Ahnenliste Harten, Hbg., Verlag Ostfries.Landschaft.        "Kruse, Speisewirt in Hamburg,  * 1775 "

    Gastwirt.

Gr.: Jemand, bei dem man für Geld speisen kann; Gastwirt, der Speisen verabfolgt, aber Gäste nicht beherbergt.

 

Spekendreier

Rademaker (Schu.)

Speichendreher, Stellmacher, Wagner.

 

Spelmann, spilman

Spielmann, Musiker (Hennings)

Umherziehender Musikant oder Gaukler. (Bücher)

Spellüd = Spielleute

Spelgrew = Musikdirektor (Schu.)

Speelgreve (ndt.): (Hambg.) Ratskuchenbäcker (Verd.)

B.B.Gumbinnen : Spiel Mann (1741)

 

Spendeler

Nordd.Familienkde 1953 S.146 / 1650          Stecknadelmacher.

Gr.: Spendel = Stecknadel, Kopfnadel

Verd.: Spener = Nadelmacher.

 

Spendelmacher

B.B.Hannov. 1659   Nadler

Verdenh.: Spenelmacher = Nadelmacher

Grimm: Spendel = Stecknadel, Kopfnadel.

                spendelmaker = Nadler.

 

Spendenmeister

Apel S.113: 1503-36: 1496 Student i. Erfurt         1519 an 6. Stelle v. 520 Steuerpflichtigen

                 Urk.b. 1119: Spendenmeister.

Apel S.149: 1487-1510: Gerber, Ratmann, Spendenmeister.

Verd.: Spendenmeister = Armenpfleger

Gr.: Spendenmeister = Spendeherr = Almosenpfleger.

 

Spener

Ribbe-Henning S.275        Spendelmacher (s.d.!), Nadelmacher.   

Verd.: Spenelmacher = Nadelmacher

Was.: Stecknadelmacher.

Brockh.: spenen = anheften; Spenadel = Stecknadel (bayr.,österr.)

Gr.: Spendelmacher = nadler.

                Spenel -> Spendel = Stecknadel.

 

Spengler oder Blechschmied

arbeitete feine u. zierliche Dinge aus Messing oder Weißblech, vor allem auch Spangen, woher er auch den Namen erhielt. (Potth.)

spengeler, im 16. Jh. spengler, ursprünglich der Spangenmacher, später = Klempner, Blechschmied (Bücher)

Handbuch d.Ber.: Spengler von "Spängler" (Spangel = Sperrhaken, der beim Aufrunden des Bleches benutzt wird), nach anderer Deutung vorm. Spangenmacher.

 

Spennelmacher

B.B.Cassel S.42. 1610: spennelm(acher)

                     S.137: Spennel = Stecknadel (Vilmar, Idiotikon von Kurhessen)

B.B.Cassel 1656: "spennadelmacher"

                Stecknadelmacher.

vergl. Spendelmacher!

Verd.: Spenelmacher = Nadelmacher

Haem.: Spener =      "

Lexer: spenel, spendel = stecknadel.

 

Sperregeld-Einnehmer

Adr.B.Lüb. 1821   S.136

                          S.107: "Schneidermeister, Sperreinnehmer am Holsteinthore"

Bis 1864 wurden die Tore abends geschlossen (22 Uhr, im Winter 16  1/2 Uhr), morgens geöffnet (4  1/2; / 7  1/2 Uhr). Wer in die Stadt wollte, mußte Sperrgeld zahlen, das nach der Zeit gestaffelt war. Die Sperrgeldeinnahme wurde verpachtet. (Lütgendorff)

 

Spezereihändler

Dietz S.37:     "Spezerei- u.Fettwarenhändler, heiratet 1773"

Brockh.: Spezerei = Gewürze, Gewürzwaren.

Duden (1973): (südd. veraltet:) Kolonialwarenhändler.

Gr.: der mit Spezereien handelt; Gewürzhändler, Drogist.

 

Spezialsuperintendent

Strack, Kreisfremde ... Lahr, in Fam.u.Volk 1957 S.454

"  1741 ... T.d. + Kirchenrats u. Spezialsuperintendenten ...Lahr"

Superintendent, der einen Kirchenkreis betreut. Früher hießen gegenüber dem Generalsuperintendenten, der für ein ganzes Land od. Provinz zuständig war, die Geistlichen Spezialsuperintendent, die ein kleineres Gebiet, etwa Kreis, betreuten. (Feilke)

 

Spiegelfutteralmacher

Carl Schulz S.97.     1778

Gr.: Spiegelfutteral -> Spiegelfutter, theca ad conservandum speculum.             Behälter zum Schutze des Spiegels.

spiegeltuch = tela speculi.

 

Spiegler, spiegeler, Spegelmaker

Spiegelmacher.

Spegelmaker = Spiegelfertiger (Schu.)

spegheler, speghelmaker = Spiegelmacher (Höhler)

 

Spielgreve

Lüb. 1798:  "Ratsmusikus und Spielgreve"

Spielgraf: Oberaufseher der Spielleute, ebenso mnd. „spelgreve“ für den Vorsteher u. Aufseher der Stadtmusikanten (in Lübeck, Mecklenburg)(Grimm). Nach Brehmer hatte der Spielgreve auch die Aufgabe, daß bei Hochzeiten etc. die vom Rat erlassene Vorschrift über Anzahl der Gäste,Menge der Speisen und Getränke usw.beachtet wurden.

 

Spießhauer

Vortrag Dr. Mai über Finsterwalde, gehalten 12.11.1978 in Heiligenkirchen bei Detmold:    

      Kleiner Ackerbürger.

Verd.: Spießbürger = die in der Stadt (innerhalb der Mauern) wohnenden Bürger.

Staß: Spießer wurden im 15. Jh. mitunter die mit Spießen bewaffneten Fußknechte genannt.

 

Spilkendreiher

Drechsler, Sp. genannt, weil seine Hauptarbeit das Drechseln von Spinnrädern (Spilken) war. (Bock)

vergl. Spillendreyer, Spinnrademacher!

 

Spillendreyer  /  Spilleker

Stralsund 1278     /   Bremen 1371

Spillemaker

Rheine 1435

Drechsler waren Verfertiger von Spindeln, mnd., mhd. spille (Holmberg)

spillendreier = Spindeldrechsler (Höhler)

Spinnradmacher.

 

Spillpächter

Fg.Such-u.Anzeigenblatt 1926 S.10

   "Badewirt u.Spillpächter, kath., * 1737, + Wiesbaden 1795"

Lex.: spil = tanz, zeitvertreib, vergnügen usw.

 Spilstube = stube, in der man sich vergnügt, bes. mit tanzen.

Brockh. 84: Spillgeld -> Nadelgeld (v. Spille = Spindel)

 

Spindeldreyer

Spindeldrechsler (Hennings)

 

Spinnersche

Kopfsteuerb. Tl.5 S.24       Spinnerin.

Staß: Spinner = Einlieger, die ihren Unterhalt vorzugsweise durch Garnspinnen bestreiten, indem sie entweder daheim nach festen Sätzen für das Stück arbeiten oder in die Bauernhöfe gehen ... u. gegen Kost u. Lohn spinnen.

 

Spinnersen, sponnersen

die Spinnerin (Bücher)

Mens.: Spinnersche = Spinnerin, Frau, die berufsmäßig für andere spinnt.

Staß-Stein: Spinner = Einlieger, die ihren Unterhalt vorzugsweise durch Garnspinnen bestreiten.

 

Spinnrademacher

Die Anfertigung eines Spinnrades gehörte von jeher zum Arbeitsgebiet der Drechsler. Feindrechsler (Holmberg)

Spinnrademacher = Spinnradmacher (Schu.)  

 

Spinster

Sauer, Meister u. Lehrjungen ... Tuchmacher Greifenhagen /Oder (MTT) S.15

        "mit 1 Tl. Gewerkstrafe belegt, weil er ...der Wwe des ... einen Sp. abspenstig gemacht hat"

    Spinner(?)

Mens.: Spinster = Spenser = Spenzer = Spinzer = Frauenjacke, Leibchen mit Schnüren.

 

Spitaler

A. Haemmerle, Tot.register ... Augsburgs.

Spital = Altersheim, Krankenhaus (Brockh.)

älteste Bedeutung: Gasthaus für fremde, arme Pilger (Krünitz)

Grimm: Spitaler = 1) Mitglied des Ordens der Hospitaler od. Johanniter,

                          2) Insasse eines Spitals, aus Hospital gekürzt, Pflegehaus, Krankenhaus.

 

Spitalmeister, Spitalschreiber

Schimmelpfennig, Bamberg S.37, 68

Leiter bzw. Beamter eines Spitals.

                                         S.68: "Demnach führte der Spitalmeister die Verwaltung des Spitalvermögens u. sorgte für Ernährung u. Unterbringung der Insassen."

Gr.: Aufseher u. Verwalter eines Spitals.

 

Spital- u. Waisenschaffner

Strack, Kreisfremde ... Lahr, in Fam.u.Volk 1957 S.404

   "...1723 .. S.d. + Stadtprokurators, Spital- u.Waisenschaffners in Colmar"

Ratsherr bzw. Beamter, dem das Spital- u. Waisenwesen unterstand.

 

Spittler

Gause, Kbg. S.21        "nur der Spittler hatte einen eigenen Wirtschaftshof, den Spittelhof bei Juditten, zu dem die Bauern der dem Spital gehörenden Dörfer scharwerkspflichtig waren."

Frischbier: Spittler, zur Ordenszeit ein Aufseher über ein Hospital

 

Spitzendecker

Tschirch, Brandenburg S.372; aus den ältesten Totenbüchern von St.Katharinen

   Dachdecker, vielleicht Spezialist für Turmdächer usw.

 

Spitzenhändler

Brenner in Sippe der Nordmark 5/6/1941/2 S.9        " + 1774, Kaufmann u. Spitzenhändler"

Gr.: Händler, der mit Spitzen handelt. Grimm schließt ein solche Händler, die die in Heimarbeit gefertigten Spitzen aufkauften, um sie an anderen Orten zu verkaufen.

 

Spitzenmacherin

Kopfsteuerb. Tl.12 S.156

Gr.: Spitzenmacher = taeniarum artifex

    Spitzenmädchen = Mädchen, das Spitzen anfertigt

   Spitzenklöppler    = der Spitzen klöppelt

          Spitzenwirker =    "      "      wirkt.

 

Spitzspänner, Spitzspender

Struck, Gr. Alsleben. 1714 u.1717 für die gleiche Person verwendet

Grimm: Spitzspann = Gespann von drei Pferden, wobei das dritte vor die zwei anderen nebeneinander gehenden gespannt ist, also an der Spitze geht. Spitzspänner im Halberstädt. ein Bauer, der drei Pferde hält u. damit spitzspännig fährt.

 

Splettreißer, Splettstößer

Kaeber, B.B.Berlin   "Dachspänemacher"

Duden: Spliß = Splitter                                  Spleiße = Span, Splitter

Brockh.: Dachdeckungsarten: mit Biberschwänzen als einfaches Dach (Spließdach) mit einfacher Überdeckung u.untergelegten Holzspließen (Spänen)

Splisse wurden aus gutem,astfreiem Kiefernholz gerissen/gespalten, etwa 35-40 cm lang, 7-10 cm breit, 3-5 mm dick. Noch zwischen 1920 u. 1930 gab es in Ostdeutschland den Beruf des Splißreißers. (G.)

Verdenh.: Splettstößer = Händler mit Dachschindeln.

Kolb 1682: "Splitreißer u. Scharnemann"

 

Sponhütemacher

Raute (1770)  "ein Sponhüte- und hölzern Pantoffelmacher"

Lüb. Adr. 42: Spahn- u. Strohhutmacher.

Spon = nd. Form von Span (Hobelspan)

Lütgendorff S.91: "Kopfbedeckung bei den Gemüsefrauen .. sonderbar geformter, schwerer, gelber Spanhut mit grüner Einfassung."    ("Die Fischfrauen tragen einen ebensolchen Sp. auf d. Tüllmütze.")

Frischbier: Spon = Span.

 

Sponmacher

B.B.Schwerin                     Spänemacher ........stellte mittels eines Sponhobels Holzspäne her, die für Sommerhüte verwendet wurden (siehe Sponhutmacher!)

Woss.: Sponriter = Spanreißer.

 

Sponreißer

Zschr.f.nd.Familienkunde (Hbg.)

Nach Mitzka: Mit dem Span-(Spon-)hobel stellte der Sponreißer Späne her, die in Bünde geschnürt zum Dörrholz ins Ofeninnere kamen. - Blau erwähnt Sponreißer nicht!

vergl. Splettreißer!

Gr.: Span = durch Abtrennen entstandenes kleines Stück, bes. von Holz: 1) Abfall, 2) bes.Bedeutung hat der Span harzhaltigen Holzes als ältestes Beleuchtungsmittel.

2a) etwa fußlanges Stück zum Verschluß der Fugen zwischen den Ziegeln.

Spanzieher, derjenige, welcher Dachspäne ziehend schneidet.

 

Sporer, Sporenmacher

arbeitete vor allem Sporen, Pferdegebisse, Kinnketten, Halfter (Potth.)

sporer, vereinzelt auch spurer, sparer, sperer, sporner, Sporenmacher, zu den Metallhandwerkern gehörig (Bücher).

Sporenmacher (Aßm. 1633)

A.Haemmerle, Ev.Totenreg.Augsburg 1744: Stadtsporer.

v.Gebhard, Neub.Frankf.a/O. 1605:   Spornmacher.

Hähnsen (S.89) Spörer

     "        (S.109) die Spörner.

 

Spörner

Huschke, B.B.Weimar 1559

Bahlow: von Spohrer, Spörer = Sporenmacher.

                Sporer, Sporenmacher.

 

Sporsmyt

Kraack, Flensbg. Sporenmacher.

Sch.-L.: spore, spare = Sporn.          vergl. Sporer!           

 

Sportelgeldkontrolleur

Hohlfeld S.56

Brockh.: Sporteln = früher Verwaltungsgebühr, die unmittelbar dem beteiligten Beamten zufloß.

Hohlfeld S.70: "Gerichtsassessor u. Sportelgeldkontrolleur."

                S.437: Sportelkontrolleur.

Gr.: Sporteln = Nebengebühren bei Behörden.

 

Sprachmeister

Struck, Gr.Alsleben, 1756.

Krünitz: Sprachlehrer, der andere in einer Sprache unterrichtet u. wegen seiner Fertigkeit auch Sprachmeister genannt wird.

 

Sprechmeister

Stuttg. 70   "...Bäcker, Sprechmeister"

Fi.: "Einbringer oder Sprechmeister, der Geselle, welcher einen ankommenden Gesellen zur Sprache (Unterredung) mit dem Meister führen mußte."

 

Sprützenmann

Lüb.Schoßbuch 1762-74, 76/90:       " K.Joh.Puls, Sprützenmann."

Gr.: Spritzenmann, einer von der Bedienungsmannschaft einer Feuerspritze.

"Der goldene Helm" S.97: Spritze v. Hans Hautsch, 1655. Ende des 17. Jh. Erfinder des Windkessels. Hanftschläuche 1720, 1740.

Lex.: sprütze = spritze, feuerspritze.

Adr.B.Lüb. 1811 S.64   "Zimmermann am Bauhof u. Sprützen-Kommandeur."

 

Spulenmacher

fertigte für die Leinenweber Spulen aus Rohr (Reet). (Bock)

 

Spuler  (w. -ern, -ersen)

Spüler, Tuchspüler oder Spulenmacher, jedenfalls zur Weberzunft gehörig. Etwa zur Hälfte weibl. Geschlechts. (Bücher)

Momsen (S.119)   Spul- u. Webermädchen.

 

Suboter, Zuboter

B.B.Hannov.          Schweineschneider.

Sch.-L.: suboter = Schweineschneider.

         suboten = Mutterschweine verschneiden, castrieren.

 

Subsenior

Kopfsteuerb. Tl.6 S.231

Kayser: Senior = der Ältere, auch als Ehrentitel; Ältester.

Haem.: senior = Hauptpastor                       sub = unter

Demnach: Subsenior = 2. Pastor.

In einem Hause des Stiftes Hameln (Staß)

 

Substitutus

A.L.Meentzen S.138/1622   "Substitutus zu Stuttgart, dann Klostervogt u. Stiftspfleger" (1593-1660)

Staß-St.: Substitutus fisci = Gehilfe des Fiskals.

Mack.: Substitut = Ersatzmann (f.d.Rechtsanwalt)

 

Suckerbecker

Hennings i. Sippe der Nordmark 1940          Konditor.

Mens.: Suckerbäcker = noch vereinzelt für Konditor.

Sch.-L.: sucker = Zucker.

 

Sudelkoch

Huschke, B.B.Weimar 1598

Verd.: Sudler = Garkoch; Würstchenhändler

Schmeller: Sudelkoch od. Sudler, der Kaldaunen, Würste u.dergl. auskocht; Garkoch.

 

Sudriber           /      Suhirte

Schweinetreiber    /    suwehirte

Schweinehändler  /    Schweinehirt       (Bücher)

 

Sukler

Krause (ZA 2431/1879) S.153   "......der arbeiter an der sukke, der aufpumper"

Sukke = saugpumpe (?)

Mens.: sugen = saugen.

 

Sulffmeister / Sülfmeister

Warncke S.68   "Während Lehrling u. Geselle eigentlich nur Schutzgenossen des Amtes (Zunft) waren, waren die Meister, "Sulffmeister" oder "Sulvesherren" die Vollberechtigten. Wollte nun der Geselle "synes sulves here", d.h. also Meister werden, hatte er wiederum eine Reihe von Bedingungen zu erfüllen."

Brockhaus: Sülfmeister = 1) Herr oder Aufseher eines Salzwerkes (Saline),             2) niederdt. Pfuscher.

 

Sulfmester

Krause (ZA 2431/1879) S.154   "quasi selbstmeister, daß sie sieden können und dürfen."   "Nach altem Herkommen konnten die praelaten u. auswärtige Eigentümer des Sülzgutes nie selbst sieden, sondern es hatte sich eine feste korporation von (privat) eigentümern u. pächtern gebildet, die das recht behauptete, die besiedung der sülzhäuser allein vornehmen zu dürfen; die eigentümer der pfannen mußten sie ... ihnen verpachten. Diese pfannenpächter ... nannten sich als eigne herren sulfmestere."

Kück: Selbstmeister, einer, der lediglich durch überkommenes Recht unter die Meister (Herren) der Lüneburger Saline aufgenommen war.

Die S. hatten ausschließl. das Recht zur Pachtung u. Besiedung ... der Salzpfannen.

Sch.-L.: So hießen in Lüneb. die Aufseher ü.d.Salinen

 

Sulter

Krause (ZA 2431/1879) S.154     "sülzer, knechte des sülfmeisters zum sieden im sülzhause."

Kück: Sült'r, die in den Siedehäusern tätigen Salzsieder der Saline in Lüneburg.

Sch.-L.: sulte = Salzquelle, Saline

Mens.: Sult = Solt = Salz.

 

Sulverberner

Höhler:      Goldschmied.

Sch.-L.: sulverberner, -borner, der das Silber brennt;

                Silber-, Goldschmied.

 

Sulzer oder Sülzmacher

Nebengewerbe der Schweineschlachtung: verarbeiteten Wanst, Kopffleisch, Herz, Lunge u. Leber zu Sülzen. (Potth. S.120)

"reinigt u. verkauft das Eingeweide von geschlachtetem Vieh"  (Verdenh.)

 

Sülzverwalter

Sedina-Archiv 4/72 S.115

Gr.: Sülze = Salzsole, Salzquelle

Brockh.: Sülze = Sole, Salzwerk.

Verwalter eines Salzwerkes.

 

Suwestecher ,Suwesticker

Genealogie 1963 Hft 2, S.399.

                Schweineschneider.

Verd.: S.= Schweinekastrierer.

Schweinestecher (castrator porcorum) (Bücher)

 

Swarzferber

Schwarzfärber (Bücher)          siehe Färber!

 

Sweinmeister      /    Schweinemeister

B.B.Hornburg S.15 /   Kopfsteuerb. Tl.3 S.56

Schweinemeister

Gr.: "auf großen Landgütern ein besonderer Mann, welcher die Aufsicht über die Schweine hat."

 

Swerter

Hennings i. Sippe der Nordmark 1940

                Waffenschmied.

Sch.-L.: swert = Schwert.

 

Swertfeger, Swertveghere

Schwertfeger        (Höhler)

gladiator                   "

siehe Schwertner!

B.B.Hannov. Swertveghere

Kraack, Flensbg.: Svertvegher.

 

Swindriber, Swintrecker

Schweinetreiber, Schweinezüchter (Schu.)

 

Swynesnider

Burchard, Stadthagen s.42.   1530   "swynesnider"

Mens.: Swiensnider = Mann, der die Schweine kastriert.

Schweineschneider, Kastrierer.

 

Symphoniemaker

Hennings i. Sippe der Nordmark 1940

                Orgelbauer.

Sch.-L.: simfeni(g)e, ein musikalisches Instrument (Art Orgel?)  "ich glaube aber, daß nur ein Instrument, eine Art Clavier oder Orgel damit gemeint ist." (Mohnike)

 

Szisenschriver

Hennings: Akziseschreiber.

Brockh.: Akzise = Verbrauchs- u. Verkehrssteuer.

vergl. Accise!

 

Schaber

Penners-Ellw. S.410.   "Schabergesell 1571"

Gr.: schabende Person, die mit dem Schabeisen einen Stoff bearbeitet, glättet.

Vielleicht ( Mens.): Bartschraper = Barbier (?)

 

Schachtelmaker, Schachtelhändler

Schachtelmacher (Hennings)

Grimm: einer, der hölzerne Schachteln für den Verkauf macht.

Carl Schulz S.76.   vor 1795.

 

Schächter

Schütz, B.B.Gumbinnen 1836

Brockh.: Schächten (hebr.) die rituelle Schlachtung reiner Tiere gemäß dem jüd. Religionsgesetz. Der Schächter, ein Kultbeamter, tötet das Tier ohne Betäubung durch einen raschen Schnitt durch den Hals.- 1933 f.Deutschland verboten, 1947 wieder zugelassen.

siehe auch Secher!

Grimm: einer der schächtet, jüdischer Schlächter.

 

Scha(ch)tsnider, Schachtschneider

Hamburg 1262. Schaufel-, Mulden-, Stangenhersteller (Verd.)

mnd. schacht = Schaft.  "jemand, der Schäfte verfertigt."

wie aus Urkunden ersichtlich, galt diese Bez. für den Feindrechsler überhaupt. (Holmberg)

Warncke S.91:  "De Dreyere (Drechsler) schollen vorkopen alle dreyet werk, utgenomen vat unde schotelen, unde de schachsnydere schollen neen dreyet werk vorkopen, id zi wodan id zi ane schotelen unde vate", so wird z.B. 1346 die Grenze zwischen der Arbeit der Drechsler u. derj. der Schachtschneider festgelegt.

schachtsnider = Schachtschneider (Höhler)

illiqui faciunt hastas    "                               "

hasta = Stange, Stab, Schaft!

