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Das Kriegsarchiv Wien und seine genealogischen Quellen,
mit speziellen Hinweisen für die slowakische genealogische Forschung

Von Christoph Tepperberg

Verzeichnis:
  1. Das Wiener Kriegsarchiv und seine Bedeutung für die genealogische Forschung
  2. Die Quellen zur genealogischen Forschung
    2.1 Die Akten der militärischen Behördenregistraturen
    2.2 Die Personalakten und personenbezogenen Akten
    2.2.1 Quellen für die Forschung nach Militärpersonen aller Ränge
    2.2.2 Quellen für die Forschung nach Offizieren und Militärbeamten
    2.3 Literaturverzeichnis zu den Beständen des Kriegsarchivs
  3. Benützungsmodalitäten

1. Das Wiener Kriegsarchiv und seine Bedeutung für die genealogische Forschung.

Das Österreichische Militärarchivwesen beginnt mit dem Jahre 1711, als Kaiser Josef I. auf Betreiben des damaligen Hofkriegsratspräsidenten Prinz Eugen von Savoyen den ersten "Archivarius" des hofkriegsrätlichen Archivs bestellte. Jedoch erst im Jahre 1801 kam es unter Kaiser Franz II. über Vorschlag des Generalissimus Erzherzog Carl zur Gründung des eigentlichen k.k. Kriegsarchivs. Dieses wurde im Verlauf des 19. Jahrhunderts zum militärischen Zentralarchiv der Monarchie und zum Zentrum der militärgeschichtlichen Forschung in Österreich-Ungarn. Seit 1945 ist das Kriegsarchiv eine Abteilung des Österreichischen Staatsarchivs. Es verwahrt heute die Aktenbestände der militärischen Zentralstellen, Territorialbehörden und Feldkanzleien der k.(u.)k. Armee, ausserdem das Archiv der k.(u.)k. Kriegsmarine sowie eine bedeutende Karten- und Bildersammlung. Das Kriegsarchiv bietet der historischen Forschung somit Unterlagen nicht nur zur Geschichte der meisten europäischen Staaten, sondern auch vieler Gebiete in Übersee.

Das Kriegsarchiv war von 1801-1905 im Wiener Kriegsgebäude "Am Hof" untergebracht, danach von 1905-1991 in der Stift-Kaserne und übersiedelte in den Jahren 1991-1993 in das neü zentrale Amtsgebäude des Österreichischen Staatsarchivs (A-1030 Wien, Nottendorfer Gasse 2-4). Das Archiv umfasst ca. 50 Regalfachkilometer an Archivalien: über 650.000 Archivalieneinheiten (Kartons, Faszikel, Bücher), mehr als 416.000 Karten und Pläne sowie ca. 300.000 Bilder.

Naturgemäss spielen in allen Armeen die Personalangelegenheiten eine bedeutende Rolle. So gab es auch in der Habsburger Monarchie kaum eine Familie, die nicht in irgendeiner Weise in Beziehung zum Militär getreten wäre. Nicht nur Familien aus dem alten Österreich und dem Heiligen Römischen Reich dienten im habsburgischen Heer, zahllose Angehörige der k.k. Armee stammten aus den Niederlanden, aus Frankreich, Spanien, Italien, aus dem katholischen Schottland und Irland sowie aus dem gesamten ost- und südosteuropäischen Raum. Der umfangreiche schriftliche Niederschlag der Personalverwaltung der k.(u.)k. Armee hat sich in konzentrierter Form im Wiener Kriegsarchiv erhalten. Diesem Umstand verdanken wir heute die vielfältigen Forschungsmöglichkeiten für die moderne Genealogie, Biographie und Prosopographie, insbesondere auch für die private Familienforschung. Für Forschungen im Wiener Kriegsarchiv sind auf jeden Fall gründliche deutsche Sprachkenntnisse erforderlich. Da Deutsch die Amtssprache der k.(u.)k. Armee war, sind auch die hier besprochenen Akten zu über 90 % in deutscher Sprache verfasst. Die übrigen Sprachen des Vielvölkerstaates (Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Serbisch, Slowakisch, Slowenisch, Tschechisch, Ukrainisch, Ungarisch), andere europäische Sprachen (Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch) sowie die lateinische Sprache kommen nur sporadisch vor.

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2. Die Quellen zur genealogischen Forschung

Für die personengeschichtliche Forschung im Wiener Kriegsarchiv lassen sich grundsätzlich zwei Typen von Archivbeständen unterscheiden:

1.Die Akten der militärischen Behördenregistraturen 2.Die Personalakten und personenbezogenen Akten.

Das folgende Verzeichnis enthält nicht die Gesamtheit der im Kriegsarchiv verwahrten Personalakten und Behördenarchive, sondern beschränkt sich bewusst auf solche Bestände, in denen Daten zur slowakischen genealogischen Forschung zu erwarten sind. Die Rubrik "Umfang" enthält keine exakten Stückzahlen, sondern lediglich aufgerundete Mengenangaben. In der Rubrik "Literatur" sind jeweils nur Kurzzitate angegeben, die Vollzitate sind dem Literaturverzeichnis (Punkt 2.3.) zu entnehmen.

