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Sangerhausen |
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Wappen: Blaues heraldisches Schild mit zwei gekreuzten Wolfsangeln und aufgelegtem "S"
Voigtstedt und Sangerhausen sind fast
gleichaltrig. Während Sangerhausen auf Grund seiner günstigeren Lage zu Handelswegen und
Bodenschätzen (Bergbau/Kupferschiefer) einen schnelleren wirtschaftlichen Aufschwung
nehmen konnte, kam Voigtstedt (Vockstedt) über den dörflichen Charakter nicht hinaus,
obwohl es geschichtlich gesehen bis zum Mittelalter eine größere Bedeutung als Artern
hatte.
Etwa im 6. Jahrhundert unserer Zeit war die Sangerhäuser Gegend sehr waldreich. Erste
Siedler hielten damals das Gebiet für eine Siedlung sehr günstig und fingen an, den
dichten Wald zu roden, ihn also zu sengen = sangen, woraus sich der Name Sangerhausen
ableitet. Die Endung "hausen" weist auf fränkische Siedler hin.
Ludwig der Springer (Ludwig II.) ließ in der Zeit von 1116 1123 die romanische
St.-Ulrich-Kirche bauen als Dank für seine gelungene Flucht (Sprung in die Saale von der
Burg Giebichenstein/Halle).
Nachstehend wollen wir uns mit der Entwicklung Sangerhausens an Hand einiger Jahreszahlen
vertraut machen (Stand Juni 1998).
| Zeittafel Sangerhausen | |
|---|---|
| Jahr | |
| 780 - 802 | Erste urkundliche Erwähnung im CODEX EBERHARDI (Güterzusammenstellung des Klosters Fulda) |
| 830 - 850 | Erste Erwähnung des Namens "Sangerhus" im Hersfelder Zehntverzeichnis |
| 04.10.991 | In einer Urkunde des Kaisers Otto III. wird das Dorf Sangerhausen (villa Sangerhus) genannt |
| 1040 | heiratet Cäcilie von Sangerhausen Ludwig den Bärtigen. Sangerhausen kommt in den Besitz der Ludowinger |
| 1116 - 1123 | Bau der St.-Ulrich-Kirche durch Ludwig II. |
| 1131 | Der Besitz der Ludowinger wird zur Landgrafschaft (Thüringen) erhoben |
| 1194 | wird Sangerhausen als "oppidum" (=befestigte Stadt) bezeichnet und vermutlich gleichzeitig zur Stadt ernannt |
| 1249 | kommt Sangerhausen an den Wettiner Marktgrafen "Heinrich den Erlauchten" von Meißen, der die Stadt durch Stadtmauern und Stadttore zur Grenzbefestigung ausbaut |
| 13. Jhd. | Sangerhausen wird planmäßig erweitert; wird aber von der Pest stark heimgesucht |
| 1290 - 1850 | keine größeren Ausdehnungen; die Stadt lebt vom Ackerbau, Handel und Handwerk Frankenhausen (Bauernkrieg) teilgenommen hatten, werden öffentlich auf dem neuen Marktplatz hingerichtet, 30 werden in den Turm geworfen |
| 1618 - 1648 | Die Einwohnerzahl sinkt im Dreißigjährigen Krieg von 3500 auf 3000, von den 700 Häusern werden rund 200 zerstört |
| 1816 | Sangerhausen wird preußisch und Kreisstadt bis zum heutigen Tage |
| ab 1840 | werden die Stadtmauern und -tore abgetragen zugunsten der weiteren
Entwicklung: neue Häuser, Straßenzüge und Fabriken entstehen -1875 die erste mechanische Weberei - Maschinenfabrik mit Eisengießerei 1865 - 1872 die Malzfabrik |
| 1866 | Eisenbahnanschluss in Richtung Halle-Nordhausen |
| 1881 | Erweiterung des Eisenbahnanschlusses nach Erfurt und Magdeburg, womit auch zur gleichen Zeit Voigtstedt angeschlossen wurde |
| 1900 | Sangerhausen zählt 12 000 Einwohner |
| 1903 | öffnet das Rosarium seine Pforten (Verein Deutscher Rosenfreunde). Heute hat das Rosarium über 6500 Rosensorten und besitzt damit die größte Rosensammlung der Welt |
| 1. Weltkrieg | 360 Todesopfer, bis 1920 herrschte Not und Elend, dann ging es langsam wirtschaftlich bergauf. |
| 2. Weltkrieg | Sangerhausen bleibt weitestgehend von Zerstörungen verschont, lediglich im Februar 1945 wurden einige Häuser in Bahnhofsnähe zerstört, am 7. April explodierten nach Fliegerbeschuss 2 Munitionszüge, wodurch das Bahnhofsgebäude völlig zerstört wurde. |
| ab 1945 | ging alles seinen "sozialistischen Gang": Verstaatlichung der Betriebe, Gründung der LPG´s |
| 1951 | Beginn der Kupfererz-Förderung im einstmals stillgelegten Thomas-Müntzer-Schacht |
| 1956 | war die Einwohnerzahl bereits auf 21 000 gestiegen |
| 1989 | Sangerhausen - inzwischen mit dem Beinamen "Berg- und Rosenstadt" - hat jetzt rund 34 000 Einwohner Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen führten auch in Sangerhausen zur Wende, der friedlichen Revolution. Was für die Leipziger die Montagsdemonstrationen waren, waren für Sangerhausen dienstags die Versammlungen in und vor der Jacobikirche mit anschließender Demonstration durch die Altstadt |
| ab 1990 | Mit der Wiedervereinigung begann auch in Sangerhausen die zwangsläufige Umstrukturierung. 1990 musste aus Rentabilitätsgründen der Bergbau eingestellt werden und weitere Betriebe mussten aufgeben: steigende Arbeitslosigkeit, deren Auswirkungen längst nicht überwunden sind und werden. Die Sangerhäuser versuchen sich neu zu orientieren. Mittelständische Betriebe haben ihre Arbeit aufgenommen. Zaghaft beginnt sich eine touristische Infrastruktur zu entwickeln. Ob nun im Europa-Rosarium, in der historischen Altstadt oder in anderen sehenswerten Gebieten des Landkreises, über spezielle Angebote wird versucht, den Gästen sowohl die Schönheiten als auch die Eigenheiten der Region näher zu bringen. |
Sonstige Internet-Quellen
URL: ../gene/reg/SAC-ANH/SGH/sangerhausen.html