"Schüsseln aller Größen, von den Schachtsn. aus einem Stück gedreht." (Klöcking S.56)

 

Schadenstraffer

Sevin, Überlinger Häuserbuch S.80

  "1486 (Mitglied) des Raths und Schadenstraffer."

Keyser, Städtebuch Überlingen:  Die 5 Schadenstrafer handhabten die Polizeigewalt, zogen Strafgelder ein (Wette).

Verd.: Schaderer = Büttel

"              Strafherr = Einunger = Ratsherr, dem das Polizeiwesen u. die niedere Gerichtsbarkeit unterstand.

 

Schäfer

Jacobeit unterscheidet: Pacht- (s.d.!), Menge- oder Setzschäfer (s.d.!), Hälfteschäfer, Lohn- u. Deputatschäfer.

Letzterer ist vornehmlich im Dienste einer Gemeinde oder Genossenschaft.- Der Hälfteschäfer ist ein Mengeschäfer, der dezimierte oder verödete Gutschäfereien übernahm u. so sein u. des Gutsherrn Herde wieder aufbesserte.

Lohnschäfer durften keine eigenen Schafe in der betreuten Herde halten.

 

Schaffer

Bahlow: "im M.A. der Verwalter öffentlicher, bes. kirchl. Anstalten, Stiftungen und Spitäler, der für das Hauswesen zu sorgen hatte."

Verdenh.: Zunftvorsteher, Verwalter, Vorknecht.

siehe Bussenschaffer!

Hanna Link, Die geistl. Bruderschaften des Mittelalters, 1920: "Neben den Vorstehern oder Älterleuten der Bruderschaften standen oft 2-6 Schaffer, die für die Mahlzeiten u. einen Teil der Verwaltung zu sorgen hatten. Abzeichen der Schafferwürde scheint an manchen Orten ein Kranz gewesen zu sein."(Z.L.G.A.20)

Auch Stuhlbrüder genannt in den Flensburger u. Odenser Totengilden (Martens, Toten- u. Kirchenbuchgilden, Göttingen 1967).

 

Schaffmeister

Struck, Gr.Alsleben, 1685: Ambtsschaffmeister, 1759: Schaffmeister

siehe Schafmeister!

Leiter einer Schäferei.

 

Schafmeister

Quell.z.Geneal. 1.Bd. S.98 (Ehevertrag)

Krünitz: Schafmeister ist der Vornehmste unter den Schafhirten einer Herde, dessen Untergebene die Namen Schafknechte oder Schäferknechte führen.

Brockh.: Schäfer = Wärter und Pfleger von Schafherden; zu seinen Aufgaben gehört auch die Schur u. Zucht. Ausbildungsgang mit Prüfung (Schafmeister).

Jacobeit: Der Schafmeister hat zum Gutsbesitzer ein engeres Verhältnis. Er ist der eigentl. herrschaftl. Schäfer ..., der als Verantwortlicher die Oberaufsicht über den Schäfereibetrieb führt. Ihm unterstanden: der Meister od. Schafknecht f.d. Muttertiere, der Hammel- od. Jährlings- u. Lämmerknecht u. noch Lehrjungen.

 

Schäftmacher, Schäftemacher

Stuttg. 70.      Schuhmacher, der sich spezialisirert hat auf die Herstellung von Stiefelschäften, die aus weichem Leder (Juchten, Boxcalf usw.), geschnitten u. genäht werden. Für Schnürstiefel fügt der Sch. noch Ösen bzw. Agraffen an.

 

Schalenmecher, schalmeiger, scholnmecher

Schalenmacher, der Platten oder Schüsseln verfertigt (Metallhandwerker) (Bücher)

Verdenh.: Schalenschröter = Hersteller von Messerheftschalen.

Taufb. St.Jacobi 1666: Messer-Schalmacher.

vergl. Beschaler!

 

Schalenführer, Schalbelehnter

Stett. Bürgerlisten 1776/8    Fahrender Händler, der Schalen, Schüsseln aus Holz oder Ton verkaufte.

Staß-Stein: Schalbelehnter = ein mit der städtischen Waage Belehnter; frühere Bezeichnung des Wägers.-

 Schalbedienter = Untergebener des Schalbelehnten.

 

Schalmeienbläser

K.B.Uetersen 1686-1724 mehrmals,

Taufb.     "   bes. 1692-94

Brockh.: Schalmei = aus lat. calamus = Rohr. Blasinstrument mit doppeltem od. einfachem Rohrblatt. Vorläuferin der Oboe.

 

Chalupner, Schaluppner

Fam.kdl.Nachr. 1983 S.375   * 1792 Kowitz/Leitmeritz

Gr.:Schaluppe = leichtes,scharfgebautes Boot zum Segeln u. Rudern.

Schiffer, Führer einer Schaluppe (frz.)

 

Schanzgräber

Potthoff, Handwerk-Lebenswerk (Langensalza-Leipzig-Berlin  1936) S.155

Gr.: Schanzgräber = munitor = Befestiger, Schanzarbeiter, Minierer

H.Hirsch, Burglengenfeld 1605: „Schanzleute“

 

Schappler, schappelmecher

Fertigte die bis 2 m hohen Kopfaufsätze der Frauen (v.Leers)

schappelmecher, scheppler = Verfertiger einer besonderen Art weiblichen Kopfputzes (schappel).

 

Scharfrichter

hatte in verschiedenen Gegenden, zu verschiedenen Zeiten mancherlei Namen: Angstmann: Henker,

                            Folterknecht (Verd.)

Bodel (nd.): Büttel, Scharfrichter  „

carnifex: Fleischer, Henker          "

Deefhenker (ndt., ofr.)                      "

Freimann   (Brockh.)

Kafiller, Kaviller: Schinder, Nachrichter          (Verdenh.)

Kasperer = heilkundiger Scharfrichter                     "

Ratmann (Hess.): bis 17. Jahrh. Scharfrichter "

 

Schärholtzhauer

Zschr.f.nd.Fam.kde (Hbg.)

Mitzka: Scherholz = Holzspäne

Blau: "Wo höhere Hitzgrade erzielt werden sollten, wurden die Scheiter zerkleinert und im Bratofen noch weiter gedörrt."

 

Scharmacher

Kloß, B.B.Konitz 1624

Verdenh.: Scharrmacher = Wagenbauer

                               Schar = Hauptschneide am Pflug (Brockh.)

Mens.: Schaar, Schor = Pflugschar

 

Scharnemann

(Gebh. 1610)

Markthändler (Verdenhalven)

Grimm: Scharn = Verkaufsstelle für Brot, Fleisch usw.

 

Schärpenmacher

Miller S.130  "in Graudenz: Kömph, Schärpenm."

Brockh.: Schärpe = quer über eine Schulter oder um den Leib getragenes Band, als militär. Abzeichen aus der Feldbinde entwickelt.

Handwerker, der Schärpen, Ordensbänder u.dergl. herstellt, eine Art Posamentier.

 

Scharrenschlächter

Sal. S.154.

Duden: Scharren = Scharn = Fleisch- od. Brotbank

Frischbier: Scharren = Bank, Tisch, auch Lokal, Gebäude zum Verkauf von Brot und Fleisch.

Scharrenschlächter = Fleischer, der einen Scharren, Verk.stand hat; Gegensatz: Hausschlächter.

Staß-Stein: Fleischer, die das Scharrenrecht besaßen, d.h. gegen eine feste Gebühr an bestimmten Orten und zu bestimmter Zeit ihre Fleischbänke auftun durften.

 

Scharrmacher

Ribbe-Henning S.280   Wagner

Verd.:                                     "         

Was.:                                     "

Mens.: Schaar, Schor, Schaart = Pflugschar

Lex.: Schar                                =      "

 

Scharstenfeger

B.B.Cölln.            Schornsteinfeger.

 

Scharwechter, scharewechter

die Nachtwächter in den Straßen.- Die Tätigkeit war i.d.Regel Nebenberuf. (Bücher)

Staß-Stein: Scharwächter = Nachtwächter.

 

Scharwerker

Ländlicher Hilfsarbeiter (Verdenh.)

Sch. = niederd. landwirtschaftl. Arbeiter (Brockhaus)

Krünitz: In Bayern ist Scharwerk jeder Frohndienst, eine Frohnarbeit, ein Frohn, u.scharwerken = fröhnen.

Bei den Maurern u. Zimmerleuten ist Scharwerk teils Nebenarbeit, teils Arbeit in der Freizeit.

Staß-Stein: Scharwerker = jugendliche Personen, die von den Instleuten dem Gutsherrn zur Arbeit gestellt werden.

 

Scharwerksbauer

Lindenau, Kirchenb. i. frz. ref. Gemeinde Gumbinnen, Nr.209

Staß: Bauer, dem vom Amt oder privaten Grundherrn ein Bauernhof zur erbl. Nutzung überlassen ist, wofür er statt Zins Scharwerk verrichtet....

 

Scharwerksfreibauer

Fam.kdl.Nachr. 1968 S.289   "Sch. ...* wo? um 1750,     Schakumehlen um 1780"

Staß: Scharwerksfreie = königl. Bauern, die ... vom Scharw. befreit sind und einen erhöhten Zins zahlen.

 

Schattenspieler

Kaeber, B.B.Berlin

Brockh.: Schattenspiel, Schattentheater, Spiel der Schatten von flachen, unbeweglichen oder beweglichen, undurchsichtigen oder durchsichtigen Figuren hinter einem durchscheinenden Schirm aus Papier, Pergament usw.

 

Schatter, Schattmann, Schätzer

"durch die Vielzahl der Geldsorten wurde eine sorgfältige Prüfung von Gewicht u. Feingehalt notwendig; diese Aufgabe oblag dem Münzer u. dem Wardein"

                Prüfer, Schauer.

Lex.: schatzaere, schetzaere, schatz-, geldsammler; schätzer, taxator

Krünitz: Schätzer = obrigkeitl. Person, deren Pflicht es ist, Waren zu besichtigen u. den Preis zu bestimmen.

 

Schatulleninsasse

Bürgerb. Heiligenbeil.

Schatullbauer = scharwerkspflichtiger Lehnsbauer, der gerodetes Land besaß und dessen Abgaben der königl. Schatulle zufielen (Frischbier)---.- Schatulle = fürstl. Privatkasse.

Schatullgut, das landesfürstl. Privatvermögen im Unterschied zum Kammergut, das Staatseigentum war (Brockh.)

Schatullkölmer = nicht zum Scharwerk verpflichteter Kölmer (s.d.!) (Frischbier)

Staß-Stein: Gesamtbenennung für die Besitzer aller 3 Gattungen von Schatullgrundstücken (Schatullbauer, Schatuller, Schatullkölmer)

 

Schatullmeister

Familie u.Volk 1955 S.61

Verwalter des fürstlichen Privatvermögens.

Brockh.: Schatulle =     2) fürstl. Privatkasse. Privatvermögen des Landesherrn im Gegensatz zum 

                                        Staatsvermögen.

 

Schatzeinnehmer

B.B.Hannov. 1695 "kurfürstl. Schatzeinnehmer"

Schatz = Steuer, Abgabe (Brockh.)

Doornk.-Koolm.: Schat, Schatz = Schoss, Abgabe, Steuer.

                Steuereinnehmer.

 

Schätzer

Lommatzsch, Wildemänner Ratsherren 1574, in Nordd.Fam.kde 1970, S.338.    "Die Schätzer hatten die Aufsicht über den Wochenmarkt u. über die Preise u. die Beschaffenheit der angebotenen Waren sowie über Maße u. Gewichte."     (gehörten zu den Ratsverwandten)

vergl. Schatter!

 

Schatzrat

Kopfsteuerb. Tl.4 S.18

Gr.: 1) eine zur Verwaltung eines Schatzes oder einer Kasse eingesetzte Behörde. 

      2) ein einzelnes Mitglied derselben.

 

Schatzsucher

"Was bin ich?" - Lemke...

Sicherheitsberater der Kriminalpolizei.

Gr.: der nach Schätzen oder anderen wertvollen Dingen sucht.

 

Schaubedecker, schaubdecker

Strohdecker; Dachdecker, der Strohdächer macht. (Bücher)

 

Schauerleute

(Einzahl: Schauermann)   Hafenarbeiter, die das Laden und Löschen der Schiffsladung ausführen. (Brockh.)

 

Schäufler

Geneal. 1963 Heft 4, S.484

                Getreidehändler.

Bahl.: Schäufler = Schaufelhersteller bzw. der mit der Schaufel arbeitet.

Haem.: Schäufeler = hausierender Krämer mit Saumtier.

 

Schaumeister, Schauer

Adr.Cal. 70/84

Viele Waren unterlagen der "Schau", d.h. sie wurden vor dem Verkauf durch vereidigte Schauer, Kieser oder Visierer geprüft (Schaumeister). Waren, die die Schau nicht bestanden, wurden eingezogen oder vernichtet. (nach Mummenhoff)

Momsen S.146:  Schauer.

Staß-Stein: Vertreter der Zünfte bei der von den staatlichen Fabrikinspektoren überwachten amtl. Warenschau.

 

Scheckeler, Scheckenmacher, -sticker, -neger

waren Hersteller der Schecke, einer Art von gestepptem Leibrock. Dies Gewerbe kam um die Mitte des 14. Jh. auf, überdauerte aber kaum 100 Jahre. (Potth.)

Scheck, Schecke, Scheckel = gesteppter Leibrock, auch Panzerhemd  (Bahlow.)

scheckeler, scheckenmecher, schickeler = Verfertiger von Steppröcken (Bücher)

Verdenh.: Scheckensticker = Jackensticker.

 

Scheden- oder Futtermacher

Penners-Ellw. S.377: "Scheden oder Futtermacher 1578"

Gr.: schede = scheide;           

Scheidenmacher = Handwerker, der Scheiden zu Schwertern, Messern usw. macht.

Sch.-L.: schedemeker = (Messer-)scheidenmacher.

 

Scheder, Schedemaker

v.Gebhard, Neub. Frankf.a.O.    1609

                Scheidenmacher (Gr.)

schede = scheide;                         scheider = zu scheide gehörig (Gr.)

Künzig: Sch.-maker = Messerscheidenmacher.

 

Scheffeldrescher

B.B.Weimar 1642

Drescher, die als Lohn den Scheffel erhielten.

Näheres bei Wossidlo

Mens.: früher erhielten die Drescher den 13. Scheffel des gedroschenen Getreides.

Woss.: im 18. Jh. wurde bestimmt, daß die Dröscher den 13. Scheffel.... erhielten.

 

Scheffelknecht

Penners-Ellw. S.209:  Scheffelknecht 1586

Verd.: Scheffler = Scheffelmacher, Böttcher

Lex.: schefflaere = schäffler, faßbinder

                1) Knecht, Geselle des Böttchers;   Böttcher

                2) Gehilfe des Scheffelmeisters

Frischb.: Kornmeister = vereidigter Aufseher über das gespeicherte Getreide. Ihm sind untergeordnet Kornmesser, Kornwäger, Träger usw. Er heißt auch Scheffelmeister.(u. i. neuerer Zeit Wiegemeister)

 

Scheffelmacher

Lüb. 1842 (S.336)   "Schleifer, Sieb- u. Scheffelmacher"

Scheffel, veraltetes Hohlmaß verschiedener Größe: Brandenburg 52,8 Liter,

Preußen 16 Metzen = 54,9 Ltr., Schlesw.-Holst. 4 Himten = 137,12 Ltr. (nach Verdenhalven)

Scheffel bzw. Halbscheffel wurden aus Holz hergestellt, wie auch Metzen usw.

 

Scheffelmeister

Adr.Cal. 70 (zu Stadtbelehnten)

Grimm: Aufseher über das in einem Speicher aufbewahrte Getreide.

Staß-Stein: in Königsberg ein Oberbelehnter. Nach der Wetteordnung v. 1734 mußte alles Getreide über den öffentl. Scheffel gehen; diesen hatte der Sch. in Verwahrung, der auch die Aufsicht über die Kornmesser u. Kornkapitäne hatte.

 

Scheffener, schaffener, scheffeler

Schaffner, Aufseher über die Wirtschaft. (Bücher)                

Verdenh.: Scheffler = Böttcher, Scheffelmacher

Staß-Stein: Schaffner (Schäffer); Verwalter, Aufseher, Wirtschafter, Gutsverwalter, Inspektor.

 

Scheffer, schefferin

Schäfer (Gebh.), pastor ovile

B.B.Cölln: schefferin = Schäferin.

 

Scheibenmacher

Fg.Such-u.Anzeigenblatt 1926 S.22   "1726 Glas- u. Scheibenmacher in Alt-Fürstenhütte"

Gr.: Scheibenglas = Glas, welches zum Fenstereinsatz gebraucht wird

 

Scheibenschneider

Lüb.Adr.B. 1803 S.20: Scheibenschneider.

Mens.: Schiewensnieder = Glaser (Fehm.)

Verd.: Scheibenreißer = Glaser

                Glaser.

 

Scheibenzieher, -reißer

Mum. S.76                      Drahtzieher.

Sch. = der Arbeiter, der den groben Draht auf der Scheibe fein zieht. (Grimm)

Scheibenreißer = Glaser    (Verdenh.)

Scheibenzieher = Drahtzieher   "

 

Scheibler

Geneal. 1963 Heft 4, S.484

                Salzhändler.

Verd.:  Sch. = Fuhrmann, der das Salz in Blöcken transportiert.

Haem.: Scheibler = Salzscheibenhändler.

 

Scheidejunge

scheidet das hältige von dem unhältigen Gestein; d.h. über Tage scheidet er Erz von taubem Gestein. (Heuchler)

Gr.: "im hüttenbau junge, der mittels klopfens das gut erz von dem minderwertigen gestein scheidet, säubert."

 

Scheidenbusser                  /          scheidenmecher

" der gebrauchte Sch. Ausbessert / Verfertiger v.Sch. zu Schwertern u. Messern „(Bücher)

siehe Schiedemacher!

 

Scheider

B.B.Cölln 1586   "scheider in der Muhlenn" = Sch. in der Mühle.

Bahlow: mhd. scheider = Schiedsrichter

Verdenh.: Mühlenbescheider = Mühlenverwalter

Duden: Mühlen(be)scheider = erster Müllerknecht.

 

Scheider    (im Bergbau)

Korbsches Sippenarchiv, Bilder aus dem Berufsleben.

Gr.: der   1) das gute Erz vom tauben Gestein scheidet,

                2) die Metalle scheidet,

                3) örtliche Grenzen festsetzt,

                4) Vermittler, Schiedsrichter.

Zedler: Sch.= "der das Erz von den tauben Gängen u. Bergen abschlägt u. davon sondert."

 

Scheidler

Ribbe-Henning S.280          Messerscheidenmacher.

Lex.: scheidaere = Scheidenmacher

 

Scheidsteiger

v.Kempen S.98/1694:  "Oberschlämmer, später Scheidsteiger"  (Clausthal)

Gr.: Scheidesteiger = im Hüttenbau der Steiger, der das Scheiden der Gesteine beaufsichtigt."

Bergamt Goslar: "Ein Scheidsteiger ist ein Aufbereitungssteiger, der die Aufsicht in der Aufbereitung führte. (Scheiden von Erz und taubem Gestein.)"

 

Schellendreger, -drager, -sleger

... ein Musikant, der ein Glockenspiel trägt.

Schellensleger, Glockenschläger, Spielmann (Bücher)

 

Schellenmacher, Schellengießer

fertigte kleine Schellen u. Glöckchen, die im 14. u. 15. Jh. als Besatz u. Schmuck der Kleidung üblich waren. Der Beruf verschwindet im 16. Jahrh. (Potth.)

Handbuch d.Ber.:  "der Schellen für die Tracht der Narren, für die Kumte der Pferde (Schlittenschellen) usw. hämmerte, kleine Glocken in Treibarbeit fertigte."

 

Schelm

Danckert, Unehrl. Leute: zunächst Berufsname des Abdeckers, später soviel wie Scharfrichter.

Brockh.: Schelm = 1) Schalk, 2) unehrlicher, aus der Gesellschaft ausgestoßener Mensch; Henker; Verräter.

Grimm: Sch. als Beiname oder Bezeichnung für den als unehrlich angesehenen Scharfrichter oder Schinder.

 

Schencke, Schänker

Struck, Gr.Alsleben, 1692

Verdenh.: Schenker (Lippe) = Gastwirt, Krüger.

Krünitz: Schenke, der, welcher schenket, 1) der, dessen Pflicht es ist, einem Höheren das Getränk zu schenken, der Schenke des Königs

2) derjenige, der ein Ding im Kleinen verkauft, auch Schenkwirt genannt, Bierschenk, Weinschenk usw.

Schütz, B.B.Gumbinnen: Schänker = Gastwirt.

Staß-Stein:versieht ein Schenkhaus,das der Grundherr angelegt hat, um den Debit seiner Brauerei oder Brennerei zu vergrößeren.Das Schenkhaus ist kein privilegierter Krug u.der Schenker kein Krüger

Grossmann S.35: "braunschw.-lüneburgischer Oberschenk."

 

Schenkpachter

B.B.Weißenfels 1829

Pächter einer Schenke, einer Gastwirtschaft.

Ad.: Schenke = ein Haus, wo gewisse Waren im kleinen verkauft werden ... = Krug, Kretscham.

 

Scheperbaer, Schepesbaer

Penners-Ellw., Tafel V/10.I    1536/39

Schiffsbohrer?   Schiffsbarbier?

Schill.-Lübb.: scheper = Schiffer u. Schäfer

Mens.: Scheper = Schäfer,                              bar = Bote, baad

Gr.: Schiffsbohrer = handwerksmann, der beim schiffbau die löcher bohrt.

 

Schepstymmerman, Schepestimmermann

Schiffszimmermann (Hennings)

siehe auch: Timmermann!

Wehrm.: Schepestimmerlude

 

Scherensmid, -sliffer, -menger

Scherenschmied, -schleifer, -händler (Bücher)

Scherensliper = Scherenschleifer (Schu.)

B.B.Hannov.: Scherensmed.

A.L.Meentzen S.49/54  "Scherenmacher (Scherenfabrikant) 1760-1803"

 

Scherer

Bartscherer.          siehe Balbier, Barbier.

Nebinger:“24.5.1492 Hans Summerloup, Scherer aus Symmeringen“

scherer = Tuchscherer (Höhler) s.d.!

scherer = Bartscherer       "

 

Scheune(n)knecht

Kopfsteuerb. Tl.4 S.93       unter Bedienten des Amtes Ricklingen.