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2.1 Die Akten der militärischen Behördenregistraturen

Die Akten der Behördenregistraturen bilden für den gesamten Quellenzeitraum (1557- 1918) oftmals den Einstieg in eine genealogische Recherche. Für die Zeit vor 1740 bieten sie sogar die einzige Forschungsmöglichkeit überhaupt. Sie enthalten - gerade für die Zeit vor 1740 - meist keine Personaldossiers, sondern liefern in erster Linie spezifische Detailinformation, z.B. über Ernennungen, Beförderungen, Auszeichnungen, Heiraten, Pensionierungen, kriegsrechtliche Verurteilungen und Todesfälle. Diese Informationen müssen - aufgrund des altösterreichischen Kanzlei- und Registratursystems - in mühevoller Suche anhand der zeitgenössischen Kanzleibücher erarbeitet werden. Dabei sind die Möglichkeiten für die Forschung nach Offizieren und Militärbeamten bei weitem ergiebiger als für die Suche nach Mannschaftspersonen. Aus Raumgründen beschränken wir uns hier auf die Darstellung der Registraturen der beiden wichtigsten militärischen Zentralstellen.

a) Die Registratur des k.k. Hofkriegsrates in Wien

Kurzbezeichnung : HKR.
Zeitraum: 1557-1848.
Umfang: 5.600 Kartons Akten und 12.000 Bände Geschäftsbücher.
Beschreibung
: Der Bestand enthält den schriftlichen Niederschlag der ältesten militärischen Zentralstelle des Habsburgerreiches vom Jahr nach seiner Gründung (1557) bis zur Auflösung dieser Kollegialbehörde im Jahre 1848. Der Aktenbestand ist sehr stark skartiert, sodass für die Forschung vielfach nur die Geschäftsbücher (Indizes und Protokolle) zur Verfügung stehen. Ordnungsprinzip: Es handelt sich bei dem Bestand um eine geschlossene Serie von Kanzleibüchern und Akten, wobei die Akten über die Kanzleibücher (Index und Protokoll) zugänglich sind ("altösterreichisches Registratursystem"). Die Art der Hinterlegung wechselte mehrmals, wobei sich schliesslich das Rubrikensystem durchsetzte. Das heisst: Geschäftsfälle gleichen oder verwandten Betreffs sind jährlich unter gemeinsamen Sachrubriken hinterlegt. Es handelt sich demnach um einen Mittelweg zwischen einer Nummernregistratur (bei welcher die Einlaufstücke nach numerus currens hinterlegt werden) und dem reinen Sachaktensystem (bei welchem die Akten gleichen oder verwandten Betreffs nach einem Aktenplan jahresüberschreitend zu "Sachakten" zusammengefasst sind). Angaben zur Person: Unterschiedlich, je nach Fragestellung. Da es sich beim HKR um eine Zentralbehörde handelt, sind in den Akten bei weitem nicht alle Personen enthalten, die zwischen 1557 und 1848 zur k.k. Armee gehörten oder mit ihr in Kontakt traten. Besonders hoch ist die Personaldatendichte für Offiziere; Unteroffiziere und gemeine Soldaten hingegen wurden beim HKR meist nur im Zusammenhang mit besonders positiven oder negativen Vorfällen "aktenkundig", z.B. im Falle besonderer Auszeichnung oder im Falle einer kriegsrechtlichen Verurteilung. Slowakische Belange: Man kann nach konkreten oberungarischen Personen, Orten, Truppenkörpern, Institutionen und Sachbegriffen suchen. Findbehelfe: Die jährlichen zeitgenössischen Kanzleiindizes. Das Bestandsverzeichnis ist für die Forschung weitgehend ungeeignet.

Literatur: INVENTAR; EGGER, Genealogische Quellen; W AGNER, Militärgrenze; REGELE, Hofkriegsrat.

b) Die Registratur des k. (u.)k. Kriegsministeriums und des Militär-Liquidierungsamtes in Wien

Kurzbezeichnung: KM / MLA
Zeitraum: 1848-1918/1931.
Umfang: 17.300 Kartons Akten und 9.000 Bände Geschäftsbücher.
Beschreibung
: Das KM war die Nachfolgebehörde des HKR. Der Bestand enthält demnach den schriftlichen Niederschlag dieser militärischen Zentralstelle von seiner Errichtung im Jahre 1848 bis zum Zerfall der Habsburger Monarchie im Jahre 1918, sowie für die Zeit der Liquidierung dieser Behörde in den Jahren 1918-1931. Für die Zeit vor dem Weltkrieg ist der Aktenbestand teilweise skartiert, während die Akten ab dem Sommer 1914 fast voll ständig erhalten sind (mit Ausnahme geringer Mengen, die nach 1918 an die Nachfolgestaaten abgetreten wurden). Ordnungsprinzip: Es handelt sich um eine geschlossene Serie von Kanzleibüchern und Akten, wobei die Akten - wie beim HKR - über die Kanzleibücher (Index und Protokoll) zugänglich sind. Die Akten sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen - jährlich nach Rubriken abgelegt. (Vgl. Punkt 2.l.a.). Angaben zur Person: Unterschiedlich, je nach Fragestellung. Da es sich beim KM um eine Zentralbehörde handelt, sind in seinen Akten - ebenso wie beim HKR - bei weitem nicht alle Personen enthalten, die zwischen 1848 und 1918 zur k.(u.)k. Armee gehörten oder mit ihr in Kontakt traten. Es überwiegen auch hier die Personalangaben über Offiziere, jedoch ist im Vergleich zum HKR eine deutliche Zunahme der Personaldatendichte für Unteroffiziere und gemeine Soldaten feststellbar. Slowakische Belange: Man kann - wie beim HKR - nach konkreten oberungarischen Personen, Orten, Truppenkörpern, Institutionen und Sachbegriffen suchen. Die Akten des MLA (1918-1931) sind für die genealogische Forschung insofern von Interesse, als sie zahlreiche Uebergabelisten von Personalakten an die Armeen der Nachfolgestaaten der Monarchie und auch sonstige für diese Armeen relevante Personalvorgänge enthalten, unter ihnen auch solche für die tschechoslowakische Armee. Findbehelfe: Wie beim HKR die jährlichen zeitgenössischen Kanzleiindizes. Das Bestandsverzeichnis ist für die Forschung weitgehend ungeeignet.

