Die Schmieds gehörten in der damaligen Zeit in Wittenberg zu den wohlhabenden Familien, die sich sehr früh mit Pferdezucht, Wagenbau und Handel eine solide Existenz aufgebaut hatten.
Den Grundstein für diesen Wohlstand legte Johannes Schmied, geboren am 30.8.1831 in Wittenberg mit seiner Familie.
Bild links: Michael Schmied der den väterlichen Betrieb übernommen hatte.


Das Kolonistenpferd war ein leichtes Pferd. Nach dem bessarabischen Schrifttum ist es aus der Kreuzung zwischen Arabern, Orlow-Trabern und anderen Rassen entstanden. Trotz seines leichten Körperbaus war es kräftig und zäh, dazu schön mit elegantem Gang. Es mußte große Arbeitsleistungen vollbringen; die größte in der Ernte und in der Dreschzeit. Es war mehr als nur ein Arbeitstier, auch mehr als ein Vorzeigeobjekt. Für viele war es ein Statussymbol.
In Wittenberg gab es Bauern, die als besondere Pferdeliebhaber galten und sich schöne Pferde heranzogen und hielten:
Michael Schmied Str. 1, Hof 14
Friedrich Schlenker Str. 2, Hof 23
Adam Sackmann Str. 4, Hof 23.
Fast jedes Jahr wurden in den Kolonien Pferde gestohlen, obwohl hohe Strafen darauf standen.

Meist waren die Pferdediebe Fremdstämmige. Wurden Diebe oder Hehler erwischt, mußten sie nicht nur mit richterlichen, sondern auch mit drakonischen Strafen in Form von Prügel rechnen. Die Gendarmerie war hart, die bestohlenen Bauern gnadenlos. Es ist immer wieder vorgekommen, daß eine Gerichtsverhandlung nicht stattzufinden brauchte, weil die Angeklagten die Verhaftung nicht überlebten.
Der Wagenbau nahm in Bessarabien mit der Einführung der eisernen Achsen, etwa 1850, seinen Aufschwung. Der Kolonistenwagen war auch in Rußland und Rumänien sehr beliebt und die Handwerker aus Wittenberg konnten ihn zu guten Preisen verkaufen. Der Wagen war leicht, gut belastbar und sehr strapazierfähig. Auch beim russischen und rumänischen Militär war er sehr begehrt.
Der bekannteste Pferdehändler und Wagenbauer in den 30er Jahren war Michael Schmied Str. 1, Hof 13



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