Gr.: Knecht, der beim Dreschen in der Scheune die Aufsicht führt, der Tennenmeister.

 

Scheurenvogt, Scheunenvogt

Kopfsteuerb. Tl.3 S.32;   Tl.5 S.169

Gr.: Scheure = Nebenform zu Scheuer

Sattler in Sippe d. Nordmark 3/1939: "Insten in dem Dorfe Lensahn: 9.

                                                           Detlev Gruel 43, Scheunenvagt auf Lensahn"

Mens.: Schünvaagt = Aufseher.        Scheunenhüter = aufseher

 

Scheverstendecker

Borstelmann, Das alte Lüneburger Handwerk; Winsen 1953, S.8

Schiefersteindecker, Schieferdecker.

Lex.: schever = schiver = Stein- od. Holzsplitter

 

Schichtmeister

Kopfsteuerb. Tl.5 S.63 

( unter den Bödenern von Hemmendorf aufgeführt.)

Gr.: 1) der leitende Betriebsbeamte bei Berg- u. Hüttenwerken,

      2) der Rechnungsführer auf einem Bergwerk.

Verd.: Lohnbuchhalter an einer Harzer Erzgrube.

Brockh.: Bergbau: angestellter mit techn. Vorbildung und Aufgaben der Arbeitsaufsicht

Koch, Götting. Honoratioren S.188   "sein (Bgm. Tuckermann) Großvater war Schichtmeister in Wildemann."

 

Schiedenmacher, Schedemaker

Scheidenmacher, fertigte die Scheiden für Messer usw. (Potth.)

Messerscheidenmacher (Hennings)

 

Schiederhauer

Zschr.f.nd.Fam.kde (Hbg.)   Scheiter, Scheithauer.

Mitzka: Scheitholz = gesägtes, gespaltenes Holz, häufig 1 m lang, im Backofen verwendet.

Nach Blau, Die Glasmacher im Böhmer- u. Bayerwald: Die Scheithauer schlagen das von rechter Länge u. Dicke "auch mit weniger als 15 Scheiter in die Creutz einzehlen", also beim Aufstapeln je 15 Scheite in eine Lage packen. Auf Scheiterkarren brachte der Scheiterführer das Holz zur Glashütte, wo es vom Holzdörrer, einem Gehilfen des Schürers auf dem "Horscht" oder im besonderen Dörr- oder "Bradofen" völlig getrocknet wurde.

 

Schießer

B.B.Stuttgart, P.  "des Hofbeckhen Schießer"   1664

Gr.:   2) der erste bäckergesell, der das brot in den ofen schießt

     Bäckergeselle, der den Ofen beschickt.

Der Berliner Bäckermeister, der die "Neue Heimat" kaufte, hieß "Schießer". Bahlow leitet das Wort von "schießen, mit einer Waffe ein Geschoß antreiben" ab.

 

Schiffer-Bote

Lüb. 1842 (S.338)   Bote beim Amt der Schiffer, der Schiffergesellschaft

 

Schifferbürger

B.B.Kiel 8597 (1865)

Grönhoff, Die Kieler B.B., S.19: "Eine Ausnahmestellung nahmen die Schiffer ein. Sie konnten Bürger werden, ohne ihren Wohnsitz in der Stadt zu nehmen. Verfügung vom 9.12.1803.

 

Schiffknecht

v.Gebhard, Neub. Frankf. a/O. 1610

Gr.: der die niederen Arbeiten auf dem Schiff verrichtet, Matrose.

Klug, Seemannssprache: Matrose = befahrener Seemann im niederen Schiffsdienst.

                                               (dafür im 16.-17. Jahrhundert: Bootsgeselle, Bootsknecht)

 

Schiffmecher   /   -mann   /    -knecht

Schiffbauer      /  Schiffer       /   Knecht eines Schiffers.

-zymmermann = schiffmecher

S. Schepstymmermann!

 

Schiff - Procureurs

Magd.Adr.

frz. procureur = Bevollmächtigter

 

Schiffsabrechner

Adr.Cal. 84

Grimm: "in Königsberg der Mann, welcher die Berechnung aller zu Schiff ein- und ausgehenden Waren für die Rheder und Kaufleute besorgt."

Staß-Stein: Schiffsabrechner (Schiffsmakler, Schiffsagent) berechnet u. zieht für den Schiffskapitän die Fracht ein, besorgt dessen Angelegenheiten am Platze, namentlich beim Zollamt, vermittelt neue Fracht gegen Provision.

 

Schiffsbarer

so bei Künzig. Schreibfehler?

vielleicht 1) Schiffsbauer,

              2) Schiffsbohrer = Arbeiter, der beim Schiffbau die Löcher bohrt (Grimm)

(für "-barer"  nirgends eine Deutung!)

Lüb. Adr. 1842: Schiffsbohrer u. Zollstockmacher

 

Schiffsblockmacher

siehe Blockdreyer!

Hersteller von Rollen (Blöcken) für die Winden.

 

Schiffs-Clarirer

Lüb. 1842 S.137

Brockh.: Schiffsmakler, Schiffsklarierer; ein Makler, der Schiffsraum, Ladungen, Liegeplätze usw. vermittelt.

Keyser: Schiffsmakler, der das Klarieren von Schiffen besorgt;

klarieren (zum seem. Ausdruck "klar"="fertig") = den Schiffszoll entrichten.               

 vergl. Schiffsberechner.

Brockh.: klarieren (niederdt.) ich klariere ein Schiff aus oder ein, fertige beim Ein- oder Auslaufen die Ladungspapiere bei Hafen- u. Zollbehörden ab.

Die, welche das Geschäft des Schiffs-Clarirens üben wollen, haben sich an die Wette zu wenden, eine Kaution von 4000 M zu bestellen u. werden von der Wette beeidigt (nach Behrens)

 

Schiffs-Estimateur, -Besucher

Adr.Cal. 70     bei Königl. Licent in Memel

Gr.: Schiffsbesucher, in den Ostseeprovinzen der Name des Zollrevisors, visitators der Schiffe.

Estimateur, frz. = Abschätzer, Taxator.

 

Schiffsschmied

Spehr, Libaus Bürger 1600-1700, in Ostd.Fam.Kde 1971 S.99        "1675 fürstl. Schiffsschmied in L. "

Staß: siehe Ankerschmied: fertigt vornehmlich Schiffsanker, ferner Beschläge für Ruder, Steuerung ...

 

Schiff-Schreiber

Kolb 1708: " Schiff-Schreiber, Sohn v. + Prediger in Finkenwerder"

Zedler: ein Schiffsbedienter, der das Register führt über alles, was einkommt, was consumiert wird, was herauskommt u. was noch im Schiffe an Bestand bleibt. ...u. muß ein Journal halten von alledem, was paßiret, wie der Wind weht, was für Cours man halte usw.

 

Schiffsvisiteur

Spehr, Libaus Bürger 1600-1700, in Ostd.Fam.kde 1972 S.143

                "1709-1713 herzogl. Schiffsvisiteur"

Schiffsbesucher, Schiffsestimateur (s.d.!)

Abschätzer, Taxator; Zollrevisor.

 

Schiffzieher

Kopfsteuerb. Tl.6 S.76           "   muß sein Brot mit dem Schiffziehen verdienen"

Gr.: "Mann, der das Ziehen, Treideln der Schiffe besorgt. Selbst der ärmliche Verdienst der Schiffszieher..."

 

Schifter

B.B.Stuttgart II S.247

                Büchsenschäfter.

Handwerker, der Feuerwaffen mit Holzschaft, Kolben versah.

 

Schildemacher

Wunder, Christburg S.90:  Handwerker: ... Schildemacher ...

S.91: "Der Schildemacher in Nosewitz (28 km von Christb.entfernt) arbeitete also auch für den Orden."

Haem.: Schildmacher = scutarius.

                Schildmacher.

 

Schilderer;  schilder

Anstreicher, Maler (Hennings)

schilder = Schildmacher.

Die Schilder bildeten um 1350 eine Zunft, sind aber 1377 mit den Sattlern, Malern, Glasern Kummetern u. Scherern vereinigt, vielleicht auch dann im Sattlergewerbe aufgegangen. (Bücher)     

schilder, clippearius, clipeator, clipifex = Schildmacher (Höhler) Consentius S.66: "Schildereyen gehörten in die Wohnung. Über den Türen war der Platz für Schildereyen von diversen Sorten."

Lerner, Gesch.d.D.Glaserhandwerks: " in Köln besteht die Sch.-Zunft schon seit dem 14. Jh."..."nennt als Mitglieder die Maler, Wappensticker, Sattler u. Glaser."..."Die Sch. sind Lederarbeiter, die die schweren Schutz- u. Turnierschilde der Ritter anfertigen u. mit dem Wappen ... schmücken. So kommen auf d. einen Seite die Sattler u. Kummetmacher u. auf der anderen die Maler in ihre Gemeinschaft."

 

Schildermädchen

Momsen S.173   Arbeiterin in einer Textilfabrik (Färberei u. Druckerei roher Leinen, Kattun u. Zitze); unter 44 Beschäftigten 12 Sch.; außerdem "schilderten" noch 7-8 Personen als Heimarbeit.

Grimm: in techn. Sprache: Schildern der Wachstuchtapeten, das Einmalen von Verzierungen ... ein gleiches Verfahren beim Herstellen bunter Kattune wird ebenfalls Schildern genannt.

nd. schiller-deern = mit Schildern beschäftigte Arbeiterin.

F.Molle: im 18. Jh. arbeiteten in der Hamburger Kattunindustrie rd. 200 Mädchen u. Frauen - damals Schildermädchen genannt - , die die Blumen- u. sonstigen Textilmuster zeichneten.

 

Schildschreiber

Penners-Ellw. S.348   -1603-

wohl = Schildmaler.

Was.: Schilderer = Schildmaler, Maler.

 

Schimmann

K.B.Jacobi 1623   Schiemann

Grimm: "in der Sprache der Seeleute (wohl nach dem nld.schiemann) das aus schimmen für das gleichbedeutend schwed."skipmannen" entstanden sein soll; der Schiemann ist der Deckoffizier, dem ... auf großen Schiffen die Takelung des Fockmastes zur Aufsicht übergeben wurde." - vergl. Schümann!

Lübeck 1558: ein Schimmann ... * in Hadeln schwört Urfehde.

 

Schindeldecker

Kopfsteuerb. Tl.11 S.8.- Fußnote.

Gr.: Dachdecker, der mit Schindeln deckt.

                    Schindel = dünnes Brett zum Dachdecken, Holzziegel.

 

Schinder, schinner

Abdecker.

Erst seit 1440 nachweisbar. (Bücher)

Racker = Schinder,   Schinner = Abdecker (Schu.)

auch Caviller, Fall- od. Wasenmeister genannt (Jacob)

 

Schindler, Schindelmacher

fertigte die Schindeln, eine Waldware, die dann in die Stadt eingeführt wurde. (Potth.)

nd. Afdecker = Schinder (Schu.)

 

Schipbuwer   /  Schipmaker  /  Schepestimmermann  /  Schiphouwer

Hamburg 1466/   Lübeck 1455    /       Lübeck 1443                    /     Elbing 1298

 

Schutenmaker / Ostfriesland 1455 (Homberg)

                Schiffszimmermann

Kraack, Flensburg: Schipbuer = Schiffsbauer

 

Schipfer

Raute (1693)  "ein Boddeker u. Schipfer"

Gr.: Schipfer = Schiffer.

 

Schipper, Scipper

Schiffer (Hennings)

Raute, B.B.Ratzeburg (1617) Schipman

 

Schirmer, schirmeister

Fechter, Fechtmeister, auch wohl herumziehender Gaukler.

Bahlow: Fechter, Fechtmeister gehörte zu den Fahrenden, die ihre Kunst auf Jahrmärkten für Geld ausübten.

Verdenh.: Schirmer = Markenrichter, Schaufechter.

Markenrichter = Vorsitzender im Markgericht (=Gericht einer Markgenossenschaft, einer Dorfschaft ...)

 

Schirmmacher

Handwerksgeschichte in neuer Sicht, Hrsg. W.Abel, Göttingen 1978 (Stadtbibl. Wi 249/4) S.128.

Molle, Wb. "Entwurf, Herstellung, Reparatur von Schirmen aller Art wie Regen- usw.

Handwerker, der Schirme aller Art herstellt u. repariert.

 

Schirmverwandter

Strack, Kreisfremde ... Lahr, in Fam.u.Volk 1957 S.403  "1723 ... S.d.Schirmverwandten u....in Westhofen"

Verd.: Schirmverwandter = Schutzverwandter; Zugewanderter aus der Schweiz ohne volles Bürgerrecht, aber mit bevorzugter Behandlung.

Gr.: Schirmgenosse

Schirmvertrag = Vertrag, durch den der Schirmherr eine Person, Land oder Stadt in Schutz u. Schirm nimmt.

 

Schirrmacher

Schütz, B.B.Gumbinnen 1735

Wagenbauer (Verdenh.)

Bahlow:(obd.schles.) Gerät-, Werkzeug-, Geschirrmacher.

Frischbier: Verfertiger der ländlichen Geschirre, Geräte = Schirrarbeiter = Arbeiter, welcher Geschirre, Wagen, Leitern, Pflüge etc. fertigt und auszubessern hat. Er heißt im Netze-Distrikt "Schirrknecht".

Staß-Stein: Wagen- und Schlittenbauer

 

Schirrmeister

Adr.Cal. 84 bei Post-Amt.

Gr.: Angestellter beim Postwesen, der für Wagen u. Zubehör, Pferdegeschirr usw. Sorge zu tragen hat.

Staß-Stein: Sch. (Wagenmeister) = Leiter der herzogl. bzw. kurfürstl. Schirr- u. Wagenhäuser, beaufsichtigt die Schirrknechte. Als Sch. bezeichnet man auch die Wagenmeister bei der Artilerie u. dem Fuhrpark sowie beim Fahrbetrieb der Post.

 

Schlachta

Gleiwitz S.22. "Je mehr sich nun aus den Freien, d.i. der Schlachta, die ärmeren und kleineren Grund-besitzer abschieden, um so mehr näherte sich die Schlachta der ihr anfangs fremden Natur eines Adels."

Staß: Schlachtschitz (poln. szlachta = der Adel) = ursprüngl. Bez. für jeden poln. Edelmann, allmähl. aber nur auf den kleinen Adligen angewendet. 

 

Schlachter

Grönh.Litz.:"Später verwischten sich die Unterschiede zwischen Knochenhauern u, Kütern (vergl. beide!). Sie wurden einheitlich Fleischer, Metzger, zuletzt nur Schlachter genannt."

 

Schlachtmeister

1200 Jahre Rehme S.188

Schlachte = Damm                      vergl. Krilbmeister!

 

Schlafhausmeister

"Der Bergmannsfreund", Wochenblatt ... für Bergleute, Saarbrücken 1875:  Leiter eines Wohnheimes für ledige Bergleute.

 

Schlagemüller

Kopfsteuerb. Tl.7 S.26

Gr.: Schlagmühle = 1) Ölmühle, 2) Stampfkalander; eine Maschine zur Appretur baumwollener Gewebe, wobei diese auf eine harte, hölzerne Walze gewickelt und bei langsamem Umdrehen der Einwirkung einer Reihe hölzerner Stampfen ausgesetzt werden.

 

Schlagschließer

Grotefend-Diederichs S.61   "urk. 1412/13 als Schlagschließer zu Kl.Kerstlingerode"

siehe Baumschlüsser!

 

Schlaguhren-Händler

Lüb.Adr.B. 1826 S.201

Händler mit Uhren, die mit einem Schlagwerk versehen sind, d.h. Uhren, die die Stunden durch Glockenschlag anzeigen.

 

Schlammeister

Lüb. 1798                 Baggerführer (Klöcking S.89)

vergl. Rammeister!

Behrens: Dem Schl. sind die Arbeiten zur Austiefung u. Reinigung der Untertrave u. der Hafeneinfahrt zu Travemünde, vermittels einer auf einem großen Prahm eingerichteten Schlammaschine übertragen.

 

Schlämmer

v.Kempen S.98/1694:  "Oberschlämmer, später Scheidsteiger"  (Clausthal)

Gr.: bei Waschen des Erzes Beschäftigter.

Bergamt Goslar: "Ein Schlämmer ist ein Aufbereitungsarbeiter, der die richtige Zusammensetzung der Aufbereitungsschlämme (Scheidung von taubem Gestein und Erz) überwachte."

 

Schlappenmacher

Germann S.110   "Barett- u. Schlappenmacher in Glauchau" (um 1700)

Brockh.: Schlappe(n) = mitteldt. Hausschuh; md. Schlapphut; Pantoffel

Gr.: Schlappe = Pantoffel, Schuh ohne Hacken.

 

Schlauchweber

Grönh. 1856/7789   Weber von Hanf- oder Flachsschläuchen,  z.B. Feuerwehrschläuchen.

 

Schlawe im Weinkeller

Künzig, Mensing: Schlawe = Slav = Sklave. slaven =schwer arbeiten. Also wohl Arbeiter im Weinkeller für schwere u. schmutzige Arbeit.

 

Schlechtbäcker, slechtbecker

(14.Jh. Frankfurt/M.) buk billigere, geringere Ware, vielleicht aus grobem Mehl (Potth. S.118)

slechtbecker, slehtbecker, sletbecker = Bäcker, der einfaches Brot backt.(wohl im Gegensatz zu Fladenbecker,Kuchenbecker usw.(Bücher)

 

Schleiermacher (Sleigerbereiter)

s. Hüllenweber!

mhd. sleier, sloier = Kopftuch (Bahl.)

sleierkeufer = der mit Schleiern handelt

sleierman = Schl.-verkäufer

sleiermechern = Schleiermacherin

sleiermenger = Schl.-händler (Bücher)

v.Gebhard, Neub. Frankfurt/O.(1616): Baumwollschleiermacher.

Staß-Stein: Schleierneger = Schleiernäher.

 

Schleifer , auch Wetzer genannt.

sorgte für Scharfhaltung der Hieb- und Stichwaffen sowie der verschiedenen Werkzeuge (Potth.)

sliffer, sleyffer, schleufer = Schleifer.

der Schl. schliff das Schneidzeug aus Werkstätten u. Haushalt der Bürger.

 

Schleifknecht

Hohlfeld S.400              Schleifergesell.

Molle: Schleifer: Metallschleifer, Metallscharfschleifer, Metallflächenschleifer.

 

Schleifmühlenmacher

Carl Schulz S.86, 1772, aus Zürich.

Gr.: Schleifmühle = durch Wasser getriebenes Schleifwerk. Die mittelalterl. Schleifmühlen standen in der Bearbeitg. der Klingen auf sehr hoher Stufe...dann auch für das Schleifen des Glases, der Edelsteine usw.

Haem.: Schleifmüller (ohne Erkl.)

 

Schleifmüller

Germann S.163

 "Schleif- u. Ölmüller auf dem Wehrdigt in Glauchau, auch Landgerichtsassessor" (1743-1811)

Gr.: Schleifmühle = durch Wasser getriebenes Schleifwerk. Die mittelalterl. Schleifmühlen standen in der Bearbeitung der Klingen auf sehr hoher Stufe. ...Dann auch für das Schleifen des Glases, der Edelsteine.

 

Schlemmer, Oberschlemmer

Mahrenholtz, Auswanderer ... 1824-46, in Nordd. Fam.kde 1966 S.216

                Schlämmer (s.d.!)

Gr.: beim Waschen (Schlämmen) des Erzes Beschäftigter; der Junge, der den vom Waschherd abgegangenen Schlamm, der noch Erz mit sich führte, weiter bearbeitet.

Staß: Schlemmer = der älteste von den Schirrknechten in den herzogl. Schirr- u. Wagenhäusern.

 

Schlepgenmacher

Penners-Ellw. S.264.     1565

Frischb.: Schleppchen = eine Art Kopfbedeckung im 16. Jh.

Gr.: Schleppchen = eine Art Kopfbedeckung im 16. Jh.

nd. slepke = 1) Pantoffel.

 

Schleusenmeister, -arbeiter

v.Gebhard, Neub. Frankf.a/O. 1671   "kurf. Schleusenmeister u. Schiffbauer beim Neuen Graben."

Gr.: Aufseher einer Schleuse, inspector cataractae.

Behrens:"Die Pflichten der Schl. sind in einer rev. Ordnung v.J. 1732 enthalten und bestehen ... in der Aufsicht der Schleusen u. deren Werken an der dazu gehörigen Kanalstrecke."

v.Kempen S.130/2389: "Schleusenarbeiter"

 

Schleuser

Huschke, B.B.Weimar    1549

Gr.: Schleußer       = Schließer

Verd.: Schleußerin               = Dienstmädchen

Mens.: Slüter        = Schließer

Brockh.: Schließer               = Pförtner, Hauswart

"        Schließerin   = Wirtschafterin, Schaffnerin.

 

Schlichter    I

C.Velten, B.B.Krzn. S.118   "...war Schlichter von Rats wegen    1590-1598"

Schiedsmann (Dr.Velten)

derselbe: Bürgermeister, Beedhaber

Brockh.: in der Weimarer R. Reichsbeamter im Schlichtungswesen.

Gr.: Schlichter, vom Verb schlichten in der übertragenen Bedeutung: ausgleichen, vermitteln, zur Sühne, zu einem Übereinkommen bringen.

 

Schlichter     II

(Duchslichter) oder Lakenberedere (Tuchbereiter) hatten das Tuch zu glätten und zu streichen (Potth.)

slichter, sluchter, duchslichter = Schlichter, Glätter von Wollentuch (Bücher)

 

Schlichtmeister

Fg.Such-u.Anzeigenblatt 1926 S.35 "Haushofmeister 1758, später (nach 1768) Schlichtmeister in Greiz."

Adelg.: Schlichter = eine Person, welche schlichtet, bes. in der Bedeutung, etwas in Ordnung bringen.

Handb.d.Berufe S.226/27: Der Schlichtmeister übt die Aufsicht im Schlichtsaal aus . (Schlichten oder Leimen, ... meist m. Stärke, hat den Zweck, die Kettfäden bei der Weberei glatter u.widerstandsfähiger zu machen.)

 

Schliegwäger

Lommatzsch, Clausthal.Begräbnis-Sozietät 1790, in Nordd.Fam.kde 1973 S.171

Brockh.: Schlich (Hüttenkunde)= das Erzeugnis der nassen Erz-Aufbereitung.

Duden: Schlich = das nach Pochen (Zerkleinern) und Waschen feine, von taubem Gestein befreite Erz.

Schlichwäger = Angestellter, der den Schlich vor der Lieferung an die Schmelzhütte wiegt.