Literatur: INVENTAR; EGGER, Genealogische Quellen; WAGNER, Kriegsministerium; WAGNER, Die k.(u.)k. Armee.

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2.2 Die Personalakten und personenbezogenen Akten

Die eigentlichen Personalakten der k.(u.).k. Armee beginnen erst um das Jahr 1740. Zwar haben sich im Bestand " Militärmatriken" von manchen kaiserlichen Regimentern bereits ab dem 17.Jh. einzelne Kirchenbücher erhalten, für systematische genealogische Forschungen ist dieser Fundus jedoch mengenmässig zu gering. Die ab 1740 erhaltenen Personalunterlagen stellen qualitativ wie quantitativ ein reichhaltiges Konzentrat an Daten zur Familienforschung dar. Dieses Massenschriftgut ist ausserdem zugleich eine überaus wichtige Quelle für die demographische, statistische und sozialgeschichtliche Forschung.

Wie in den meisten Militärarchiven bestehen auch im Wiener Kriegsarchiv grosse Unterschiede in den Forschungsmöglichkeiten nach Offizieren und Mannschaftspersonen. Entsprechend unterscheiden wir in der Folge auch:

1.Quellen für die Forschung nach Militärpersonen aller Ränge
2.Quellen für die Forschung nach Offizieren und Militärbeamten.

2.2.1 Quellen für die Forschung nach Militärpersonen aller Ränge

a) Musterlisten und Standestabellen der k.k. Regimenter, Branchen und Korps

Kurzbezeichnung: ML / ST
Zeitraum: 1740-1820 (Geburtsjahrgänge ca. 1720 - ca. 1800).
Umfang: 12.600 Kartons.
Beschreibung
: Musterungen, d.h. Inspizierungen von Mannschaft, Pferden, Rüstungssorten und Finanzgebarung der Regimenter wurden im kaiserlichen Heere bereits im 16. Jh. durchgeführt, kontinuierliche schriftliche Aufzeichnungen haben sich jedoch erst ab ca. 1740 erhalten. Die Musterungen wurden ursprünglich halbjährlich (Frühjahrs- und Herbstmusterung), ab 1768 nur noch jährlich abgehalten. Ueber die Musterungen wurden von den inspizierenden Kriegskommissären und Brigadieren Berichte ("Musterungs-Relationen") verfasst und dem Hofkriegsrat in Wien eingesendet. Die umfangreichen ML waren als Aktenbeilagen beigelegt. Sie enthalten die Namen aller Soldaten eines Regiments im betreffenden Jahr, jedoch sind nicht für alle Jahre des Zeitraumes 1740-1820 ML und ST vorhanden. Ordnungsprinzip : Die ML sind nach Truppenkörpern (Regimentern) und innerhalb eines Regiments nach Jahren (Halbjahren) geordnet, innerhalb der Jahre (Halbjahre) nach Unterabteilungen (Kompanien, Eskadronen etc.) in eigenen Heften abgelegt und innerhalb dieser nach dem militärischen Rang geordnet. Die ST sind nach Truppenkörpern, Jahren und Monaten in eigenen Monatsheften abgelegt. Angaben zur Person: Die ML enthalten Familiennamen, Vornamen, Charge (Dienstgrad), Geburtsort, Geburtsland, Altersjahre, Religion, Familienstand, Zivilberuf, Körpermass, Namen und Alter der Kinder, militärische Laufbahn. Die ST ("Monatstabellen") geben lediglich die personellen Veränderungen innerhalb eines Monats wieder, während die den Monatstabellen beiliegenden Assentlisten (AL) und Transferierungslisten (TL) ähnliche Angaben wie die ML enthalten bzw. die Angaben fehlender ML ersetzen. Slowakische Belange: Die Akten der oberungarischen bzw in Oberungarn dislozierten Regimenter , Branchen und Korps. Findbehelfe: Bestandsverzeichnis. Für Offiziere existieren ausserdem eine alphabetische Personenkartei (Offzierskartei) und Indizes zu den einzelnen Regimentern. Für die Suche nach Mannschaftspersonen muss man den Truppenkörper wissen bzw. denselben aufgrund der territorialen Zuständigkeit ermitteln; danach müssen die Akten in zeitraubender Arbeit Jahr für Jahr durchgesehen werden.

Literatur. INVENTAR; EGGER, Genealogische Quellen; TEPPERBERG, Musterungs- und Standesakten.

b) Militärische Grundbuchsevidenz (Grundbücher, Grundbuchsblätter)

Kurzbezeichnung: GB.
Zeitraum: 1820-1918 (Geburtsjahrgänge ca. 1790-1900).
Umfang: 16.500 Kartons.
Beschreibung
: 1820 wurde die umständliche Standesführung durch die Musterlisten aufgegeben und in der k.k. Armee fortan für jeden Soldaten (Offiziere und Mannschaftspersonen) je ein eigenes Evidenzblatt ("Grundbuchsblatt") geführt. Diese GB, die mit dem Liegenschafts-GB nichts zu tun haben, wurden von den Truppenkörpern periodisch der Zentralstelle in Wien eingesendet. Mit der Heeresreform von 1868 hörte die zentrale Evidenz beim k.k. Kriegsministerium auf. Das heisst, es wurde von den Regimentern keine GB mehr nach Wien eingesendet, sondern die Akten wurden dezentral bei den jeweiligen Ersatztruppenkörpern aufbewahrt. Gemäss den Friedensbestimmungen von Saint-Germain (1919) mussten die GB der Geburtsjahrgänge 1865-1900 von Soldaten, die nach dem Zerfall der Monarchie (1918) ihr Heimatsrecht ausserhalb der Grenzen der Republik Österreich hatten, in den Nachfolgestaaten verbleiben. Das heisst, das Kriegsarchiv verwahrt von diesen Jahrgängen im wesentlichen nur die Akten derjenigen Soldaten, die 1918 ihr Heimatsrecht auf dem Territorium der heutigen Republik Österreich hatten (mit Ausnahme der GB für Salzburg, Tirol und Vorarlberg, die in den entsprechenden Landesarchiven erliegen). Der Grossteil der in den Nachfolgestaaten verbliebenen Akten ist inzwischen vernichtet worden! So sind auch die im Militärarchiv Tyrnau (Trnava) gelagert gewesenen GB der Geburtsjahrgänge 1887-1900 grossteils der Vernichtung anheimgefallen, während die GB der Geburtsjahrgänge 1865-l886 nach wie vor im Militärarchiv Prag (Praha) verwahrt werden. Ordnungsprinzip: Es gibt mehrere GB-Reihen mit jeweils verschiedenen Ordnungsprinzipien : 1. die GB der k.k. Regimenter, Branchen und Korps (1820-1869) sind nach eben diesen Einheiten geordnet; 2. die Offiziers-GB : Pensionisten und Abgänge von Heer und Landwehr (1869- 1918/38) sind nach eben diesen Standesgruppen geordnet; 3. die alphabetische Reihen:
a) alte Reihen: Geburtsjahrgänge ca. 1790-1864;
b) jüngere Reihen (Weltkrieg 1914-l9l8): Geburtsjahrgänge 1865-1900:
Sie sind nach Kronländern und Geburtsjahrgängen und innerhalb dieser alphabetisch nach Personennamen geordnet. Angaben zur Person: Familienname, Vorname, Geburtsort, Geburtsland, Geburtsjahr, Religion, Familienstand, Zivilberuf, militärische Laufbahn, bisweilen auch Personenbeschreibung, Sprachkenntnisse, Körpermass, Heirat und Geburten der Kinder. Slowakische Belange:
zu 1 : von den GB der k.k. Regimenter, Branchen und Korps kommen - wie bei den Musterlisten - die Akten der oberungarischen bzw. in Oberungarn dislozierten Regimenter, Branchen und Korps in Betracht; zu 3: von den alphabetischen Reihen ist nur die alte Reihe der sogenannten "Fremden" relevant.
Ausserdem verwahrt das Kriegsarchiv 4 Bände von Abschriften der GB-Indizes des Invalidenhauses Tyrnau (Trnava) für die Jahre 1820-1904, dessen Akten sich nicht im Kriegsachiv befinden. Findbehelfe: Aufstellungsverzeichnis. Die GB der Regimenter, Branchen und Korps sind ausserdem durch die zeitgenössischen grob alphabetischen Indizes zugänglich (d.h. lediglich nach dem Anfangsbuchstaben der Familiennamen). Die alphabetischen Reihen sind direkt über das Alphabet zugänglich. Literatur: INVENTAR; EGGER, Genealogische Quellen.

c) Militärmatriken (Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher)

Kurzbezeichnung : Matriken.
Zeitraum: 17 Jh. - 1918-1938.
Umfang: 6.000 Bände.
Beschreibung
: Die Matriken stammen von den Regimentern, Branchen, Korps und Militärspitälern der k.(u.)k. Armee, die jeweils eigene Militärpfarren unterhielten, sowie von den Garnisonspfarren und den sogenannten Militärsuperioraten. Der Bestand umfasst drei Reihen:

  1. Hauptreihe: Matriken der k.(u.)k. Regimenter, Branchen, Korps etc. ; einzelne Matrikenbände gibt es bereits ab dem 17 Jh., ein geschlossener Bestand ist jedoch erst für den Zeitraum ca. 1815-1918 erhalten;
  2. Sterbematriken des Weltkrieges 1914-1918;
  3. Matriken des Österreichischen Bundesheeres 1918-1938.
Ordnungsprinzip: Die Hauptreihe ist nach Regimentern, Branchen, Korps etc. geordnet. Um nach einer Geburt (Taufe), Trauung oder Todesfall suchen zu können, muss man daher - wie bei den Musterlisten - den Truppenkörper wissen, in dem der betreffende Personenstandsfall matrikuliert wurde. Angaben zur Person: Die für Kirchenmatriken (Tauf-, Trauungs- und Sterbebücher) üblichen ausführlichen Angaben. Slowakische Belange: Die Matriken der oberungarischen bzw. in Oberungarn dislozierten Regimenter, Branchen, Korps etc. sowie die Matriken der oberungarischen Garnisonen. Findbehelfe:
  1. für die Hauptreihe existiert ein Verzeichnis der Matrikenbände nach Regimentern, Branchen, Korps, Garnisonen und Spitälern;
  2. die Sterbematriken des Weltkrieges 1914-1918 sind über eine alphabetisch phonetische Personenkartei (Matrikenkartei) zugänglich;
  3. für die Matriken des Bundesheeres ist eine alphabetische Personenkartei vorhanden.
Literatur: INVENTAR; EGGER, Genealogische Quellen; EGGER, Papst Johannes Paul II. In letzter Zeit wurden im Kriegsarchiv von der Slowakischen Archivverwaltung Forschungen zu diesem Thema durchgeführt.

d) Krankenvormerkblätter der Militärspitäler

Kurzbezeichnung: Spitäler.
Zeitraum: 1914-1918 (Geburtsjahrgänge ca. 1865 - 1900).
Umfang: 6.300 Kartons.
Beschreibung
: In den k.u.k. Krankenanstalten wurde für jeden Patienten (Soldaten) ein Krankenblatt ("Vormerkblatt") angelegt. Diese Akten sind wegen ihrer Personalangaben eine viel benützte personengeschichtliche Quelle, insbesondere auch wegen des Fehlens der Grundbuchsblattbestände in den Nachfolgestaaten. Ordnungsprinzip: Die meisten Akten-Reihen sind alphabetisch-phonetisch geordnet. Angaben zur Person: Bezeichnung der Krankenanstalt, Familien- und Vorname, Truppenkörper, Charge, Geburtsjahr, Geburts- bzw. Heimatsort, Religion, Zivilberuf, Datum des Zu- und Abganges aus der Krankenanstalt; Diagnose, Krankengeschichte und Therapie. Slowakische Belange: Man kann nur nach vorgegebenen Personennamen suchen. Es kommen in erster Linie die Krankenblätter der Feldspitäler (755 Kartons) in Betracht. Die Akten der oberungarischen Garnisons-, Reserve-, Kriegs- und Vereinsspitäler sind (ebenso wie die Grundbuchsblätter des Weltkrieges) nach 1918 in der Tschechoslowakei verblieben. Findbehelfe: Für die Akten der Feldspitäler existiert ein Verzeichnis der Kartons. Grundsätzlich sind die Akten über das phonetische Alphabet zugänglich.

e) Karteien und Listen über die Kriegsverluste des Weltkrieges 1914-1918.

Kurzbezeichnung: 1) Phonetik, 2) KGF, 3) TK.
Zeitraum: 1914-1918 (Geburtsjahrgänge ca. 1865-1900).
Umfang: 40 Millionen Karteikarten und 120 Kartons Akten.
Beschreibung
:

  1. Phonetischer Kataster der Kriegsverluste;
  2. Kriegsgefangenenkarteien und Kriegsgefangenenlisten;
  3. Totenkartei.
Ordnungsprinzip: Die Karteien sind alphabetisch-phonetisch, die Listen nach Nummern geordnet. Angaben zur Person: Familienname, Vorname, Truppenkörper, Charge, Geburtsjahr, Geburts- bzw. Heimatsort; dazu:
  1. Tag des Zu- und/oder Abganges von einem Militärspital; Verwundungen; Vermisstenmeldungen; Sterbedaten; mitunter nächste Verwandte mit Heimatadresse;
  2. Tag und Ort der Kriegsgefangenschaft;
  3. Sterbetag und Sterbeort.
Slowakische Belange: Man kann nur nach vorgegebenen Personennamen suchen. Findbehelfe: Die Findbehelfe sind die Karteien selbst.

f) Verlustlisten der Truppenkörper des Weltkrieges 1914-1918

Kurzbezeichnung: VL.
Zeitraum: 1914-1918 (Geburtsjahrgänge ca. 1865-1900).
Umfang: 240 Kartons.
Beschreibung
: Die VL sind bei der Armee im Felde entstandene Akten, die von den Offizieren an der Front verfasst und an das nächsthöhere Kommando weitergeleitet wurden. Es gibt in der Bibliothek des Österreichischen Staatsarchivs auch gedruckte, publizierte Verlustlisten, die aber nur schwer benützbar sind. Ordnungsprinzip: Nach Jahren und innerhalb dieser nach Truppenkörpern.