P.Ernst, Jugenderinnerungen S.64: " das schwere Mineral sinkt nach unten u. das leichtere Pulver des Ganggesteins wird fortgespült, das erstere nennt man Schlieg, das zweite After"

 

Schließer

Amtsbuch v. Syke (Quell.z.Genealogie, 1.Bd.) "...ist Diener u. Schließer auf dem Hause" (des Grafen )

Verdenh.: (Dithmarschen) Kirchspielvorsteher (hatte die Aufsicht über den Kirchenkasten u. das Dorfgericht)

Krünitz: Schl. = eine Person, welche schließt, ver- oder ein-schließt; so wird eine Person, welche in großen Haushaltungen das Essen u. Trinken in ihrem Beschlusse hat, Schließer (Schließerin) genannt. In vielen Gegenden versteht man unter Schließer auch den Gefängniswärter od. Stockmeister.

Niedersächs. slüter.

Lüb. 1842: Schließer auf dem Spinnhause.

Lütgendorff: "Schl., der in seinem Häuschen neben dem Tor bei einer flackernden Öllampe wachte.“

vergl. Zingelschließer!

 

Schlittenfahrer

Kopfsteuerb. Tl.6 S.175

Gr.: der mit einem Schlitten fährt. "Schlitten" werden auch genannt: 1) bewegliches Gestell, auf dem beim Glockenguß die Form ruht, 2) beim Bergbau ein zur Beförderung des Gesteins dienender Schlepptrog,

3) in der Landwirtschaft die Schleife (bei Mensing "Slöp"), schlittenartiges, niedriges Gefährt, mit dem schwere Lasten befördert, aber auch der gepflügte Acker geebnet wurde.

Schlittenfahrer daher: 1) in der Landwirtschaft = Schleifenfahrer

                                               2) im Bergbau = Schlepper.

 

Schlosser, slasser

tritt erstmalig in einer Urkunde 1317 in Frankfurt auf (Potth.)

eine Abart: Malschloßmacher; s.d.!

slosser, slosseler, slusseler, slusser, sloißer, slösser, slesser = Schlosser (Bücher)

Handbuch d.Ber.: Schlosser (Handwerk) = Bauschlosser usw., Kunstschlosser;

Schl. (Industrie) = Eisenbauschlosser.

 

Schloßmeister

Potthoff, Handwerk - Lebenswerk (Langensalza-Leipzig-Berlin 1936) S.56     

  Schloßwart? Schloßvogt? Schloßverwalter? Schloßmeier?

Schloßmeier = Verwalter des zum Schloß gehörigen Gutes.

Molle: Schloßwart = Hausmeister.

 

Schloßmeyer

A.L.Huß, Freudenstadt 1618:   Schloßmeyer (Verwalter des zum Schloß gehörenden Gutes)

Verd.: Meier = urspr. Beamte, die einem Fronhof vorstanden

Staß: Meier = Gutsverwalter

Wasm.:  "   = Bauer, Pächter.

 

Schlotfeger

"Es ist nicht jeder Schlotfeger, der schwarz aussieht!"

Schornsteinfeger. (Potth. S.224)

 

Schluckwächter, Schlupwächter

E.Gercken: ein Ratsdiener.

Grimm: "Schluckwächter, nd. slukwächter, das Wort scheint scherzhaft entstellt zu sein aus Schlupfwächter, womit man im 17. Jh. in Hamburg die unterste Klasse der Gerichtsdiener bezeichnete"

Idiotik.: "Slukwächter = Slupwächter (Hbg.) = Gerichtsdiener, etwa weil sie auf die Schlupfwinkel der verworfenen Menschen ein acht haben, wird auch Sluukwächter gesprochen."

Verdenh.: Nachtwächter.

 

Schmakenschiffer

Penners-Ellw. S.212  Schmakensch. 1641

      „         „     S.257 Schmakenführer 1561

Staß: Schmackenschipper = Schiffer auf eine Schmacke (Schiff für Haff- und Flußschiffahrt; Ladefähigk. einer Schm. betrug 3000 bis 4800 Scheffel Getreide. ÷ 200 - 300 t)

Mens.: Schmacke = kleines Seeschiff

Frischb.: Schmack = kl. Seeschiff, welches unten flach u. vorn u. hinten rund gebaut ist.

 

Schmaltuchmacher

Penners-Ellw. S.207. Schmaltuchmacher   1700

Staß: Schmalmacher (Schmaltuchmacher) stellt schmale Zeuge her, wohl schmaler als 2 1/2 Ellen=1,5 m.

vergl. Klein- Breittuchmacher!   (diese webten 2 1/2 Ellen breit, - 20 Ellen lang)

 

Schmeerbrenner

Fam. Jung 1500-1948. Schm. v.Kistorf, Oberhess.Ztg. 1952

Schütze: Schmeer = Fett

Smeerhöker = Butterhändler, der im kleinen Butter, Speck u.dergl. verkauft.

Mens.: Smeer = Fett, bes. minderwertiges

 

Schmelzer

Metallschmelzer (Bahlow)

Magd.Adr. S.181.

Krünitz: Schmelzer, in den Schmelzhütten derjenige Arbeiter, welcher die Schmelzung der Erze versteht und verrichtet.

Handbuch d.B.: "Unter dem Sch. schlechthin wird häufig nur der Eisenschmelzer u. der Stahlschm. verstanden (da diese zahlenmäßig überwiegen) u. ihm der Metallschmelzer gegenüber gestellt."

 

Schmelzmeister

Hänsgen, Langenroda 1974 K.B. "1690, 8.July ..Pathe Joh.Ziegeloth, Schmelzmeister in Battendorf."

Meister in einer Metall-(Kupfer-)hütte.

(In Battendorf wurde Kupferschiefer abgebaut)

 

Schmerlingsfänger

Bartsch, Bewohner ...Amt Fischhausen 1676, in Ostd.Fam.kde 1975 S.245

                Fischfänger.

Brehm: Schmerling, auch Schmerle, Bartgrundel gen., karpfenähnlicher, Fisch von etwa 15 cm Länge.

Gr.: schmerling -> schmerle = Name des Fisches cobitis barbatula.

 

Schmerschneider, Schmälzler

verkauften im Ausschnitt Speck, Schmalz u. ähnl. Fettwaren. (Potth. S.120, s.Smersnider)

 

Schmidt, Schmitt, Schmit

Kloß, B.B.Konitz,   1578, 1589          Schmied.

 

Schmiedemüller

Kopfsteuerb. Tl.10 S.15

Nach Gr. ist die Schmiedemühle eine Schmiede, in der Hämmer durch Wasserkraft betätigt werden.

Schmiedemüller demnach ein Schmied, der einen durch ein Mühlwerk betriebenen Hammer benutzt.

 

Schmierer

Apel S.153;   1540   Schmierer,     S.154   1547-54  Schmierer

Sch.-L.: smerer = Schmierer.

Neben Scherer = Barbier bedeutet smerer wohl Pflaster-, Salbenschmierer, Chirurg.

Mens.: smeren = 1) etwas mit Fett bestreichen,   3) Wände weißen.

Gr.: 1) der achsen schmiert, bei webern der den Aufzug mit einer Art Kleister überzieht.

 

Schmuckler

Kloß, B.B.Konitz 1755, 1764 (Posamentier)

Grimm: in Posen u. Warschau (jüdisch-deutsch) der Schmucksachen verfertigt, Bortenwirker, Posamentier.

 

Schmuckpräger

Gerescher S.62

Durch Schmieden, Meißeln, Sticheln usw. stellte der Sch. Matritzen her, mit denen in der Handpresse od. durch Hammerschlag Schmuck hergestellt wurde.

Molle: = Schmuckpresser, Gürtler; Prägen u. Pressen von Teilen f. Schmuck... Abzeichen, Münzen, Plaketten u. Medaillen.

 

Schnallenmacher

Carl Schulz S.21   "1764 , Metallen Knopf- u. Schnallenmacher"

Brockh.: Schnalle = Vorrichtung zum Schließen, bes. an Riemen.

Haem.: Schnallenmacher (ohne Erklärung)

Gr.: Schn. = fibularius

 

Schneckenmacher

fertigte gesteppte Waffenröcke (v.Leers)

Grimm: Schnecke = a) Schutzvorrichtung gegen feindliche Geschosse, welche die Krieger durch Übereinanderlegen ihrer Schilde herstellten.  b) in den alten Taschenuhren eine kegelartige Walze, um welche sich beim Gang der Uhr die Kette windet.   c) Bohrer mit gewundenen Schärfen.  vergl. Scheckeler!

 

Schneideladenmacher

Kopfsteuerb. Tl.11 S.267

Gr.: Schneidelade = Lade der Landleute, worin Kraut oder Häcksel zu Futter geschnitten wird.

 

Schneider

ursprünglich gleichbedeutend mit dem des Schröders, Schröters, Schraders; das ist soviel wie "Zerkleinerer". Er bezeichnete zunächst also den Zerschneider oder Zerkleinerer verschiedener Stoffe. (Potth.)

 

Schneytter

B.B.K-lautern 1641:  "ein schneytter"              Schneider.

 

Schnittarzt

Nebinger: „28.8.1497 M.Hans Altstuele, Schnittarzt aus Ingelstat“

Grimm: schnittarzt,m. = „chirurg,der stein und bruch operiert“

Vergl. Bruchschneider, Hodensnyder, Chirurgus!

 

Schnitthändler

B.B.Weißenfels 1826

1850: Kleider- und Schnitthändler

                Schnittwarenhändler.

Brockh.: Schnittware = die nach der vom Käufer gewünschten Länge vom laufenden Stück abgeschnitten werden.

 

Schnittker, Schnitger

Klöcking; Grönhoff.

vergl. Sniddeker, Schottilier!

Holzschnitzer, Tischler (Bahlow)

Grönh. Litz: "...der Wohlstand stieg, begann auch der Bürger, sein Heim wohnlicher einzurichten. Das geschah durch die Holzbildhauer, die Schnittker. Sie schmückten die Truhen, die bisher rohe Holzkisten gewesen waren, mit schönen Verzierungen nach griech. Vorbildern u. mit Bildnistafeln. ..."

 

Schnittwarenhändler

Kloß, B.B.Konitz 1843.

Brockh.: Schnittwaren=Gewebe ohne abgepaßte Musterung,die nach der vom Käufer gewünscht.Länge vom laufenden Stück abgeschnitt.werden.

Gr.:Schnittware=Zeugware,die im Kleinen nach der Elle verk. wird.

 

Schnitzler, Schnitzker

Penners-Ellw. S.333  - 1603 -      (häufig "Schnitzker")

Verd.: Schnitzker = Tischler, Schnitzer

Staß: Schnitzker (Schnitzger) = Tischler, Schnitzer, verfertigt Gegenstände mit Schnitzwerk, z.B. Truhen, Wiegen.

Mens.: Snittker = Holzschnitzer, Tischler.

Lex.: snitzaere = Schnitzer, Bildschnitzer.

 

Schnürleibfabrikant

B.B.Weißenfels 1855

Hersteller von Schnürmiedern, Leibchen, Hüfthaltern und -formern (Korsett) (Brockh.)

Mens.: snörlief, -liefken = Schnürleib, -leibchen

Ad.: Schnürleib = enges nach dem Leibe gemachtes Kleidungsstück des anderen Geschlechtes, welches mit Fischbein ausgesteift ist, nur den Oberleib bis an die Brust bedeckt ... u. zugeschnürt wird.

Friederichs:“Der Brustschneider fertigte nämlich die Schnürbrüste (Korsetten) an...“

 

Schnurmaker, Schnurmacher

Verfertiger von Schnüren (Hennings)

siehe snormecher!

vergl. Postmentenmaker, Pasimetmacher!

 

Schoband, Schuband

Abdecker (Hennings)                s. Schinder!

Schoband = Schinder (Schu.)

(Stabreim: Schoband un Schinner sind Swesterkinner)(Schu.)

 

Schobhutmacher

B.B.Köthen S.55 (1684)  "ein Strohhutmacher ...(Ref.Tfb. 1670-87 als Tagelöhner und Schobhutmacher bezeichnet)"

Gr.: Schobhut = Nebenform zu Schaubhut, Strohhut, besonders der große Frauenstrohhut.

 

Schockenzieher

Handbuch d.B.   Drahtzieher.

"Um 1350 kennt man sie (Drahtmacher) als Schockenzieher (nach der Schaukel zum Zurücklehnen beim Ziehvorgang).

 

Schöffenbürgermeister

C.Velten, B.B.Krzn. S.2      "Gemeindebürgermeister 1578"      "Schöffenbürgermeister 1612"

Velten, Alt-Kreuzn. S.93   "Von den beiden Bürgermeistern wurde alljährlich zu Martini einer aus den Schöffen u. einer aus den Ratsherren auf ein Jahr gewählt."

(14 Schöffen, 7 Ratsherren aus der Bürgerschaft<Achtundzwanziger>)

 

Scholarch

von Melle S.355: "die übrigen 4 Lehrstühle besetzt der älteste Bürgermeister als Protoscholarch, doch hat dabey der nächste Bürgermeister und zweyte Scholarch ein votum exclusivum."

Verd.: Ratsherr, dem das Schulwesen unterstand.

Haem.: Schulpfleger, curator scholarum.

Keys.: Schulvorstand.

 

Scholaster

Quell.z.Geneal. 1.Bd. S.182 (Goslar 1526)

Krünitz: Sch. = derjenige Kanonikus oder Domherr an einem Dom oder Kanonikatstift, welcher der Lehrer an der damit verbundenen Schule war. Ehemals hieß er im Deutsch.auch der Schulmeister,der Schulherr.

Grimm: dass., ...Später einer, der eine kleine Pfründe als Sinekure besitzt.

Keyser: Sinekure = einträgliches Amt, das wenig Mühe macht.

 

Scholastikus

Ferd. Röse, Lüb. Chronik, Lbk 1842 S.115   "Der Scholastikus hatte die Obhut der Schule, wie der Kantor (beide auch Canonici) die über das Rituelle der Gottesdienste" (-1262)

vergl. Scholaster!

Staß: Domherr, dem die Domschule und das gesamte kirchliche Unterrichtswesen untersteht.

 

Scholmester

Schulmeister, Lehrer.

 

Scholtiseibesitzer

Fg.Such-u.Anzeigenblatt 1925 S.97.   1668

Verd.: Schöltisei = Schulzenamt

Brockh.: Scholtisei = Bürgermeisteramt.

 

Scholz, Scholze

Strehlau, Auswärtige Bürger ... Lissa, in Ostd.Fam.kde 1970 S.264        "+ 1673,  Scholze"

Staß: Scholze = Schulz.

 

Schômaker, Schooster

Wismar 1250/72    Schuhmacher,  s. Schuster!

                    Schooster = Schuster (Schu.)

Verdenh.: Schoolapper = Schuhflicker.

B.B.Hannov. Schomekere, schoister

Leps, Rostock: "Die Schuhmacher wurden zum Unterschied von den Altschustern, die nur Flickarbeiten besorgten, "nygenschomakere" oder "schomakere des nigenwerks" genannt."

 

Schön- u. Schwarzfärber

siehe Färber!

Krünitz: Schwarzfärber, Waidfärber, ein Handwerker, welcher sich ehemals beim Zeugfärben auf die schwarze, blaue u. braune Farbe beschränkte.

Handbuch d.Ber.: "Eine Sondergruppe, und zwar im Rahmen des Reinigereigewerbes bilden die Kleider-(Zeug-)färber und Lappenfärber, auch Schönfärber genannt, die das Färben gebrauchter einzelner Kleidungsstücke, Stoffteile, Lappen usw. besorgen."

Staß-Stein: Färber, der gebrauchte Kleider in derselben Farbe auffärbt oder in dunklere Farben umfärbt. Im Gegensatz zu den Stück- u. Garnfärbern.

 

Schopenhouwer, -hauer

Münster, Ende des 14. Jh.

Verfertiger von Schöpfkellen (Holmberg)

Holztroghauer = Schopenhauer (Haem.)

vergl. Mollenhauer!

 

Schoppenbrauer

Magd.Adr.

Schope = Schöpfkelle der Brauer (Bahlow), "...genannt nach den Zapfstellen, den Schopen; sie besorgten das Mälzen u. Brauen." (Archiv der Stadt Lübeck. Hennings)

Schopenbrauer = Brauknechte, die das Brauen gegen Lohn betrieben (Hennings)

Schopenbruer = selbständiger Brauknecht (Schu.)

Behrens: Sch. = Knecht der Brauer, durch welche eigentlich das Brauen geschieht.

Staß-Stein: Schope ist eine Schöpfkelle, mit der das Wasser in die Braupfanne geschöpft wird.-

Schüssel- oder Schöppenbrauer = Brauarbeiter, die nicht dauernd bei den Mälzenbrauern angestellt sondern nur für die einzelnen Gebräue verpflichtet sind.

 

Schöppenunterschreiber

Penners-Ellw. S.237; Sch. 1558

Gr.: Schöffenschreiber = Schreiber in einem Schöffengericht

Adelung: Schöppenschreiber = Schreiber in einem mit Schöppen besetzten Gericht.

Unterschreiber = wohl ein zweiter Schreiber, Hilfsschreiber.

 

Schopper

Verdenh.: Schiffszimmermann.

Grimm: einer, der schoppt, den verschiedenen Bedeutungen des Wortes entsprechend:

 1) Schiffszimmermann,   2) im Pinzgau der Bauernknecht, der das Heu auf dem Heuboden niederzutreten hat,   3) in Bayer: Schuhmacher.

Bahlow: mhd. schoppen = stopfen

 

Schöpshirte

Huschke, B.B.Weimar 1561

Bahl.: Schöps = slaw. Bezeichnung f.den Hammel

Lex.: Schops, Schöps = Hammel

Hertel: Sch”ps = Hammel.

      Schafhirte.

 

Schornsteinfeger, Schorsteinfeger

trug je nach Landschaft u. Dialekt die verschiedensten Bezeichnungen: Helle-, Kemmet-, Kender-, Kamin-, Essefeger od. -kehrer

Hellefeger: Straßburg schon im 13. Jahrh., Kemmetfeger erstmalig Straßburg 1481. Im 15. Jahrh. erscheint Schornsteinfeger als besonderes Handwerk (Potth.)

B.B.Gumbinnen: Schorsteinfeg.   Das Wort tritt erst 1462 auf. Einträge von 1453 u. 1465 im Bürgerm.buch beweisen, daß damals die Steindecker die Schornsteine fegten. (Bücher)

 

Schorren-Frau

Kopfsteuerb. Tl.11 S.7

(Fußnote: Schorre = Familienname?)

Hilfsarbeiterin des Wollenwebers

Verd.: Schor(lak)er = Straßenkehrer, Hilfsarbeiter bei den Webern.

Potthoff: Schorrer, Nopper untersuchten das Gewebe (Tuch) auf Fehler, Knoten od. Noppen u. Brüche.

 

Schoß-Cassierer, -fenger, -herr

Lüb. 1798

Schoß, nd. = Steuer, Abgabe;    also: Steuerkassierer.

Verdenh.: Schoßfenger = Gelderheber

                Schoßherr = Steuerherr (Ratsherr od. Beamter, der die Steuern zu erheben hatte.)

 

Schösser

Verdenh.: Amtsdiener, Steuereinzieher.

Krünitz: Schösser = eine Person, welche dazu gesetzt ist, den Schoß von den schoßbaren Personen einzunehmen u. zu berechnen.

Schoß = obrigkeitl. Abgabe von Grundstücken.

Grimm: Einnehmer des Schosses, Steuereinnehmer, Rentmeister; abgesehen von der eigentl.Bedeutung auch andere beamtete Personen, so bes. Amtsvertreter, Amtmann, Amtsverweser.

 

Schoßsammler

Lüb. Schoßb. 1762/74,  Hinterm Markt, 515/495:

Verd.: Schoß = Steuerabgabe

Staß: Schoßeinnehmer (Schösser) = Steuerbeamter.

Bahl.: Schösser = Schoß-, Steuereinzieher.

 

Schotterwerker

Gerescher S.52

Hersteller von Gesteinsschotter für Gleis- u. Straßenbau.

Gr.: Schotter = kleingeschlagene Steine zum Befestigen von Straßen

 

Schottilier, Schotteler

Hannover 1505

Feintischler, gleichbedeutend mit kuntormaker u. snitker

mnd. schottilie = Holztafel, Schindel

    schottilien = täfeln (Holmberg)

Verdenh.: Schotteler = Drechsler, Schüsselmacher

         Schottilier = Tischler.

 

Schottischer Kaufmann

Lübeck, Dom T.B. 1669

vergl. Kellerschotten, nach Staß: Hausierer.

Verd.: Schotte = Hausierer

Staß: Schotten = Hausierer, herumziehende Händler.

Schottische Herkunft lag sehr häufig nicht vor.

 

Schottknecht, Schottschreiber

Angestellte der Steuerverwaltung.

Mens.: Schott = Schoß, Abgabe.

Schottföhrer = Vorarbeiter beim Mähen des Korns.

Lagemann, Polizeiwesen u. Wohlfahrtspflege i.Lübeck S.185: Schoßknechte.

Staß: Schoßeinnehmer (Schösser) = Steuerbeamter

Schütze, Id.: In den Hansestädten ist Schott, Schoß, die Hauptabgabe von dem sämtl. Vermögen der wohlhabenden Bürger.

Gr.: schoß = Steuer, Abgabe, das, was einer "zuschießt".

 

Schout

Adr.B.Lüb. 1811 S.108 

Stenzel, Seemännisch.W.B.: Schout, ndt. aufsichtführender Schulz oder Schultheiß.

Mens.: Schaut = "Polizeidiener"

vergl. Wasserschout!

 

Schout-Diener

Lüb. 42. , Lüb. Adr.B. 1803 S.155

Diener, Gehilfe des Schout bzw. des Wasserschouts. - siehe das.!

 

Schôwerchte,  schowerte

Aken 1266

Schumacher

schowerte             = Schuhmacher (Höhler)

cordewaner =                   "

alotarius                =             "

sutor      =                             "

vergl. Schomaker!

 

Schrader

Verdenh.: Schneider

Grimm: nd. Form für Schröter

mnd. schroder, schrader = schneider.

Bahlow: ostfäl. Variante zu Schröder, meint den Schneider.

 

Schrangenwächter

Zschr.f.Niedersächs.Fam.kde 1985 Heft 4, S.115

 (1700) Traureg. Herrnburg.

Wächter für die Schrangen, d.s. nach Sch.-L.: Tische oder Bänke, um Brot u. Fleisch zum Verkauf anzubieten.

Lüb. 1842 (S.343)

Mens.: Schrangen = Verkaufsbank u. -bude, bes. der Bäcker u. Schlachter

Bedienter, der die Verkaufsstände bewachte.

 

Schrannengast, -meister

Verdenh.: Getreidehändler.

Krünitz: Schranne = ein oberdt. Wort, mit Schranke gleichbedeutend (Brotschranne, Fleischschranne usw.). In München nennt man den Getreidemarkt "die Schranne".

Grimm: Schranne = Gestell einer Bank, eines Verkaufsstandes;    Bank u. Stand selbst.

Haem.: Ev.Tot.regist. Augsburg 1870:   -meister = Handwerker bzw. Händler, der einen Schrangen (Schranne), Verkaufsstand hat.

 

Schraper

Gause, Kbg. S.109

"Schraper und Fiedler, die als Bettelmusikanten sich auf den Straßen hören ließen".

Frischb.: schlechter Geiger, ungeschickter Barbier.

 

Schraubenmacher

Penners-Ellw. S.254;    1631

Gr.: Schraubendreher, der durch Drehen Schrauben formt.

 

Schreffer

Schröpfer in einer Badstube, der den Badenden zur Ader läßt (Bücher) - - - vergl. Schröpfer!

 

Schreib- u. Rechenmeister

Grimm: Schreibmeister, Meister und Lehrer des Schönschreibens.

Verdenh.: Lehrer, Stadtschreiber o.ä.

vergl. Rechenmeister!

 

Schreibereybeflissener

B.B.Weißenfels 1800

Schreibstuben-, Kanzleigehilfe

Verd.: Beflissener = Studierender; Gehilfe

Brockh.: Schreiberei = Kanzlei, Schreibstube.

 

Schriber, schriyber, scriver

Schreiber;  meist in anderen Diensten, aber auch selbständig ihr Gewerbe ausübend.-

Der wober schriber, auch des wullenwober Hantwerks schriber. Hatte beim Waidhandel das Messen zu beaufsichtigen u.aufzuschreiben, was nach außen u.was an einheimische Käufer abgesetzt wurde.Über seine Amtspflichten hatte er vor dem Bürgermeister zu schwören. (Bücher)

 

Schriffeyde, Schriwei, Schrivey

Hennings: Schiffsschreiber.

Sch.-L.: schriver = Schreiber,

       schriverie = 1) das Schreiben, 2) Schreibstube

schriveine, schriweie = Schreiber, Secretär;        Kiel: bes. Schiffsschreiber

 

Schriftgießer

Carl Schulz S.40:   1782, Kgl. Schriftgießer.

Brockh.: Schriftgießerei = der Zweig des graphischen Gewerbes, der Lettern für Druckschriften durch Gießen herstellt.

Haem.: Schriftgießer u. Schriftschneider, fusor typorum.

Gr.: einer, der die metall. Lettern der Buchdrucker durch Guß herstellt.

 

Schriftsasse

Kopfsteuerb. Tl.3 S.46

Gr.: diejenigen, die keine Obrigkeit zum Richter haben,sondern den Landesherren selbst und dessen Canzlei; daneben jeder Untertan, der das Recht hat, daß ihm die Ladungen, Zufertigungen usw. aus den Gerichten schriftlich und nicht bloß mündlich durch die unteren Bedienten zugehen.

Verd.: Adel oder anderer Stand, der die Ladung zum Landtag unmittelbar durch besonderes Schreiben erhielt; Inhaber des Privilegs, sein Recht schon in der 1. Instanz vor dem höchsten Gericht zu suchen.

Helbig S.5: "Die Beschlossenen erhielten die Einladung ... von der Hofkanzlei; die Unbeschlossenen ... öffentl. Ausschreibung. Daraus Trennung zwischen Oberständen u. einfacher Ritterschaft;

ähnlich: Schriftsassen u. Amtssassen.

 

Schriftstecher

B.B.Köthen S.119 (1723)    "Schrifft- und Formstecher"

Gr.: "einer, der Zahlen, Buchstaben und ganze Aufschriften graviert;"   "auch im Sinne von Schriftschneider".

vergl. Formstecher! 

 

Schriner                       /    Schrinmaker

Neuhaldensleben 1330/49   /   Münster 1535

Schreiner, Tischler (Holmberg)

schriner,schryner = Schreiner. Zunächst kommen sch. neben kistnern vor; 1542 sind letztere verschwunden. (Bücher)

 

Schrobelmacher

Verdenh.: Werkzeugmacher für die Tuchbereitung.

Krünitz: Schrobel = bei Tuchmachern eine Art Kartätschen, womit die feine spanische Wolle gestrichen wird. Sie unterscheidet sich von den Kartätschen nur in der Feinheit.

 

Schroder   (Schröder)

Schneider  sartor  (Höhler)

vergl. Schröder!

Verdenh.: Schroder (Schröder) = Schneider; Münzschneider.

 

Schroder,  winschroder

Schröter, die das Auf- u. Abladen schwerer Gegenstände, namentlich des Weines, die Verbringung des letzteren in Keller zu besorgen hatten. (Bücher)

 

Schroders, Nye;  Olde

Hennings i. Sippe der Nordmark 1940

Verfertiger neuer Anzüge; Altschneider für Reparaturen.

Verd.: Schroder (Schröder) = Schneider, Münzschneiter.

Staß: Schroter : wurden im M.A. vielfach die Schneider benannt.

Gr.: I / 2) in der älteren Sprache für den Schneider.

 

Schröder, Schröter, Schrader

siehe Schneider!

Schröder ndd., Schrader ostfäl. = Schneider.

(ndd.schröden = schneiden, md.-obd. Schröten, Schröter (Bahlow)

Schroder = Scroder, Schröter = Schneider (Hennings)

Verdenh.: Schröter = Schneider, Böttcher.

Staß-Stein: Schrötter (Schröder, Schröter) = Angestellter des Kranmeisters, sie schroten die Fässer in die Keller u. aus denselben;

schroden, schroten = wälzen, schieben, rollen.-

Schroter (Schröter) wurden im M.A. vielfach die Schneider benannt.

 

Schröpfer, Schreffer

aus Badern hervorgegangen (Potth. S.131)

schröpfen = Blut entziehen durch Aufsetzen von Schröpfköpfen, nachdem die Haut eingeritzt ist.

vergl. Schreffer!

 

Schröter

C.Velten, B.B.Krzn. S.1 u. oft   "Schröter f.d. Neustadt 1621, ist Küfer"

                               S.2:  "wird Schr. für die Altstadt"  1596

                              S.38: "Schröter (Zuschläger) 1597-1601"

Staß: Schröter = Schrötter: sie schroten die Fässer in die Keller u. aus denselben (schroten = wälzen, schieben, rollen)

Velten, Alt-Kreuznach S.107  "Die Schröter waren dazu bestellt, gefüllte Weinfässer in die Keller zu schaffen oder herauszuziehen mit Seil u. Schrotleiter, und niemand außer ihnen durfte das tun."

 

Schrubfrau

B.B.Hannov. 1689.   Scheuerfrau 

Duden: schrubben; Schrubber = steifer Besen

Brockhaus: 2) kehren mit einem rauhen Besen; Schrubber = rauhe Bürste, Scheuerbesen.

 

Schubkärcher

Dietz S.2      H 1747 Schubkärcher

Duden(1915): Schub- oder Schiebkarre

Gr.: Schubkärrner, der mit einem Schubkarren arbeitet.

 

Schuchworte, -wurte, -werte, -wirte,

schuchart, schuchert, schucher, schuchter,

schuwemechter, schuchmecher, schumacher

Schuhmacher, Schuster (s.d.!)        Nebengewerbe ziemlich häufig, z.B.: glockener, kolenmesser, phiffer usw. (Bücher)

 

Schuckelmeyer

Lütgendorff: Spottname für die Dänen.

Mens.: schuckln = schmuggeln

Schuckelmeyer = Spottname der Altonaer und der Hamburg benachbarten Holsteiner für die Dänen zur Zeit der Kontinentalsperre.

Hildeg.Nölting in LN vom 31.8.72:"Die Lübecker hatten ein Schimpfwort für die nicht beliebten Dänen erfunden: Sch., anspielend auf ihre Holzschuhe, mit denen sie durch die Straßen Lübecks u. zwischen Lübeck u. ihrem Standort, dem nahegelegenen dän.-holst. Fackenburg schuckelten."

 

Schueflicker

B.B.Cölln.   Schuhflicker.          (vergl. Altbüßer!)

 

Schuffenbrauer

Gause, Kbg. S.35: "Er (der Brauberechtigte) konnte auch einen Schuffenbräuer - so hießen die Brauer, die gewerbsmäßig das Schiffsbier herstellten - damit beauftragen, der mit seinen Leuten die Arbeit gegen Lohn ausführte."

vergl. Schoppenbrauer!

Frischbier: "In Danzig hieß der eigentüml. Schöpftrog, dessen sich die Brauer zum Übergießen des heißen Wassers über das Malz bedienten, Schuffe, Schuppe, Schippe .., Schopenbrauer diejenigen, die den Brauern um einen gewissen Lohn helfen."

 

Schuhknecht, Schueknecht

Gebh. 1699.                         Schuhmachergeselle.

Kloß, B.B.Konitz 1589:   Schueknecht.

 

Schulbedienter

Struck, Gr.Alsleben, 1748.

Grimm: der im Schuldienst steht, Schullehrer, in älterer Sprache. In neuer Sprache gleichbedeutend mit Schuldiener.

 

Schulcollega

Kloß, B.B.Konitz 1654: "Schulcollega und Organist"

Schullehrer.

 

Schulcollega Quintus

B.B.Weimar 1693 (61)

Fünfter Lehrer an einer Höheren Schule.

 

Schuldenbote

Verdenh.: Gerichtsvollzieher

Grimm: executor; Schuldbote, Gerichtsbote, der die Schulden einfordert

 

Schulepper, schuwelepper

siehe Lepper, Altbüßer, Russe!

Schoflicker = Schuhflicker (Schu.)

Schulapper = Flickschuster (Verdenh.)

 

Schulfrau

B.B.Stuttgart Nr.1252

Gr.: Schulfrau, maestra di scuola,(schweiz.) die Frau des Schullehrers.

 

Schulhalter

Lüb. 1798                  Lehrer.

In einer kirchenbucheintragung 1774 in Pommern:" Beruf: Küster wie auch Königlicher Gnädenschulhalter in Wudarge." Wahrscheinlich ehemaliger Soldat, der durch Königl. Gnade zum Schulhalter ernannt wurde.

Adr.Cal. 84: Gollup, Westpr.:"Schulhalter, Vorsänger und Glöckner."

Bülow, Barth S.612      "Daß ... 1828 das Unwesen der Nebenschulen ... in Barth noch blühte, hatte verschied.Gründe. Die Schulhalter, welche sonst viell. der öffentl. Armenpflege anheimfielen, hatten hierin ihren Broterwerb u. nahmen zugleich der Gemeinde eine Arbeit ab. ...

vergl. Lehrmöder, Lesemöder!

 

Schuljurat

Schaub, Ahnenliste der Schriftstellerin Alma Rogge, in Nordd.Fam. kde 1965 S.148  "Hausmann u. Schuljurat in Moorsee" - 1790.

Schulgeschworener, Mitglied es Schulvorstandes

 

Schullenköper

K.B.Lübeck 1661

Mens.: Schull = Scholle (Fisch)

Schollen-, Fischhändler.

 

Schulschreiber

Gebauer, Hildesheim S.58    "er erwirkte 1461 ... die Anstellung dreier städtischer Schulschreiber."

Nach dem Text S.58 handelt es sich um Lehrer für die Volksschule, die der Rat der Stadt errichten wollte.

 

Schulschwester

Stuttg. 70.   216

Brockh.: Sch. = kath. Klostergenossenschaften, die sich vorwiegend dem Unterricht von Mädchen widmen.

 

Schümann, Schiemann

Matrose, Schiffsaufseher, -offizier niederen Ranges (Schu.)

Grimm: Schiemann ist der Deckoffizier, dem besonders auf großen Schiffen die Takelung des Fockmastes zur Aufsicht übergeben wurde

Kluge: "der auf den Bootsmann folgende Unteroffizier, den die Takelage des Fockmastes angeht.."

 

Schupposer

Franz, Gesch.d.d.Bauernstandes S.226

Grimm: Besitzer einer Schuppose, eines Grundstücks von 1/4 bis 1/2 Hube (alemannisch)

 

Schurer, Schurier

Traub. Dom 1592 (A.Petersen)

Sch.-L.: Schurer (m.) = Reiniger, Putzer, Panzer- od.Schwertfeger(?)

Handb.d.Berufe nennt "Schaurer, Stahlfederschaurer, Scheurer" = nach dem Biegen, Härten u.Anlassen der fertigen Federn folgt das Schauren, Scheuren (i.d.Uhrenindustrie).

Lüb.Totentanz von 1463 (Erstdrucke 1489 u. 1496), Erstdr. 1489 einziges Ex. i. Germ. Museum Nürnberg; von 1496 i.Bibl. Wolfenbüttel.

Bahl. leitet Schürer von Scheuer, Scheune ab.

 

Schürer

Blau: Die Schürer hatten das Feuer des Glasofens ständig zu unterhalten; da dieses Tag u. Nacht brannte, gab es ... einen Tag- u. einen Nachtschürer. Trockenes Holz war immer auf dem Horst (Horscht) vorhanden, wo es von der aufsteigenden Hitze gedörrt wurde. Wo höhere Hitze erzielt werden sollte, wurden die Scheiter zerkleinert und im "Bratofen" noch weiter gedörrt.

 

Schürgeselle

Kopfsteuerb. Tl.9 S.121

siehe Schürer!

Brockh.: schüren = anfachen, erregen.

 

Schüsseldreher

Kloß, B.B.Konitz 1574

Drechsler, der Holzschüsseln herstellte.

vergl. Schusseler!

 

Schusseler, schussler

der Schüsseln macht, Schüßler.

Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich um Holzschüsseln. (Bücher)

 

Schüsselschreiber

Schimmelpf., Bamberg S.65

Amtleute des Domstiftes, Ende 14. Jh.  "... 1 schüsselschreiber.."

Ausk.d.Stadtarchivs Bamberg 27.10.75: Der Schüsselschr. hatte die Buchführung über den Victualienbedarf und -konsum zu besorgen, war eine Art Rechnungsführer.

aus Schimmelpf., Bamberg; Ende des 14. Jh.: "des stiftes amptleut: 1 werckmeister, 1 camermeister,

2 untercamerer, 1 küchenmeister,  1 kelner, 1 melmeister, 1 pfistermeister, 1 ofenheizer, 1 eseltreiber,

1 pecher, 1 pütner, 4 müllner, 2 zimmerman, 2 schiffman, 2 schüssler, 1 koch, 2 vorster, 1 gertner,

1 rebenterer, 7 mantzeler id est ein schepfer, 1 gebmuser, 4 gastschuler id est chorschuler, 1 prater,

1 schüsselschreiber, 1 vogler."

 

Schuster, Schomaker

schuochwürchte, Schuchsutaere ist eine Bezeichnung, die aus dem deutschen Wort "Schuh" und dem latein. "sutor" = Schuhmacher entstanden war (Potth.)

got. sköhs; ahd. scuoh ist gemeingermanisch. Älteste germanische Bezeichnung für Schuhmacher ist ae. scéowyrhta (H 1000); auf dem Festland schôwerchte (Aken 1266), mhd.schuochwürchte (Lexer 2,821) (Holmberg)

 

Schuester, Schuemacher

B.B.Weißenfels 1613;  1667

Schuster, Schuhmacher          (e = Dehnungslaut)

 

Schuo Knecht

B.B.Stuttgart S.19b

          "          S.48b "Schue Knecht"

    Schustergeselle.

 

Schutenmacher

Verdenh.: Bootsbauer

Grimm: Schute = kleines, schnell segelndes Fahrzeug.

Kluge,Seemannsspr.: Schute = 1) auf der Ostsee Schiffe mit 3 Masten ohne Körbe,       2)(Hamburg) kleines Fahrzeug mit hohlrundem Boden, deren man sich zu Lustfahrten u. kleinen Reisen bedient;

 3)(Hamburg) großer Kahn, Elbkahn.

 

Schutenschiffer

Aßm. 1801

Duden: Schute = Kanalschiff

Brockh.: flacher, breiter Schleppkahn für den Hafenbetrieb.

Sch.: kleines schnellsegelndes Fahrzeug, Hamburger Schute, Kahn 120 Fuß lang, fahren auf Elbe, Havel, Spree.

 

Schutte, schutze, Schütte

Schütze (Hennings)

schutze, schotze, schutz = 1) Flurschütze, Feldhüter; hatten häufig Nebengewerbe

             2) gegen Ende des 15. Jh. wird der Ausdruck als Name für eine Abteilung der Söldner üblich.

 

Schüttemeister

Ahnenliste Harten, Hbg. 1980, Verl. Ostfries.Landschaft.

"Frerich Ennen, Schüttemeister zu Loquard, 1660, 1687 genannt."

Wasm.: Aufsichtsbeamter der Müllabfuhr

Mens.: schütten = "umherlaufendes Vieh, das auf fremdem Eigentum Schaden tut, einfangen u.einfriedigen,es als Pfand zurückbehalten"

Schütter = amtlich bestellte Person zum Schützen des Viehs, meist Gemeindebote oder Nachtwächter, "Feldhüter", "Feldvogt"

Doornkaat-K.: Schütting = Schutz- u. Schließvorrichtung gegen Wasser, Grundstücke

Gr.: Sch. = i.alten Nürnberg Name eines städt. Beamten, der die Schütte zu überwachen hatte (Schütte = wo geschüttetes aufbewahrt wird.)

 

Schütter, Schutter

Grönh. 1673/2050: Feldvogt.

Grimm: 1) der da schüttet oder schüttelt, als Forstknecht für das Schütteln der Eicheln von den Bäumen;

            2) Teichschütter, Wächter der Wälle, die das umherlaufende Vieh einschließen.

Klüver, Zur Geschichte des Gemeindeorganismus in Kiel bis 1600. Kiel 1912 (St.bibl. ZA 2048:29) Schutter, er hatte dafür zu sorgen, daß Vieh, das Schaden anrichtet, eingesperrt wird.

Grönh.Litz.: Er hatte darauf zu achten, daß die Weidegerechtigkeit der Bürger nicht mißbraucht wurde. Wer mehr Kühe auf die Weide schickte, wer unberechtigt Pferde grasen ließ, mußte damit rechnen, daß solche Tiere "geschüttet" wurden u. gegen Zahlung des Schüttegeldes ausgelöst werden mußten.

 

Schüttingsbote

Lüb. 1798

Schütting( m.) (1466-1731) ein Ratsbierkeller zu Lüneburg, der auch als Gildehaus u. zur Bewirtung des Gefolges bei fürstl. Besuch dient.

Mnd. schütting = Gildehaus, privileg. Bierhaus (Kück)

Klöcking, 800 Jahre Lübeck, S.45: Die Schonenfahrer ... kauften sich ein eigenes Versammlungshaus in Lübeck, "Schütting" genannt. Hier kamen bald auch andere Fahrer zusammen.

.." Haus Breite Straße 67 war Bergenfahrerschütting (Klöcking S.76)

In Bergen hießen die Gemeinschaftsräume der hans. Kaufleute Schötstuben, von skytan = schießen, zusammenschießen (Pagel)

 

Schütze

Gebh. 1682. 1697 "curfürstl. Schütz gewesen"

Schütze meint i.allg. den Flurschütz, Flurhüter (Bahlow)

Krünitz: verschiedene Deutungen: 1) von schießen (Bogen-,Scheiben-schütze usw.); 

            2) von schützen, Schutz gewähren (Hirt, der das Vieh schützt; Feld-, Flurschütze = Feldwächter)

Gränzschütze = Grenzjäger, Jagdbediente, welche zwar ein Revier, aber an der Grenze haben; auch Grenzbediente, welche an der Grenze Wache halten, daß keine Contrebande übergeführt wird.

 

Schütze, heimlicher

C.Velten, B.B.Krzn. S.1 u. oft  "heimlicher Schütze 1603".

Hilfs-Feldhüter ohne Kennzeichnung (nach Velten!)

Mitteilung von Dr.Ing.Velten, Kreuznach, 18.9.1974: Weinberge geschlossen. Hackenheim. Ab sofort sind die Weinberge geschlossen. Während der Sperrzeit bzw. vor Lesebeginn dürfen die Weinberge und Wirtschaftswege im Weinbergsgebiet von den Eigentümern, Nutzungs-berechtigten und den von ihnen beauftragten Personen zur Besichtigung und zur Vornahme unaufschiebbarer Arbeiten ohne besondere Erlaubnis der Gemeindeverwaltung in der Zeit von 7 bis 17 Uhr an Werktagen betreten werden. Für diese Zeit wurden und werden zusätzliche Privatpersonen als Hilfs-Feldhüter eingesetzt, die als solche nicht kenntlich sind.("Heimliche Schützen")

 

Schützemeister

Apel S.18: 1536-38   „ ist Sch., wohnt Ratsmiethaus“

   "    S.96: 1481-1526 schuetzemeister

   "    S.205: 1437 Schützenmstr. 1404 Student.

   "    S.294: 1526-52 Gerber? 1547 mit 98 Ackern größter Grundbes.

         Richter, Schützmeister im Rat.

Verd.: Schüttmeister = Beamter, der in Dörfern die Polizeigewalt hat, Steuererheber.

Gr.: Schützenmeister = 1) Vorsteher einer Schützengesellschaft; Vorgesetzter von

                                         Schützen als Teil der bewaffneten Macht.

                                    2) der in der Kunst des Geschützwesens Meister ist.

 

Schützenknecht

B.B.Hannov. 1689.

Zedler: Schütze = der mit einem Schießgewehr umzugehen weiß, insbesodnere ein Jagdbedienter ... Nun ist zu bedauern, daß viele (Herrschaften) nicht einen erlernten Jäger, sondern aus Sparsamkeit ihre Untertanen, Knechte, Schäfer u. Schafknechte gebrauchen.

Schützenknecht = 1) ein Untertan, Knecht, der Dienste als Schütze, Jäger versieht;

                            2) ein Helfer des Schützen, des Schütters (s.d.!)

 

Schützenwirt

Kopfsteuerb. Tl.11 S.282  "Wirt auf dem Schützenhof"

Gr.: "Wirt in einem Schützenhause" ("taberna sagittaria")

 

Schutzmeister

Huschke, B.B.Weimar 1552

Gr.: Schützenmmeister = 1a) Vorsteher einer Schützengesellschaft; 1b) Vorgesetzter von Schützen als Teil der bewaffneten Macht, öffentlicher Wächter der Sicherheit.

 

Schutzverwandter

Wiedemann S.209,   1811

Verd.: Einwohner einer Stadt, der nicht das volle Bürgerrecht erworben hat, aber gewissen Schutz durch das Gemeinwesen genießt.

Staß: Es gehören dazu die Gesellen, Lehrlinge, die große Masse der Arbeiter u. Tagelöhner.

 

Schuwerdecker

Penners-Ellw. Tafel V/b   -1560 -      Schieferdecker?

Schütze, Id.: Schov, Dakschov = Stroh, welches zum Decken der Häuser benutzt wird.