Angaben zur Person: Familienname, Vomame, Charge, Unterabteilung (Kompanie etc.), Gefecht; gefallen, verwundet oder vermisst; Datum und Ortsangabe. Slowakische Belange: Die VL derjenigen Regimenter, die sich vorwiegend aus Oberungarn ergänzten. Findbehelfe: Findbehelfe sind nicht vorhanden. Wenn der Truppenkörper und ein ungefähres Verlustdatum bekannt sind, kann man gezielt nach der entsprechenden Eintragung suchen.

g) Kriegsgräberakten des Weltkrieges 1914-1918

Kurzbezeichnung : Kriegsgräber.
Zeitraum: 1914-1918 (Geburtsjahrgänge ca. 1865-1900).
Umfang: 350 Kartons.
Beschreibung
: Die Gräberabteilungen und Kriegsgräberinspektionen der k.u.k. Militärkommanden und Militärverwaltungen hatten ihre Aufzeichnungen über Bestattungen und Umbettungen von gefallenen Kriegern laufend der Zentralstelle in Wien einzusenden. Da dies nicht sehr konseqünt geschah, sind im Bestand bei weitem nicht alle k.u.k. Kriegerfriedhöfe dokumentiert. Ordnungsprinzip: Nach Ländern, Bezirken und Ortschaften. Angaben zur Person: Familienname, Vorname, Charge, Truppenkörper, Geburtsjahr, Geburts- oder Heimatsort, Todesdatum und Datum der Beerdigung, Bezeichnung der Grablage. Slowakische Belange: Die Ortschaften in der heutigen Slowakei, die im Gräberindex "Ungarn", verzeichnet sind. Findbehelfe: Grob alphabetische Indizes nach Ortschaften (d.h. nach den Anfangsbuchstaben der Ortschaften); 6 Bände:

  1. Italien;
  2. Jugoslawien und Albanien;
  3. Österreich;
  4. Russland, Ukraine, Polen;
  5. Tschechei;
  6. Ungarn mit Siebenbürgen und der Slowakei.

h) Belohnungsakten des Weltkrieges 1914-1918 (Belohnungsanträge)

Kurzbezeichnung: BA (OBA und MBA).
Zeitrahmen: 1914-1918/1958 (Geburtsjahrgänge ca. 1865-1900).
Umfang: 4.000 Kartons.
Beschreibung
: Die von der Armee im Felde der Belohnungsgruppe des k.u.k. Armeeoberkommandos eingesendeten Belohnungsanträge bilden - ebenso wie die Spitalsakten - einen wichtigen Ersatz für die fehlenden Grundbuchsblattbestände des Weltkrieges. Ordnungsprinzip: Es gibt getrennte Serien von Belohnungsanträgen für Offiziere (OBA) und Mannschaften (MBA). Angaben zur Person: Familienname, Vorname, Charge, Truppenkörper, Art der Auszeichnung ("Belohnung"), Begründung der Auszeichnung (Schilderung der Waffentat durch den vorgesetzten Antragsteller), Verleihungsdatum; ab Ende 1917 werden in der Regel auch Geburtsjahr, Heimatsort und Assentjahr des Soldaten angeführt. Slowakische Belange: Man kann nur nach vorgegebenen Personennamen suchen. Findbehelfe: Mehrere alphabetische Karteien 1914-1918; ausserdem die gedruckten Personalverordnungsblätter 1918-1923 für das k.u.k. Heer, die k.k. Landwehr und die kgl.-ung. Honv'ed.

Literatur. INVENTAR; EGGER, Genealogische Quellen; ALLMAYER-BECK. Ausserdem sei auf die zahlreichen einschlägigen Aufsätze des Historikers und ehemaligen Staatsarchivars Ernst (R. v.) RUTKOWSKI sowie auf das mehrbändige Generalstabswerk OESTERREICH-UNGARNS LETZTER KRIEG hingewiesen.

i) Das Militärgerichtsarchiv

Kurzbezeichnung: MGA
Zeitraum: 1790-1918.
Umfang: 20.000 Kartons Akten und 1500 Bände Geschäftsbücher.
Beschreibung
: Da die Angehörigen der k.(u.)k. Armee bis 1918 einer eigenen Militärgerichtsbarkeit unterworfen waren, hat sich aus der Tätigkeit dieser Militärjustizbehörden (erster, zweiter und dritter Instanz), insbesondere aus der Zeit des Weltkrieges 1914-1918, ein umfangreiches Aktenmaterial erhalten. Der Bestand war um das Jahr 1920 etwa doppelt so gross wie heute, doch mussten in den Folgejahren bedeutende Aktenmengen an die Nachfolgestaaten zur Erledigung der noch nicht abgeschlossenen Justizfälle abgetreten werden.
Ordnungsprinzip: Der Grossteil der Aktenkartons sind - ohne Berücksichtigung der Gerichtsprovenienz - nach numerus currens aufgestellt. Nur für einen kleinen Teil ist der ursprüngliche Zustand der Gerichtsprovenienz wieder hergestellt. Angaben zur Person: Ausführliche Personaldossiers, insbesondere für die Zeit des Weltkrieges 1914-1918. Slowakische Belange: Sind nur im konkreten Einzelfall eruierbar. Findbehelfe: Das MGA ist derzeit für gezielte Personenforschungen nicht geeignet, da die im Weltkrieg 1914-1918 angelegte umfangreiche Personenkartei von mehreren Millionen Karteikarten im Zweiten Weltkrieg vernichtet wurde. Es existiert lediglich ein Verzeichnis der Faszikel (Kartons). Ausserdem gibt es für die Akten einiger weniger Gerichte eine neü Personenkartei, die aber für die slowakische genealogische Forschung nicht relevant sind.

Literatur: INVENTAR; FODOR, Militärgerichtsakten; EGGER, Genealogische Quellen; WAGNER, Die k.(u.)k. Armee.

j) Evidenz der Unteroffizierszertifikate

Kurzbezeichnung: Zertifikatisten.
Zeitraum: 1872-1918 (Geburtsjahrgänge 1828-1893).
Umfang: 40 Bände Index und Protokolle.
Beschreibung
: Längerdienende Unteroffiziere erwarben nach 12 Dienstjahren einen Anspruch auf Anstellung im Staatsdienst. Die Anspruchsberechtigten wurden im Kriegsministerium evident geführt. Die Namen dieser Zertifikatisten wurden chronologisch nach numerus currens in das Protokoll eingetragen und im Index vermerkt. Die dazugehörigen Akten erliegen in der Registratur des Kriegsministeriums (Vgl. Punkt 2.1.b). Ordnungsprinzip: Chronologisch nach numerus currens. Angaben zur Person: Nummer des Zertifikats; Name, Charge, Truppenkörper, Religion und Geburtsdatum des Anspruchsberechtigten; Jahr, in welchem er das 37. und 45. Lebensjahr vollendet hatte; Geschäftszahl des Kriegsministeriums; Tag der Einziehung des Zertifikats und Art der Zivilanstellung. Slowakische Belange: Man kann nach konkreten Personennamen suchen.

Findbehelfe: Der zeitgenössische Personenindex zu den Protokollen. Literatur: EGGER, Papst Johannes Paul II.

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2.2.2 Quellen für die Forschung nach Offizieren und Militärbeamten

Die nachstehend angeführten Bestände enthalten sicherlich auch Daten zur slowakischen genealogischen Forschung. Die Akten kommen aber lediglich für die Suche nach einem begrenzten Personenkreis in Betracht, nämlich für Offiziere, Militärbeamte und deren Familien. Aus Raumgründen werden nur die wichtigsten Aktenserien ausführlicher dargestellt, die übrigen Bestände summarisch aufgezählt.

a) Conduitelisten und Individualbeschreibungen der k.k. Regimenter, Branchen und Korps.

Kurzbezeichnung : CL.
Zeitraum: 1823-1869 (Geburtsjahrgänge ca. 1790 - ca. 1845).
Umfang: 1.300 Kartons.
Beschreibung
: Die k.k. Armee musste ein Interesse daran haben, jederzeit umfassend über Kenntnisse und Fähigkeiten ihrer Offiziere informiert zu sein. Aus diesem Grunde wurden seit dem 18. Jh. fallweise CL angelegt, die jedoch erst ab 1823 als geschlossene Serie erhalten sind. Ordnungsprinzip : Die CL sind - analog zu den Musterlisten und Grundbüchern - nach Regimentern, Branchen und Korps geordnet und innerhalb dieser nach Militärjahren (1. Oktober bis 30. September) in eigenen Heften abgelegt. Angaben zur Person: Charge (Dienstgrad); Rangdatum (Datum der Ernennung in die jeweilige Charge); Vor- und Zuname; Geburtsdaten (Geburtsdatum, Geburtsjahr oder Altersangabe); Geburtsort und Geburtsland; Religionbekenntnis; Familienstand; fallweise Datum der Heirat; Anzahl der versorgten und unversorgten Kinder; finanzielle Verhältnisse; fallweise Angaben über den Vater; bisherige militärische Laufbahn in der k.k. Armee und in fremden Armeen; Anzahl der Dienstjahre; etwaiger früherer Beruf; Gesundheitszustand, körperliche Beschaffenheit; persönlicher Charakter, Gemütsbeschaffenheit; besondere Talente (Begabungen); Sprachkenntnisse; militärische Fähigkeiten, allgemeine und militärische Ausbildung (Schulen) und Kenntnisse; ob Reiter bzw. Pferdekenner; mitgemachte Kriegseinsätze (Feldzüge, Schlachten, Gefechte); Benehmen im Dienst (gegen Höhere, Gleichgestellte und Untergebene); Benehmen ausserhalb des Dienstes (gegenüber der Zivilbevölkerung); Eifer und Ambition; Fähigkeiten im Umgang mit den eigenen Finanzen; ob Alkoholiker, Glücksspieler, Schuldenmacher oder Streitsüchtiger; Qualifikation zur Beförderung; Anmerkungen und Unterschriften der Vorgesetzten. Slowakische Belange: Die Akten der oberungarischen bzw. in Oberungarn dislozierten Regimenter, Branchen und Korps.

Findbehelfe: Bestandsverzeichnis. Als Behelf ist ausserdem der SCHEMATISMUS FUER DAS K.(U )K. HEER, Wien 1790-1918, heranzuziehen, der ab dem Jahrgang 1819 mit einem Personenindex versehen ist.

Literatur: INVENTAR; EGGER, Genealogische Quellen.