          Dachdecker.

 

Schwabenweber

Verdenh.(Nürnberg): Aus Schwaben eingewanderter Leineweber.

Grimm: Nürnberger Barchentweber, deren seit 1488 viele aus Augsburg einwanderten.

 

Schwammhändler

Stettiner Bürgerliste 1828, Sedina-Archiv

Händler mit 1) Waschschwämmen,   2) mit Feuerschwamm, der beim Feuerschlagen gebraucht wird.

 

Schwanmeister

Adr.B.Lüb. 1811 S.228

Gr.: Schwanenmeister: "am 17. Mai wurden die weggefangenen Schwäne auf der Havel ... unter Aufsicht des Schwanenmeisters und Fischeraltmeisters gerupft."

 

Schwarter, Swarter

Taufb. St.Jacobi      Schwärzer, Schwarzfärber

Bahlow: Schwärzer meint den Tuchfärber ("Schwarter am Koberg")

 

Schwarzbeck

Strack, Kreisfremde ... Lahr, in Fam.u.Volk 1957 S.433 "1726 ... S.d., B. u. Schwarzbecks ... in Straßburg"

Gr.: Schwarzbäcker = Bäcker, der Schwarzbrot bäckt.

 

Schwarzbrenner

C.Velten, B.B.Krzn. S.48   "gen. als Schwarzbrenner 1600"

Wer aus Korn Branntwein herstellte, was verboten war (Auskunft Dr.Velten!- Der Ausdruck "schwarzbrennen" ist nach G.Küpper, Wörterbuch der Alltagssprache, im 1. Weltkrieg entstanden!)

Vielleicht aber auch: Ruß-, Rahmbrennner? (Hersteller von Kienruß für schwarze Farbe?)

 

Schwärzer,              Schwarzfärber

B.B.Hannov. 1689.       siehe Schön- u. Schwarzfärber u. Färber!

 

Schwarznagelschmied

Stettiner Bürgerb. 1809, Sedina-Archiv S.158.

Nagelschmied, der eiserne Nägel herstellt.

 (Haem.: Schwarzdrahtzieher = Eisendrahtzieher;          Staß-St.: Schwarzgießer = Eisengießer)

Fuhse, Schmiede, bringt keine Teilung in Schwarz- u. Weißnagelschmiede.  

 

Schwarz- oder Weißriemer

Sauer, Tuchmachergilde Greifenhagen, in Ostd.Fam.kde 1965 S.19

"   + 1784 ... Weiß- u. Schwarzriemer in Stettin"

Riemer = Sattler

Zedler unterscheidet Grob- u. Schwarzriemer, Weißriemer u. Seeriemer.

Gr.: Weißriemer = Riemer, der weißgares Leder verarbeitet

Spieß, Braunschweig, Geschichte d.Stadt Br.: Schwarzriemer verarbeitet Rindleder, Weißr. Feinleder.

 

Schwarzviehhändler

Genealogie 1965 Heft 11 S.783  "Schwarzviehhändl.aus Bomst" H 1830

                Schweinehändler

Mitzka: Schwarzvieh = Schweine

Gr.: Schwarzvieh = Wildschweine

 

Schwefel- u. Vitriolmeister

Fam.kdl.Nachr. 1964 S.36         "Hoher Markgräfl.Bayreuth.Schwefel- u. Vitriolmeister"  (um 1720)

Gr.: Schwefelmeister = im Bergwesen der Vorgesetzte einer Schwefelhütte

Mack.: Vitriol = Schwermetallsalze der Schwefelsäure.

Gr.: Vitriol = Körper sekundärer Bildung, entstanden durch Einwirkung von Athmosphärilien auf Schwefelmetalle; gewöhnlich wird unter Vitriol Kupfervitriol verstanden.

 

Schweinekäufer

Kopfsteuerb. Tl.4 S.5          Schweinehändler.

 

Schweinemeister

Kopfsteuerb. Tl.3 S.56

Gr.: Auf großen Gütern ein besonderer Mann, welcher die Aufsicht über die Schweine hat.

 

Schweiner, Schwein

B.B.Cölln 1579

Grimm: Schweinehirt

Verd.: Schwein = Schweinehirt

Mens.: Swinharder, -harr, -heier = Schweinehirt.

 

Schweinestecher    / Swinsnider

Mum. S.58                /  Lüb. (Hennings)

Kastrator (Bahlow)    / Schweinekastrierer

Schweineschneider (Gebh. 1571)

 

Schweitzer

B.B.Insterburg  S.68     1751

Staß: 1) Koloniebauer aus der Schweiz, nach 1710 in Ostpreußen eingewandert. 

 2) Erst im 19. Jh. entstandener Name für Melker, Kuhknecht.        3) Türhüter, Aufseher in kath. Domen.

Wasm.: Pächter oder Leiter einer Meierei

Mens.: Schweizer = Kuhmelker.

 

Schweizerdegen

F.Molle: Schw. wird, übertragen von der zweischneidigen schweizerischen Degenklinge, die Druckereikraft genannt, die >Schriftsetzer und Buchdrucker< zugleich ist.

Brockh.: Schw. ein Buchdrucker, der Schriftsetzer und Drucker ist.

 

Schwellenhauer

fertigte im Walde mit Hilfe eines Breitbeils Eisenbahnschwellen. (Brockh.)

 

Schwertdegen

Ribbe-Henning S.280                  junger Ritter.

Lex.: swertdegen = Knappe, der das Ritterschwert erhalten soll oder eben erhalten hat.

 

Schwertner,   Schwertfeger

Die Schwertner hatten nur Schwerter zu machen , die Schwertfeger sie zu polieren.

vürben = fegen = "putzen, reinigen, blank machen."

mhd. swertvürbe = Schwertfeger (Bahlow)

Swertfeger = Schwertfeger = Polierer von Harnischen (Hennings)

Schwertfeher (Gebh.) 1583

Handbuch d.Ber.: Der Schwertfeger ist ... ein Sonderberuf in der Waffenindustrie. Er läßt sich etwa mit dem Reider (s.d.!) vergleichen, der ebenfalls die Einzelteile zum fertigen Stück zusammensetzt. Er montiert Griff u. Gefäß (Säbelkorb) zusammen u. setzt sie an der Klinge an ("macht aus").... vernietet u. verschraubt die einzelnen Teile miteinander.

 

Schwertschmied

A.L.Meentzen S.42 "Schwertschmied zu Nocken im Ksp. Solingen" (1782-1843).  Waffenschmied, der Schwerter fertigt, auch Schwertner genannt. Der Schwertfeger poliert die Waffen.

 

Schwödler

Verdenh.: Weißgerber

Krünitz: Schwödelfaß, beim Weißgerber ein Faß, worin der gelöschte u. zerlaufene Kalk aufbewahrt wird, in welchen man den Schwödelwedel taucht, um den Kalk auf die Felle zu streichen.

Grimm: Schwöde, das Schwöden, Weißkalkschwöde, wobei die Felle mit einem Brei von gelöschtem Kalk bestrichen werden.

Schweden, schwöden = bei Gerbern die Felle in den Kalkäscher setzen, um sie leichter abhaaren zu können.

 

Schynner

Kraack, Flensb. "Für die Aufbereitung des Leders sorgten Schynner"

Sch.L.: schinden, schinnen (schunnen) = enthäuten (auch: bis auf die Haut plündern, berauben)

Gr.: Schinder = Abdecker, Henker.

 

Stäbehändler

Braess, Promemoria ... Stein, in Ostd.Fam.kde 1964 S.315

"...war hier (Danzig) Stäbehändler, ging 1790 nach London"

Holzhändler, Bauholzhändler.

 

Stabhalter

Familie u. Volk 1955 S.181 (1677):         "der geweßene Stabhalter zu Nider-Emmendingen"

Gr.: "bei dem kaiserl. Landgericht ... welcher des Landrichters Stelle vertritt, aus eben der Ursache sowohl der Stabhalter als der Statthalter genannt."         "früher Dorfbürgermeister im prot. Hanauerland"

Verd.: Stabhalter = Verwaltungsbeamter,der gleichzeitig Richter war; Ortsvorsteher.

Staß: Schulz, Ortsvorsteher-          Wasm.: Ortsvorsteher.      

 

Stabschläger

Kolb 1701.                 Stabholzhauer, Staffhauer (s.d.!)

Gr.: Forstarbeiter, der Holz im Walde zu Stabholz schlägt, "der sogen. Pipenstäbe oder tauben (dauben) zu Heringstonnen schlägt."

Staffholt = Stabholz = Faßdaubenholz.

 

Stabschmied

Siegel, Aufgebot ... Eibenstock. 17.Jh.,in Ostd.Fam.kde 1976 S.313

Haem.: Stabeisenschmied = Zeiner   (malleator?)

Schmied, Hammerschmied, der Stabeisen herstellt.

 

Stabs-Hornist

Lüb.Adreßb. 1844 S.245

Leiter eines Musikkorps bei der Truppe.

Gr.: Stabshoboist = Dirigent eines Musikkorps bei den Infanterieregimentern.

 

Stabsschultheiß

Strack, Kreisfremde ... Lahr, in Fam.u.Volk 1957 S.404

  " 1724 S.d.Stabsschultheißen ...zu Wittendorf, Kloster Alpirsbacher Amt."

     Leiter eines Stabgerichtes.

Ad. Stabgericht = ein Gericht, welches den Stab als symbol. Kennzeichen seiner Gerichtsbarkeit führt.

Stabgericht: verschieden, an manchen Orten ein höheres Gericht, an anderen Orten ein niederes Gericht.

 

Stabträger(sche)

Taufb. St.Petri um 1620

Staß: Stabhalter = Schulze, Ortsvorsteher

Verd.:      "       = Verwaltungsbeamter, Richter

         Stäbler = Bettler.

Gr.: 1) in der Röm.kath.Kirche d. Geistliche, der d. Stab voranträgt,  2) bei den Schützen ein Ober-Offizier,

3) die bei gr. Leichen in Hamburg mit Stützen beihergehen, worauf die Baare ... niedergelassen wird.

Gr.: (Stäbler) 7) als stabträger ist wohl auch die rotwelsche Bezeichnung der Bettler zu verstehen.

 

Stadtbänder

B.B.Cassel S.78;  1670:   "stadtbänder und wollnhandler"

Staß: Bender = der vom Besitzer eines landw.Grundstücks ein Stück Acker zur Nutznießung erhält und ihm dafür als Knecht dient.

Verd.: Bender = Böttcher, Küfer

Wasm.: Bender = Böttcher.

Böttcher.- Wahrscheinlich ein Böttcher, der für die Stadtverwaltung Fässer, Bottiche usw. arbeitet.

 

Stadtbannwart

Strack, Kreisfremde ... Lahr, in Fam.u.Volk 1957 S.467           " 1781 ... T.d. + B. u. Stadtbannwarts"

Verd.: Bannwart = Gerichtsdiener, Flur- u.Weinbergshüter.

Gr.: Stadtbann = städtischer Gerichtsbezirk.

 

Stadtbote

Aus Flensburgs Geschichte im 19. Jh. (St.bibl. ZA 4240:20) S.98

"kenntlich an ihren blauen Kitteln u. ihrer roten Mütze mit dem Messingschild daran, das die Aufschrift >Stadtbote< trug."

      Dienstmann.

Grimm: St., der den Botendienst für die Stadt besorgt.           

 

Städtemeister

Fg.Such-u.Anzeigenblatt 1926 S.50                     "Städtemeister in Worms,  vor 1554".

Verd.: Stättemeister = Pate; (Straßbg.) einer der 4 Bürgermeister

Gr.: ein hoher Stadtbeamter, neben dem Bürgermeister, auch ganz an des letzteren Stelle.

 

Stadtexekutant

Momsen (S.146) Executor, Vollstreckungsbeamter.

Momsen:"Die Ämter des Billettierers, der Auktionare, Wardiers- oder Taxiersleute, Kuratoren, Stadtexekutanten u. Schauer sowie des Klassenlotteriekollekteurs waren meist untereinander, mit anderen Ämtern od. einem bürgerl. Beruf verbunden.

 

Stadtfähnrich

B.B.Hannov. 1627

Grimm: der die Stadtfahne trägt.

 

Stadtgänger, -in

Volkszählliste von 1803, Gottorp.

Ein Bürger, der oft in die Stadt geht u. für die Dorfbewohner Besorgungen macht.

 

Stadthauptmann

Grotefend-Diederichs,                  S.         "urk. 1463-1515, Stadthauptmann, als solcher  

                                1478 im Dienst des Grafen Heinr.v.Schwarzburg, Bgr. in Duderstadt"

Gr.: "Hauptmann der in einer Stadt liegenden militär. Macht"

 

Stadthofer

B.B.Weißenfels 1585   (vergl. Stadt-Höffere!)

Staß: Stadthöfer = Beamter des Stadtkämmerers; ihm ist die Aufsicht über den Stadthof übertragen (Feuerlöschgeräte, Fuhrpark)

 

Stadt-Höffere

Adr.Cal. 70

Staß-Stein: Stadthöfer = in Königsberg ein Beamter des Stadtkämmerers, ihm ist die Aufsicht über den Stadthof übertragen, auf dem die Feuerlöschgeräte u. der städtische Fuhrpark untergebracht sind. Er hat die städt. Kutsch-, Bau- u. Karrenpferde zu beaufsichtigen, die Herbeischaffung der Baumaterialien zu besorgen u. die Karrenknechte und sonstigen Stadthofknechte zu überwachen.

 

Stadtjäger, -förster

Fam.kdl.Nachr. 1967 S.188        "St. in Wusterhausen/Dosse ,  + 1838"

                                                   "Stadtförster in Wittstock, + 1838"

Gr.: Stadtjäger = ein Polizeibeamter der Stadt.

     Stadtförster = ein Forstbeamter der Stadt.

 

Stadtkirchner

B.B.Weimar 1640

Gr.: Küster in einer Stadtkirche (im Gegensatz zu Dorfkirchen)

Dud.: Kirchner = Küster, Mesner.

 

Stadtknecht

Kopfsteuerb. Tl.11 S.5

Verd.: städtischer Beamter

Gr.:ein niederer Polizeibeamter d.Stadt, dasselbe wie Stadtdiener.

      Stadtdiener = Stadtbeamter, der Boten- u. Häscherdienste leistet.

 

Stadtkoch

Momsen S.138   "privilegierter Stadtkoch"

Grönhoff: "Die Speisewirte durften ... andere Leute speisen, auch Essen über die Gassen tragen lassen, aber nicht in der Stadt auf Hochzeiten noch öffentl. Gastereien als Koch kochen, weil solches dem hiesigen Stadtkoch allein beikommt."

Gr.: in Leipzig früher ein Speisewirt, bei dem die Studenten zu Mittag aßen.

 

Stadtkommissar

Prillwitz, Der Stadt Ratzeburg Mannschaft- Beschreibung von 1762, in Nordd.Famil.kde 1962

Gr.: Stadtkommissar = von der Regierung ernannter Beamter, der vor allem richterliche Befugnisse hatte.

 

Stadtkutscher

Strehlau, Ausw.Bürger i.Lissa, in Ostd.Fam.kde 1970 S.340     " + 1668 ... Bg. u. Stadtkutscher in Guhrau"

Kutscher, der den Kutschwagen usw. eines Stadtbewohners führte. Gegensatz: Landkutscher.

 

Stadtmajor

Grönh.Litz. "Eine Auszeichnung war es auch, zum Quartiermeister eines der vier Stadtquartiere oder gar zum Stadtmajor ernannt zu werden. Das waren ehrenvolle Ämter in der Bürgerwehr. ... An der Spitze stand bis zum Schluß des 18. Jh. der Stadtmajor, der vom Magistrat ... ernannt wurde u. in der Regel ein wohlhabender Kaufmann war. Er hatte 2 Adjutanten u. den Stadt-Fähnrich in seinem Stab." "Nach 1800 trat ein Senator als Oberst an die Spitze der Bürgerwehr."

 

Stadtmesser

Magd.Adr.

Städtischer Angestellter z.Handhabung der Maße bei Käufen (Bücher)

Messer: Aichbeamter (Haem.)  ( = Eichbeamter)

 

Stadtmitter

C.Velten, B.B.Krzn. S.21         "Stadtmitter 1530-1538"

Velten, Alt-Kreuzn. S.107:   Mitter = Kornmesser.

Wasm.: Mütter = Kornmesser.

 

Stadtmusikant

Momsen S.138   "privilegierte Stadtmusikanten"   "zwischen 1803 u. 1840 hat das besondere Amt der Stadtmusikanten zu bestehen aufgehört."

Grimm: Angehöriger der Stadtmusik.

Grönh.Litz.: 1843 ließ man ein Amt eingehen, das durch viele Jahre bestanden hatte, das des Stadtmusikanten. Ursprünglich war mit diesem Dienst der eines Wachhabenden verbunden. Vom ... Stadtor aus hatte er die Ankommenden zu beobachten, Feinde anzublasen ... auf ausbrechendes Feuer zu achten"   "die Haupteinnahme mußte durch Spielen auf Hochzeiten erworben werden."

 

Stadtparlier

B.B.Kiel 8170 (1861)

Stadtpolier.    Wurde 1867 zur Unterstützung des Stadtbaumeisters angestellt. (Grönhof)

 

Stadtpfeifer

Tschirch, Brandenburg S.52: "Stadtpfeifer, Türmer oder Hausmann. Wie seine wechselnden Titel besagen, lebte er nicht allein der edlen Musika. Allmächlich hatte er auf dem Turm der Pfarrkirche selbst oder durch seine Gesellen Wache zu halten, den großen Seiger zu stellen, ... umsehen, ob kein Feuer..., ist Feuersbrunst, soll er mit Blasen, Stürmen, ... Aushängen der Fahne oder Leuchte melden, ... wo der Schaden sich ereignet."

 

Stadtschlachter

Lüb. 1842 (S.238)

Hausschlachter, der das Schlachten in Privalhaushalten besorgt.

Grimm: Stadtmetzger = Metzger aus einer Stadt    (sagt wohl zu wenig!)

 

Stadtschreiber

Germann S.184       "1809/12 Rechtsstudium ... 1819 Advokat u. St. in Glauchau"

Staß: anfänglich der einzige hauptamtlich angestellte Beamte einer Stadt, zumeist ein studierter Mann, die Seele der Stadtverwaltung"

Brockh.: früher der (oft jur.geschulte) Leiter der städt. Kanzlei.

Gr.: öffentl.Schreiber der Stadt, welcher dem Rat beigeordnet ist.

Bülver, Barth S.661.  "Ratssekretär oder Stadtschreiber. Dieser hat seit alten Zeiten in der Stadt eine bedeutende Rolle gespielt, ... zu diesem Amt wurden gern rechtsgelehrte Männer genommen."

 

Stadtschultheiß

Kopfsteuerb. Tl.11 S.151           "Fürstl. Regierung zu Osterode i. J. 1678"

Gr.: "welcher im Namen des Königs Recht spricht"  "Vorgesetzter eines Stadtgerichtes"  "dann auch in einigen Städten Bezeichnung des Bürgermeisters, so im Waldeckschen."

 

Stadtsergeant

B.B.Hannov. 1686      "Sergeant der Stadtmiliz."

 

Stadtsporer

Haem., Tot.reg. Augsburg.

Fi.: städtischer Sporenmacher.

 

Stadtrommelschläger, -tambour

Grönh. 1661/1783

Ein Trommler im Dienste der Stadt (Gr.)

B.B.Hannov. 1693: Stadttambour.

 

Stadtumgelder

Stuttg. 70

Grimm: Umgelder = Ungelder = Ungeldeinnehmer.

Ungeld = Abgabe, Steuern.

Haem.: Umbgelder = Ungelder, Steuerherr.

 

Stadtthürmer

B.B.Weißenfels 1824   "Harnisch, Gottlieb Traugott, Weißenfels. Silberarbeiter 5 Th. Ist im Jahre 1828 zum Landwehr Bat.Stab nach Naumburg versetzt. Seit April 1842 Stadtthürmer hier."

Türmer, Turmwächter.

 

Stadtvogt

Hähnsen S.68   "Zur Aufsicht über die Marktpolizei wurde ein    Marktvogt eingesetzt, der zugleich landesherrlicher und Ratsbeamter war. Daneben wird noch ein wahrscheinlich ausschließlicher Ratsbeamter, der >Stadtvogt< genannt."

vergl. Marktmeister, -vagt!

Helbig S.42: "Dieser städt. Schulze, der sein Amt vom Markgrafen erblich zu Lehen besaß, nahm nunmehr, oft auch als Stadtvogt bezeichnet, alle obrigkeitl. Rechte des Landesherrn wahr."

 

Stadtwachtmeister

Bülow, Barth S.    "Stadtw. u. Korporale. Eigentl. Beamte waren diese nicht. Die Stadt war ... in Bezirke oder Korporalschaften eingeteilt. An der Spitze jeder Korporalschaft stand ein vom Rat gewählter Korporal, dem die Mitglieder gehorchen mußten, u. die Korporale waren dem Stadtw. Gehorsam schuldig."

 

Stadtwäger

Bülow, Barth S.664   "Der Stadtwäger mußte in seinem Amtseide sich besonders zur Treue u. Ehrlichkeit beim Geschäft des Wägens verpflichten. ...sollte für das Wägen mit der Stadtwage gewisse Gebühren erheben, von denen ihm jedesmal ein Schilling zufiel."

 

Stadtweinschreiber

Carl Schulz S.99.             1778. "Vater Chirurgus u. Stadtweinschreiber."

Gr.: Stadtwein = von der Stadt gebauter Wein; dazu: Stadtweinhaus = öffentl. Weinhaus einer Stadt, welches unter Aufsicht der Stadtverwaltung steht.

Behrens, Top. II 222.   "Der Weinschreiber war vom Senat erwählt. Ihm liegt es ob, wenn Schiffe mit Wein oder Branntwein beladen, ankommen, beim Löschen gegenwärtig zu sein, Marke u. Anzahl der Oxhöfte aufzuschreiben" usw.

 

Stafferer

Hennings i.Sippe der Nordmark 1940              Maler.

Mens.: staffèren = "malen", "putzen"

Sch.L.: stafferen = ausschmücken, auszieren (aus frz. estoffer)

 

Staffhauer

Gebh. 1701:       Stabholzhauer

Teut.: Staffhöbel = Stabhobel für Rademacher.

Staffholt = Daubenholz

Grimm: Stabholz = Holz zu Stäben, Bretter, woraus Faßdauben gemacht werden, zum nd. staf-holt.

 

Staffirmaler

Ribbe-Henning S.280              Tüncher.

Verd.: Handwerker, der Holzwerk anstreicht u. Wände mit Zierrat ausmalt.

Brockh.: staffieren = ausstatten, ausrüsten.

Gr.: handwerker, der holzwerk anstreicht u.wände mit zierrat mit hilfe von schablonen ausmalt; Anstreicher, Weißbinder.

 

Stahlarbeiter, Stahlschleifer

Carl Schulz S.40:       "1705  St., * Schaffhausen"

          "        S.56:         "1711, Stahlschleifer"

Haem.: Stahlarbeiter (ohne Erklärg.)

Gr.: ein Handwerker, welcher verschiedene feine Waren aus Eisen verfertigt, ihnen durch Cämentiren (Härten) eine Stahlhärte gibt u. sie durch Polieren verschönert.

 

Stahldrucker

Hohlfeld S.122

Molle: Stahldruckerei (Porzellan) verziert Porzellanwaren durch Übertragen von Vignetten mittels Stahlplatten u. Schmelzfarbe.

 

Stahlschneider, Stempelschneider

Fuhse, Schmiede-Braunschweig S.54.   Handwerker, der mit Hilfe von Grabstichel, Meißel u. Hammer in ein vorbereitetes Stahlstück Hausmarke, Monogramm, Schrift, Wappen od. ähnl.derart einarbeitet, daß davon ein Abdruck in Siegellack oder Wachs gemacht werden kann. Der St. arbeitet häufig auch für die Münze, indem er Prägestempel für Münzen u. Medaillen herstellt.

 

Stahlschütze

C.Velten, B.B.Krzn. S.118.   "gen. als guter Stahlschütze 1602"

Schütze mit Stahlbogen.

(Velten, Ärzte, Bader usw. S.27:    "1609 beschweren sich die beiden verordneten Schützenmeister mit dem Stahl(bogen)"

Haem.: Armbrustschütze.

 

Stahl- u. Kupferstecher

Hohlfeld S.100

Gr.: Künstler, der in Stahl sticht, Stahlstiche macht.

Molle: Stahlstecher = Druckstockhersteller, Druckformhersteller, Tiefdrucker.

Brockh.: K.-stecher = Graphiker, der mit dem Grabstichel Kupferstiche herstellt. St.-stecher arbeitet wie der K.-stecher, jedoch benutzt er eine Stahlplatte, die mehr Druckabzüge erlaubt als die Kupferplatte. 

 

Stakensetzer

Kaeber, B.B.Berlin:  Zäunemacher.

Brockh.: Staken,niederdt. 1) Stange, Pfahl, 2) Busch-, Faschinen-, Flechtzaun.

Frischbier: ausstaken = Zäune aus Staken herstellen; auch Staken (Pricken) stecken, wie es die Fischer tun.

 

Staker, Stakmeister (Holst.)

Schiffsheizer, Kornauflader (Schu)

Stakmeister = Baumeister an den Deichen (Verdenh.)

 

Stalen

Lagemann S.53:  "aus dem Amt der Tuchhändler genommen, die Aufgabe hatten, nach der Färbung die Tuche auf ihre Güte zu prüfen u. zu zeichnen."

Brockh.: Stal = 2) Stempel, Wertmarke.

Schaumeister (s.d.!)

 

Stalknecht, Stalmester

Kraack, Flensbg.

Stallknecht, Stallmeister.

 

Staller, Oberstaller

Endres, Geschichte der freien u. Hansestadt Lübeck S.232:     "   des reichen Stallers auf Nordstrand"

Brockh.: Staller = Titel hoher Beamter (Friesland)

Schiller-Lübben: eine hohe obrigkeitliche Würde in Holstein u. bei den Eiderfriesen.

Grimm: Staller ist im Holsteinischen Name eines hohen Amtes.

Momsen (S.148) "Der Amtmann des Amtes Husum war von 1769-1860 zugleich Oberstaller der Landschaft Eiderstedt u. Pellworm ..."

 

Stallherr

Techen, Wismar S.50: "Zoll u. Marstall mögen in älteren Zeiten den Kämmerern mit unterstanden haben. Später treten Stallherren wie Strandherren auf."

 

Stallmeister

Schütz, B.B.Gumbinnen 1814

Grimm: Vorsteher eines Stalles, bes. eines herrschaftlichen oder fürstl. Marstalls.

Grönh.Litz.(46)  "Für die Studenten gab es ... für die körperl. Ertüchtigung einen Stallmeister, der Reitunterricht erteilte, einen Fechtmstr., einen Tanzmmstr., einen Zeichenmstr. u.einen Voltigiermeister."

 

Stallreuter

Lüb. 1798

Zedler: "unter dem Stallmeister stehen die Bereiter, Kutscher, Reit-, Wagen- und Beyknechte."

Stallreuter = Bediensteter, der im Marstall eines Fürsten, eines Rates für Pflege u.Bewegung der Pferde eingesetzt ist, im Bedarfsfalle reitende Herrschaften begleitet.

(Stallknecht in Gasthäusern mit Ausspannung   -   Stalljungen)

 

Stalmenger

Eisenhändler (Hennings)

Wehrm.: Stahlmenger heißen diejenigen, welche Eisen- u. Stahlwaren feilhalten; sie sind die späteren Eisenkrämer.

 

Stangendreger, -trager, -knecht

unsern Dienstmännern entsprechende, von der Stadt in Eid u. Pflicht genommene Gelegenheitsarbeiter; arbeiten gewöhnlich zu zweien, da eine ihrer Hauptverrichtungen in dem Tragen von Lasten vermittels einer Stange bestand. (Bücher)

Stangendreyer (Künzig)

Lüb. 1798 Stangenträger

Lüb. Adr. 1842: Stockholmer- oder Stangenträger. Anzutreffen an der Trave bey der Fischstraße in ihrer Bude. An den Mauerresten lehnen die langen Stangen schwed. Eisens; ... "Osemundstangen".

Klöcking im "Wagen" 1941.

 

Stangschmied, Stangenschmied

K.B.Süsel 1720-1740           1) Sporer

                2) Zainer, Zeiner

Fuhse, Schmiede usw. S.25: Die Sporer nannten sich auch Stangenschmiedemeister oder Stangen-, Sporen- u.Striegelmacher.

(Stangen = Pferdegebisse)

Verd.: Zeiner = Hammerschmied, Stabeisenschmied.   (Haem.: dto.)

Am Hüttenteich bei Gronenberg befand sich eine Kupfermühle, auch Messinghütte oder Stangenmühle genannt.(n.Neugebauer, Schönes Holstein)

 

Stanitzelmacher

Gerescher S.57

Beutelmacher, Tütenmacher, Hersteller v. Blattflachbeuteln (Tüten?)

Duden: Stanitzel = bayr.-österr. für spitze Tüte.

Küpper: Papiertüte; (fußt auf Skarniz = Kosakenzelt)

 

Stanzer

Gerescher S.72

Facharbeiter im Kessel- u. Schiffbau, die Nietplatten lochen, entgraten, richten.

 

Stärke- u. Pudermacher

Carl Schulz S.30.   1739

Brockh.: Stärke = pflanzlicher Vorratsstoff; man gewinnt St. als Kartoffel-, Weizen-, Reisstärke u. andere durch Zerreiben der stärkereichen Pflanzenteile u. Herausschlämmen mit Wasser.

Vergl. Amidammacher!-  siehe auch: Pudermacher!

 

Starost

Fg.Such-u.Anzeigenblatt 1927 S.7     "Starost u.Erbherr zu Szekosteni im Wilkomirschen Kreise,   1710."

Staß: Verwaltungsbeamter im poln. Westpreußen, steht an der Spitze einer Starostei, ist im Range dem preuß. Amtshauptmann gleich.

 

Statthalter, "Statthöller"

K.B.Sophienhof (Pommern); Reuter, "Ut mine Stromtid"

Verwalter, Inspektor oder Stellvertreter des Landesherrn.

Trübner: In Mecklenburg u.Pommern war der Statthalter der Verwalter oder Inspektor eines Gutes.

Brockh.:1957: ein Beamter, der das Staatsoberhaupt oder die Staatsregierung in einer Provinz oder einem Gebietsteil vertritt.

Ebenso in Grimm, Meyer 1929.

 

Stättmeister

Strack, Kreisfremde ... Lahr, in Fam.u.Volk 1957 S.451

"  1744 ... S.d.   gewes.Stättmeisters u. XIII -ers in Straßburg"

Gr.: Stättenmeister = Stättemeister.  

2) In Straßburg war Stättemeister früher Bezeichnung der 4 Bürgermeister, nach der alten reichsstädt. Verfassung.

 

Stavener

K.B.Stapelholm

Verd.: Bauer

Mens.: Besitzer eines Staven.           Staven = bäuerliches Grundstück mit Haus u. zugehörigem Land; ursprüngl. unteilbarer u. unveräußerlicher Stammsitz.

 

Stechnadeler, Stecknadler

B.B.Osterode 1732

Grimm: Stecknadel = Stecher am Gewehr, eine nadelförmige Vorrichtung im Schloß der Kugelbüchse, welche den Abzug auf das Feinste spannt, so daß er schon durch den leisesten Druck in Bewegung gesetzt werden kann.

Kramer wirft Stechnadel u. Stecknadel durcheinander!-

Stechnadeler daher 1) Hersteller von Stechern, Hilfsarbeiter des Büchsenmachers, 

                                  2) Hersteller von Stecknadeln.

Vergl. Nadler!  Knopfnadelmacher!

 

Stecknitzfahrer

Lüb. 1798

Schiffer, die auf dem Stecknitzkanal Waren, bes. Salz von Lüneburg beförderten. Nach dem Adr.Buch 1842 gehören die Stecknitzfahrer zu den Bötern. Diese "....theilen sich in Travefahrer, welche die Trave von Oldesloe bis in den Dassauer See und die Stöpenitz und bis Travemünde befahren;

         2) Stecknitzfahrer, welche zwischen Lauenburg und Lübeck und

      3) Wacknitz-Holzschiffer, welche auf der Wacknitz und dem Ratzeburger See fahren."

Stecknitzboote hatten höchstens 750 Zentner Tragfähigkeit. (Keibel, in Lübecker Heimatbuch von 1926)

 

Stecknitzfahrts-Schreiber

Behrens, Top. II / 223: Aufsicht auf die Reihen-Ordnung unter den Stecknitzfahrern. Jedem Stecknitzfahrer die ihn betreffende Reihe ansagen, den Kaufmann auffordern, die Waare ans Schiff zu bringen, die Schiffer anhalten, dort anzulegen, wo die Waare ist usw.

 

Steffelmeker

Goslarer Bürgerlisten 1502:  "de steffelmeker"

Sch.-L.: stevel (steffel) = Stiefel

Stiefelmacher, Schuster.

 

Steiger

Aufsichtsbeamter im Bergbau; er muß gelernter Bergmann sein u. eine Bergschule besucht haben (Bro.)- Ingenieur des Bergbaus.

Man unterscheidet: Elektrosteiger: verantwortl.f.elektr.Anlagen,

Fahrsteiger: verantw.f.d.ganze Grube, muß in der Woche jeden Abbauort besuchen;-

Grubensteiger: leitet eine kl.Grube selbständig

Maschinensteiger = Maschinen-Ingenieur

Materialiensteiger, verwaltet das Magazin für das Bergwerk, in dem alles Gerät, Ersatzteile usw. lagert.

Tagessteiger: verantwortl. für die Belüftung der Grube

Zimmersteiger: Aufseher über die Bergzimmerleute, die Schächte u. Stollen auszimmern.

Werkstattsteiger: beaufsichtigt die Werkstätten der Grube.

Grabensteiger: hat die Aufsicht über die Kunstgräben (Harz!)

Scheidesteiger (s.d.!)

Steiger trugen die Steigerhacke (Häckel), einen Stock, an dessen oberem Ende statt des Griffes eine kleine Hacke oder Axt aus blankem Messing sich befand (Gr.)

Gr.: "von jeher die Bezeichnung eines Bergmanns",man unterscheidet oberst-, unterst-, kunst-, poch- oder wäsch-, zimmer-, grabenst.

 

Steinbrecher

Arbeiter in einem Steinbruche, auch Steinbruchbesitzer (Bücher)

 

Steinbrücker

Lüb. 1798

Steinsetzer, Pflasterer.     -    vergl. Stenbicker!

 

Steindecker, Stendecker

im Gegensatz zum Bleidecker war der Schieferdecker, später Ziegeldecker (Potth.)

steindecker (tector petrarum)   Schieferdecker.   Sie beschränken sich nicht auf Schieferbedachung. (Bücher)

siehe Leiendecker!

stendecker, laterarius = Dachdecker (Höhler)                    

 

Steindrechsler

Fg.Such-u.Anzeigenblatt 1927 S.36              "bürgerl.Steindrechsler", Anfang 18. Jh., Preußen

Gr.: Steindreher = ein Kunsthandwerker, der in Stein arbeitet.

 

Steindrucker

v.Kempen S.43; 646 (1893)

Brockh.: Spezialberuf des Vervielfältigungsgewerbes, der die vom Lithographen vorbereiteten Druckplatten mittels Steindruckpresse ausdruckt.

Haem.: Lithograph.

 

Steinführer

Genealogie 1963 Heft 3, S.436

Steinfahrer, -fuhrmann.

 

Steingutformer, Steinzeugformer

Gerescher S.53

Fertigt Steinzeug wie Abwasserrohre, Futter- u.Lagergefäße (Ger.)

Molle: Steinzeugformer = Hersteller von Formlingen aus Steinzeugmassen; hart u. säurefest im Gegensatz zu Steingut.

Steingut = Tonwaren mit weißem, porösen, nicht verglasten Scherben

Steinzeug = Tonwaren mit dichten, verglasten Scherben.(Brockh.)

 

Steinguthverkäufer

Weddeprotok. Hambg. 1762

Gr.: Steingut = poröse Tonware

Händler mit Tongeschirr, -Töpfen, -Kannen usw.

 

Steinhauwer, stenhover

Steinhauer, Steinmetz (Bücher)

stenhover = Steinhauer, lapiscida (Höhler)

vergl. Stenbicker, Steinmetz!

 

Steinherr

Techen, Wismar S.50:

"Die Steinherren besorgten den Ankauf u. Verkauf der Mühlsteine, wovon der Gewinn dem Rate zufloß."

Mitglied des Stadt-Rates.

 

Steinleger

B.B.Cölln 1585 (6)

Steinsetzer, Pflasterer, Steinbrügger

(Steindecker? Dachdecker?)

Steinbrügger = Steinsetzer, Pflasterer

Ad.: Steinsetzer = 1) verpflichtete Person, welche die Gränz- u. Marksteine nach Vorschrift u. dem Herkommen setzt. 2) Pflasterer.

Teut: Steinlegerweg, Steinleger Moor.

 

Steinmetz

in lat. Urkunden "lapicida", in deutschen oft "Steinhauer" genannt

 

Steinpickler

v.Gebhard, Neub.v.Frankf.a/0.  1620

Gr.: Steinhauer, Steinmetz.

 

Steinschiffer

Lüb. 1842 (S.288)

Gr.: Steinschiff = Schiff zur Steinbeförderung;

Witt in Zschr.f.Lüb.Gesch. Bd.19 S.84 spricht von Stecknitzschiffern, die am Steinhof Fliesen anlanden.

Schiffer, Stecknitz- u. Traveschiffer, die von auswärts Steine, Ziegel, Fliesen usw. nach Lübeck brachten.

1) Steinfischer heben vom Grunde der Ostsee Findlinge, die dann zu Uferbefestigungen usw. verwandt werden.

2) Steinschiffer, vielleicht Fluß- oder Küstenschiffer, die Ziegelsteine u. -pfannen von auswärts nach Lübeck fuhren.

 

Steinschneider

Grönh. 1633/1135:      siehe Stensnyder!

Edelsteinschneider.

Staß-Stein: St. schneidet Figuren, Wappen, Bildnisse u. dergl. in Edel- und Halbedelsteine (Gemmen), besonders auch in Petschafte u. Siegelringe.

Bruch- u. Steinschneider = Wundarzt, Chirurg (Haem.)

 

Steinschreiber

Lüb. 1798: Steinschreiber an der St.Petri- Ziegelei

Buchführer in der Petri-Z.

 

Steinsetzer

Magd. Adr.          Pflasterer

Handwerker des Straßenbaugewerbes (Brockh.)

Verdenh.: Feldgeschworener (s.d.!)

 

Steinwirker

Techen, Wismar S.6/7: "Daß aber Maurer oder, wie sie hier u. noch in späterer Zeit benannt werden, Steinwirker nur zwei vorkommen ... daß Steinhäuer ... selten gewesen sind"

Verd.: Steinwirker = Steinmetz.

 

Stekenfharer, Stenissfharer

Stecknitzfahrer (Hennings)

Stekenforer = Stecknitzschiffer (Schu)

vergl. Stecknitzfahrer!

 

Stellbesitzer

v.Kempen S.48; 726 (1898)

Brockh.: Stelle = kurz für Bauernstelle.

Besitzer einer Bauernstelle.

 

Stellmacher, stellemaker

Wagenbauer.   "Beide Bezeichnungen, Rademacher u. Stellmacher gehen in Braunschweig nebeneinander und miteinander verbunden, ohne daß eine techn. Trennung zu erkennen wäre, beide sind Wagenbauer." (Fuhse in Holmberg)

B.B.Gumbinnen 1764: Stell- u. Radmacher.

 

Stempelmeister

Hintze S.29     "St. in Lübeck"         "Bruder Ratswardein in Lübeck" + 1729

Gr.: 1) Direktor einer Stämpelkammer (Krünitz)

     2) wer die Manufakturwaren prüft u. stempelt.

Vergl. Siegeler, Siegelmeister!

Meister, denen Prüfung und Stempelung der Gewebe anvertraut waren (Bücher, Staß-St.)

Gr.: St. wird in einigen Staaten der Direktor der Stämpelkammer genannt (Krünitz), im Österr.z.B. gibt es allein 300 sogen. Stempelmeister, zum stempeln der Manufakturwaren.

 

 Stenbicker  /  Stenhouwer  /  -hover

Steinklopfer, Steinhauer (Hennings)

Stenbrügger = Steinbrügger = Pflasterer (Hennings)

siehe Brügger!

Stenbrügger = Steinsetzer (Schu)

Stenhauer = Steinmetz           "

Kraack, Flensburg: Stenhower    -   Höhler: Stenhover = Steinhauer

 

Stendecker

Höhler: Dachdecker

Verdenh.: Steindecker = Ziegeldecker

 

Stensnyder

Edelsteinschneider (Hennings)

s. Steinschneider!

 

Ste(y)nwerte

B.B.Hannover. Steinhauer

Sch.-L.: stenwerchte, -werte, -werker = Steinarbeiter, Steinhauer.

 

Sterenkieker, Sterngucker

Ohling-König, Das älteste Schatzungsregister Ostfrieslands, in Jahrbuch der Gesellsch.f.bildende Kunst u.vaterl. Altertümer zu Emden, 1954 S.64 (St.bibl. AZ 2039)

Astronom, Astrologe? - (oder vielleicht aus Ökel- od. Übername?)

Doornk.-Koolm. stern, steren, stören = Stern

sterenkiker = a) Sternfernrohr  b) Sternseher, Astronom.

 

Stereotypeur

Hohlfeld S.232

Molle: Hersteller von Druckplatten.

Brockh.: Der Drucksatz wird in feuchte Pappe gepreßt u. mittels der Pappe Druckplatten, eben oder gebogen, gegossen.

Gr.: Stereotyp = techn.Bez.des Buchdrucks, mittels feststehender Lettern gedruckt.

 

Sterzler, Sterzelmeister

Hampe S.83   Bettelmeister, -vogt

siehe Prachervogt!

Lexer: sterzer = vagabund, bettler

sterzelmeister = bettelrichter.

 

Steuerrezeptor

Hohlfeld S.521

Steuereinnehmer.

Brockh.: Rezeptur = Steuereinnahme.

 

Stevelmaker  (mnd.)

Goslar 1457

mhd stivelmacher

Stiefel-Hersteller.

 

Sticker

Carl Schulz S.25.    1802

Brockh.: sticken, ich sticke = verziere Stoff mit Mustern aus weißen oder bunten Fäden.

Haem.: St. (ohne Erklärg.)

Gr.: St. von sticken = in ein Gewebe mit Fäden schmückende Figuren einnähen.

 

Stiefelblockmacher

Adr.b. Lübeck 1811 S.56

Gr.: Stiefelblock = "eine hölzerne Form, wodurch den Schäften verfertigter Stiefel eine schicke Gestalt gegeben wird."

 

Stiefftschaffner

B.B.K.-lautern (1611) S.164

                  "              S.173:  Stifftsschaffner

                Stiftsschaffner.

Verd.: Schaffner = Hausmeister, Verwalter

Staß: Verwalter, Aufseher, Wirtschafter

Christmann in K-lautern 1276-1951:Verwalter im Dienste des Stiftes

 

Stielstichzeichnerin

Stuttgart 70.  Zeichnerin von Mustern für Stielstich, eine besondere Art der Stickerei.

Handb.d.Berufe: Stickereizeichner entwerfen u.zeichnen die Muster; bzw. Skizzen des Entwerfers werden von ihnen auf Schablonen vergrößert u. ausgezeichnet.

 

Stiftseinnehmer

Kopfsteuerb. Tl.4 S.126             "Stiftseinnehmer und Brauer", Wunstorf

der für das Stift Gebühren, Zinsen, Pacht usw. einnimmt.

 

Stiftskelner

Schimmelpfennig, Bamberg, S.58

Kassenbeamter eines Stiftes, Verwalter eines Stiftes,

Beamter, der die Gefälle erhob u. verrechnete.

Schmeller: Kelner = Keller,       Amtskeller = Beamter, der die herrschaftl. Gefälle an Wein, Früchten usw. erhebt u. verrechnet.

 

Stiftspfleger

A.L.Meentzen S.88/414: "Gerichtsschreiber (1709) u. Amtsverweser (1717,1728) zu Beutelsbach, danach Hofmeister von Kloster Weil, dann Stiftspfleger zu Beutelsbach (1736)

vergl. Heiligenpfleger!

Verwalter eines Stiftsvermögens.

 

Stiftsverwalter

Kopfsteuerb. Tl.11 S.247, 338      Stift St.Alexander zu Einbeck.

Verwalter eines Stiftes.

 

Stiftungsrechner

Sevin, Überlinger Häuserbuch S.35    Stiftungsrechner

Rechnungsführer einer Stiftung.

 

Stigenmacher

Carl Hölcke, Das Gildebuch der Tuchmachergilde in Salzwedel (1569-1824), in Zschr.f.Niedersächs.Famil.kde 1935           "Stigenmacher der Neustadt , 1602"

Hilfsarbeiter in der Weberei.

Schütze: Stiege = 20 Stück

Mens.: Stieg = 1) Steig, Pfad,    2) eine Menge v. 20 Stück

Woss.: beim Weben heißen Stigen die aus mehreren Fäden bestehenden Gänge der Kette, die beim "Upbömen" zwischen je 2 Zähne des Reidelkammes gelegt werden.