b) Qualifikationslisten

Kurzbezeichnung : QL
Zeitrahmen: 1869-1918 (Geburtsjahrgänge ca. 1820 - ca. 1890).
Umfang: 3950 Kartons.
Beschreibung
: Mit der Heeresreform von 1868 wurde das bisherige Formular der Conduitelisten abgeschafft und ab 1869 das neü Formular der QL eingeführt. Die Listen enthalten nun nicht mehr die Offiziere eines Jahrganges eines Regiments, sondern es gibt für jeden Offizier eine eigene QL. Ordnungsprinzip : Die QL sind alphabetisch nach Personennamen geordnet. Angaben zur Person: Truppenkörper (Regiment); Charge (Dienstgrad); Rangdatum (Datum der Ernennung in die jeweilige Charge); Vor- und Zuname; Geburtsdatum, Geburtsort und Geburtsland; Heimatsrecht; Religionsbekenntnis; Beruf des Vaters; allgemeine und militärische Ausbildung (Schulen); Eintritt in das Heer/die Landwehr. Familienstand; Anzahl der versorgten und unversorgten Kinder; Zivilberuf; finanzielle Verhältnisse; Dekorationen (Auszeichnungen); militärische Laufbahn; dienstliche Verwendungen und Garnisonsorte; mitgemachte Feldzüge; Leistungen und Verdienste im Felde; sonstige Verdienste; besonder Kenntnisse (Länderkenntnisse); besondere Geschicklichkeiten; Sprachkenntnisse; Charaktereigenschaften, Geistesgaben; militärische Kenntnisse und Fähigkeiten; Diensteifer; Benehmen (vor dem Feinde, dienstlich und ausserdienstlich); Gesundheitsumstände, Kriegsdiensttauglichkeit; Qualifikation zur Beförderung; Anmerkungen und Unterschriften der Vorgesetzten. Slowakische Belange: Man kann nach konkreten Personennamen suchen. Findbehelfe: Der Bestand ist direkt über das Alphabet zugänglich. Ausserdem existiert ein grobes Bestandsverzeichnis (Verzeichnis der Kartons).

Literatur: INVENTAR; EGGER, Genealogische Quellen; DEA'K; W AGNER, Die k.(u. )k. Armee.

c) Nachlässe, Donationen und Depots

Kurzbezeichnung: NL.
Zeitraum: 1618-1996.
Umfang: 1.600 Kartons.
Beschreibung
: Die NL sind kein aus dem Geschäftsgang organisch erwachsener Bestand, sondern eine im Kriegsarchiv durch Donationen und Depots entstandene Sammlung von Schriftgut privater Provenienz, die auch heute noch laufend Zuwächse zu verzeichnen hat. Ordnungsprinzip: Nach numerus currens. Angaben zur Person: Unterschiedlich, je nach Beschaffenheit des NL. Slowakische Belange: Man kann nach konkreten Personennamen, Ortsnamen und Sachbegriffen suchen. Findbehelfe: Detailverzeichnis der NL mit Personenindex sowie Orts- und Sachindex.

Literatur: INVENTAR; BROUCEK, Nachlässe und Donationen.

d) Reserveoffziersschulen

Kurzbezeichnung: ROS.
Zeitraum: 1914-1918.
Umfang: 75 Kartons.
Beschreibung
: Die ROS sind ein Teilbestand der Militärerziehungs- und Bildungsanstalten (Siehe unten). Der Bestand enthält Rangierungslisten mit Personalangaben der Reserveoffiziers-Anwärter und ihre Prüfungserfolge in den einzelnen Lehrfächern der Reserveoffiziers-Kurse. Ordnungsprinzip: Die Akten sind teils nach Truppenkörpern (Regimentern), teils nach Schulorten (Garnisonen) geordnet. Angaben zur Person: Charge und Name des Aspiranten; Heimatgemeinde und Heimatland; Tag der Präsentierung zur aktiven Dienstleistung; Konduite, Charaktereigenschaften und Sprachkenntnisse; bleibender Aufenthalt (Ergänzungsbezirk); Benotung (Klassifikation) in den einzelnen Prüfungsgegenständen. Slowakische Belange: Die Akten der oberungarischen Regimenter und Garnisonen (Schulorte). Findbehelfe: Bestandsverzeichnis nach Truppenkörpern (Regimentern) und Garnisonen (Schulorten).

Weitere Personalaktenbestände für Offiziere und Militärbeamte:


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2.3 Literaturverzeichnis zu den Beständen des Kriegsarchivs

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3. Benützungsmodalitäten

Ausländer sind österreichischen Staatsbürgern als Benützer des Österreichischen Staatsarchivs insoferne gleichgestellt, als Österreichern in den betreffenden Staaten die gleichen Benützerrechte eingeräumt werden (Prinzip der Reziprozität). Die Archivalien des Kriegsarchivs sind daher in der Regel ohne besondere Genehmigung benützbar. Aus praktischen Gründen empfiehlt sich jedoch eine schriftliche Voranmeldung. Grundsätzlich sind alle Schriftgutbestände, die älter als 30 Jahre sind, unter Einhaltung der Bestimmungen des Daten- und Persönlichkeitsschutzes für die allgemeine Forschung zugänglich. Auf spezielles Ansuchen kann die Generaldirektion des Österreichischen Staatsarchivs für ausgewiesene Wissenschafter die Archivsperre auf 20 Jahre reduzieren. Aus organisatorischen Gründen können gewünschte Archivalien frühestens 24 Stunden nach Bestellung vorgelegt werden. Die Benützung erfolgt im zentralen Forschersaal des Österreichischen Staatsarchivs ( TEL. 79540- 504). Erste Auskünfte erteilt die Archivdirektion ( TEL. 79540-450; FAX 79540-109), für spezielle personengeschichtliche Auskünfte steht die Bestandsgruppe für Personalakten und Militärmatriken ( TEL. 79540-408 bis 413 ) zur Verfügung. In gewissem Rahmen werden auch schriftliche Anfragen beantwortet. Die Recherchen in den Beständen des Archivs sind kostenlos. Gegen Kostenersatz können auf Bestellung Fotokopien, Readerprint- oder Mikrofilmaufnahmen angefertigt werden.

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