 

Stigeschriver

Krause, ZA 2431/1879 S.152   "beamter des sotmeisters, führte buch über die gelieferten stige u. die sole"

"Stige ursprüngl. die Zahl 20, dann 1) der guß von 20 sal (das kleinste Maß für die sole)"

Sch.-L.: stige = Zählmaß, Zahl von 20 einerlei Art

      "      "Stige nennt man ein gewisses Maß der Sole auf der Sulzen, welche 27 große und 24 kleine Emmer in sich faßt."

Mens.: Stieg = eine Menge von 20.

 

Stirnstoßer

Geneal. 1963 Heft 4 S.483   "Stirn meint den Schleier, und stoßen bedeutet im Einzelstück verkaufen"

Schleierhändler.

Verd.: St. = Schleierverkäufer

Lex.: stirnstößer = eine Art Landstreicher

 

Stobenknecht, stubenknecht

Aufwärter in einer Trinkstube.Seit 1389, regelmäßig erst im 15.Jh. Gewöhnlich war es der zuletzt in das Amt aufgenommene Handwerksmeist

   vergl. Meisterknecht!(Bücher)

 

Stobenmeister, stubenmeister

Vorsteher einer Trinkstubengesellschaft, sowohl bei den Geschlechtern als auch bei den Handwerkern. (Bücher)

 

Stocker, stockar, stucker

Stöcker, Stockmeister, Büttel (Bücher)

Stockmeister = Gehilfe des Profoß (Verdenh.)

Bahlow: Stöcker, Stocker = a)..... b) Stockmeister,Gefängniswärter

Stockmeister = Kerkermeister, Gefangenenaufseher (Staß-Stein)

 

Stöcker

1200 Jahre Rehme S.129

Stöcker = Salzsieder.

Paul Baehr, Chronik von Bad Oeynhausen, Oeynhausen 1667/1909: "bei jeder Siedepfanne waren 2 Stöcker angestellt, also überhaupt 24 Stöcker

Lex.: stocker = stocmeister

 

Stöckerknecht

Taufb. Jac. Lübeck 1673. Knecht eines Stockmeisters, welcher einen Verbrecher in den Stock setzt, Büttel.

Stocker, gewöhnl. Stöcker, dasselbe wie Stockmeister = Aufseher über das Gefängnis, eigentlich den Stock (Gr.)

 

Stockfabrikant

Carl Schulz S.122    1795

Gr.: Stock(e) "nicht nur als Waffe, sondern besonders als Stütze bei Wanderungen, als Gehstock, Wanderstock; als Spazierstock von oft kostbarem Holz und kunstvoll gearbeitet."

Hersteller von Spazierstöcken u. dergl.

 

Stockmeister,  -knecht

Kopfsteuerb. Tl.11 S.259, 271    "Stockenknecht"

Verd.: Stockmeister = Gehilfe des Profoß

Gr.: Stockmeister = Aufseher über das Gefängnis, eigentl.den Stock

Stockknecht = Knecht des Stockmeisters, welcher einen Verbrecher in den Stock setzt.

 

Stockvischwekere

Stockfischweicher (Wehrm.)

 

Stollenschichtmeister

Germann S.204. "St. u.Stadtrichter in Johanngeorgenstadt"(um 1800)

Rüppel, Lautenthal: Schichtmeister, der die Aufsicht über einen Stollen hatte, der auch die Löhne auszahlte. Vergleichbar:Steiger.

 

Stollenschreiber

Lomatzsch, Clausthal.Begräbnis-Sozietät 1790, in Nordd.Fam.kde 1973 S.171 (Tl.III)

wohl gleich Stollenschichtmeister, Betriebsbeamter, der auch für die Entlohnung zuständig war.

 

Stôlmaker, Stolemaker

Lübeck 1319

Stuhlmacher, Tischler (Holmberg)

stolmeker, sellator = Stuhlmacher (Höhler)

Kraack, Flensb. Stolemaker

 

Stoofbuden-Besitzer, -Pächter

Stieda, Gewerbl.Tätigk.i.St.Dorpat, Dorpat 1879 (St.bibl.1961B178) "in erdrückender Menge sind die Stoffbuden u. Tracteure vorhanden, zusammen 116"

Bierstuben-Besitzer, -Pächter

Mens.: Stoop = Schöpfeimer m. Handgriff

   Stoopglas = Bierglas.

Gr.: Stof = flüssigkeitsmaß, nd. Herkunft, bei Adelung: Stübchen

Sch.-L.: stop = 1) Becher, 2) best. Maß

      stôpbêr = Bier, das stopweise verkauft wird.

 

Stopper

Stopfer (Hennings)

Mens.: stoppen = stopfen.

 

Storger

Ribbe-Henning S.280

Marktschreier

Verd.:   ",    Jahrmarktshändler

Brockh.: Landfahrer, Marktschreier

Gr.: Landfahrer, Hausierer, Quacksalber, umherreisender Zahnarzt.

 

Stör-Köchin

R.Lemke, "Was bin ich?" 23.7.1985

Kochfrau für feine Küche.

Verd.: Störer = umherziehender Lohnhandwerker.

Molle: Störarbeiter in Ö. u.Ch. übliche Bezeichnung für z.B. Hausschlachter, Hausnäherin.

 

Störkringelbäcker

Jutta Kürtz, Von Stutenfrauen usw., Lbk. 1980 S.23

Mens.: Störkringel = kleine gesottene Anis- u. Pfefferkringel, die früher am besten in Störort u. Wewelsfleth gebacken wurden.

 

Störsalzer

Penners-Ellw.    -1540-

Brehm, Tierleben: "Alle Störarten haben ein wohlschmeckendes Fleisch ... werden daher überall gesucht u. teils frisch, teils gesalzen u. geräuchert gegessen"

 

Stover

B.B.Hannov. Badstüber, Bader.

Sch.-L.: stover = Bader, balineator.

 

Strählmacher, Kammacher

Kammenschmiede, Kammenscherper stellten Kämme für Wollbearbeitung her. (Potth.)

Strähler, mhd. = Kammacher.

 

Strandherr

Techen, Wismar S.50:        "Später (1553) treten Stallherren (s.d.!) wie Strandherren auf,

                                            Landzollherren   u. Strandzollherren ..."

Staß.: Strandgeschworene = Schulzen oder Bauern aus den Strand-Dörfern, die ... zu allerlei Strandangelegenheiten (Bergung ... gestrandeter Güter, Verfolgung v.Dieben usw.) herangezogen wurden.

 

Strandreuter

Genh. 1691: curf. brand. Strandreuter     „kurfürstlich-Brandenb. Strandreiter“ (in Ostpreußen)

Grimm: berittener Angehöriger einer zur Beaufsichtigung des Strandes eingesetzten Wache; derjenige, der zu Pferde täglich den Stand bereiten und darauf sehen mußte, daß der Bernstein nicht gestohlen wird. In Estland berittener Soldat der Strandwache gegen den Schmuggel.

Staß-Stein: üben in einem Strandberitt die Strandpolizei aus u. geben auf Bernsteindiebe (Rabuscher) u. angeschwemmtes Strandgut acht.

 

Strandträger

Stralsund 1844; Sedina-Archiv 4/1978.

Träger, die Waren zum oder vom Schiff beförderten.

Mens.: Stranner = der vom Bergen des Strandgutes lebt

    Strandlöper = Strandläufer = Berger v. Strandgut

Woss.: Strandfuhrmann = F., der bestimmte, genau festgelegte Waren zum Strand fuhr.

  (in Rostock) Dräger = Angehörige des Trägergewerbes; sie hatten alle zu Schiff ankommenden oder abgehenden Waren zu befördern.

 

Strandvogt

Spehr, Libaus Bürger ... 1600-1710, in Ostd.Fam.kde 1971 S.40

"bis 1560 Strandvogt zu L., Herr auf Jorizeem"

Gr.: Strandvogt = Beamter, dem besonders das Strandgut untersteht.

 

Straßeneinräumer

Hüttl, Quellensamml. Marienbad, in Ostd.Fam.kde 1968 S.88       “     * 1858 ... Straßeneinräumer"

Mitzka: Straßeneinräumer = Straßenkehrer

 

Straßenfahrer

Lütjoh. S.305.  Fuhrleute, die nicht zu den Rollfuhrleuten (s.d.!) gehörten; sie besorgten den Stadtverkehr, durften aber höchstens eine Meile nach auswärts fahren.

 

Streitförster

Nordd.Famil.kde 1952 S.53 (1655)

Rüppel, Lautenthal: Förster in einem bestimmten Revier, meist an den Grenzen, wo es wegen der Grenzen oftmals Streit gab.

 

Strelmacher

       Nebinger:“27.10.1502 Hans Wydemann, Strelmacher aus Nüremberg“

              „      „26.10.1518 Conrat Pauler, Strelemacher aus Bobenberg“

       Verd.: Strählmacher = Hersteller von Wollkämmen

 

Strelemagit, strelemeit

die Strälerin in der Badstube, welche den Frauen nach dem Bade das Haar ordnet. (Bücher)

 

Stricher, streiger

Streicher, Tuchstreicher, d.h.diejenigen geschworenen Beamten, welchen es oblag, in der Messe die Tücher, welche in ganzen Stücken verkauft wurden, mit der Schnur zu messen. (Bücher)

Streicher, mhd. stricher, war ein behördl. Prüfer, sei es Kornmesser oder auch Tuchprüfer. (Bahlow)

 

Stricker

Weiß, Chronik Breslau S.727 (1955 A 1562)

Weiß erklärt Stricker = Seiler, Hersteller von Stricken.

Vergl. dagegen: Strigger = Strumpf-, Hosenstricker.

vergl. auch: Hasenknütter, Hosenstricker!

Gr.: 1) zu strick: seiler, riemer

     2) personen, die das Stricken von Kleidung oder Netzen gewerbsmäßig ausüben.

 

Strigger

Dom-Tfb. f. Uneheliche 1671

1) Stricker; Strumpf- od. Hosenstricker

2) Stricher (s.d.!), Streicher = Beamter, der das Tuch, das in ganzen Stücken verkauft wurde, zu messen hatte. (Bücher)

 

Strohdachdecker, Strohdecker

Momsen S.124

vergl. Rohrdecker

W.Fink S.56:  Strohdecker

 

Strohhutpresser

Klüver, B.B.Oldesloe, 1864

Brockh.: Strohhut = leichte Kopfbedeckung aus hand- oder maschinengeflochtenen Borten, Matten, Papier, Blättern u. Blattteilen.

B.B.Köthen S.55 (1684)   "ein Strohhutmacher (Ret.Tfb. als Tagelöhner und Schobhutmacher bezeichnet)"

 

Strohschneider

Fkd.Such-u.Anzeigenblatt 1925 S.38  

"um 1700 >herrschaftl. Strohschneider< in Jecha bei Sondershausen"

Gr.: ein Arbeiter, welcher das Stroh zu Häcksel schneidet.

C.Velten, B.B.Krzn. S.105: "Strohschnitter"

B.B.Cassel S.1554:  "ein stroschneider"

B.B. K-lautern S.282: "Gemeint ist immer der Mann, welcher das für das Decken des Daches benötigte Stroh zuschnitt."

 

Strohtellerfabrikant

Hohlfeld S.392

Gr.: Strohteller ist ein von buntem Stroh sauber geflochtener, runder Teller, auf den die Schüsseln bei Tische oder auch die café-Schälgen gesetzt werden.

 

Strommeister

Adr.Cal. 70 (zu Stadtbelehnten)

Staß-Stein: in Königsberg ein Oberbelehnter, der die Strompolizei und die Schlüssel zu den Wehrbäumen an der Holz- u. Köttelbrücke hat, er bestimmt die Plätze zum Anlegen der Schiffe, ihm sind die Stromknechte unterstellt.

 

Structur-Arbeiter

Stukkateur-Arbeiter(?)

B.B.Weimar 1722 (1155)

Gr.: Strukturarbeit wird vereinzelt Stuckaturarbeit genannt.

 

Struktuarius

Dombuch: Domdechant wird zum Str. ernannt (1608)

Carpenterii - Henschel, Glossarium: Str. = Cui aedificiorum cura demandata est, idem etiam qui alibi Cellarius dicitur.  Wem die Sorge für die Baulichkeiten übertragen ist, derselbe wird andernorts auch Kellermeister genannt.

Reumann, Grund- u.Gerichtsherrschaft des Schlesw.Domkapitels,

 S.160: Es (das Domherrngericht) war allein mit Domherrn besetzt: dem jeweiligen Provisor oder Structuarius als Vorsitzenden u. einer beliebigen Zahl Domherren.

Deecke-Neugebauer, Lüb.Geschichten usw. S.236: Structuarius = Bau- od. Werkmeister

 

Strumpffaktor

Germann S.182 "(um 1821) Strumpffaktor, schließlich Strumpffabrikant."

Mittelsmann eines Unternehmers, der in Heimarbeit Strümpfe stricken läßt (H.W.B. der Sozialwissenschaft)

 

Strumpfhändler

B.B.Weißenfels 1817

Händler mit Strümpfen u. Strickwaren.

 

Strumpff-Knötter

Matthiesen S.19

Bahl.: Knütter (nd.) = Knüpfer, Stricker

                Strumpfstricker.

 

Strumpfstuhlschlosser

Carl Schulz S.21    1778/79    Str. aus Erlangen.

Gr.: "Strumpfstuhl, auch Strumpfmacherstuhl, eine Maschine, auf der Strümpfe hergestellt werden." 

 Der erste Wirkstuhl wurde 1589 durch den engl. Pfarrer Lee konstruiert.

Um 1770 wurde der eiserne Strumpfwirkstuhl eingeführt (Johannsen, Gesch. der Textilindustrie)

 

Strumpfwirker, -stricker

Magd.Adr.

Hersteller von Strümpfen mit Hilfe von Wirkmaschinen (n.Brockh.)

Gr.: Weber von Strümpfen, Strumpfhosen; in neuerer Zeit beispielhaft für den armen Handwerker

B.B.Gumbinnen 1733: Strumpfstricker

    "          "            1744: Strumpfweber

    "          "            1803: Strumpfwürker.

 

Stubbenvogt

Zschr.f. Niederd.Fam.kde 1985 Heft 4 S.117. (1701)Traureg.Herrnburg

Mens.: Stubbenvaagt = Holzvogt.

 

Stubenheißer

B.B.Cölln 1609.    Stubenheizer.

 

Stubenknecht, Stubenmeister

siehe Stobenknecht, Stobenmeister, Meisterknecht!

 

Stubenmädchen, Dienstmädchen

Momsen S.166   "wurden zwei weibliche Dienstboten gehalten, ist, nach deren Aufgabenbereichen, stellenweise zwischen Köchin u. Hausmagd, Küchenmädchen u. Stubenmädchen oder Dienstmädchen u. Hausmamsell unterschieden worden."

 

Stubenmaler

Gatz, Das d.Malerhandwerk, Leipzig 1937 S.54.

  "Manchmal finden wir die Berufsbezeichnung Stubenmaler u. den Namen Wasserfärber für die Maler, deren Hauptaufgabe in ... einfacher Anstrichsarbeit bestand."

Gr.: Ansteicher, im Gegensatz zum Kunstmaler.

 

Stückesieder

B.B.Köthen S.83 (1705) (100)

Stück- (Geschütz-)gießer?   ... oder Seifensieder?

 

Stückgießer

Quell.z.Geneal. 1.Bd. S.111:          "Stückgießer u. Büchsenmeister", 1675+: Stück- u. Glockengießer"

Verdenh.: Geschützgießer

Stückgießer = Geschützgießer, war oftmals auch Glockengießer (Potth. od. Mummenhoff)

 

Stückhauptmann, -junge

B.B.Hannov. 1689.

Grimm: Stückhauptmann = Artilleriehauptmann

                    Stückjunker = niederer Offiziersgrad bei der Artillerie

Staß-Stein: Stückhauptmann = ältere Bezeichnung für den Kapitain bei der Artillerie.

Kopfsteuerb. Tl.2 S.154: Stückjunker

Oldenburger Traubuch 1683-1740: Stückkapitän

 

Stuckher

Gebh. 1650:   "soldat und stuckher bei der schwed. Artillerie"

Staß-Stein: Stückknecht = 1) Handlanger des Büchsenmeisters bei der Bedienung des

                                                Stückes (d.h. des Geschützes)

                                       2) Stückknechte hießen früher die Fahrer der Artillerie,

                                           solange sie nicht ausgebildete Artilleristen waren.

 

Stuckknecht, Stuckjunker

Widiczka, Budweiser Familien, in Ostd.Fam.kde 1963 S.208/9

"1699 Stuckknecht durch 90 Monate"  "Artilleriestuckjunker" (1732)

Staß: Stückknecht = s. oben b. "Stuckher"!

Was.: Stückknecht = Geschützbediener, Artillerist.

 

Stückmeister, Stückgießer

Warncke S.76         "so nannte man später den Meisterkandidaten"; d.h. Gesellen, die ein Meisterstück fertigten, um Meister zu werden, hießen Stückmeister.

Stückgießer = Geschützgießer (Verdenh.)

vergl. Ratsgießer!

Staß-Stein: Stückmeister = Geschützführer vor der militärischen Organisation dieser Waffe.

 

Stuckreiber

A.Haemmerle, Ev.Totenregister ... Augsburg

Brockh.: Stuck = Gemisch aus Gips, Farbe, Haaren oder Fasern u. etwas Leimwasser; dient als Decken- u. Wandverkleidung usw.

Gr.: Stuck = mörtelartiges Gemisch aus Gips, Kalk, Marmorstaub u. ähnl.,daraus hergestellte plast.Ornamente, Wand- u.Deckenputz usw.

Haem.: Stuckmaler, Stuckreiber, stuccador (Stuckarbeiter)

 

Studentenjunge

Koch S.134: "Im allgem. dürften auch die Wechsel der adligen Studenten Höher als die der bürgerl. Mehr-zahl ... gewesen sein, sodaß sich jene ... meist sogar >Studentenjungen< als Diener leisten konnten."

 

Studiosus

Student.

"stud. agri", "stud.quatuor evang." - siehe Ackerknecht!

 

Stuhlbruder

Schimmelpfennig, Bamberg S.42

Schmeller: a) Layenbrüder, die dem Küster zur Hand gehen

                     b) Stuhlbrüder im Dom zu Bamberg = stolbrüder = custodes templi

Institution der Stuhlbrüder stammte aus der Frühzeit des Bistums.

 

Stuhldreher

Matthiesen S.18.   "ein Stuhldreher, wohnt in der Schul-Kahte"

Staß: Drechsler, der vornehmlich Tisch- u.Stuhlbeine fertigt.

 

Stuhlmacher, Stuler, Stolmaker

Warncke S.64.   Hispanische Stuhlmacher  (wahrscheinlich Tischler, die Stühle nach spanischer Mode herstellten.)

Stettiner Bürgerliste 1776/78: Englischer Stuhlmann

stuler, Stuhlmacher. Ob es sich aber um das gewöhnliche Sitzgerät oder um Webstühle handelt, ist nicht auszumachen; scheint fast, als bedeutete das Wort (stulmacher) am Webstuhle arbeitende Personen (Bücher)

Stolmaker = Stuhlmacher (Schu)

Nach Hähnsen fertigten Stuhlmacher Stühle (Sitzmöbel), die sie auch mit Polstern versahen.

Staß-Stein: Stuhlmacher fertigten Webstühle an.

Consentius S.63  "engl. geflochtene Rohrstühle"

 

Stuhlmeister

Matthiesen S.5   "Stuhlmeisters Wittwe" (Erdbuch des Amtes Neumünster, 1709)

Handbuch d.Berufe: Stuhlmeister = Vorrichter, ihm obliegt das Vorrichten der Webstühle (Einlegen u. Vorrichten neuer Webketten) in solchen Betrieben, in denen die Weber nur den Vorgang des Webens beaufsichtigen (aber 1709 ?)

 

Stuhlschreiber

Grimm: 1) Schreiber bei dem Gerichtsstuhl, der für die Rechtsparteien Schriften verfaßt.

          2) Lohnschreiber, der gewerbsmäßig für Illiteraten Briefe u. andere Schriftstücke anfertigt.

Staß-Stein: in Königsberg ein halbamtlicher Notar, der auf dem Artushofe über die gemachten Geschäfte Verträge, Wechsel u. Urkunden ausfertigt u. von diesen Abschriften in seinem Amtsbuche hinterlegt.

 

Stukator

Stuttg. 70          Stukkateur

                Stuckarbeiter.

 

Stunden-Nachtwächter

Lüb.Verordnungen Bd.1 S.162 (St.bibl. Lub.4° 4451)

Gr. Stundenrufer, stundrufer, nachtwächter

Stundenansager, Stundenausrufer.

 

Stundenrufer

Holhfeld S.193

Gr.: Nachtwächter.

Da früher nur wenige Leute eine Uhr besaßen, riefen die Nachtwächter die Stunden aus. Noch um 1900 gab in meinem Heimatstädtchen der Nachtwächter durch Pfeifsignale die Stunden bekannt. (Gerholz)

 

Stürmann, Stuurmann

Steuermann (Schu.)

 

Stürzner

Handbuch d.Ber.              Klempner (Schweiz)

Name: vom Umkanten (Umstürzen) oder Umwulsten des Bleches.

 

Stutner, Stutenbäcker

buk Stuten, ein feineres Weizenbrot.

Mens.: Stuten = Weißbrot (Potth. S.118 mnd stute =schenkelförmiges Weißbrot, dann jedes feinere Weißbrot ohne Rücksicht auf die Form) zu mnd. stût = Oberschenkel, Steiß.

Heute: Brot aus Weizenmehl, Weißbrot, Franzbrot; weiche Semmeln, Kuchen, Kringel, Heißwecken.

 

Stuttmeister

Schütz,B.B.Gumbinnen 1809

Grimm: Stutmeister, leitender Beamter im Gestüt, speziell Beaufsichtiger des Beschälgeschäftes.

 

Stütze

Hohlfeld S.563

Gr.: Hausstandsgehilfin, die der Hausfrau in allem zur Hand ging, jedoch nicht niedere Arbeiten verrichtete.

 

Sübmacher

B.B.Stuutgart  Nr.567          Siebmacher

Staß: fertigt Siebe an

Gr.: Handwerker, der Siebe fertigt.

 

Sudler

Ribbe-Henning S.280

     Kuttler

Verd.: Garkoch; Würstchenhändler

Was.:     "                   Verkäufer von Wurst

Gr.: Garkoch, der mit gebrauchsfertigen Speisen handelt.

 

Sültherr

Fam.kdl.Nachr. 1967 S.242       "1550-1600 Sültherr zu Kolberg"

Herr einer Sülte = Saline, Sülfmeister.